Peugeot 205

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Peugeot
Peugeot 205 (1983–1990)

Peugeot 205 (1983–1990)

205
Produktionszeitraum: 1983–1998
Klasse: Kleinwagen
Karosserieversionen: Kombilimousine, Cabriolet, Kastenwagen
Motoren: Ottomotoren:
1,0–1,9 Liter
(31–147 kW)
Dieselmotoren:
1,8–1,9 Liter
(44–58 kW)
Länge: 3705 mm
Breite: 1572 mm
Höhe: 1350 mm
Radstand: 2420 mm
Leergewicht: 720–880 kg
Vorgängermodell: Peugeot 104
Nachfolgemodell: Peugeot 206

Der Peugeot 205 ist ein von Anfang 1983 bis Ende 1998 produzierter Kleinwagen des französischen Autoherstellers Peugeot.

Die Entwicklung begann 1978 unter dem Projektnamen M24. Er basiert technisch in vielen Bereichen auf der Baureihe 104, deren Nachfolge er schließlich antrat. Die Produktion wurde zum Jahreswechsel 1982/83 in der Fabrik Mulhouse gestartet. Am 24. Februar 1983 wurde der Peugeot 205 auf den Markt gebracht. Ab Herbst 1983 gab es ihn auch als Diesel. Im Frühling 1984 folgte der sportliche GTI mit Benzineinspritzung. Ab 1986 gab es den 205 auch als Cabrio zu kaufen. Im Oktober 1998 wurde er von der Modellreihe 206 abgelöst.

Nach fünfjähriger Entwicklungszeit führte Peugeot mit dem 205 sein neues Markengesicht ein. Mit insgesamt 5.278.000 Fahrzeugen wurde er ein großer Erfolg für Peugeot. Schon im ersten Jahr erhielt der 205 zahlreiche Auszeichnungen: Ihm wurde Das Goldene Lenkrad verliehen, er wurde „Bester Kleinwagen“ und Auto des Jahres.

Heckansicht
Peugeot 205 (1990–1998)

Neben der „zivilen“ Version des 205 gab es auch einen für die Gruppe B im Rennsport entwickelten Rallyewagen mit der Bezeichnung „205 Turbo 16“, der außer dem Namen und der Bodenplatte kaum etwas mit der Serienversion zu tun hatte, jedoch mit seinen Rennerfolgen einen großen Werbeeffekt hatte.

In Deutschland war der 205 mit insgesamt 410.510 verkauften Exemplaren der bestverkaufte Peugeot überhaupt, bis ihn im Jahr 2007 sein Nachfolger 206 überholte. In den Jahren 1985 und 1986 war er das erfolgreichste Importmodell in Deutschland.

Im Juli 1996 strich Peugeot den 205 in Deutschland allerdings aus dem Programm, da hier im ersten Halbjahr nur noch knapp 600 Exemplare verkauft wurden und er offenbar aufgrund veralteter Technik und Sicherheitsausstattung nicht mehr konkurrenzfähig war.

Am 31. Dezember 1998 rollte schließlich der letzte 205 vom Band.

Modelle[Bearbeiten]

oben: Rückleuchten bis 1990, unten: Rückleuchten ab 1990

Anfangs wurden Kombinationen aus zwei oder drei Buchstaben verwendet, um die ungezählten Modellvariationen voneinander zu differenzieren, mit dem Facelift wurden diese kryptischen Bezeichnungen durch klingende Namen ersetzt.

Nicht jedes Modell war in allen Auslieferungsländern verfügbar, so wurde der 205 Trophy zum Beispiel nie in Deutschland angeboten. Teilweise unterschied sich auch der Ausstattungsumfang: In Frankreich wurden die Fahrzeuge erst relativ spät mit Katalysator ausgestattet, während er in für den deutschen Markt bestimmten Modellen schon seit Mitte der 1980er-Jahre verbaut wurde. Neben der drei- und der fünftürigen Limousine wurde der 205 ab Frühjahr 1986 als Cabriolet von Pininfarina sowie in zwei LKW-Versionen gebaut.

Mitte 1988 wurde der 205 einer dezenten Modellpflege unterzogen, was hauptsächlich den Innenraum betraf, die Wagen erhielten modern geformte Armaturenbretter bis hin zur neuen Mittelkonsole.

Eine zweite und umfassendere Modellpflege fand im Juli 1990 statt. Die Modelle unterschieden sich nun durch diverse Kleinigkeiten: leicht geänderte Rückleuchten, weiße Frontblinker und die nunmehr rundlichen Gehäuse der Außenspiegel.

