Burgebrach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Burgebrach
Burgebrach
Deutschlandkarte, Position des Marktes Burgebrach hervorgehoben
49.82638888888910.741666666667267Koordinaten: 49° 50′ N, 10° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Bamberg
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Burgebrach
Höhe: 267 m ü. NHN
Fläche: 87,88 km²
Einwohner: 6553 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 75 Einwohner je km²
Postleitzahl: 96138
Vorwahl: 09546
Kfz-Kennzeichen: BA
Gemeindeschlüssel: 09 4 71 120
Marktgliederung: 27 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Hauptstraße 3
96138 Burgebrach
Webpräsenz: www.burgebrach.de/burgebrach/index.html
Bürgermeister: Johannes Maciejonczyk (CSU)
Lage des Marktes Burgebrach im Landkreis Bamberg
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Burgebrach [bʊrkˈeːbrax] ist ein Markt im oberfränkischen Landkreis Bamberg und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Burgebrach.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Burgebrach gilt als östliches Tor zum Steigerwald an der Einmündung der Mittleren Ebrach in die Rauhe Ebrach. Es befindet sich an der Bundesstraße 22 auf halbem Weg zwischen Bamberg und Ebrach.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Burgebrach grenzt (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn) an Lisberg, Walsdorf, Stegaurach, Frensdorf, Pommersfelden, Mühlhausen (Landkreis Erlangen-Höchstadt), Schlüsselfeld, Burgwindheim und Schönbrunn im Steigerwald.

Marktgliederung[Bearbeiten]

Burgebrach gliedert sich in 27 Ortsteile (in Klammern Einwohnerzahlen vom 31. Dezember 2013)[2][3]:

  • Hirschbrunn (132)
  • Klemmenhof (31)
  • Krumbach (35)
  • Küstersgreuth (31)
  • Magdalenenkappel (6)
  • Manndorf (23)
  • Mönchherrnsdorf (200)
  • Mönchsambach (96)
  • Oberharnsbach (296)

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Bezeichnung des Ortes im Jahre 1023 war Urbs Ebraha. Kaiser Heinrich II. schenkte ihn dem Bistum Würzburg, das Burgebrach 1377 an das Hochstift Bamberg verkaufte. Burgebrach war Urpfarrei für über 40 Orte der Umgebung. Das Marktrecht erhielt es am 21. August 1472 durch den Bamberger Bischof Georg von Schaumburg.

1499 mussten auf Verlangen des Bischofs drei Wehrtürme errichtet werden, dafür erließ er dem Ort die Steuern. Mauern wurden nicht benötigt, da die sumpfigen Wiesen und die beiden Ebracharme lange Zeit feindliche Angriffe verhinderten. So blieb Burgebrach im Hussitenkrieg und im Bauernkrieg verschont. Erst 1550 wurde es von dem berüchtigten Markgrafen Albrecht Alcibiades und am 16. Februar 1632 im Dreißigjährigen Krieg durch die Schweden mit Plünderungen und Brandschatzungen heimgesucht. Im Jahre 1706 mussten an die Franzosen umfangreiche Geld- und Naturalabgaben geleistet werden.

Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 kam der Ort vom Hochstift Bamberg, das ab 1500 im Fränkischen Reichskreis lag, zu Bayern.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Vor 1972 gehörte lediglich das kleine Dorf Försdorf zu Burgebrach. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Januar 1972 die Gemeinden Grasmannsdorf, Mönchsambach (mit Dippach und Wolfsbach), Oberköst (mit Hirschbrunn, Küstersgreuth und Tempelsgreuth), Stappenbach, Treppendorf, Unterneuses (mit Failshof) und Vollmannsdorf (mit Dürrhof, Klemmenhof, Krumbach, Manndorf und Schatzenhof) eingemeindet.[4] Am 1. Januar 1976 folgte die Gemeinde Mönchherrnsdorf (mit Büchelberg und Magdalenenkappel), am 1. Januar 1978 die Gemeinde Oberharnsbach (mit Unterharnsbach) und am 1. Mai 1978 die Gemeinde Ampferbach (mit Dietendorf).[5][6]

Die Gemeinde Herrnsdorf wurde am 25. Dezember 1868 in Mönchherrnsdorf umbenannt.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1961: 4455
  • 1970: 4761
  • 1987: 5037
  • 2000: 6212
  • 2006: 6479
  • 2007: 6466
  • 2008: 6472
  • 2009: 6476
  • 2010: 6483
  • 2011: 6440
  • 2012: 6508

Jüdische Bevölkerung in Burgebrach[Bearbeiten]

Erstmals genannt 1451, hörte die jüdische Gemeinde Burgebrach 1926 auf zu existieren.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 2014 Johannes Maciejonczyk (CSU), der bei einem Gegenkandidaten 58,2 % der Stimmen erhielt. Sein Vorgänger war seit 1990 Georg Bogensperger (CSU), der sich 2008 mit 62,18 % der Stimmen gegen Andreas Alt (SPD) durchsetzte. 2002 hatte er mit 92,89 % der Stimmen ohne Gegenkandidaten gewonnen.

Marktgemeinderat[Bearbeiten]

Der Marktgemeinderat besteht aus 20 Mitgliedern und dem ersten Bürgermeister. Die Sitzverteilung in der Wahlperiode 2014/2020 sieht folgendermaßen aus:

  • CSU 6
  • Überparteiliche Christliche Wählergemeinschaft 4
  • Wählergemeinschaft Oberer Grund 3
  • WG Oberköst-Hirschbrunn-Treppendorf 2
  • Ampferbach-Dietendorfer Liste 2
  • Christliche Wählergemeinschaft Stappenbach 1
  • Wählergemeinschaft Unterneuses 1
  • Wählergemeinschaft Grasmannsdorf 1

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten]

Mit der Gemeinde Kapsweyer in Rheinland-Pfalz besteht eine Partnerschaft.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

„Heiliger Bischof“ von Tilman Riemenschneider (15105/1510). Ursprünglicher Standort Pfarrkirche Burgebrach, jetzt im Mainfränkischen Museum Würzburg
  • Die Pfarrkirche St. Vitus wurde erstmals 1154 genannt und der Bau des Turmes im 13. Jahrhundert begonnen. In ihr vereinigen sich gotische und barocke Elemente. Ein Anbau stammt aus dem Jahre 1923. Abt Wilhelm Söllner von der Zisterze Ebrach beauftragte 1730 Balthasar Neumann, bei Erhaltung von Turm und Chor einen Neubau zu entwerfen. Den Entwurf lehnte der Abt allerdings als zu teuer ab. Im Chorraum stehen auf der rechten Seite die Stifterfiguren des Bistums Bamberg, Kaiser Heinrich und Kaiserin Kunigunde aus der Schule von Veit Stoß.
  • Auf dem Kirchplatz steht eine Ölberggruppe in einem sechseckigen Sandsteingehäuse
  • Das Pfarrhaus war früher ein fürstbischöfliches Jagdschloss und wurde 1909 im Neorenaissance-Stil umgestaltet
  • Von einst drei Toren Baderstor, Veltertor, Oberes Tor ist nur das letztere mit dem Torhaus aus dem Jahre 1720 erhalten; es dient mit dem angebauten Verwaltungsgebäude als Rathaus
  • Von der einstigen Burg Windeck an der alten Hochstraße bei Ampferbach ist nur noch der Burggraben zu sehen. Die Stelle ist mit einem Gedenkstein gekennzeichnet.
  • Ehemaliges Amtsgericht, später Kreiskrankenhaus, jetzt Bürgerhaus
  • Viele Kleindenkmäler, wie Wegkapellen, Martern und Bildstöcke

→ Hauptartikel: Flurdenkmäler in Burgebrach → Hauptartikel: Liste der Baudenkmäler in Burgebrach

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Die Kirchweih (Kerwa) findet jährlich am Sonntag nach Michaeli (29. September), also am letzten September- oder ersten Oktoberwochenende statt.
  • In jedem Quartal (jeweils am zweiten Sonntag im März, Juni, September und Dezember) finden Märkte in Burgebrach statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Burgebrach ist Unterzentrum und hat ein eigenes Krankenhaus, die Steigerwaldklinik Burgebrach. Zudem ist sehr viel Einzelhandel ansässig. Die Firma IDEAL Automotive und das Musikhaus Thomann mit weltweitem Online-Versand werten die Wirtschaft zusätzlich auf.

Verkehr[Bearbeiten]

Durch Burgebrach verläuft die Staatsstraße St 2262 und die Bundesstraße 22, die Bundesautobahn 3 ist zu erreichen über die Anschlussstelle Schlüsselfeld oder Pommersfelden.

Brauereien[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet von Burgebrach gibt es noch vier Brauereien, die ihr Bier selbst herstellen: die Brauerei Schwan in Burgebrach, die Brauerei Herrmann in Ampferbach, die Brauerei Kaiser in Grasmannsdorf und die Brauerei Zehendner in Mönchsambach. Zwei weitere Brauereien lassen ihr Bier in einer anderen Braustätte produzieren: die Brauerei Werner in Ampferbach und die Brauerei Dressel in Stappenbach (1976 stillgelegt). Bis 1998 braute die Brauerei zur Post in Unterneuses und bis 1981 die Fischerbräu, ebenfalls in Unterneuses.

Vereine[Bearbeiten]

Freiwillige Feuerwehren[Bearbeiten]

In Burgebrach, Ampferbach/Dietendorf, Grasmannsdorf, Hirschbrunn/Tempelsgreuth/Küstersgreuth, Mönchherrnsdorf, Mönchsambach/Dippach/Wolfsbach, Ober-/Unterharnsbach, Oberköst, Stappenbach, Treppendorf, Unterneuses und Vollmannsdorf bestehen Freiwillige Feuerwehren.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Franz Anton Bieger (* 27. November 1833 in Burgebrach; † 23. April 1907 in Genderkingen), Dorfpfarrer und Komponist hauptsächlich kirchlicher Werke[7]
  • Max Döllner (1874–1959), deutscher Mediziner und Heimatforscher
  • Heinrich Gareis (1878–1951), deutscher Jurist, Polizeipräsident von Nürnberg und Regierungspräsident von Oberbayern
  • Hans Brodmerkel (1887–1932), deutscher Politiker, Mitbegründer der KPD
  • Günther Denzler (* 1948), ehemaliger Landrat des Landkreises Bamberg und amtierender Bezirkstagspräsident von Oberfranken
  • Hedwig Röckelein (* 1956), Professorin und Historikerin
  • Stefan Kügel (* 1962), deutscher Schauspieler, Puppenspieler, Musiker, Bühnenautor und bildender Künstler
  • Thomas Schmauser (* 1972), Film- und Theaterschauspieler

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111101/183817&attr=OBJ&val=1109
  3. Einwohnerzahlen der Ortsteile von Burgebrach
  4. a b  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 430.
  5. Eingemeindung nach Burgebrach auf burgebrach-online
  6.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 672 und 673.
  7. Biographische Informationen auf der Internetseite der Gemeinde Genderkingen
  • Hans Reuther: Die Kirchenbauten Balthasar Neumanns, Verlag Bruno Hessling, Berlin 1960, Seite 51

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Burgebrach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien