Nationalstadion Peking

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Nationalstadion Peking
„Vogelnest“
Das Nationalstadion Peking
Das Nationalstadion Peking
Daten
Ort China VolksrepublikVolksrepublik China Peking, China
Koordinaten 39° 59′ 29,6″ N, 116° 23′ 25,7″ O39.991544444444116.39047777778Koordinaten: 39° 59′ 29,6″ N, 116° 23′ 25,7″ O
Eröffnung März 2008
Oberfläche Naturrasen
Kosten ca. 3,5 Mrd. Yuan (etwa 325 Mio. Euro)
Architekt Herzog & de Meuron
Kapazität 91.000
Veranstaltungen

Das Nationalstadion (chinesisch 國家體育場 / 国家体育场Pinyin guójiā tǐyùchǎng, umgangssprachlich aufgrund der Architektur auch „Vogelnest“) ist das am 18. April 2008 eröffnete Olympiastadion der Olympischen Sommerspiele 2008 und Sommer-Paralympics 2008 in Peking. Es ist Teil des Olympic Green (Olympiapark). Während der Olympischen Spiele fanden in dem Stadion die Leichtathletik-Wettkämpfe, das Finale des Fußballturniers sowie die Eröffnungs- und Schlussfeiern statt.

Entwurf[Bearbeiten]

Das Olympiastadion, aufgenommen von einem Satelliten.
Innenaufnahme des Stadions

Die Schweizer Architekten Herzog & de Meuron, die bereits die Münchner Allianz Arena sowie den Basler St. Jakob-Park bauten, entwarfen das Nationalstadion. In Zusammenarbeit mit der China Architecture Design & Research Group, Arupsport und dem zeitgenössischen Künstler Ai Weiwei gingen sie im Jahr 2002 als Sieger aus einem internationalen Architekturwettbewerb hervor. Das Gebäude ist 330 Meter lang, 220 Meter breit und 69,2 Meter hoch. Die Baukosten betragen rund 3,5 Milliarden Yuan (325 Millionen Euro). Aufgrund seiner Form hat das Stadion den Spitznamen „Vogelnest“. Jacques Herzog hofft, dass „dieses Bauwerk für Peking das wird, was der Eiffelturm für Paris ist“.[1]

Bauarbeiten[Bearbeiten]

Das Bauwerk wurde durch das chinesische Unternehmen CITIC Group errichtet.[2] Der erste Spatenstich war im Dezember 2003, die eigentlichen Bauarbeiten begannen im März 2004. Schon im August 2004 wurden die Arbeiten aufgrund massiver Kostenüberschreitungen, auch bedingt durch die gestiegenen Stahlpreise, für ein halbes Jahr unterbrochen. Nach einer Neuplanung wurde auf das durchsichtige Schiebedach, welches das ganze Stadion überspannen sollte, verzichtet. Das Stadion weist jetzt in der Mitte ein ca. 185 mal 122 m großes offenes Oval auf.

Die äußere Hülle des Stadions bildet ein 42.000 Tonnen schweres verschlungenes Stahlgerüst, das aus tausenden vorgefertigter Einzelteile entstand. Sie wogen jeweils bis zu 350 Tonnen und wurden in Stahlwerken im etwa 1000 Kilometer entfernten Shanghai gefertigt. Zur Verminderung der Spannungen, die durch Temperaturschwankungen entstehen, ist die äußere Hülle des Stadions vom Kern getrennt.[1]

Nutzung[Bearbeiten]

Innenaufnahme während des olympischen Siebenkampfes 2008

Während der Olympischen Spiele wies das Stadion eine Kapazität von 91.000 Zuschauern auf, die nach Ende der Veranstaltung auf 80.000 reduziert wurde. Damit der Bau nach den Olympischen Spielen wirtschaftlich betrieben werden kann und Besucher weiterhin anzieht, sind laut Planung auch Restaurants, Geschäftsräume und Läden vorgesehen.[1]

Kritik am Bauprojekt[Bearbeiten]

