Peugeot RCZ

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Peugeot
Peugeot RCZ (2010–2013)

Peugeot RCZ (2010–2013)

RCZ
Hersteller: Magna Steyr
Produktionszeitraum: seit 2010
Klasse: Sportcoupé
Karosserieversionen: Coupé, zweitürig
Motoren: Ottomotoren:
1,6 Liter
(115–147 kW)
Dieselmotor:
2,0 Liter (120 kW)
Länge: 4287 mm
Breite: 1845 mm
Höhe: 1362 mm
Radstand: 2596 mm
Leergewicht: 1350–1486 kg
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: keines

Der Peugeot RCZ ist ein 2+2-sitziges Sportcoupé des Automobilherstellers Peugeot, das Magna Steyr in Österreich für Peugeot produziert. Der RCZ wurde auf der IAA in Frankfurt im Jahre 2009 vorgestellt und ist in Deutschland seit dem 24. April 2010 erhältlich.

Inhaltsverzeichnis

Modellgeschichte [Bearbeiten]

Der RCZ basiert technisch weitestgehend auf dem Peugeot 308 und ist bisher das sportlichste Serien-Modell des französischen Herstellers. Mit dem Peugeot RCZ steigt der französische Autobauer sozusagen das erste Mal in die Klasse der Sportcoupés ein. Fast alle Elemente des 2007 vorgestellten Concept Cars wurden in die Serie übernommen; der RCZ sei ein „echtes Ausnahmemodell“ (im Vergleich zu den üblichen Peugeot-Modellen), sagt Peugeot-Sprecher Marc Bocqué.

Produktion [Bearbeiten]

Aufgrund der großen Zustimmung der RCZ-Studie, entschied sich Peugeot für den Serienbau und suchten einen Partner für die Produktion des Sportcoupés. Eine eigene Produktion in den Peugeot-Werken kam aus verschiedenen Gürnden nicht in Frage, woraufhin man unter anderem erst mit französischen und deutschen Unternehmen verhandelte, bis man mit Magna Steyr aus Österreich in Kooperation ging. Für Peugeot war bei der Entscheidungsfrage des Produktionspartner die Erfahrung in der Kleinserie und zudem eine große Flexibilität und Variabilität wichtig. Der RCZ wurde von Magna bis Dezember 2009 zur Serienreife gebracht. Seither wird der RCZ bei Magna Steyr in Serie produziert; bei der Fertigung des neuen Coupés erfolgen viele Schritte noch in handwerklicher Arbeit.

Magna Steyr [Bearbeiten]

Magna Steyr montiert seit vielen Jahren für verschieden Automobilfirmen in der ganzen Welt; darunter für Mercedes, BMW, Saab, Chrysler und Aston Martin. Überwiegend sind es Cabrio- und Coupé-Modelle in kleinerer Serie, die produziert werden. In der für den neuen Peugeot RCZ eingerichteten Produktionshalle, werden in einer Schicht stündlich bis zu 14 Fahrzeuge fertiggestellt. Magna hat mit dem Peugeot RCZ erstmals die Herstellung eines „Gesamtfahrzeugs“ übernommen. Alle wesentlichen Produktionsvoraussetzungen liegen somit in der Verantwortung der Österreicher, die sich international durch ihre präzise Arbeit und das hohe Qualitätsniveau bereits einen Namen gemacht haben. Rund 700 Mitarbeiter sind mit der Produktion unter anderem in den Bereichen Montage, Qualitätskontrolle und Logistik beschäftigt.

Karosserie / Design [Bearbeiten]

Das Karosserie-Design wurde vom deutschen Designer Boris Reinmöller entworfen und wird wegen der Ähnlichkleit oft mit dem Audi TT verglichen; stilistisch wurden viele Anleihen beim TT-Design genommen.[1] Für einen eigenständigen Charakter der „bulligen“ Karosserie des RCZ sorgen unter anderem die Doppelwölbung in Dach und Heckscheibe, sowie die markanten Dachholme aus Aluminium. Ausserdem verfügt der RCZ über einen ausfahrbaren Heckspoiler, der bei höheren Geschwindigkeiten für zusätzlichen Anpressdruck sorgen soll. Der Heckspoiler hebt sich entweder per Knopfdruck oder automatisch in zwei Stufen: Um 19 Grad bei mehr als 85 km/h und um 34 Grad bei mehr als 155 km/h.

Die Karosserie hat einen mäßigen c_\mathrm w-Wert (Luftwiderstandsbeiwert) von 0,33 und liegt somit nur im Durchschnitt – trotz der windschnittigen Form. Ein niedriger cw-Wert sorgt unter anderem für Einsparung des Kraftstoffs.

Innenraum [Bearbeiten]

Obwohl der RCZ offiziell als 2+2-Sitzer gilt, sind die hinteren Sitze für „normale“ Erwachsene sehr klein geraten und wegen der fehlenden nötigen Beinfreiheit eher als Notsitze gedacht. Die Fondsitze lassen sich abklappen und gewähren dadurch einen grösseren Kofferraum; das Gepäckabteil lässt sich somit von 321 auf 639 Liter Inhalt erweitern. Die Sitzbezüge sind mit farblich abgesetzten Steppnähten verziert.

Das Lenkrad ist auf der unteren Seite abgeflacht und bildet damit eine Reminiszenz an den Motorsport. Die Armaturen sind grau unterlegt; der Tacho reicht bis 250 km/h. Eine analoge Uhr sitzt oben in der Mittelkonsole, welche teilweise mit schwarzem Klavierlack überzogen ist. Des Weiteren sind die Pedale und andere Applikationen im Innenraum aus Aluminium gefertigt.

Motoren [Bearbeiten]

Die beiden THP-Turbo-Benzinmotoren mit 1,6 Litern Hubraum und mit jeweils 156 PS und 200 PS des RCZ sind eine Gemeinschaftsentwicklung mit BMW.[2] Die Motoren arbeiten mit Direkteinspritzung, Twin-Scroll-Turbolader sowie einer variablen Nockenwellensteuerung für die Ein- und Auslassventile. Der gleiche Motor leistet unter anderem im neuen BMW 316i 136 PS und im Mini John Cooper Works 211 PS.

Ausstattung [Bearbeiten]

Zur Serienausstattung des RCZ zählen unter anderem elektrische Fensterheber, Tempomat mit Begrenzerfunktion, Audio-Soundsystem mit Radio, CD-Spieler und MP3-Abspielmöglichkeit, Zweizonen-Klimaautomatik, akustische Einparkhilfe hinten, elektrisch verstell- und anklappbare Außenspiegel, Berganfahrhilfe, 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, Reifendrucksensoren und ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm); das ESP lässt sich auf Wunsch ausschalten.

Zu den aufpreispflichtigen Optionen (in Deutschland) zählen unter anderem Ledersitze für 1800 Euro oder ein Komplettlederpaket für 3800 Euro bei dem auch das Armaturenbrett eingekleidet ist, ein carbonbeschichtetes Dach für 1500 Euro, Xenon-Scheinwerfer inklusive Kurvenlichtfunktion für 950 Euro und ein Navigationssystem für 1990 Euro. (Stand 2011)

Sicherheit [Bearbeiten]

Der RCZ ist standardmäßig mit ESP und Bremsassistent (EBA) ausgerüstet. Zu den Fahrer- und Beifahrerairbags kommt jeweils ein Nackenairbag, der in der Sitzstruktur eingearbeitet ist.

Die neuen Richtlinien des EURO-NCAP-Crashtests erfüllt der RCZ in vollem Umfang. Eine neue pyrotechnische Pop-up-Motorhaube soll die Verletzungsgefahr von Fußgängern im Schadensfall vermindern, indem die Motorhaube bei einem Zusammenstoß mit einem Fußgänger leicht angehoben wird.

