Peugeot 505

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Peugeot
Peugeot 505 Limousine (1979–1986)

Peugeot 505 Limousine (1979–1986)

505
Produktionszeitraum: 1979–1992
Klasse: Obere Mittelklasse
Karosserieversionen: Limousine, Kombi
Motoren: Ottomotoren:
1,8–2,8 Liter
(60–147 kW)
Dieselmotoren:
2,3–2,5 Liter
(51–81 kW)
Länge: 4600–4900 mm
Breite: 1750 mm
Höhe: 1460–1540 mm
Radstand: 2743–2760 mm
Leergewicht: 1200–1400 kg
Vorgängermodell: Peugeot 504/604
Nachfolgemodell: Peugeot 405/605

Der Peugeot 505 wurde im Mai 1979 als Nachfolger des Peugeot 504 vorgestellt. Der Peugeot 505 trat ein schweres Erbe an, da der 504 bis dahin das erfolgreichste Peugeot-Modell gewesen war. Wie dieser wurde er in verschiedenen Ländern montiert, darunter Argentinien, Chile, VR China, Indonesien und Nigeria.

Antrieb und Fahrwerk des 505 wurde weitgehend vom Vorgänger übernommen. Der Motor war vorn längs eingebaut und trieb die Hinterräder an. Die Vorderräder waren einzeln an MacPherson-Federbeinen und Querlenkern aufgehängt, hinten gab es bei den Kombis und den in Argentinien gebauten Limousinen eine Starrachse mit Deichsel und Panhardstab oder Schräglenker bei allen anderen.

Für die Karosserie setzte sich der Entwurf von Pininfarina seinerzeit im Wettbewerb gegen den der Peugeot-Designabteilung durch. Pininfarina formte den 505 kantig und konservativ, so wie er schon den 504 gestaltet hatte. Nach der Produktionseinstellung in Europa baute die chinesische Guangzhou Peugeot Automobile Company das Modell für den lokalen Markt bis in das Jahr 1997 hinein unter der Bezeichnung Guangzhou-Peugeot GP 7202.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Fahrzeug wurde zunächst nur als viertürige Stufenhecklimousine angeboten. Im April 1982 erschien die Kombiversion Break, die mit bis zu acht Sitzplätzen (Familial) aufwartete. Wie der Citroën CX Familiale hatte der Peugeot 505 Familial eine dritte Sitzbank in Fahrtrichtung – zu dieser Zeit der einzige europäische Kombi mit acht Sitzplätzen.

Zwei nur als Prototypen verwirklichte Karosserievarianten (Coupé und Cabrio) sind im Besitz des Musée de l’Aventure Peugeot in Sochaux (Frankreich).

Vom 505 wurden nacheinander zwei Serien gefertigt: Diese unterschieden sich äußerlich geringfügig durch modifizierte Rückleuchten, Stoßstangen und Frontschürzen.

Das Modell war außer dem im Herbst 1987 erschienenen Peugeot 405 der letzte Peugeot, der auch in den USA verkauft wurde – dort jedoch nur mit bescheidenem Erfolg. Er war zudem das erste Peugeot-Modell in Deutschland, das auch mit Katalysator angeboten wurde.

Der Peugeot 505 war außerdem der letzte heckangetriebene Peugeot sowie der letzte mit dem Markengesicht der 1960er-Jahre (nach vorne geneigte Front, Scheinwerfer mit „Augenaufschlag“). Schon bei seiner Vorstellung im Frühjahr 1979 zeigte er ein wenig zeitgemäßes Design. Der Cw-Wert lag bei 0,44 (im Vergleich zum Audi 100 C3 von 1982 mit Cw 0,30). Ein neues Markengesicht wurde erst im Sommer 1983 mit dem Peugeot 205 vorgestellt.

Modellpflege[Bearbeiten]

Bei der Überarbeitung im März 1986, die eine geänderte Heckpartie (breitere Heckleuchten im Stil ähnlich denen des 309) und eine aufgesetzte Spoilerkante enthielt, wurde der cw-Wert des 505 auf 0,37 verbessert. Der cw*A verbesserte sich dadurch auf 0,76, ein Wert, der bei aktuellen Hochdach-Modellen ebenfalls angestrebt wird.[1] Der 505 erhielt außerdem einen überarbeiteten Innenraum und andere Ausstattungsbezeichnungen.