Ab Mitte 1992 hatte der untere Teil der Heckklappe keine Plastikverkleidung mehr (zum Beispiel beim Sondermodell 205 New Look).

Buchstabenkombinationen

Anhand der Buchstabenkombinationen kann man die Karosserie- und Ausstattungsvariationen erkennen:

1. Buchstabe
  • X = Dreitürer Fließheck
  • G = Fünftürer (außer GTI, Dreitürer) Fließheck
  • C = Cabriolet, Zweitürer
2. Buchstabe
  • A = Kastenwagen (vergleichbar mit „Post-Golf“)
  • N = absolute „Nullausstattung“
  • E = sehr einfache, spartanische Ausstattung (zum Beispiel ohne Armlehnen, ohne Tageskilometerzähler)
  • L = einfache Ausstattung (zum Beispiel ohne Ausstellfenster hinten)
  • R = gehobene Ausstattung
  • S oder T = sportive Ausstattung (zum Beispiel Drehzahlmesser)
  • J (nur als CJ) = Cabrio mit Jeans-Ausstattung
3. Buchstabe
  • D = Dieselmotor (sonst immer Benzinmotor)
  • I als GTI = Sportmodell (markenübergreifend feststehende Bezeichnung)
  • I als CTI = sportliches Cabrio (wohl von GTI abgeleitet)
4. Buchstabe nur in Verbindung mit D als 3. Buchstaben
  • T = Turbomotor

Außerhalb der 205-Nomenklatur lief die Automatic-Variante mit 1,6-l-Motor (53-65 kW) oder 1,9-l-Motor (75 kW), Servolenkung (anfangs nur 1,9-l-Motor, ab 1991 auch mit 1,6-l-Motor 65 kW), XS-Instrumentierung (Temperaturanzeige sowie ab Modell 1991 Drehzahlmesser und Digitaluhr), abschließbares & beleuchtetes Handschuhfach, Kartenleselampe, Veloursitze. Äußerlich ist speziell der 205 Automatic mit 1,6-l-Motor an seiner markanten Motorhaube erkennbar, die eine deutliche Erhöhung des mittleren Teils aufweist (und vermutlich anfangs aus Platzgründen für den Doppelvergaser nötig war). Das 4-Stufen Automatikgetriebe entstand unter großem Mitwirken der ZF und wurde parallel in einigen anderen PSA-Fahrzeugen verbaut (z.B. Citroen BX etc.), jeweils anders übersetzt.

Ein erstes bemerkbares Facelift erfolgte Mitte 1988. Es zeichnete sich durch ein neues Armaturenbrett aus (robuster), dickere runde Hebel für Blinker, Licht, Scheibenwischer, abgerundete Außenspiegel und eine überarbeitete Heckklappe (beim XS/GT/GTI mit integriertem Miniheckspoiler). Mit dieser Überarbeitung erscheint die Variante „Green“ quasi als Fortsetzung des limitierten Sondermodells „Lacoste“ (nur 44-kW-Motor) mit 44 und 55 kW. Noch vor dem zweiten Facelift 1990 (weiße Blinker vorne, neue Rückleuchten) wurden die Basismodelle „E“ durch „Sondermodelle“ ersetzt. Es folgen weitere „Sondermodelle“. Weitere Modelle, die jedoch nicht wirkliche Sondermodelle sind, da sie nicht limitiert waren, sind:

Dreitüriger Peugeot 205 als Sondermodell „Junior“
Cockpit des Peugeot 205
  • Color Line: rot-grüne Farbstreifen an den Fahrzeugseiten und auf den Sitzen (abgespeckter XR/GR)
  • Gentry: (75 kW), Vollleder mit Sportsitzen, Lederlenkrad schwarz oder beige impala, Lederschaltknauf (nur bei Schaltgetriebe), Glasschiebedach je nach Markt, Spiegelheizung, Servo, ABS je nach Markt, Metallic-Lackierung in sorrentogrün oder mayfairbeige (samt beigen Gurten), Holzeinlagen in den Türen, hochwertige Teppiche Velour samt Kofferraum, Zentralverriegelung mit IR-Fernbedienung, beleuchtete Makeup-Spiegel, spezielle SMR-Leichtmetallfelgen 5,5x14" mit Bereifung 185/60 R14H in silber oder bei der beigen Version in hellem gold, optional: 4-Stufen-Automatikgetriebe, Klimaanlage (in Deutschland nicht angeboten)
  • Green: Wagenfarbe (inklusive Stoßfänger) weiß, Innenausstattung grün samt Gurte, Panoramadach
  • Junior: jeansblaue Sitze
  • Look: besonders einfache Ausstattung (z. B. ohne Zeituhr)
  • Roland Garros: Wagenfarbe grün metallic, Sitze in weißem Teilleder, 55-kW-Motor, Panorama-Schiebedach, auch als Cabrio (Cabrio mit elektrischem Dach)
  • Winner: Sportsitze (vom Rallye samt Dekor), umfangreiche Instrumentierung, 14"-Felgen („abgespeckter XS“ mit Alufelgen), Peugeot-Sportaufkleber

„Echte“, limitierte Sondermodelle:

  • 205 Gti „Radio 1 FM“: Nur 25 Stück wurden 1992 zum 25-jährigen Jubiläum dieses englischen Radiosenders aufgelegt (einer davon wurde vom Sender selbst verlost). Ausstattung wie Griffe, aber Außenfarbe schwarz mit „Radio 1 FM“-Logos auf den vorderen Kotflügeln, Klimaanlage, Clarion-Radioanlage mit CD-Player. Dieser Gti wurde nur als Rechtslenker hergestellt.
Peugeot 205 Sacré Numéro (1997)
  • Collection: XS/GT-Armaturen, Sportlenkrad, Colorglas, ZV, elektrische Fensterheber
  • Griffe: Edel-GTI (88-94 kW), u.a. Vollleder mit grünen Nähten, Panoramadach (wenn keine Klima), Spiegelheizung, Servo, ABS, auch mit Klimaanlage (in Deutschland nicht als Extra angeboten), Zentralverriegelung mit IR-Fernbedienung.
  • Indiana: Wagenfarbe in beige (44–55 kW), Panoramadach, Colorverglasung, Schalensitze, Satteltaschen an den Türen.
  • Lacoste: Lacoste-Logo, grüner Teppich, Panoramadach (Serie 1)
  • Open: Wagenfarbe silber metallic, weiß oder grau Winchester (44–58 kW) 3- oder 5-Türer, "Open"-Logo auf den vorderen Kotflügeln und Heckklappe (Golfball) inklusive bordeaux Dekorstreifen rechts und inks, Chromleisten in den Stoßstangen, Teppich innen bordeaux; Sonderfall: Modell 1988 in der Schweiz auch als 1,9-l-Motor (75 kW) Schaltwagen ausgeliefert und basiert auf dem 1,9-l-Motor Automatik, zweifarbiges Interieur mit dunkelgrauem Tacho und Mittelkonsole und hellgrauem Restinterieur

Mit dem dritten Facelift (signifikant: Wegfall der Kunststoffblende zwischen den Rückleuchten) reduziert sich die 205-Palette auf einige klingende Namen – die klassischen Modellbezeichnungen entfallen (Ausnahme GTI/CTI):

  • Forever: Velours-Sitzbezüge, ZV, elektrische Fensterheber, Panoramadach
  • New-Look: jeansblaue Sitze
  • Sacré Numéro (nicht in Deutschland erhältlich)
  • Trophy: Wagenfarbe in „Griffe“-Grün, GTI-Radläufe, aber nur mit TU-Motor (limitiert)

Am 31. Dezember 1998 lief der letzte Peugeot 205 vom Band, das Modell „Génération 205“.

Motorisierung[Bearbeiten]

XU9-Motor (122 PS) eines 205 GTI

Der Peugeot 205 wurde mit einer großen Vielfalt an Motoren gefertigt. Die frühen Versionen waren mit dem „Douvrin“-Motor des Vorgängermodells Peugeot 104 bestückt, der auch als „Flachmotor“ bekannt ist, da er im Motorraum „liegt“, das Getriebe in der Ölwanne darunter. Diese Motoren, die bei Hubräumen von 1,0 bis 1,4 Liter zwischen 45 und 79 PS Leistung erbrachten, wurden ab 1988 nach und nach durch die neu entwickelten TU-Motoren der PSA-Gruppe ersetzt. 205 aus spanischer bzw. marokkanischer Fertigung wurden mit einem weiteren Motortyp gefertigt, den Peugeot aus der Übernahme von Talbot/Simca geerbt hatte: der G/Y/J-Baureihe aus den Simca 1100, 1308 und Talbot Horizon stammend, mit Hubräumen zwischen 1,2 und 1,6 Liter und mit bis zu 90 PS im spanischen Modell 205 GTX.

  • XV-, XW-, XY-Motoren mit 1,0 l, 1,1 l bzw. 1,4 l Hubraum (von 9.83 bis 3.89)
  • G/Y/J-Motoren von 1,2 bis 1,6 Liter Hubraum
  • XU-Benzinmotoren mit 1,6 l bzw 1,9  Liter Hubraum
  • XUD-Dieselmotoren mit 1,8 bzw. 1,9 Liter Hubraum
  • TU-Benzinmotoren mit 1,1 l bzw. 1,4 l Hubraum (ab 9.88)
Modell Modellbezeichnung Hubraum (cm³) Leistung in kW (PS) Motorbezeichnung Bauzeitraum V-max 0–100 km/h Leergewicht
Ottomotoren
1.0 954 31 (42) XV8 11/86–09/87
1.0 954 33 (45) XV8 09/83–10/86
1.1 1124 36 (49) XW7 01/86–09/88
1.1 1124 37 (50) XW7 09/83–12/85
1.1 1124 40 (55) TU1 09/88–09/89
1.1 1124 44 (60) TU1M 09/89–06/96 – G-KAT ca. 164 km/h 13,9 s 790 kg
1.3 205 Rallye 1.3 (nicht in D) 1294 74 (101) TU2.4A 03/88–12/90
1.4 1360 44 (60) XY7 09/83–03/89
1.4 205 CJ G-KAT 1360 44 (60) TU3CP 09/88–08/89
1.4 1360 49 (67) TU3A 04/89–08/89
1.4 205 XS / GT / CJ / Green /Roland Garros G-KAT 1360 55 (75) TU3M 09/88–06/96 ca. 175 km/h 10,6 s 850 kg
1.4 205 XS / GT / CT 1360 58 (79) XY8 01/86–03/89
1.4 205 XS / GT / CT 1360 59 (80) XY8 09/83–12/85
1.4 205 XS / GT / CT (nicht in D) 1360 62 (84) TU3S 04/89–08/89
1.6 205 Automatic 1.6 1580 55 (75) XU51C 09/86–08/89
1.6 205 Automatic 1.6 + 205 XS90 G-KAT 1580 65 (89) XU5M3Z 09/91–06/96 ca. 167 km/h 14 s 880 kg
1.6 205 GTI 1.6 „105 PS“ 1580 76 (104) XU5J 09/83–10/85 ca.193 km/h 8,6 s 850 kg
1.6 205 GTI 1.6 „105 PS“ Puls-Air (nur für D) 1580 76 (104) XU5J1 11/85–08/89
1.6 205 GTI 1.6 „115 PS“ / CTI 1.6 „115 PS“ (nicht in D) 1580 83 (113) XU5JA 11/85–02/92 9,2 s
1.8 Peugeot 205 T16 „200 PS“ 1775 147 (200) XU8 T 1984 209 km/h 6 s 1145 kg
1.9 205 GTI 1.9 „105 PS“ / CTI 1.9 „105 PS“ / Rallye 1.9 / Gentry / Automatic 1.9 G-KAT / Open 1905 75 (102) XU9J1 03/86–12/94 ca.185 km/h ca. 9,6 s (Automatik ca. 10,6 s)
1.9 205 GTI 1.9 „120 PS“ G-KAT 1905 88 (120) XU9JAZ 09/88–08/95 ca. 202 km/h 8,5 s 880 kg
1.9 205 GTI 1.9 „130 PS“ (ab Mitte 1988 Verkauf in D eingestellt) 1905 94 (128) XU9JA 09/86–02/92 ca. 208 km/h 7,6 s 875 kg
Diesel
1.7 Diesel 205 GLD, GRD, SRD 1769 44 (60) XUD7 09/83–08/89 155 km/h (GRD) ca. 15,1 s (GRD) ca. 930 kg (GRD)
1.8 XTD (Turbodiesel) 205 DTurbo (nicht in Deutschland) 1769 58 (79) XUD7T 1990–1998 175 km/h 12,2 s 925 kg
1.9 Diesel 205 XSD/XRD 1905 47 (64), auf anderen Märkten 44 kW (60 PS) XUD9Y 1987–1998

Sportmodelle[Bearbeiten]

Peugeot 205 GTI
Heckansicht
205 GTI im Sporteinsatz

Im Vergleich zu den „kleinen“ 205-Modellen hatten die GTI-Modelle eine Karosserie mit einigen Detailänderungen, so unter anderem mit komplett anders geschnittenen Radhäusern, entsprechenden Radhausverbreiterungen aus Kunststoff sowie größeren Rädern (14" bzw. 15"), um die sportliche Note zu betonen. Weiterhin wurden andere Hinterachsen mit breiterer Spur und teilweise Scheiben- statt Trommelbremsen verbaut.

  • GTI 1.6, Baujahr 1984–89, 1580 cm³, 76 kW (103 PS)
  • GTI 1.6, Baujahr 1986–92, 1580 cm³, 83 kW (113 PS), offiziell nicht in Deutschland verkauft
  • GTI 1.9, Baujahr 1986–88, 1905 cm³, 75 kW (102 PS), frühe Version mit G-Kat für Deutschland und Schweiz
  • GTI 1.9, Baujahr 1986–92, 1905 cm³, 94 kW (128 PS), (ohne Katalysator) Verkauf in Deutschland mit Erscheinen der 88-kW-Version (G-KAT) eingestellt
  • GTI 1.9, Baujahr 1988–95, 1905 cm³, 88 kW (120 PS)
    • Der 205 GTI „Griffe“ (französisch für „Kralle“) war ein GTI mit umfangreicher Sonderausstattung (Vollleder, ABS, Servolenkung). lackiert in der Sonderfarbe „Fluoritgrün“. Er wurde in limitierter Auflage von 3.000 Stück gebaut, wovon 1.000 Exemplare mit dem 94-kW-/128-PS-Motor und ohne Glassschiebedach dem französischen Markt vorbehalten waren (hier gab es als Option auch eine Klimaanlage). Die restlichen 2.000 Stück waren für Exportmärkte bestimmt und wurden mit dem 88-kW-/120-PS-Motor mit geregeltem Katalysator ausgeliefert. Sie sind unter anderem daran zu erkennen, dass sie durchweg mit dem großen Glasschiebedach gebaut wurden.
  • Rallye 1.3: Baujahr 1988–91, 1294 cm³, 74 kW (101 PS)
  • Rallye 1.9: Baujahr 1988–92, 1905 cm³, 75 kW (102 PS)
    • Der Rallye war eine sehr spartanisch ausgestattete Version des 205, die direkt für den Amateur-Motorsport bestimmt war. Sie war im Kaufpreis relativ günstig und ist an der weißen Standardlackierung und den spezifischen Radhausverbreiterungen zu erkennen.
  • Turbo 16 200: Baujahr 1984, 1775 cm³ 147 kW (200 PS)
  • STDT: ab Baujahr 1990, 1769 cm³ 58 kW (79 PS) Ausstattung ähnlich wie GTI (Radläufe, Sitze usw), aber mit Turbodiesel-Motor. Dieser wurde jedoch nie nach Deutschland exportiert.

Karosserievarianten[Bearbeiten]

Cabriolet[Bearbeiten]

  • Der CTI ist das Cabriolet-Pendant zum geschlossenen GTI, allerdings war er im Gegensatz zu Märkten wie Japan und Australien in Europa nicht mit der 120-PS-Maschine erhältlich.
    • CTI 1.6: Bj. 03/86–08/89 1580 cm³ 76 kW/104 PS
    • CTI 1.6: Bj. 03/86–02/92 1580 cm³ 83 kW/113 PS
    • CTI 1.9: Bj. 03/86–1994, 1905 cm³ 75 kW/102 PS (Kat)
  • Als Bruder des CT kann man den XS bzw. den viertürigen GT ansehen, dieses Modell war allerdings nicht sehr weit verbreitet, was vielleicht an der einfachen Ausstattung lag.
    • CT: Bj. 1986–1988, 1360 cm³ 59 kW (80 PS)
  • Das bedachte Gegenstück zum CJ ist der Junior, besonders auffällig sind die mit Jeansstoff bezogenen Sitze.
    • CJ: Bj. 1987–1988, 1360 cm³ 44 kW (60 PS)
    • CJ: Bj. 1988–1994, 1124 cm³ 44 kW (60 PS)
Peugeot 205 Cabrio „Roland Garros“
  • Den Roland Garros gab es sowohl mit als auch ohne Dach, er war anfangs nur mit dem TU3M-Motor mit 75 PS erhältlich, später auch mit dem XU5M-90-PS-Motor.
    • Roland Garros Cabriolet: ab Bj. 1991, 1360 cm³ 55 kW (75 PS)
    • Roland Garros Cabriolet: ab Bj. 1991, 1580 cm³ 66 kW (90 PS)
  • Die letzte Cabrioversion wurde schlicht als „Cabriolet 205“ bezeichnet und hatte eine umfangreiche Ausstattung, neben dem großen Armaturenbrett auch Sportsitze. Allerdings war nur eine Motorisierung mit dem 75-PS-TU3M-Motor erhältlich. Außerdem wiesen die letzten Baujahre eine deutlich schlechtere Rostvorsorge auf.

Multi[Bearbeiten]

Peugeot 205 XAD Multi

Auf Basis der dreitürigen Limousine fertigten die Hersteller von Sonderfahrzeugen Gruau und Durisotti Ende 1983 eine einfache Kastenwagenvariante an: der 205 ohne Dachblech erhielt einen U-förmigen Bügel zur Aufnahme einer senkrecht stehenden Heckklappe und schließlich einen Kastenaufbau aus GFK, der flächig mit der Karosserie verklebt und vernietet wurde.

Seitenscheiben, Rückleuchten, Heckstoßstange und Schlösser wurden unverändert von der Limousine übernommen. Ergebnis war eine Steigerung des Laderaumvolumens bei gleicher Grundfläche von 1015 Litern auf nun 1600 Liter. Durch das höhere Gewicht des Aufbaus und das unveränderte Fahrwerk sank die Zuladung um etwa 30 kg. Der Multi wurde als 1,1-l-Benziner (TU) und als Diesel mit zunächst 1,8, dann 1,9 Litern verkauft.

Mit der Modellpflege von Mitte 1990 verschwand die Stufe im Dach zugunsten der abgebildeten aerodynamischeren Form. Trotzdem kostete der Aufbau ca. 10 km/h Endgeschwindigkeit. Vertrieben wurde der Multi über die Peugeot-Vertragshändler.

Fourgonnette[Bearbeiten]

Von Frühjahr 1994 bis zur Produktionseinstellung Ende 1998 löste eine „echte“ Kastenwagenversion mit um 23 cm verlängertem Radstand den Multi ab. Wie beim technisch verwandten Citroën C15 begann mit der B-Säule ein Kastenaufbau, der allerdings keine Ganzmetallkonstruktion, sondern ein Stahlskelett mit Duroplastbeplankung war. Statt Heckklappe nutzte der 205 F die geteilten Türen des Citroën C15. Eine niedrige Ladekante erleichterte die Nutzung des nunmehr 2,6 m³ großen Laderaums, dessen Grundfläche nun die Beladung mit einer Europalette ermöglichte.

Der 205 F wurde nie ein Erfolg: einerseits konnte sich der neu eingeführte Kastenwagen nicht gegen den in Frankreich und Spanien etablierten C15 (bis 2005 über 1,2 Millionen verkaufte Exemplare) aus gleichem Hause behaupten, andererseits kam bereits 1996 mit Peugeot Partner und Citroën Berlingo ein gemeinsames Nachfolgemodell auf den Markt, das von vorneherein als Nutzfahrzeug entwickelt worden war.

Turbo 16[Bearbeiten]

Ein verlängerter 205 Turbo 16 E2 (Ari Vatanen) für die Rallye Dakar
Peugeot 205 Turbo 16 E2 (2008)
Straßenversion

Der 205 Turbo 16 war ein für die Gruppe B entwickeltes Rallye-Fahrzeug, das mit dem Serien-205er nicht mehr viel gemein hatte, sondern mit Attributen wie Gitterrohrrahmen, Allradantrieb, Mittelmotor und Turboaufladung als reinrassiges Rennsport-Gerät eingeordnet werden kann. Das Reglement der FIA für die Gruppe B verlangte eine Mindestanzahl von 200 gebauten Exemplaren. Jährlich durften sogenannte Evolutionsstufen nachhomologiert werden, die in jeweils 20 Exemplaren gefertigt und abgenommen werden mussten. Peugeot entwickelte zuerst die Wettbewerbsversion und daraus das Serienfahrzeug. Die 200er Serie (Fahrgestellnummern P1 bis P200) wurde bei Talbot (Simca) gefertigt. Alle diese Fahrzeuge waren identisch ausgestattet und in anthrazitgrauer Metalliclackierung gehalten mit Ausnahme des allerersten Fahrzeugs (P1) das dieselbe weiße Lackierung mit blau und gelb abgesetzten Farbakzenten aufwies wie die Wettbewerbsversionen und bei der Pressevorstellung des Modells 205 zeitgleich mit den Frontantriebs-Großserienversionen gezeigt und als Wettbewerbsversion präsentiert wurde. Zeitgleich mit dieser 200er Serie wurden 20 Evolutionsmodelle der ersten Stufe bei Peugeot Talbot Sport gefertigt (Fahrgestellnummern C1 bis C20) und am selben Tag wie die Serienfahrzeuge der FIA zur Homologation vorgestellt. 1985 wurden bei Peugeot Talbot Sport noch einmal 20 Fahrzeuge der Evolutionsstufe 2 gefertigt (Fahrgestellnummern C201 bis C220) und homologiert. Für den 205T16 wurden normale zweitürige Serienkarosserien vom Fließband genommen und beim Karosseriebauer Heuliez tiefgreifend modifiziert. Dabei wurde die gesamte Heckpartie abgetrennt und zwischen die B-Säulen der Karosserie eine Schottwand eingesetzt. Auch an der Front wurde die Karosserie stark gekürzt und verstärkt. Anschließend wurden in einer Mischbauweise aus Pressblech-Kastenprofilen und Rohren umfangreiche Verstärkungen, Überrollbügel und Heckrahmen angesetzt. Diese Karosserien wurden an die jeweiligen Fertigungsstätten geliefert. Bei den Evo-2-Fahrzeugen entfielen die Kastenprofile, dort waren alle Umbauten als Rohrkonstruktionen ausgeführt. Die Form der Karosserie lehnt sich stark an die des Serienmodells an, das war aus Marketinggründen von Anfang an gefordert. Die Front- und Heckpartie des Fahrzeugs ist jeweils als ein einziges Teil ausgeführt, das jeweils komplett aufgeklappt oder abgenommen werden kann, um Zugang zur Mechanik zu erhalten. Leistungsmäßig lagen die Wettbewerbsfahrzeuge je nach Entwicklungsstufe zwischen 255 und fast 380 kW. Als ihre direkten Konkurrenten seien beispielsweise der Lancia Delta S4, der Audi Sport quattro S1, der Ford RS200 sowie der MG Metro 6R4 genannt. Die meisten dieser Autos befinden sich seit vielen Jahren in den Händen von Sammlern, nur selten wechselt ein 205 Turbo 16 einmal den Besitzer.

Über die Regeln der Gruppe B hinaus modifizierte 205 Turbo 16 nahmen 1987 und 1988 auch erfolgreich an der Rallye Dakar, dem Bergrennen Pikes Peak International Hill Climb und bis einschließlich 1992 an den Rallycross-Europameisterschaften teil.

Prototypen[Bearbeiten]

Vom 205 existierten mehrere Vorschläge für einen Kombi, unter anderem von Hausdesigner Pininfarina, der mit dem Prototyp die Formensprache des 405 Break vorwegnahm.

Sicherheit[Bearbeiten]

Die schwedische Versicherungsgruppe Folksam wertet für verschiedene Automodelle Daten realer Unfälle aus. Dadurch ermittelt sie das Risiko auf Tod oder dauerhafte Behinderung im Fall eines Unfalls für die jeweiligen Automodelle im Verhältnis zu allen ausgewerteten Automodellen. In den Reporten ist der Peugeot 205 wie folgt klassifiziert:

Report Klassifikation
2001[1] 20 % schlechter als Durchschnitt
2003[2] über 15 % schlechter als Durchschnitt
2005[3] unter 15 % schlechter als Durchschnitt
2007[4] schlechter als Durchschnitt
2009[5] schlechter als Durchschnitt
2011[6] schlechter als Durchschnitt
2013[7] 40 % schlechter als Durchschnitt

Bestand in Deutschland[Bearbeiten]

Aufgeführt ist der Bestand an Peugeot 205 mit Erstzulassung ab 1990 und auswertbarer Fahrzeug-Identifizierungsnummer in Deutschland zum 1. Januar jedes Jahres seit 2003 laut Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes. Bis 2007 beinhaltete der Bestand neben der Anzahl der angemeldeten Fahrzeuge auch die Anzahl der vorübergehenden Stilllegungen. Seit 2008 enthält der Bestand lediglich den „fließenden Verkehr“ einschließlich der Saisonkennzeichen. Der Bestand zum 1. Januar 2007 wurde rückwirkend auf die neue Erfassungsmethode umgerechnet.

Einschließlich vorübergehender Stilllegungen/Außerbetriebsetzungen
Stichtag 1.1.2003[8] 1.1.2004[9] 1.1.2005[10] 1.1.2006[11] 1.1.2007[12]
Anzahl 117.205 104.939 92.270 79.712 67.694
Veränderung - 10,5 % - 12,1 % - 13,6 % - 15,1 %
Anzahl geschlossen 109.127 97.312 85.124 73.063
Veränderung - 10,8 % - 12,5 % - 14,2 %
Anzahl Cabriolets 8.078 7.627 7.146 6.649
Veränderung - 5,6 % - 6,3 % - 7,0 %
Ohne vorübergehende Stilllegungen/Außerbetriebsetzungen
Stichtag 1.1.2007[13] 1.1.2008[13] 1.1.2009[14] 1.1.2010[15] 1.1.2011[16] 1.1.2012[17] 1.1.2013[18] 1.1.2014[19]
Anzahl 48.872 40.093 32.399 22.128 17.529 13.798 10.837 8.566
Veränderung - 18,0 % - 19,2 % - 31,7 % - 20,8 % - 21,3 % - 21,5 % - 21,0 %

Nach dem Abschlussbericht des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle wurden 6.905 Peugeot 205 zugunsten der Umweltprämie zwischen dem 27. Januar 2009 und dem 31. Juli 2010 verschrottet.[20]

Literatur[Bearbeiten]

  • Alexander Burden: Peugeot 205 (1983–1998). 1. Aufl. Motorbuch-Verlag, Oktober 2008, Motorbuch-Verlag, ISBN 978-3-613-03054-1.
  • Jean Todt: 205 - Geschichte einer Herausforderung. Motorbuch-Verlag, 1985, ISBN 2-08-201818-0.(Anm: Chronik des Peugeot 205 im Rallyesport)[1]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Peugeot 205 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hur säker är bilen? 2001. Folksam, 2001, archiviert vom Original am 4. Oktober 2001, abgerufen am 26. Juli 2014 (PDF).
  2. Hur säker är bilen? 2003. Folksam, 2003, abgerufen am 26. Juli 2014 (PDF).
  3. Hur säker är bilen? 2005. Folksam, 2005, abgerufen am 26. Juli 2014 (PDF).
  4. Hur säker är bilen? 2007. Folksam, November 2007, abgerufen am 26. Juli 2014 (PDF).
  5. Hur säker är bilen? 2009. Folksam, Mai 2009, abgerufen am 26. Juli 2014 (PDF).
  6. Hur säker är bilen? 2011. Folksam, 2011, abgerufen am 26. Juli 2014 (PDF).
  7. Hur säker är bilen? 2013. Folksam, 2013, abgerufen am 26. Juli 2014 (PDF).
  8. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2003 nach Segmenten und Typgruppen (Zulassungen ab 1990). Kraftfahrt-Bundesamt, abgerufen am 26. Juli 2014 (PDF; 109 kB).
  9. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2004 nach Segmenten und Modellreihen (Zulassungen ab 1990). Kraftfahrt-Bundesamt, abgerufen am 26. Juli 2014 (PDF; 121 kB).
  10. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2005 nach Segmenten und Modellreihen (Zulassungen ab 1990). Kraftfahrt-Bundesamt, abgerufen am 26. Juli 2014 (PDF; 131 kB).
  11. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2006 nach Segmenten und Modellreihen (Zulassungen ab 1990). Kraftfahrt-Bundesamt, abgerufen am 26. Juli 2014 (PDF; 143 kB).
  12. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2007 gegenüber 1. Januar 2006 nach Segmenten und Modellreihen (Zulassungen ab 1990). Kraftfahrt-Bundesamt, abgerufen am 26. Juli 2014 (PDF; 140 kB).
  13. a b Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2008 gegenüber 1. Januar 2007 nach Segmenten und Modellreihen (Zulassungen ab 1990). Kraftfahrt-Bundesamt, abgerufen am 26. Juli 2014 (PDF; 181 kB).
  14. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2009 gegenüber 1. Januar 2008 nach Segmenten und Modellreihen (Zulassungen ab 1990). Kraftfahrt-Bundesamt, abgerufen am 26. Juli 2014 (PDF; 177 kB).
  15. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2010 gegenüber 1. Januar 2009 nach Segmenten und Modellreihen (Zulassungen ab 1990). Kraftfahrt-Bundesamt, abgerufen am 26. Juli 2014 (PDF; 352 kB).
  16. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2011 gegenüber 1. Januar 2010 nach Segmenten und Modellreihen (Zulassungen ab 1990). Kraftfahrt-Bundesamt, abgerufen am 26. Juli 2014 (PDF; 298 kB).
  17. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2012 gegenüber 1. Januar 2011 nach Segmenten und Modellreihen (Zulassungen ab 1990). Kraftfahrt-Bundesamt, abgerufen am 26. Juli 2014 (PDF; 603 kB).
  18. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2013 gegenüber 1. Januar 2012 nach Segmenten und Modellreihen (Zulassungen ab 1990). Kraftfahrt-Bundesamt, abgerufen am 26. Juli 2014 (PDF; 182 kB).
  19. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2014 gegenüber 1. Januar 2013 nach Segmenten und Modellreihen (Zulassungen ab 1990). Kraftfahrt-Bundesamt, abgerufen am 26. Juli 2014 (PDF).
  20. Abschlussbericht – Umweltprämie. Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle und Kraftfahrt-Bundesamt, 1. November 2010, abgerufen am 26. Juli 2014 (PDF; 1,6 MB).