Modellpflege [Bearbeiten]

Im Januar 2013 wurde der RCZ infolge einer Modellplflege („Facelift“) leicht überarbeitet und erhielt unter anderem eine neue Front mit anderen Stossfängern und integriertem LED-Tagfahrlicht, sowie neu gestaltete Scheinwerfer und modifizierte Heckleuchten.

Die Preise (ohne Sonderausstattung) in Deutschland belaufen sich auf 28.150,- EUR (155 THP), 30.650,- EUR (200 THP) und 30.650,- EUR für die Diesel-Version (HDi FAP 160). (Stand 2013)

RCZ Hybrid Konzept [Bearbeiten]

Die Hybridversion des RCZ wurde ebenfalls in Frankfurt vorgestellt; sie war mit dem 2,0-Liter-HDI-FAP-Motor 120 kW (163 PS) ausgerüstet. Dieser treibt die Frontachse an, ein 37 PS (27 kW) Elektromotor die Hinterachse. Durch diese Kombination soll ein Verbrauch von 3,7 Litern Diesel auf 100 Kilometer möglich werden, was einer CO2-Emission von 95 g/km entspricht.

Motoren [Bearbeiten]

155 THP 200 THP HDi FAP 1601
Bauzeitraum: seit 04/2010 seit 06/2010 seit 04/2010
Motorkenndaten
Motortyp: R4-Ottomotor R4-Dieselmotor
Gemischaufbereitung Direkteinspritzung Common-Rail-Direkteinspritzung
Motoraufladung Turbolader
Hubraum: 1598 cm³ 1997 cm³
max. Leistung bei min-1: 115 kW (156 PS)
bei 6000/min
147 kW (200 PS)
bei 5500/min
120 kW (163 PS)
bei 3750/min
max. Drehmoment bei min-1: 240 Nm
bei 1400/min
275 Nm
bei 1700–4500/min
340 Nm
bei 2000/min
Kraftübertragung
Antriebsart, serienmäßig: Vorderradantrieb
Getriebeart, serienmäßig
[ optional ]:
6-Gang-Schaltgetriebe
[ 6-Gang-Automatikgetriebe ]
6-Gang-Schaltgetriebe
Leergewicht: 1350 kg [ 1372 kg ] 1372 kg 1445 kg
maximale Zuladung: 390 kg [ 388 kg ] 408 kg 380 kg
Beschleunigung, 0–100 km/h: 8,0 s [ 9,0 s ] 7,5 s 8,7 s
Messwerte
Höchstgeschwindigkeit: 215 km/h [ 212 km/h ] 235 km/h 225 km/h
Kraftstoffverbrauch
auf 100 km (kombiniert):
6,4 l Super [7,3 l Super] 6,7 l Super 5,3 l Diesel
CO2-Emission (kombiniert): 149 g/km [ 168 g/km ] 155 g/km 139 g/km
Abgasnorm nach EU-Klassifikation: Euro 5
1 Bis Februar 2012 als HDi FAP 165 vermarktet.

Auszeichnungen [Bearbeiten]

  • 2010: Festival Automobile International: Schönstes Auto 2009 (Publikumspreis)[3]
  • 2010: Red-Dot-Design-Award 2010, Kategorie Best of the Best[4]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. http://www.auto-motor-und-sport.de/einzeltests/peugeot-rcz-155-thp-im-test-schickes-und-extra-vagantes-sportcoupe-1837390.html
  2. http://www.autobild.de/artikel/audi-tt-peugeot-rcz-vergleich-1234537.html
  3. Schönstes Auto 2009 auf Peugeot.ch (abgerufen am 1. April 2010)
  4. Red-Dot-Design-Award auf Auto.de (abgerufen am 1. April 2010)

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Peugeot RCZ – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien