Filderstadt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Filderstadt
Filderstadt
Deutschlandkarte, Position der Stadt Filderstadt hervorgehoben
48.6616666666679.2125388Koordinaten: 48° 40′ N, 9° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Esslingen
Höhe: 388 m ü. NHN
Fläche: 38,54 km²
Einwohner: 44.375 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1151 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 70794,
71111 (Obere Kleinmichelesmühle, Untere Kleinmichelesmühle)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 0711 und 07158Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: ES
Gemeindeschlüssel: 08 1 16 077
Stadtgliederung: 5 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Aicher Straße 9
70794 Filderstadt
Webpräsenz: www.filderstadt.de
Oberbürgermeisterin: Gabriele Dönig-Poppensieker (parteilos)
Lage der Stadt Filderstadt im Landkreis Esslingen
Alb-Donau-Kreis Landkreis Böblingen Landkreis Göppingen Landkreis Ludwigsburg Landkreis Reutlingen Landkreis Tübingen Rems-Murr-Kreis Stuttgart Aichtal Aichwald Altbach Altdorf (Landkreis Esslingen) Altenriet Altenriet Baltmannsweiler Bempflingen Beuren (bei Nürtingen) Bissingen an der Teck Deizisau Denkendorf (Württemberg) Dettingen unter Teck Erkenbrechtsweiler Esslingen am Neckar Filderstadt Frickenhausen (Württemberg) Großbettlingen Hochdorf (bei Plochingen) Holzmaden Kirchheim unter Teck Köngen Kohlberg (Württemberg) Kohlberg (Württemberg) Leinfelden-Echterdingen Lenningen Lichtenwald Neckartailfingen Neckartenzlingen Neidlingen Neuffen Neuhausen auf den Fildern Notzingen Nürtingen Oberboihingen Ohmden Ostfildern Owen Plochingen Reichenbach an der Fils Schlaitdorf Unterensingen Weilheim an der Teck Wendlingen am Neckar Wernau (Neckar) WolfschlugenKarte
Über dieses Bild

Filderstadt ist eine Stadt in der Mitte Baden-Württembergs, direkt südlich der Landeshauptstadt Stuttgart gelegen. Die erst 1975 im Rahmen der Gemeindereform entstandene Stadt hatte bereits bei ihrer Gründung mehr als 20.000 Einwohner und wurde daher mit Wirkung vom 1. Juli 1976 zur Großen Kreisstadt erklärt. Heute ist sie nach Esslingen am Neckar die zweitgrößte Stadt des Landkreises Esslingen und gehört zum Mittelbereich Stuttgart innerhalb des gleichnamigen Oberzentrums.

Geografie[Bearbeiten]

Filderstadt liegt auf der inneren Filderhochfläche auf 327 bis 474 Meter Höhe. Die Landschaft, die wortverwandt mit Gefilde ist, gab der Stadt ihren Namen. Am Westrand, beim Stadtteil Plattenhardt, beginnt der Naturpark Schönbuch. Die Schwäbische Alb liegt in Sichtweite der Stadt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Filderstadt. Sie werden im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden, genannt:
Stuttgart (Stadtkreis), Neuhausen auf den Fildern, Wolfschlugen und Aichtal (alle Landkreis Esslingen), Waldenbuch (Landkreis Böblingen) sowie Leinfelden-Echterdingen (Landkreis Esslingen).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet Filderstadts besteht aus den 5 Stadtteilen Bernhausen (13.216 Einwohner), Bonlanden (10.296 Einwohner), Plattenhardt (8.482 Einwohner), Sielmingen (7.566 Einwohner) und Harthausen (4.094 Einwohner). Die Stadtteile sind identisch mit den ehemaligen Gemeinden desselben Namens. Die offizielle Bezeichnung der Stadtteile erfolgt durch vorangestellten Namen der Stadt und durch Bindestrich verbunden nachgestellt der Name der Stadtteile.[2]

Karte des Stuttgarter Forsts von Georg Gadner, um 1600
  • Zum Stadtteil Bernhausen gehören das Dorf Bernhausen, das Haus Klinkermühle, der Bernhäuser Forst mit Tagungszentrum und Ferienwaldheim, der nur von L.-E.-Stetten aus angefahren werden kann, ein Großteil der Start- und Landebahn des Stuttgarter Flughafens sowie die abgegangenen Ortschaften Dachtgraben, Horwe, Sigelinshuos und Wolfschlugen (evtl. auf der Gemarkung Plattenhardt).
  • Zum Stadtteil Bonlanden gehören das Dorf Bonlanden und das Anwesen Gutenhalde.
  • Zum Stadtteil Harthausen gehört Dorf Harthausen (heutige Bebauung im nordöstlichen Bereich teilweise auf ursprünglicher Sielminger Gemarkung).
  • Zum Stadtteil Plattenhardt gehört das Dorf Plattenhardt und die Häuser Obere Kleinmichelesmühle, Untere Kleinmichelesmühle, Bechtenrain und Ziegelhütte sowie die abgegangenen Ortschaften Diemannsweiler, Horb und Wolfschlugen (evtl. auf Gemarkung Bernhausen).
  • Zum Stadtteil Sielmingen gehören das Dorf Sielmingen, der Wohnplatz Bei den drei Linden mit den namensgebenden Friedenslinden, die zugleich den höchsten Punkt der Filderebene markieren, sowie die abgegangenen Ortschaften Weiler[3] (an deren Existenz heute noch der Name des Schafhof im Weiler in Sielmingen mit benachbartem Verkehrsübungsplatz und Kleintierzuchtanlage sowie der Weilerbrunnen mit vermutlich mittelalterlichem Brunnentrog erinnern) und Tuwingen bzw. Teubingen (nördlich der heutigen L 1209 von Bernhausen nach Neuhausen), ferner in Richtung Neuhausen und Wolfschlugen noch einige Aussiedlerhöfe auf freiem Feld.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stadt Filderstadt entstand am 1. Januar 1975 durch Zusammenschluss der ehemals selbständigen Gemeinden Bernhausen, Bonlanden, Harthausen, Plattenhardt und Sielmingen zunächst unter dem Namen „Gemeinde Filderlinden“. Am 25. Juli desselben Jahres wurde der Name in „Filderstadt“ geändert. Mit Wirkung vom 1. Januar 1976 erhielt die neue Gemeinde das Stadtrecht und ein halbes Jahr später, zum 1. Juli 1976 wurde sie auf Antrag der Stadt von der baden-württembergischen Landesregierung zur Großen Kreisstadt erklärt. Die fünf ehemaligen Gemeinden haben jedoch eine lange Geschichte.

Stadtteile[Bearbeiten]

Bernhausen

Bernhausen wurde 1089 als „Berinhusen“ (als frühschwäbische Bezeichnung für „Wohnstätten des Bero“) erstmals erwähnt. Einige adelige Familien der Herren von Bernhausen hatten die Rechte über den Ort, doch fiel er in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts an Württemberg. Die Gemeinde gehörte zum Amt bzw. Amtsoberamt Stuttgart und kam 1938 zum Landkreis Esslingen.

Bonlanden
Hauptartikel: Bonlanden (Filderstadt)

Bonlanden wurde Anfang des 12. Jahrhunderts als „Bonlandum“, was so viel wie „baumbestandene Lande“ bedeuten dürfte, erstmals erwähnt. Der Ort gehörte zunächst den Herren von Bernhausen, später deren von Stöffeln, von Stammheim und von Sachsenheim. Württemberg tauschte den Ort Zug um Zug. Um 1400 war ganz Bonlanden württembergisch. 1820 wurde die Gemarkung um ein großes Waldgebiet des Schönbuchs vergrößert. Die Gemeinde gehörte zum Amt bzw. Amtsoberamt Stuttgart und kam 1938 zum Landkreis Esslingen.

Harthausen
Hauptartikel: Harthausen (Filderstadt)

Harthausen wurde 1304 als „Harthusen“ erstmals erwähnt. Der Name bedeutet so viel wie „Häuser am Hart“, also Weidewald. Auch hier hatten die Herren von Bernhausen ihre Besitzungen. Über verschiedene Herren gelangte auch Harthausen ebenfalls an Württemberg, doch hatten die Herren von Stammheim und Thumb von Neuburg noch bis ins 16. Jahrhundert kleinere Rechte. Die Gemeinde gehörte zum Amt bzw. Amtsoberamt Stuttgart und kam 1938 zum Landkreis Esslingen.

Plattenhardt

Plattenhardt wurde 1269 als „Blatinhart“ erstmals erwähnt und bedeutet wohl platte = eben und Hart = Weidwald. Neben den Herren von Bernhausen hatten auch die Herren von Urslingen Rechte am Ort, der aber bald mit Waldenbuch an Württemberg gelangte. 1833 wurde die zum Amt bzw. Amtsoberamt Stuttgart gehörige Gemeinde um einige Waldflächen vergrößert. 1938 kam Plattenhardt zum Landkreis Esslingen.

Sielmingen

Sielmingen wurde 1275 als „Sygehelmingen“ (wahrscheinlich abgeleitet vom Eigennamen „Sighelm“ bzw. „Sigehelm“) erstmals erwähnt. Schon damals wurde zwischen Ober- und Untersielmingen unterschieden. Obersielmingen gehörte den Herren von Bernhausen und kam mit Waldenbuch 1363 von den Herren von Urslingen an Württemberg. Untersielmingen gehörte verschiedenen Herren und kam dann teilweise an Württemberg. Das Spital Nürtingen behielt aber bis 1806 einen Teil des Ortes, bevor auch dieser an Württemberg gelangte. Bis 1850 waren beide Orte als Gemeindeverband organisiert, dann wurden sie zu selbständigen Gemeinden erklärt, 1923 jedoch unter dem Namen Sielmingen zu einer Gemeinde vereinigt. Beide Orte bzw. die Gemeinde Sielmingen gehörte zum Amt bzw. Amtsoberamt Stuttgart und kam 1938 zum Landkreis Esslingen.

Religionen[Bearbeiten]

Die Bevölkerung der fünf ehemaligen Gemeinden der heutigen Stadt Filderstadt gehörten ursprünglich zum Bistum Konstanz. Da die Orte politisch schon früh zu Württemberg gehörten, wurde auch hier ab 1535 durch Herzog Ulrich die Reformation eingeführt, daher waren sie über Jahrhunderte überwiegend protestantisch. In den Orten gibt es daher auch jeweils eine evangelische Kirchengemeinde mit einer Kirche. In Bernhausen wurde infolge des starken Zuzugs 1965 eine weitere Kirche, die Johanneskirche, erbaut. Später folgte die Petruskirche. Die drei Kirchengemeinden bilden aber weiterhin die Gesamtkirchengemeinde Bernhausen. Die Kirchengemeinde Harthausen war lange Zeit eine Filiale von Bernhausen, später von Plattenhardt, dann von Untersielmingen und schließlich ab 1838 von Bonlanden. 1838 erhielt der Ort seine eigene Kirche und 1959 wurde auch eine eigene Pfarrei errichtet. Alle Kirchengemeinden Filderstadts gehörten früher zum Dekanat bzw. Kirchenbezirk Degerloch. 1981 wurde die Jakobuskirche Bernhausen Sitz eines eigenen Dekanats bzw. Kirchenbezirks innerhalb der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, zu dem alle Kirchengemeinden im Stadtgebiet Filderstadts gehören. In Bernhausen sind auch die Altpietistische Gemeinschaft und Hahn’sche Gemeinschaft und in Sielmingen die Landeskirchliche Gemeinschaft vertreten.

Katholiken gibt es in Filderstadt erst wieder seit dem 20. Jahrhundert. In Bernhausen entstand 1968 die Kirche St. Stephanus. Zur Kirchengemeinde gehört auch Sielmingen, doch gibt es dort seit 1963 eine eigene Kirche: St. Michael. In Bonlanden wurde 1958 die katholische Kirche „Zu Unserer Lieben Frau“ gebaut, eine Pfarrei gibt es dort seit 1961. Die Kirchengemeinde umfasst auch Plattenhardt. In Harthausen wurde 1968 eine katholische Kirche erbaut, die zur Pfarrei der Nachbargemeinde Grötzingen (Stadt Aichtal) gehört. Alle Kirchengemeinden gehören zum Dekanat Esslingen-Nürtingen des Bistum Rottenburg-Stuttgart und bilden die Seelsorgeeinheit 2 des Dekanats. Leitender Pfarrer ist Andreas Marquardt aus Bernhausen.

Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Filderstadt auch Freikirchen und Gemeinden, darunter die Evangelisch-methodistische Kirche (Bonlanden) und die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Esslingen-Fildern in Sielmingen. Auch die Neuapostolische Kirche, die Christengemeinschaft und die Zeugen Jehovas sind in Filderstadt vertreten.

Außer den christlichen Gemeinschaften gibt es mehrere islamische Gemeinschaften und die Christlich-Islamische Gesellschaft für die Begegnung und den Dialog zwischen Christen, Muslimen und anderen Religionen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohnerzahlen
31. Dezember 1975 34.603
31. Dezember 1980 37.300
31. Dezember 1985 36.757
27. Mai 1987 ¹ 36.323
Jahr Einwohnerzahlen
31. Dezember 1990 38.498
31. Dezember 1995 41.145
31. Dezember 2000 42.234
31. Dezember 2005 43.717
31. Dezember 2010 44.348

¹ Volkszählungsergebnis

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Filderstadt hat 32 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem vorläufigen Ergebnis[4]. Das amtliche Endergebnis wird vom Statistischen Landesamt gegen Ende des Jahres bekannt gegeben. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und der Oberbürgermeisterin als Vorsitzende. Die Oberbürgermeisterin ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
30
20
10
0
28,69 %
26,42 %
20,93 %
17,71 %
6,25 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+1,19 %p
+6,42 %p
-1,97 %p
-0,69 %p
-4,95 %p
FW Freie Wähler Filderstadt e. V. 28,69 9 27,5 9
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 26,42 8 20,0 6
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 20,93 7 22,9 8
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 17,71 6 18,4 6
FDP Freie Demokratische Partei 6,25 2 11,2 3
gesamt 100,0 32 100,0 32
Wahlbeteiligung 46,17 % 48,5 %

Bürgermeister[Bearbeiten]

An der Spitze der Stadt steht die von der Bevölkerung auf acht Jahre gewählte Oberbürgermeisterin. Sie ist auch Vorsitzende des ebenfalls von der Bevölkerung auf fünf Jahre gewählten Gemeinderats. Sie hat als allgemeinen Stellvertreter einen 1. Beigeordneten mit der Amtsbezeichnung „Erster Bürgermeister“ und einen weiteren Beigeordneten mit der Amtsbezeichnung „Bürgermeister“.

Stadtoberhäupter seit Bildung der Stadt 1975:

Jugendgemeinderat[Bearbeiten]

Der Jugendgemeinderat der Großen Kreisstadt Filderstadt wurde im Oktober 1987 gegründet. Er stellte in der politischen Landschaft Baden-Württembergs eine Besonderheit dar – er war die erste Jugendvertretung, die von den Wahlberechtigten direkt in Urwahl gewählt wurde.

Die Initiative für die Einrichtung eines Jugendparlaments kam aus der Mitte des Gemeinderats. Die Stadtverwaltung entwickelte gemeinsam mit den Mitgliedern des Gemeinderats die neue Form der Beteiligung von Jugendlichen – das „Filderstädter Modell“ des Jugendgemeinderats.

Die vom Gemeinderat am 24. Juni 1987 einstimmig beschlossenen Eckpunkte zur Gründung des Jugendgemeinderats (JGR) haben bis heute Gültigkeit:

  • Aufgabe des Jugendgemeinderats ist, in allen die Jugend betreffenden Angelegenheiten mitzuwirken und zum Teil mitzubestimmen.
  • Die zu behandelnden Themen sollen grundsätzlich aus den Reihen des Jugendgemeinderats kommen. Aktuelle Themen können von der Verwaltung eingebracht werden.
  • Die Beschlüsse des JGR gelten als Vorschläge für Gemeinderat und Verwaltung und werden dort je nach Zuständigkeit behandelt.
  • Wählbar und wahlberechtigt sind alle Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren, unabhängig von der Staatsangehörigkeit.
  • Der Jugendgemeinderat hat 20 Mitglieder.
  • Die Amtszeit beträgt 2 Jahre.
  • Die Oberbürgermeisterin leitet die Sitzungen.

Die Jugendlichen sollten weder in vorgegebene Strukturen gezwängt werden, noch sich einem übertriebenen Formalismus unterwerfen müssen.

Die Jungparlamentarier hatten die Chance, sich selbst eine Struktur zu geben und haben die Möglichkeit, diese den Erfordernissen anzupassen. Gegen Ende der ersten Amtszeit haben die Jugendgemeinderäte sich selbst eine Geschäftsordnung erarbeitet, die bis heute Gültigkeit hat.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Stadt Filderstadt zeigt einen „von Gold und Grün fünf mal geteilten“ Schild. Die Stadtflagge ist gelb-grün. Wappen und Flagge wurden durch das Regierungspräsidium Stuttgart am 10. August 1977 verliehen. Das Wappen ist das Wappen der Edelfreien von Bernhausen, die in allen heutigen Stadtteilen eine historische Rolle spielten.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die damalige Gemeinde Bernhausen schloss 1972 Partnerschaften mit Dombasle-sur-Meurthe und La Souterraine/Creuse in Frankreich. 1988 ging Filderstadt gemeinsam mit den Nachbarstädten Ostfildern und Leinfelden-Echterdingen eine Partnerschaft mit Poltawa in der Ukraine ein. Weitere Partnerstädte sind seit 1990 Oschatz in Sachsen und seit 2002 Selby in Großbritannien.

Kultur, Sport und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

  • Kultur- und Kongresszentrum „Filharmonie“ in Bernhausen
  • Kommunikationszentrum „Alte Mühle“ in Bonlanden
  • „die eulen“ und die „Filderbühne“ als Theatergruppen

Sport[Bearbeiten]

Musik[Bearbeiten]

  • Big Band Harthausen e. V.
  • Musikverein Bernhausen
  • Musikverein Bonlanden
  • Musikverein Plattenhardt
  • Musikverein Sielmingen

Museen[Bearbeiten]

Im ehemaligen Bonländer Rathaus befindet sich das Gottlob-Häussler-Heimatmuseum. Gezeigt wird das frühere Alltagsleben auf den Fildern mit Landwirtschaft, Handwerk (Schuster-, Schreiner- und Bürstenbinderwerkstätten), Küche und einem „Tante-Emma-Laden“.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Die evangelische Jakobuskirche Bernhausen ist das Wahrzeichen Bernhausens: Die ursprünglich dem Heiligen Gallus geweihte Kirche ist bereits seit 1275 bezeugt. Die heutige Pfarrkirche ist eine Westturmanlage mit frühgotischem Turm sowie achteckigem Aufbau von 1680. Das Schiff von 1475 wurde mehrfach verändert und 1956 erweitert.
  • Das Rathaus in Bernhausen wurde 1616 als Fachwerkhausbau mit barockem Unterbau errichtet.
  • Das Bernhäuser Pfarrhaus stammt aus dem 17. Jahrhundert. Hier wohnte 1814 der Dichter Gustav Schwab.
  • Das alte Schulhaus wurde 1537 erbaut und bis 1951 als solches genutzt.
  • Die evangelische Pfarrkirche Georgskirche Bonlanden ist im Kern spätgotisch, der Westturm besitzt ein Kreuzrippengewölbe, der Chor ein Netzgewölbe. Das Schiff wurde mehrmals verändert, zuletzt 1912.
  • Hier gibt es auch eine Kelter von 1718.
  • Die Kirche in Harthausen wurde erst 1838 im späten Klassizismus erbaut, doch gab es ab 1601 bereits eine Kapelle, die 1763 als Schule diente.
  • Die evangelische Antholianuskirche in Plattenhardt weist einen Chor und eine Sakristei aus der Zeit der Spätgotik um 1480 und ein nur wenig jüngeres Langhaus auf. Der Turm wurde in seiner heutigen Gestalt 1787 aufgestockt. Die katholische Kirche in Plattenhardt entstand erst in den 1950er Jahren.
  • Die Sielminger Martinskirche stammt von 1489 und hat einen vieleckigen Chor mit kreuzrippengewölbter Vorhalle.
  • Sehenswert ist auch das Hahn’sche Haus von 1581, in dem der Vater des Erfinders Philipp Matthäus Hahn geboren wurde.
  • Vom Uhlbergturm hat man eine gute Aussicht auf den Schönbuch, die Filderebene und die Schwäbische Alb. Schon 1890 wurde am heutigen Standort des Turmes auf 469 m über dem Meeresspiegel ein hölzernes Aussichtsgerüst errichtet, das 1903 durch einen Holzturm von 17 m Höhe ersetzt wurde. Dieser musste 1961 wegen Baufälligkeit abgerissen werden und wurde 1963 durch das heutige, 25 m hohe Bauwerk ersetzt. Der vom Schwäbischen Albverein gewartete und bewirtschaftete Turm ist zu bestimmten Zeiten geöffnet und ist mit einem Kiosk, einer Picknickwiese und einem Spielplatz ausgestattet.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Februar/März: Pferdemarkt in Bernhausen
  • 1. Mai: Hammelfest des Schwäbischen Albvereins am Uhlbergturm in Plattenhardt
  • Juni: Bärenfest in Bernhausen und Marktplatzfest in Harthausen
  • Juli: Saifest in Bonlanden und Straßenfest in Plattenhardt
  • Letztes Augustwochenende: Straßenfest des Musikverein Bernhausen in der Rosenstraße
  • Anfang September: Kirchplatzfest in Sielmingen (in unregelmäßigen Abständen stattdessen viertägiges Heimatfest auf dem Festplatz an der Jakobstraße, zuletzt in den Jahren 2008 und 2013)
  • An jedem ersten Adventswochenende (Samstag und Sonntag) findet in der Rundsporthalle in Bernhausen ein Kunsthandwerkermarkt statt.
  • Dezember: Nikolaus- und Weihnachtsmarkt in Bernhausen sowie in Plattenhardt

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

TÜV im Stadtteil Bernhausen

Die größten Arbeitgeber Filderstadts sind der Etikettenhersteller Herma, das Klimatechnik-Unternehmen Modine und der TÜV Süd mit seinem zweitgrößten Standort. Im Luftfrachtzentrum des Stuttgarter Flughafens, das sich im Stadtteil Bernhausen befindet und eine Fläche von rund 150.000 m² umfasst, sind mehr als 70 Unternehmen der Logistikbranche ansässig. Im produzierenden Gewerbe, das etwa 30 Prozent der Arbeitsplätze in Filderstadt stellt, sind überwiegend mittelständische Automobilzulieferer tätig.

Im Gewerbegebiet Affelter in Bonlanden beginnt 2012 die Hugo Boss AG auf einer Fläche von 23.400 m² mit dem Bau eines Hochregallagers. Außerdem soll dort bis Herbst 2012 mit der Hall of Soccer eine Fußballhalle entstehen.

Landwirtschaft[Bearbeiten]

Die Filder mit ihren fruchtbaren Lössböden war schon immer ein wichtiges Landwirtschaftsgebiet. Der ehemalige „Gemüsegarten Stuttgarts“ ist mittlerweile zwar durch Siedlungs- und Infrastrukturprojekte etwas eingeschränkt, doch die Landwirtschaft lebt immer noch in allen Stadtteilen, vor allem in Bernhausen und Sielmingen, die die Hauptorte des Krautanbaus in Filderstadt sind. Zwar ging durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe zurück, doch heute gibt es immer noch ca. 70 Stück.

Vor allem steht hier der Kraut- und Gemüseanbau im Vordergrund, die Viehhaltung ist eher selten anzutreffen. Auf den Hofläden und Wochenmärkten lassen sich heute Produkte direkt vom Bauer erwerben, unter anderem Obst, Gemüse, Fleisch, Wurst und Brot.

Krautanbau[Bearbeiten]

Das traditionelle Filderkraut wurde erstmals 1772 vom Pfarrer Wilhelm Bischoff erwähnt. Vermutlich hatte es seinen Anfang in den Klostergärten des Klosters Denkendorf. Mit der Industrialisierung gewann es immer mehr an Bedeutung. Heute hat es immer noch einen hohen Stellenwert, vor allem in Echterdingen, Bernhausen und Sielmingen, die als Zentrum des Krautanbaus gelten. Mittlerweile wird allerdings immer öfter der leichter zu bearbeitende Rundkohl angebaut.

Viehhaltung auf den Fildern[Bearbeiten]

Einst häufig vertreten: Das Rind

Da die Filder keine Vorrangregion für Milch- bzw. Fleischwirtschaft, wie das Allgäu oder der Schwarzwald war, wurde das Vieh nur zur Selbstversorgung gehalten. Das Ortsbild vor hundert Jahren war noch sehr von der Viehwirtschaft geprägt, Schweine, Schafe oder Ziegen, Kleinvieh wie Hasen, Hühner oder Enten gehörten zu Haushalt und Ortsbild. Im Farrenstall war der Farren untergebracht, für dessen Haltung die Gemeinde verpflichtet war. Heute ist die Zahl der Tiere gesunken, da durch bessere Einkaufsmöglichkeiten die Viehhaltung überflüssig geworden ist. Heute sind lediglich die alten Haltungseinrichtungen zu sehen. Die Funktion von z. B. Pferden hat sich verändert. Heute gibt es fünfmal so viele Pferde wie vor 30 Jahren. Im Gegensatz zu der damaligen Nutzung als Zug- und Arbeitstiere werden sie heute als Hobbytiere zum Reiten gehalten. Die Zahl der Milchkühe reduzierte sich in den letzten 30 Jahren um 85 %, die Menge der gehaltenen Schweine um 95 %. Dies ist kein für Filderstadt besonderer Prozess, er fand fast überall in der Landwirtschaft statt.

Streuobstwiesen[Bearbeiten]

Streuobstwiesen sind in Filderstadt noch in sehr großer Zahl vertreten. Mit Aktionen wie den Streuobst-GUIDS und der „Mobilen Moste“ versucht man, diese Naturräume zu erhalten. Das alljährliche Apfelfest des Fildergartenmarkt Briems ist immer ein beliebter Zulauf für Streuobst- Fans. Der Museumsobstgarten beim Bildungszentrum Seefelle ist mit alten Sorten bestückt.

Biologischer Landbau[Bearbeiten]

Der Biologische Landbau ist in Filderstadt vor allem durch den Bioland Gemüsehof Hörz in Bonlanden präsent.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Stuttgarter Flughafen liegt unmittelbar nördlich von Filderstadt. Die Start- und Landebahn befindet sich auf Filderstädter Gemarkung, ebenso der Tower, der in Bernhausen am Rande der Wohnbebauung steht.

Die vierspurige B 27 zwischen Bonlanden und Harthausen, im Hintergrund der Albtrauf mit der Burg Hohenneuffen und dem Jusi.

An der nördlichen Stadtgrenze Filderstadts führt die Bundesautobahn 8 (Karlsruhe–Ulm) vorbei. Über die Anschlussstelle Stuttgart-Flughafen ist die Stadt direkt angebunden. Ferner führen die vierspurige Bundesstraße 27 (Stuttgart–Tübingen) und die Bundesstraße 312 (Flughafen–Reutlingen) durch das Stadtgebiet.

Den öffentlichen Personennahverkehr bedient seit Herbst 2001 vor allem die Linie S2 (Filderstadt–Schorndorf über Stuttgart-Flughafen und Stuttgart Hauptbahnhof) der S-Bahn Stuttgart. Der S-Bahnhof Filderstadt befindet sich im Stadtteil Bernhausen. Dieser ist auch der Knotenpunkt für neun von zehn Buslinien, die innerhalb des Stadtgebiets verkehren. Die Linien sind zu einheitlichen Preisen innerhalb des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart (VVS) zu benutzen; eine Ausnahme ist die Linie X3, die zwischen Pfullingen/Reutlingen und Stuttgart-Flughafen verkehrt und dem Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (Naldo) angehört.

Medien[Bearbeiten]

Über das Tagesgeschehen Filderstadts berichtet die Filder-Zeitung, die den beiden Tageszeitungen Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten beiliegt. Außerdem gibt es noch die kostenlose Zeitung „Filder Wochenblatt“

Einrichtungen[Bearbeiten]

Filderstadt hat ein Notariat.

Im Stadtteil Bernhausen befindet sich der Sitz des Kirchenbezirks Bernhausen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Im Stadtteil Bonlanden befindet sich das Gemeinschaftskrankenhaus Filderklinik, das zur Grund- und Regelversorgung gehört.

