Schmitten (Hochtaunus)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM, Google oder Bing
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schmitten
Schmitten (Hochtaunus)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schmitten hervorgehoben
50.2697222222228.4443055555556440Koordinaten: 50° 16′ N, 8° 27′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Hochtaunuskreis
Höhe: 440 m ü. NHN
Fläche: 36 km²
Einwohner: 8855 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 246 Einwohner je km²
Postleitzahl: 61389
Vorwahlen: 06082, 06084
Kfz-Kennzeichen: HG, USI
Gemeindeschlüssel: 06 4 34 009
Gemeindegliederung: 9 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Parkstraße 2
61389 Schmitten
Webpräsenz: www.schmitten.de
Bürgermeister: Marcus Kinkel (FWG)
Lage der Gemeinde Schmitten im Hochtaunuskreis
Frankfurt am Main Lahn-Dill-Kreis Landkreis Limburg-Weilburg Main-Taunus-Kreis Rheingau-Taunus-Kreis Wetteraukreis Wiesbaden Bad Homburg vor der Höhe Friedrichsdorf Glashütten (Taunus) Grävenwiesbach Königstein im Taunus Kronberg im Taunus Neu-Anspach Oberursel (Taunus) Schmitten (Hochtaunus) Steinbach (Taunus) Usingen Weilrod WehrheimKarte
Über dieses Bild

Schmitten ist ein Luftkurort[2] im Hochtaunuskreis in Hessen.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Schmitten liegt im östlichen Hintertaunus zu Füßen des Großen Feldbergs (879 m), des höchsten Taunusgipfels, dessen Gipfelregion zum Gemeindegebiet gehört, und ist die Gemeinde mit den höchstgelegenen Ortsteilen im Taunus. Durch Schmitten fließt die Weil, die am Nordhang des Feldbergmassivs entspringt und bei Weilburg in die Lahn mündet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Schmitten grenzt im Norden an die Gemeinde Weilrod und die Stadt Usingen, im Osten an die Städte Neu-Anspach und Bad Homburg, im Süden an die Städte Oberursel und Königstein sowie im Westen an die Gemeinden Glashütten und Waldems (Rheingau-Taunus-Kreis).

Gliederung[Bearbeiten]

Die Großgemeinde besteht aus den neun Ortsteilen Arnoldshain, Brombach, Dorfweil, Hunoldstal, Niederreifenberg, Oberreifenberg, Schmitten, Seelenberg und Treisberg, welche bis zur Gebietsreform von 1972 selbstständige Gemeinden waren.

Das Sauwiesental unterhalb von Seelenberg im Frühling

Geschichte[Bearbeiten]

Schmitten wird als „Waldschmidt“ erstmals 1399 urkundlich genannt, der Name bezieht sich auf eine im Wald ansässige Nagel-Schmiede, welche der Burg Hattstein (1215 erwähnt) zugeordnet wird. Die Hattsteiner Ritter („Hazechenstein“) waren mit den Reifenbergern („Riffinberg“) verwandt, vermutlich sogar identisch. Die Ursprünge dieser Familie stammen entweder aus der Westerwälder Gegend nördlich der Lahn oder aus der Gegend um Limburg. In der „Walsdorfer Gründungsurkunde“ von 1156 wird ein „Guntramus de Hazechenstein“ benannt.

Die Hattsteiner Ritter, deren Burg mehrfach zerstört wurde, hatten Besitzungen in Bad Camberg, Usingen („Hattsteinweiher“), Stockheim, Weilbach, Aschaffenburg, Mainaschaff, Königstein und in Frankfurt am Main. Auch sind die Hattsteiner an der Gründung der Wetterauer Burg Münzenberg beteiligt.

Das Geschlecht derer von Reiffenberg und derer von Hattstein war über das Mittelalter eine der einflussreichsten Familien in Hessen. Philipp von Reifenberg, war Kaiserlicher Kriegsrat, Kurfürstlich Mainzerischer Rat und Amtmann, † 1548, Marquard Freiherr von Hattstein war (1560–1581) Bischof von Speyer, Johann Heinrich Freiherr von Reifenberg, war Kaiserlicher Rat und Kammerherr, † 4. März 1628 (1613 in den Freiherrenstand versetzt), und Philipp Ludwig Freiherr von Reiffenberg, war Domherr zu Mainz und Trier, und erster Statthalter Erfurts, † 23. März 1686.