Ai Weiwei sieht den pazifischen Gedanken, den er mit dem Entwurf des Olympiastadions verfolgte, von der Regierung missachtet. Denn nicht nur, dass das Projekt fast doppelt so viel gekostet hat wie geplant ist nicht nach Ais Sinn gewesen. Ai, der Gegner der chinesischen Regierung ist, sieht sich als Marionette. Eine Marionette die nur benutzt wurde um in dem Programm der Propaganda mitzuspielen. Nach der Meinung von Ai Weiwei nutzt die Regierung bestimmte chinesische Künstler und bekannte Persönlichkeiten um die Welt und die chinesische Bevölkerung zu manipulieren. Mit dem Bau des Stadions schuf Ai also sozusagen einen Bau für die Partei, die, die Bevölkerung unterdrückt und durch ihre Zensur einen zweifelhaften Ruf hat. Dies ist gegensätzlich des Gedanken, dass das „Vogelnest“ für Freiheit und ein offenes China stehen soll.

In seiner Kolumne für den englischen The Guardian spricht Ai von den Begriffen, Mut, Stärke und Freiheit. Jene sollen durch das Olympiastadion ausgedrückt werden.[3] Somit verfolgt er auch folgerichtig den olympischen Gedanken von Fairness. Ai sagt, Herzog & de Meuron und er hätten den Zuspruch auf ehrliche Weise erhalten und er sah deshalb Hoffnung, dass China sich weiter öffnen würde und gerechter werden würde. Seines Erachtens nach benutzt die chinesische Regierung die Olympischen Spiele aber viel mehr, zur Demonstration der eigenen Stärke. Man möchte nicht moralische Werte wie Freiheit und Fairness feiern. Sondern man möchte sich als Herrscherland und Wirtschaftswunder feiern und feiern lassen. Die Bedürfnisse des Volkes spielen hierbei eine eher untergeordnete Rolle.

Ein Verhalten, das Ai nicht akzeptierte und so auf die Einladung zur Eröffnungszeremonie verzichtete und die Olympischen Spiele boykottierte. Dies brachte Ai auf ein neues in die Schlagzeile der Presse zu der er sogar sagte, er würde das Mitwirken am Bau des Olympiastadions bereuen.

Dokumentarfilm[Bearbeiten]

  • Bird’s Nest – Herzog & de Meuron in China – Dokumentarfilm, Frankreich, Schweiz, 2008, 86 Min., Regie: Christoph Schaub, Michael Schindhelm, Produktion: T&C Film, arte, SSR, Erstausstrahlung, 11. August 2008. Die Dokumentation begleitete die Arbeit von Herzog & de Meuron seit der Ausschreibung des Wettbewerbs von 2002 an bis zum Herbst 2007. Formal behandelt der Film das „Bauen zwischen zwei Kulturen, zwei architektonischen Traditionen, zwei politischen Systemen“. Konkret geht es um die Probleme, die in jeder Phase vom Basler Architekturbüro Herzog & de Meuron beim Bau des Olympiastadions bewältigt werden mussten. Daneben erzählt der Film auch die Bemühungen um die Errichtung eines neuen Stadtteils in Jinhua.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

2009 erhielt das Beijing Olympic Stadium den IOC/IAKS Award in Gold, den einzigen internationalen Architekturpreis für bereits im Betrieb bewährte Sport- und Freizeitbauten (Neubauten, Erweiterungen oder Modernisierungen).

Literatur[Bearbeiten]

  • Über das Vogelnest . In: Lee Ambrozy (Hrsg.): Macht euch keine Illusionen über mich - AI WEIWEI - Der verbotene Blog . Verlag Galiani, Berlin 2011, ISBN 978-3-86971-049-5, S. 129–130; 318-325

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nationalstadion Peking – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Die Welt: Architektenträume, 7. November 2007
  2. Zeit-Online: Die versenkten Milliarden,(Zugriff am 10. August 2012).
  3. Ai Weiwei : Why I'll stay away from the opening ceremony of the Olympics, in: The Guardian. 2008