Bildung[Bearbeiten]

In Filderstadt gibt es alle allgemein bildenden Schularten. In Bernhausen besteht eine Grundschule (Bruckenackerschule), eine Grund- und Hauptschule (Gotthard-Müller-Schule), die Fleinsbach-Realschule, Eduard-Spranger-Gymnasium. Außerdem ist hier die Musikschule Filderstadt angesiedelt. Bonlanden hat eine Grundschule (mit den beiden Standorten Uhlbergschule und Schillerschule) sowie eine Haupt- und Realschule im Bildungszentrum Seefälle. In Harthausen gibt es eine Grund- und Hauptschule (Jahnschule mit der Lindenschule). Plattenhardt hat neben der Grundschule (Weilerhauschule) noch die Volkshochschule & Kunstschule Filderstadt. In Sielmingen gibt es eine Grund- und Hauptschule (Wielandschule), das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium und eine Förderschule (Pestalozzischule). Eine Privatschule ist die Waldorfschule „Gutenhalde“.

Ver- und Entsorgung[Bearbeiten]

Die Stadt ist Mitglied im Zweckverband Filderwasserversorgung. Die Stadtteile Harthausen und Sielmingen sowie die nördlichen Teile von Bonlanden erhalten Filderwasser aus der zentralen Enthärtungsanlage des Wasserwerks Neckartailfingen. Die Stadtteile Bernhausen und Plattenhardt sowie die südlichen Teile von Bonlanden erhalten Trinkwasser vom Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung.

Die Strom- und Erdgasnetze in der Stadt werden von der EnBW Regional AG betrieben.[5][6]

Zur Reinigung des Abwassers werden die beiden Kläranlagen Bombach und Fleinsbach betrieben.

Die Abfallentsorgung wird vom Abfallwirtschaftsbetrieb Esslingen organisiert, einem Eigenbetrieb des Landkreises Esslingen.


Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Sonstige mit der Stadt verbundene Personen[Bearbeiten]

  • Eduard Mörike (1804–1875), schwäbischer Lyriker, hielt in der Bernhäuser Jakobuskirche seine erste Predigt und lebte während seiner Vikarszeit 1829 einige Monate im Plattenhardter Pfarrhaus
  • Luitpold Domberger (1912–2005), deutscher Siebdruck-Pionier, lebte und arbeitete seit den 1960er Jahren in Bonlanden.
  • Michael Ende, 1995 in Bonlanden (Filderklinik) gestorbener Schriftsteller
  • Roman Herzog, ehemaliger deutscher Bundespräsident, lebte während seiner Amtszeit als baden-württembergischer Innenminister (1980–1983) ab 1978 fünf Jahre in Bernhausen in der Ludwigstraße.
  • Paul Maar, deutscher Schriftsteller und Illustrator, unterrichtete in den 1970er-Jahren einige Jahre als Kunsterzieher am Eduard-Spranger-Gymnasium in Bernhausen.
  • Cornelia Mack, deutsche Sozialpädagogin und Autorin, lebt in Filderstadt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Das Land Baden-Württemberg – Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III Regierungsbezirk Stuttgart, Region Mittlerer Neckar. Hrsg. von der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2.
  • Nikolaus Back: Von Filderlinden nach Filderstadt. Die Gemeindereform von 1975. Stadt Filderstadt 2000, ISBN 3-934760-01-5.
  • Der Landkreis Esslingen. Hrsg. vom Landesarchiv Baden-Württemberg i. V. mit dem Landkreis Esslingen, Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2009, ISBN 978-3-7995-0842-1, Band 1, Seite 519.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Filderstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Filderstadt – Reiseführer

dito Bonlanden, Harthausen, Plattenhardt, Ober-Sielmingen und Unter-Sielmingen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hauptsatzung der Stadt Filderstadt vom 5. Februar 1996, zuletzt geändert am 1. Juni 2009 (PDF; 52 kB).
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2. S. 178–183.
  4. Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart
  5. BDEW (Hrsg.): Karte der Stromnetzbetreiber 2012. Frankfurt 2012.
  6. BDEW (Hrsg.): Karte der Gasnetzbetreiber 2012. Frankfurt 2012.