Mit der gleichzeitigen Produktionseinstellung des größeren 604 sollte der 505 auch die Rolle als Modell der oberen Mittelklasse bei Peugeot einnehmen. Daher entfielen die kleineren Motorvarianten, und mit Einführung des Peugeot 405 im Oktober 1987 wurden die Ausstattungsvarianten des 505 nach und nach reduziert, da dieser von nun an als Modell der oberen Mittelklasse gelten sollte, während der 405 für die Mittelklasse vorgesehen war.

Motoren[Bearbeiten]

Während der Bauzeit wurden verschiedene Motoren angeboten. Es gab Vierzylinder-Otto- und Dieselmotoren mit und ohne Turbolader, die zunächst unverändert aus den Vorgängermodellen 504 und 604 (Turbo Diesel) übernommen wurden. Der ab 1983 angebotene Vierzylinder-Turbomotor basiert auf dem von Simca entwickeltem 2,2-Liter-Motor des Talbot Tagora.

Die Ottomotoren waren einerseits als Vergaserausführungen erhältlich, andererseits zunächst mit mechanischer und später mit elektronischer Einspritzung. Ferner wurde nach Einstellung des Peugeot 604 der Peugeot 505 mit einem Sechszylindermotor mit 2849 cm³ Hubraum und 125 kW (170 PS) angeboten (V6).

Die angebotenen Motorleistungen variierten zwischen 51 kW (69 PS) für den 505 GL Diesel mit 2498 cm³ Hubraum und maximal 128 kW (174 PS) für den 505 Turbo Injection mit 2128 cm³ Hubraum. Der hubraumschwächste Motor war der 1783 cm³ große Ottomotor des 505 GL mit zunächst 60 kW (82 PS). Der stärkste Turbodiesel mit Ladeluftkühlung mobilisierte immerhin 77 kW (105 PS).

Nachfolger[Bearbeiten]

Die Produktion in Europa lief Anfang 1992 mit dem Kombi aus, während die Limousine bereits ab Mitte 1989 nicht mehr in Deutschland erhältlich war. Der 505 wurde danach in verschiedenen Ländern noch einige Jahre lang produziert. Für den europäischen Markt wurde er im Peugeot-Hauptwerk Sochaux hergestellt.

Die von Peugeot in den 505 gesteckten Erwartungen erfüllten sich nicht. Potentiellen Käufern war der Wagen zu konservativ und bieder, weswegen er nicht annähernd die Verkaufszahlen des 504 von über 3,7 Mio Exemplaren erreichen konnte. Dennoch wurden in 13 Jahren 1.351.254 Fahrzeuge (davon 234.386 Kombis) produziert.

In einigen afrikanischen Ländern gehört er noch heute zum Straßenbild. Ähnlich wie das Vorgängermodell 504 wurde der robuste und auch auf schlechten Straßen komfortable 505 dort zu einem der beliebtesten Fahrzeugmodelle.

Einen direkten Nachfolger für den 505 gab es von Peugeot nicht, ebenso wenig einen Kombi mit drei Sitzbänken in Fahrtrichtung. Mit dem im Sommer 2002 vorgestellten Peugeot 307 SW wurde das ursprüngliche Konzept eine Fahrzeugklasse niedriger wieder aufgegriffen wie auch in ähnlicher Weise beim bereits Mitte 1994 eingeführten Van Peugeot 806.

Indirekt könnte der höherwertige Peugeot 605 als Nachfolger des 505 gelten, der vergleichbar groß war und der mit der Einstellung des 505 im Sommer 1989 in Produktion ging. Hieran zeigte sich eine generelle Konzipierung des Peugeot-Modellprogramms dieser Zeit, bei der einige Modelle in ihrer Klassifizierung etwa eine halbe Wagen-Klasse heraufgestuft wurden (siehe hierzu auch den Modellübergang vom Kompaktklassemodell 305 zum Mittelklassemodell 405).

Anfang 2011 vollzog Peugeot eine ähnliche Entwicklung mit der Einstellung der Modelle 407 und 607, die beide durch den 508 ersetzt wurden.

Quellen[Bearbeiten]

  1. MOT 20/84 Test 505 Turbo Injection

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Peugeot 505 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien