Straelen
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | |
| Regierungsbezirk: | Düsseldorf | |
| Kreis: | Kleve | |
| Höhe: | 35 m ü. NN | |
| Fläche: | 74,04 km² | |
| Einwohner: |
15.374 (31. Dez. 2010)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 208 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 47638 | |
| Vorwahlen: | 02834, 02839 | |
| Kfz-Kennzeichen: | KLE | |
| Gemeindeschlüssel: | 05 1 54 052 | |
| LOCODE: | DE SRN | |
| NUTS: | DEA1B | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Rathausstraße 1 47638 Straelen |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Jörg Langemeyer (CDU) | |
| Lage der Stadt Straelen im Kreis Kleve | ||
Die Stadt Straelen (hochdeutsche Aussprache ['ʃtra:lən], limburgische/kleverländische Aussprache [stra:lə]) liegt am unteren Niederrhein nahe der niederländischen Grenze bei Venlo im Nordwesten des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen und ist eine Kreisangehörige Stadt des Kreises Kleve im Regierungsbezirk Düsseldorf.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
[Bearbeiten] Stadtgebiet
Räumlich ist das Stadtgebiet Straelen in die Ortsteile Auwel-Holt, Sang, Bormig, Zand, Broekhuysen, Boekholt, Hetzert, Vossum, Brüxken, Dam, Rieth, Kastanienburg, Westerbroek und Herongen gegliedert.
Herongen – erstmals am 17. März 899 urkundlich erwähnt – hat 2.757 Einwohner (Stand 31. Dezember 2004) und liegt an der Bundesautobahn 40 (Venlo–Ruhrgebiet).
[Bearbeiten] Nachbargemeinden/-städte
Die Stadt Straelen grenzt im Norden an die Stadt Geldern, im Osten an die Gemeinden Kerken und Wachtendonk, im Süden an die Stadt Nettetal (Kreis Viersen) sowie im Westen an die Stadt Venlo (Provinz Limburg, NL).
[Bearbeiten] Geschichte
Südlich von Straelen, Richtung Sang, wurden Mitte des 19. Jahrhunderts Funde aus einem frühmittelalterlichen Gräberfeld geborgen, die in die Zeit um 600 n. Chr. datiert werden können.[2] Ein Zusammenhang mit der späteren Stadt Straelen ist jedoch wegen der Entfernung unklar. Die Stadt wurde erstmals im Jahr 1065/1075 in lateinischer Sprache urkundlich erwähnt als Strala.[3] 1342 wurde das geschätzt 200 bis 300 Einwohner zählende Straelen als Stadt bezeichnet. Offizielle Stadtrechte verliehen wurde Straelen im Jahr 1428.
Die Kirche St. Peter und Paul in Straelen brannte 1387 bis auf den Turm ab und wurde als spätgotische Hallenkirche neuerrichtet. Nach archäologischen Untersuchungen war der älteste Bau eine steinerne Saalkirche von etwa 6 x 8 m Größe aus dem 9./10. Jahrhundert.[4]
Die Stadt Straelen gehörte bis 1713 zum Herzogtum Geldern, kam dann zu Preußen und stand von 1798 bis 1814 unter französischer Herrschaft. In dieser Zeit wurden Straelen die Stadtrechte aberkannt. 1815 auf dem Wiener Kongress wurde das gesamte Niederrheingebiet dem Königreich Preußen zugeschlagen. Im Zuge der Preußischen Verwaltungsorganisation am 23. April 1816 wurde Straelen mit anderen Orten zum Landkreis Geldern gefügt, einer von über 40 Landkreisen der Provinz Jülich-Kleve-Berg, der späteren Rheinprovinz. 1928 − zur 500-Jahr-Feier der Erhebung Straelens zur Stadt − wurde Straelen formell erneut das Stadtrecht erteilt.
Die Stadt Straelen in der heutigen Form entstand am 1. Juli 1969 beim ersten kommunalen Neugliederungsprogramm in Nordrhein-Westfalen. Dabei wurde die zuvor eigenständige Gemeinde Herongen mit der Stadt Straelen zusammengeschlossen.[5]
Am 1. Januar 1975 wurde im Zuge des zweiten Neugliederungsprogramms der Altkreis Kleve mit dem ehemaligen Kreis Geldern und Teilgebieten der Kreise Moers und Rees zum neuen niederrheinischen Großkreis Kleve zusammengefügt, dem die Stadt bis heute unverändert angehört. 2005 wurde Straelen im Wettbewerb „Unsere Stadt blüht auf“ mit Gold ausgezeichnet.
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Stadtrat
Neben den bundesweit vertretenen Parteien ist in der Straelener Kommunalpolitik eine lokale Wählervereinigung aktiv: Die Grüne Opposition Straelen, die 2003 von ehemaligen Grünen-Mitgliedern gegründet wurde.
Der Rat der Stadt Straelen besteht aus insgesamt 32 Mitgliedern. Seit der letzten Kommunalwahl am 30. August 2009 sind im Stadtrat CDU (58,9 %, 19 Sitze), SPD (14,9 %, 5 Sitze), FDP (14,7 %, 5 Sitze), GO Straelen (7,0 %, 2 Sitze) und Grüne (4,5 %, 1 Sitz) vertreten.[6]
Die nächste Kommunalwahl findet im Jahr 2014 statt.
[Bearbeiten] Bürgermeister
Zum Bürgermeister der Stadt Straelen wurde 2009 Jörg Langemeyer (CDU) mit 38,1 % der Stimmen gewählt. Seine Gegenkandidaten waren der ehemalige CDU-Fraktionsvorsitzende Hans-Josef Hammans (Einzelbewerber, 27,3 %), Georg Nieskens (Einzelbewerber, 14,4 %), Falko Schuster (SPD, 9,2 %), Michael Traurig (FDP, 7,6 %) und Stefan Kemmerling (GO Straelen, 3,5 %).
Die nächste Bürgermeisterwahl findet im Jahr 2015 statt.
[Bearbeiten] Abgeordnete
Bundestagsabgeordnete sind der direkt gewählte Ronald Pofalla (CDU) und die über die entsprechenden Listen gewählten Barbara Hendricks (SPD) und Paul K. Friedhoff (FDP). Landtagsabgeordnete ist Margret Vosseler (CDU).
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Bauwerke
Einige der zahlreichen Herrenhäuser und Schlösser, die entlang der Niers als natürliche Grenze verschiedener Territorien erbaut wurden, liegen auf Straelener Gebiet. Dazu gehören Haus Caen, Haus Coull, Haus Eyll und Haus Vlassrath. Nur noch als Ruinen vorhanden sind Überreste des Fliegerhorst Venlo-Herongen aus dem Zweiten Weltkrieg. Das herausragendste Bauwerk ist die Kirche St. Peter und Paul im Stadtkern.
[Bearbeiten] Europäisches Übersetzer-Kollegium
Das 1978 gegründete Europäische Übersetzer-Kollegium hat Straelen in der Literaturwelt bekannt gemacht. Das EÜK verfügt über die weltweit erste und größte Spezialbibliothek für Literatur- und Sachbuchübersetzer für verschiedene Sprachen und Literaturen.
[Bearbeiten] Sport und Freizeit
[Bearbeiten] Tischtennisverein TTC Straelen/Wachtendonk 1980
Bereits 1980 wurde der Tischtennis-Club Straelen–Wachtendonk gegründet, zunächst als TTC Straelen/Herongen. Später fusionierte der Verein mit Tischtennisabteilungen aus Sportvereinen umliegender Ortschaften und erhielt seine bis heute gültige Bezeichnung TTC Straelen–Wachtendonk 1980 e. V.. Somit ist der Verein die sportliche Heimat für Tischtennisspieler und angehende Tischtennisspieler aus Straelen, Wachtendonk, Wankum, Herongen und Umgebung.
[Bearbeiten] Sportverein 19 Straelen e. V.
Der SV 19 Straelen ist der größte Sportverein der Stadt. Er bietet ein umfangreiches Sportprogramm für alle Altersgruppen, welches Breiten-, Gesundheits- und Leistungssport abdeckt. Seine Sportstätten umfassen einen Sportplatz, ein Schwimmbad und vier Mehrzweckhallen. Besonders in den Sportarten Fußball und Handball sind die Mannschaften des SV 19 immer wieder in Turnieren erfolgreich.
[Bearbeiten] Weitere Vereine
Schachclub Straelen 1956, Sportverein „Blau-Weiß“ 1910 Herongen und Tennisclub „Blau-Weiß-Gold“.
[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen
- Straelener Stadtfest, jedes Jahr im Juli
- Komm na Huus, Musikfestival, jedes Jahr im Sommer
- Straelen Live, Musikveranstaltung mit verschiedenen Bands in diversen Lokalen der Innenstadt, jedes Jahr Anfang September
- Frühjahrs- und Herbstkirmes
- Weihnachtsmarkt, zu Beginn der Adventszeit
- Großer Karnevalszug in den "geraden" Jahren, am Wochenende vor Großkarneval
[Bearbeiten] Vereine und Einrichtungen
[Bearbeiten] Deutsches Rotes Kreuz
Straelen hat einen eigenen Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), der ursprünglich 1934 als Bereitschaft gegründet wurde. Die Mitglieder des Ortsvereins leisten ehrenamtliche Arbeit u.a. bei Blutspendeaktionen, Sanitätsdiensten, Katastrophenschutz und bei einer jährlichen Ferienfreizeit auf die Insel Ameland. Weiterhin wird Kindern und Jugendlichen ab 6 Jahren die Möglichkeit angeboten, im Jugendrotkreuz tätig zu werden.
Im Jahr 2006 startete das DRK gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr die Aktion „Straelener gegen den Herztod“. Ziel ist die flächendeckende Anschaffung sogenannter AEDs.
[Bearbeiten] Burschenverein Suure Prumme
Gegründet wurde der Verein am 6. April 1984 zunächst als Stammtisch. Da die jungen „Burschen“ Spaß am Karneval hatten, studierten sie zur Karnevalssession 1986 für die heimische Große Karnevalsgesellschaft GKG Straelen eine Ballettdarbietung ein. In den Folgejahren wurden die umliegenden Karnevalsbühnen erobert und die Burschen schafften es bis ins Mekka des rheinischen Karnevals nach Köln. Von 1998 bis 2007 jährten sich die Auftritte im Kölner Gürzenich oder in den Sartory-Sälen.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
Straelen ist vor allem ein Zentrum der Landwirtschaft und des Gartenbaus und hat eine überregionale Bedeutung beim Großhandel mit den Produkten sowie bei der Lebensmittelverarbeitung. Am 4. Juni 1914 fand in Straelen die erste deutsche Gemüseversteigerung nach holländischem Vorbild statt. Fast 40 Jahre später, 1953, wurden in den Gemüseversteigerungshallen erstmals in Deutschland Blumen über eine Versteigerungsuhr verkauft. Derzeit findet hier an jedem Werktag die größte Blumenversteigerung Deutschlands statt. Das 2006 durch einen Zusammenschluss entstandene Unternehmen Landgard ist heute Deutschlands führender Großhändler für Schnittblumen, Topfpflanzen, Obst und Gemüse mit einem Gesamtumsatz von über 1 Mrd. Euro im Jahr 2006. Landgard kauft Waren von über 3.000 anliefernden Gartenbaubetrieben und verkauft sie an 25.000 Groß- und Einzelhandelskunden.
Bekannte Straelener Unternehmen:
- Bofrost (Produktion und Vermarktung von Tiefkühl-Lebensmitteln)
- Carl Kühne KG (ein Produktionsstandort des Hamburger Konzerns in Herongen; Produktion von Senf, Essig und Konserven)
- Gartenbauzentrum Straelen (Ausbildungs-, Versuchs- und Beratungszentrum für den Gartenbau)
- Landgard (Großhandel mit Topfpflanzen und Schnittblumen sowie Obst und Gemüse in Herongen)
- Gebr. Müller Kerzenfabrik AG (traditionsreicher Kerzenhersteller)
[Bearbeiten] Verkehr
Straelen liegt an keiner Bahnstrecke. Der nächstgelegene Bahnhof befindet sich in Venlo, bzw. Nieukerk und Kaldenkirchen. Innerhalb des Stadtgebiets und in die angrenzenden Kommunen fahren eine Reihe von Buslinien, u. a. auch grenzüberschreitend in das niederländische Venlo, sowie nach Geldern und Kempen, wo Anschluss an die Züge des RE 10 besteht.
Straelen ist durch die Bundesautobahn 40 (E 34), die Bundesautobahn 61 und die Bundesstraßen 58 und 221 an das Fernstraßennetz angebunden.
Die nächstgelegenen Flughäfen sind der Flughafen Düsseldorf und der Flughafen Niederrhein in Weeze.
Durch den Ort verläuft der Radweg Fietsallee am Nordkanal.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Johannes Giesberts (1865–1938), deutscher Politiker (Zentrum), Mitglied des Reichstages und der Reichsregierung (Reichspostminister)
- Franz Stephan Griese (1889-ca. 1953) ehemaliger röm.-kath. Geistlicher, Linguistikprofessor für Englisch/Französisch an der Universität Buenos Aires
- Matthias Hoogen (1904–1985), deutscher Politiker (Zentrum, CDU), Mitglied des Deutschen Bundestages, Wehrbeauftragter des Bundestages
- Erwin van Aaken (1904−2008), durch seine zahlreichen Kirchenbauten bekannter Architekt
- Elmar Tophoven (1923–1989), deutscher literarischer Übersetzer
- Paul Wans (* 1957), Künstler, Maler
- Hans Rath (* 1965), Schriftsteller und Drehbuchautor
[Bearbeiten] Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben
- Paul Heimen (1908–1978), Künstler
- Otto Maria Krämer (* 1964), Kirchenmusiker
[Bearbeiten] Literatur
- Paul Clemen: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, 1. Bd., II Abt: Der Landkreis Geldern, Schwann, Düsseldorf 1891:
- Straelen, S. 64-78
- Herongen, S. 32f
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 27. Juni 2011. (Hilfe dazu)
- ↑ Frank Siegmund: Merowingerzeit am Niederrhein. Rheinische Ausgrabungen 34. Rheinland-Verlag, Köln 1998, S. 428f. ISBN 3-7927-1247-4
- ↑ Erich Wisplinghoff: Urkunden und Quellen zur Geschichte von Stadt und Abtei Siegburg Band 1: (948) 1065-1399. Siegburg 1964, Nr. 18; vgl. Nrn. 8 und 247.
- ↑ Stefan Frankewitz: Beobachtungen in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Straelen am Niederrhein. Rheinische Ausgrabungen 25. Köln 1984, S. 287-309.
- ↑ Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970.
- ↑ a b Wahlergebnisse Kommunalwahl 2009 Kommunales Rechenzentrum Niederrhein
[Bearbeiten] Weblinks
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