Zusammen mit den Kronberger Rittern erklären die Hattsteiner und Reiffenberger der Stadt Frankfurt im Jahr 1389 die sogenannte „Kronberger Fehde“. Als am 14. Mai die Frankfurter mit einem Groß-Aufgebot zur Burg Kronberg ziehen, eilen hanauische und kurpfälzische Truppen den Belagerten zu Hilfe, vertreiben die Frankfurter bei der „Schlacht von Eschborn“ und nehmen zahlreiche Gefangene, darunter den Bürgermeister und sämtliche Bäcker und Schuhmacher der Stadt. Erst die Lösegeld-Zahlung von 73.000 Goldgulden beendet den Streit mit Frankfurt und begründen den Bau der „Frankfurter Landwehr“ und den vier Warten.

Das Geschlecht der Hattsteiner Ritter, welche untrennbar mit der Geschichte Schmittens verbunden war, endete mit dem Tod von Johann Constantin Philipp von Hattstein (1767).

Der größte politische Skandal der Gemeinde war die Verhaftung des Bürgermeisters Georg Hahl, wegen Korruptionsverdachts am Buß- und Bettag 1991.[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Die heutige Gemeinde Schmitten entstand im Zuge der Gebietsreform in Hessen. Am 1. April 1972 schlossen sich die Gemeinden Schmitten, Brombach, Hunoldstal und Seelenberg freiwillig zur Gemeinde Schmitten zusammen. Die dadurch entstandene Gemeinde schloss sich am 1. August 1972 auf Grundlage eines Landesgesetzes mit den Gemeinden Arnoldshain, Dorfweil, Reifenberg und Treisberg zur heutigen Gemeinde Schmitten zusammen.[4] Die Gemeinde Reifenberg war am 31. Dezember 1971 durch freiwilligen Zusammenschluss der damals zum Main-Taunus-Kreis gehörenden Gemeinden Niederreifenberg und Oberreifenberg entstanden, bestand aber nur wenige Monate.[5][6] Ortsbezirke wurden in Schmitten nicht gebildet.

Jüdische Gemeinde[Bearbeiten]

jüdischer Friedhof

Ab etwa 1800 bestand in Schmitten eine kleine jüdische Gemeinde. Am 15. November 1844 wurde die Synagoge dieser Gemeinde eingeweiht, die Platz für 57 Männer und 24 Frauen bot. Die jüdische Gemeinde selbst bestand 1843 aus 27, 1890 aus 20 und 1932 nur noch aus 14 Personen. Am 12. Juli 1890 verfügte der Landrat des Kreises Usingen, die Zusammenlegung der Schmittener jüdischen Gemeinde mit der aus Anspach. Gegen diese Verfügung wehrte sich die jüdische Gemeinde in Schmitten, die 6 Familien umfasste. Der Kultusvorsteher Sina Heß erreichte eine Rücknahme dieses Beschlusses durch das Regierungspräsidium mit Schreiben vom 30. Juli 1880 und den Erhalt der Unabhängigkeit der Schmittener Gemeinde.

Koordinate Synagoge: 50° 16′ 8″ N, 8° 26′ 40″ O50.2689328.44434

In den 1920er Jahren schloss sich die jüdische Gemeinde mit der aus Usingen zusammen. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde die jüdische Gemeinde zerstört. 1937 wohnte nur noch eine vierköpfige jüdische Familie in Schmitten. Am 9. November 1938 wurde auch die Synagoge in Schmitten durch die Nazis geschändet. 1945 hatten die Nationalsozialisten alle Juden Schmittens ermordet. Die Synagoge wurde für 200 Reichsmark von der Gemeinde erworben und für 600 Reichsmark einem Privatmann verkauft. Am 8. Juli 1995 wurde die ehemalige Synagoge wegen Baufälligkeit abgerissen. Nach dem Zweiten Weltkrieg machte die JRSO Entschädigungsforderungen bezüglich der zerstörten Synagoge geltend und erhielt 1961 vom Regierungspräsidium Darmstadt eine Entschädigung von 27.000 DM zugesprochen.

Jüdischer Friedhof[Bearbeiten]

Koordinate jüdischer Friedhof: 50° 16′ 6″ N, 8° 25′ 46″ O50.2683598.429464

Etwa zwei Kilometer außerhalb von Schmitten, oberhalb des Wasserwerkes am Hang des Judenkopfes, befindet sich der jüdische Friedhof. Der Friedhof wurde 1820 angelegt. Ungefähr im Jahre 1935 erfolgte die letzte Beisetzung. Auf dem Friedhof stehen noch neun Grabsteine mit hebräischen und deutschen Inschriften. Der zehnte Grabstein von 1812 stammt vom jüdischen Friedhofs Arnoldshains. Dieser Stein wurde etwa 1974 entdeckt und danach auf den Friedhof Schmitten versetzt. Der Friedhof wird von der Zivilgemeinde gepflegt.[7]

Stolpersteine[Bearbeiten]

Stolpersteine

Die einzigen drei Stolpersteine in der Gemeinde Schmitten wurden um den 13. Oktober 2009 verlegt.[8]

Koordinate Stolpersteine: 50° 16′ 9″ N, 8° 26′ 31″ O50.2691278.441888

Gedenkorte an Jüdische Leben in Schmitten[Bearbeiten]

An das jüdische Leben in Schmitten erinnert seit dem 15. Juli 1995 ein Gedenkstein in der Wiegerstraße (ehemalige Synagogenstraße) an der Stelle der ehemaligen Synagoge und drei Stolpersteine vor dem früheren Hotel der Familie Strauss und die Reste des jüdischen Friedhofs in der Nähe des Weißen Steins.[9]

Luftkurort[Bearbeiten]

Tafel auf dem Wiegerfelsen (im Hintergrund befindet sich das Rathaus)

Im 19. Jahrhundert begann die Geschichte des Tourismus in der heutigen Großgemeinde Schmitten. Die Arbeit des Taunusklubs erschloss durch Wanderwege und Schutzhütten das Gebirge und die Feldbergfeste machten das Feldberggebiet als Reiseziel bekannt. 1860 wurde das erste Gasthaus auf dem Feldberg eröffnet.

Im Jahr 1883 gründete der Arzt Dr. Wieger (nach dem heute die Wiegerstraße in Schmitten sowie der Wiegerfelsen oberhalb des Ortes benannt ist) den Kurverein in Schmitten. Er hatte sich auf die Fahnen geschrieben, eine Postverbindung nach Oberursel einzurichten (hierzu wurde 1884 der Postverein gegründet), das Ortsbild zu verschönern, um es für die Besucher attraktiver zu machen und angemessene Übernachtungspreise festzusetzen.

Die Maßnahmen des Kurvereins hatten Erfolg. Von 125 Gästen im Jahr 1884 stieg die Besucherzahl auf 600 im Jahr 1908 und auf 3000 bis 4000 in den 20er Jahren. Auch prominente Besucher wie Kaiser Wilhelm II. (am 5. April 1910) oder die Zarenfamilie (am 10. September 1910) besuchten den Feldberg.

Der Kurverein löste sich 1928 auf. Die Kurverwaltung ging auf die Gemeinde über.[10] Heute unterstützt der Tourismus- und Kulturverein die Gemeinde bei dieser Aufgabe.

Auch heute noch ist Schmitten staatlich anerkannter Luftkurort. Um dieses Prädikat zu behalten, werden in regelmäßigen Abständen Klimagutachten erstellt und die touristische Infrastruktur nachgewiesen. Jedoch ist die Bedeutung des Tourismus heute stark zurückgegangen. Schmitten ist heute eher Ziel von Tagestouristen als von Urlaubern. Entsprechend ist die Zahl der Hotels und Pensionen deutlich zurückgegangen.

Park[Bearbeiten]

In der Stadtmitte zwischen Rathaus und Supermarkt befindet sich der Park. Das Gelände wurde seit 1762 als (ursprünglich katholischer) Friedhof genutzt. 1848 wurde der Friedhof erweitert und auch für evangelische Verstorbene genutzt. Die letzte Beerdingung fang 1897 statt. Nach der Räumung des Geländes um 1940 wurde es als Park genutzt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Für die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude siehe die Liste der Kulturdenkmäler in Schmitten.

Großer Feldberg[Bearbeiten]

Feldbergblick von Oberreifenberg aus

Der höchste Berg des Taunus, der Große Feldberg, lockt jedes Jahr hunderttausende Besucher vor allem aus dem Rhein-Main-Gebiet. In Oberreifenberg findet man Lifte für Ski- und Rodelvergnügen. Hauptattraktion ist natürlich die Natur des Taunus und viele Kilometer gepflegter Wanderwege.

Treisberg[Bearbeiten]

Der Aussichtsturm auf dem 663 Meter hohen Pferdskopf bei Treisberg erlaubt einen weiten Blick über die Taunuslandschaft und ist Ziel vieler Ausflüge. Im Winter locken die attraktivsten Skilifte des Taunus Ski- und Schlittenfahrer.

Weiltal[Bearbeiten]

Am Feldberg entspringend, schlängelt sich die Weil durch den Naturpark Taunus bis hin nach Weilburg. Längs der Weil führt der Weiltalweg. Beliebt ist der Besuch im Weiltal für Familien und Naturfreunde, aber auch für Motorrad- und Fahrradfahrer. Die Hochtaunusstraße erschließt auch das Weiltal für Automobiltouristen.

Neben dem jährlichen Weiltal-Marathon führt auch das traditionelle Fahrradrennen Rund um den Henninger-Turm durch das obere Weiltal.

Limes[Bearbeiten]

Die alte Grenze des römischen Reiches, der Limes, verläuft oberhalb von Nieder- und Oberreifenberg über den Taunuskamm. Auf dem Gebiet der Gemeinde Schmitten liegt die Römerkastelle kleiner Feldberg, Altes Jagdhaus und Heidenstock. Die erhaltenen Grundmauern geben einen Einblick in den römischen Festungsbau.

Burgruine Reifenberg[Bearbeiten]

Bergfried (Unterbau, etwa 33 Meter) und Wohnturm (Donjon) der Burg sind erhalten und überragen Oberreifenberg und das Weiltal.

Heilklimapark[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde Schmitten liegen zwei Einstiegsportale zum Heilklimapark Hochtaunus.

Kirche St. Karl Borromäus[Bearbeiten]

Sichtfang in der Kerngemeinde Schmitten ist die Kirche St. Karl Borromäus. An der Kreuzung der beiden Durchfahrtsstraßen des Ortes gelegen ist das Gebäude nicht zu übersehen. 1893 wurde die Kirche in neugotischem Stil errichtet. Baumaterial war der Taunusschiefer, der direkt am Bauplatz aus dem Felsen gewonnen wurde. Die Kirche wirkt daher wie in den Felsen eingepasst. Auch das benachbarte Pfarrhaus (die Kirche ist seit 1921 Pfarrkirche) ist aus dem gleichen Material erbaut.

Der einschiffige Innenraum ist von einer spitzbogigen Holz-Tonnendecke überwölbt. Der eingezogene Chor mit Kreuzrippengewölbe hat einen dreiseitigen Abschluss.

Die Ausstattung aus der Errichtungszeit wurde bei der Restaurierung 1967, 1984 und 1989 durch eine moderne Ausstattung ersetzt. Blickfang ist ein Flügelaltar von des Mainzer Malers Thomas Vogel (1984) im neokubistischen Stil, Kreuztragung, Auferstehung und Offenbarung gegenüber dem Ungläubigen Thomas darstellend.

Eine Mariengrotte im Felsen am Kircheneingang war ursprünglich als Kriegsbunker vorgesehen; das Kriegsende 1945 kam dieser Nutzung zuvor. Die Marienfigur von Anneliese Degen stammt aus den 1950er Jahren ebenso wie eine Pietà am Emporenaufgang.

Neben der Kirche führt eine Treppenanlage zum Wiegerfelsen, einem Aussichtspunkt über dem Ort.

Kriegerdenkmal[Bearbeiten]

Links vor der Kirche befindet sich das Kriegerdenkmal der Gemeinde Schmitten. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Denkmal durch Spenden finanziert, durch den Frankfurter Bildhauer W. O. Prack geschaffen und am 25. Oktober 1925 eingeweiht. Im gleichen Stil wie die Kirche aus lokalem Stein gefertigt wird das Denkmal durch einen Brunnen mit Löwenkopf gegründet. Darüber erhebt sich das eigentliche Denkmal aus einer Tafel mit der neutralen Inschrift „Die Gemeinde Schmitten – Ihren gefallenen Söhnen“. Darauf befindet sich eine Darstellung eines Soldaten, der einem verletzen Kameraden vergeblich versucht aufzuhelfen. Seitlich befindet sich eine Tafel mit den Namen der im Weltkrieg gefallenen Schmittener Bürger. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde eine zweite Tafel mit den damals Gefallenen ergänzt.

Fachwerkhäuser[Bearbeiten]

Der Ortskern von Schmitten verfügt über vereinzelte Fachwerkhäuser:

  • Eckhaus Zum Feldberg/Schillerstraße
  • Kanonenstraße 6-8 (1896; "Kurhaus Ochs")
  • Wenzelstraße 1 (Um 1750; Rest einer größeren Hofanlage mit Nagelschmiede, im 19. Jahrhundert Forsthaus von Schmitten)
  • Zum Feldberg 6 ("Schwalbenhof")

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Kommunalwahlen Schmitten 2011
(Wahlbeteiligung 2011: 52,5 %; 2006: 44,5 %)
 %
40
30
20
10
0
30,0 %
25,6 %
16,3 %
12,4 %
8,1 %
7,5 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+5,8 %p
-6,5 %p
+7,0 %p
+0,5 %p
-0,3 %p
-6,6 %p

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
FWG Freie Wählergemeinschaft 30,0 9 24,2 7
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 25,6 8 32,1 10
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 16,3 5 9,3 3
UBB Unabhängiger Bürgerblock 12,4 4 11,9 4
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 8,1 3 8,4 3
FDP Freie Demokratische Partei 7,5 2 14,1 4
Gesamt 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 52,5 44,5

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister der Großgemeinde seit der Bildung waren:

  • 1972: Hans Kinkel (FWG) (staatsbeauftragten Bürgermeister)
  • 1973–1991: Georg Hahl (CDU)
  • 1991–1997: Josef Braun (FWG)
  • 1997–2003: Markus Töpfer (CDU)
  • 2003-heute: Marcus Kinkel (FWG)

Gemeindehaushalt[Bearbeiten]

Seit 2003 ist der Gemeindehaushalt nicht mehr ausgeglichen. Die Schuldenhöhe ist dadurch so stark angestiegen, dass die Gemeinde berechtigt ist, im Rahmen des "Kommunalen Schutzschirms" teilentschuldet zu werden. Die Gemeinde hat dieses Angebot jedoch abgelehnt.

Partnerschaften[Bearbeiten]

Schmitten unterhält seit 1981 Partnerschaften mit den französischen Gemeinden Courtomer, Moulins la Marche und Sainte-Gauburge-Sainte-Colombe.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Das Weiltal war seit jeher ein Verkehrsweg von der Rhein-Main-Ebene nach Weilburg. Die Passstraße Rotes Kreuz von Königstein und diejenige über den Sandplacken treffen sich in Schmitten und führen durch das Weiltal an die Lahn.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Größtes gewerbliches Unternehmen in der Kerngemeinde ist das Unternehmen für Gießereizubehör, die Firma Karl Schmitt. Der Lautsprecherhersteller HECO hatte bis zu seinem Konkurs ein großes Werk in Schmitten.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Die Gemeinde Schmitten verfügt über zwei Grundschulen:

  • Die Jürgen-Schumann-Schule im Ortsteil Arnoldshain
  • Die Grundschule Reifenberg im Ortsteil Niederreifenberg

Weiterhin bestehen im Ortsteil Dorfweil die Familienferienstätte Dorfweil (auch Tagungszentrum) und im Ortsteil Arnoldshain die Evangelische Akademie im „Martin-Niemöller-Haus“. Das Martin-Niemöller-Haus wurde 1954 eröffnet. Das Hauptgebäude wurde von Theo Pabst entworfen. Es verfügte über zwei Säle und 68 Zimmer. 2011 wurde eine Sanierung für 6,5 Millionen Euro beschlossen.

In Oberreifenberg ist die Montessori EcoSchool seit Aug. 2010 aktiv. Dort werden die Kinder ganztägig betreut und in Ihrer Entwicklung begleitet. Schwerpunkte bilden die Montessori-, Natur- und Umweltpädagogik.

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten]

Schwimmbad Schmitten
  • Im Ortsteil Schmitten bietet das höchstgelegene Freibad Hessens im Sommer Erfrischung.
  • Im Ortsteil Niederreifenberg besteht die Möglichkeit Quads zu mieten.
  • Im Ortsteil Oberreifenberg bietet die Firma Taunatours unter anderem einen Kletterparcours.

Vereine[Bearbeiten]

Größter Sportverein im Ortsteil Arnoldshain ist die Spvgg Hattstein, die vielfältige Sportaktivitäten anbietet.

Kirchengemeinden[Bearbeiten]

Evangelisch[Bearbeiten]

  • Evangelische Kirchengemeinde Arnoldshain, zuständig für die Ortsteile Arnoldshain, Schmitten, Seelenberg, Oberreifenberg und Niederreifenberg
Kirche St. Karl Borromäus
  • Evangelische Kirchengemeinde Weilnau (in Weilrod), zuständig für den Ortsteil Treisberg
  • Evangelische Kirchengemeinde Rod am Berg (in Neu-Anspach), zuständig für die Ortsteile Hunoldstal, Brombach und Dorfweil

Katholisch[Bearbeiten]

  • Alle katholischen Gemeinden sind Teil des Pastoralen Raumes Schloßborn-Schmitten
  • Pfarramt Schmitten
    • Gemeinde St. Karl Borromäus, Schmitten
    • Gemeinde St. Kasimir, Seelenberg
  • Pfarramt St. Johannes der Täufer, Niederreifenberg
  • Pfarramt St. Georg, Oberreifenberg

Evangelisch-methodistisch[Bearbeiten]

Evangelisch-methodistische Kirche Brombach

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • In Seelenberg wurden 1868 der Ölbohrpionier Anton Raky und 1841 der Theologe Anton Abt geboren.

Bürger[Bearbeiten]

Im Ortsteil Oberreifenberg wohnt die Autorin und Journalistin Susanne Fröhlich, ebenso der Schriftsteller Gerhard Zwerenz. Am Rande von Hunoldstal lebte der deutsche Sänger Ivan Rebroff. Der Schriftsteller Rudolf Harms und der Priester Paul Kaetzke lebten und starben in Schmitten.

In Schmitten wirkten[Bearbeiten]

  • Gottlieb Schnapper-Arndt schrieb 1883 seine Dissertation Fünf Dorfgemeinden auf dem Hohen Taunus – eine socialstatistische Untersuchung über Kleinbauernthum, Hausindustrie und Volksleben über die 5 Gemeinden des ehemaligen Amtes Reifenberg, die heute zur Großgemeinde Schmitten gehören.

Literatur[Bearbeiten]

  • Beatrice Träger: Schmitten wird Luftkurort. In: Ingrid Berg: Heimat Hochtaunus. Frankfurt 1988, ISBN 3-7829-0375-7, S. 466–469.
  • Gottlieb Schnapper-Arndt: Fünf Dorfgemeinden auf dem Hohen Taunus – eine socialstatistische Untersuchung über Kleinbauernthum, Hausindustrie und Volksleben- Leipzig 1883. (PDF-Dokument)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schmitten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  77. Sitzung des Fachausschusses für Kurorte Erholungsorte und Heilbrunnen in Hessen vom 17. November 2011. In: Staatszeiger für das Land Hessen. Nr. 7, 2012, ISSN 0724-7885, S. 221.
  3. Reiner Scholz: Unter der öffentlichen Hand. In: Die Zeit, 30. August 1996.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 379.
  5. Gesetz zur Neugliederung des Obertaunuskreises und des Landkreises Usingen vom 11. Juli 1972 In: GVBl. I 1972, 227
  6. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen, S. 272.
  7. Jüdischer Friedhof. In: alemannia-judaica.de.
  8. Stolpersteine ängstigen Anwohner FR, 13. Oktober 2009
  9. Erhard Bus: Die Synagoge in Schmitten. In: Jahrbuch des Hochtaunuskreises 1997. ISBN 3-7973-0643-1, S. 215–221.
  10. Beatrice Träger: Schmitten wird Luftkurort. In: Ingrid Berg: Heimat Hochtaunus. Frankfurt 1988, ISBN 3-7829-0375-7, S. 466–469.