Mobile (Alabama)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Mobile
Spitzname: The Port City, Azalea City, The City of Six Flags
Skyline von Mobile
Skyline von Mobile
Siegel von Mobile
Siegel
Flagge von Mobile
Flagge
Lage von Mobile in Alabama
Mobile County Alabama Incorporated and Unincorporated areas Mobile Highlighted.svg
Basisdaten
Gründung: 1702
Staat: Vereinigte Staaten
Bundesstaat: Alabama
County:

Mobile County

Koordinaten: 30° 42′ N, 88° 3′ W30.694444444444-88.0430555555563Koordinaten: 30° 42′ N, 88° 3′ W
Zeitzone: Central (UTC−6/−5)
Einwohner:
– Metropolregion:
195.111 (Stand: 2010)
412.992 (Stand: 2010)
Bevölkerungsdichte: 639,1 Einwohner je km²
Fläche: 412,9 km² (ca. 159 mi²)
davon 305,3 km² (ca. 118 mi²) Land
Höhe: 3 m
Postleitzahlen: 36601 - 36695
Vorwahl: +1 251
FIPS:

01-50000

GNIS-ID: 0155153
Webpräsenz: www.cityofmobile.org
Bürgermeister: Sandy Stimpson

Mobile (Ausspr. [mɔʊ 'bi:l]) ist der Verwaltungssitz vom Mobile County im US-Bundesstaat Alabama, USA. Es liegt an der Mündung des Mobile River in die Mobile Bay und ist die größte Hafenstadt Alabamas.

Namensgebung[Bearbeiten]

Sowohl der Name des Countys, des Flusses, der Bucht als auch der Stadt leiten sich von Fort Louis de la Mobile ab, einer französischen Festung, gegründet im Jahre 1702 (nahe dem heutigen Axis (Alabama)).[1] Es wird angenommen, dass das Wort „Mobile“ von „moeli“ für „Paddler“ aus einer Sprache der Choctaw-Indianer abgeleitet wurde.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Besiedlung durch Europäer begann bereits 1702 durch französische Einwanderer unter Führung von Jean-Baptiste Le Moyne de Bienville. Die Siedlung, die eine der ersten im Süden der heutigen USA war, lag circa 43 km nördlich von der heutigen Stadt; sie erwies sich jedoch als eher ungeeignet, da sie häufig vom Mobile River überflutet wurde.[3] Daher entschied man sich im Jahr 1711, flussabwärts zu ziehen, und gründete Dauphin Islands, eine Stadt, die 1718 sogar eine Zeitlang Hauptstadt des Louisiana-Territoriums war. Von 1724 bis 1735 wurde in Mobile das Fort Condé errichtet. Im Jahr 1763 verließen die Franzosen Fort Condé. Dann übernahmen die Engländer die Stadt, später die Spanier und letztendlich wurde die Stadt von den Amerikanern übernommen.

Im August 1864 wurde in der Schlacht in der Mobile Bay des amerikanischen Bürgerkriegs einer der letzten Häfen der Konföderierten von den Nordstaaten erobert. Nach dem Ende des Krieges 1865 hielten sich noch viele Unions-Soldaten in der Stadt auf, außerdem existierten mehrere Munitionsdepots. Am 25. Mai 1865 kam es in einem Depot in der Beauregard Street, in dem etwa 300 Tonnen Granaten lagerten, zu einer schweren Explosion. Die Gebäude in unmittelbarer Nähe des Lagers wurden vollständig zerstört, zwei Schiffe im Hafen sanken und Granaten wurden weit ins Stadtgebiet geschleudert, wo sie detonierten. Infolge der Explosion brach ein Stadtbrand aus, der vor allem den nördlichen Teil Mobiles verwüstete. Etwa 300 Menschen verloren dabei ihr Leben. Die Unglücksursache konnte nie endgültig geklärt werden.[4]

Hurrikan Katrina[Bearbeiten]

Auch Mobile hatte unter Hurrikan Katrina zu leiden, der die Küste des Golfs von Mexiko am 29. August 2005 traf. Verglichen mit den Hafenstädten Waveland und Biloxi fielen die Schäden jedoch eher gering aus. Dennoch wurden hunderte Häuser durch den starken Wind und die Überflutungen beschädigt oder zerstört. Zudem starben mindestens zwei Menschen bei Autounfällen, die durch Hurrikan Katrina verursacht worden waren. Die elf Kilometer lange erhöhte Bucht-Brücke („Bay Way“) musste geschlossen werden, weil die sechs Meter hohen Wellen die Straße zu überschwemmen drohten.

Entlang den Ufern der Mobile Bay (Bucht) war die Beschädigung sehr umfangreich: Hunderte Häuser wurden überschwemmt, und tausende Boote und Docks wurden zerstört. Das Wasser stand zwei bis sieben Meter hoch entlang den Ufern der Bucht.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der Hafen von Mobile, der durch die Inseln an der südlichen Bay sehr gut geschützt war, entwickelte sich zu einem der größten Seehäfen im Süden der USA. Durch die Baumwollverschiffung und die Navy-Präsenz gelangte die Stadt schon im 19. Jahrhundert zu Wohlstand. Noch heute ist der Hafen der wichtigste Wirtschaftsfaktor von Mobile.

Im Februar 2007 hat Airbus einen eigenen Entwicklungsstandort (Airbus Americas Engineering) in Mobile eröffnet. Diese Anlage, die mit 35 Mitarbeitern begann, ist auf einem Personalbestand von 220 (Stand: Juli 2012) gewachsen.[5] Die Gründe für den Aufbau dieses ersten Entwicklungsstandortes außerhalb von Europa liegt zum einen in der Strategie die Dollarschwankungen auch im Bereich der Entwicklung abzufedern, zum anderen soll die Verstärkung der Aktivitäten von Airbus und dem Mutterkonzern EADS die Chancen für den Absatz von zivilen und militärischen Fluggeräten in den USA verbessern. Im Juni 2012 bestätigte Airbus den geplanten Bau einer Produktionsstätte für die A320-Familie, welche in Mobile errichtet und ab dem Jahr 2016 Flugzeuge ausliefern soll.[6]

Ebenfalls in der Stadt angesiedelt ist die Ölraffinerie Mobile Refinery mit einer Kapazität von 16.700 Barrel pro Tag.[7]

Verkehr[Bearbeiten]

Im Süden von Mobile liegt die Interstate 10, die den Mobile River im George Wallace Tunnel unterquert. Im Südwesten beginnt die Interstate 65, die nach Norden bis fast nach Chicago reicht. Durch die Stadt verlaufen außerdem die U.S. Highways 43, 45, 90 und 98. Fünf Kilometer südlich der Innenstadt liegt der Mobile Downtown Airport.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Historische Architektur[Bearbeiten]

Ein Haus im De Tonti Square Historic District.

Mobile hat neoklassizistische, neugotische, italienisch anmutende und kreolische Antebellum-Architektur – also vor dem Sezessionskrieg entstandene Gebäude. Zu den späteren Architekturstilen, die in der Stadt noch häufig vertreten sind, gehören viktorianische Bauwerke, Shotgun Houses, Colonial Revival, Tudor Revival, Spanish Colonial Revival und Beaux-Arts. Anfang 2009 gab es in der Stadt neun historische Distrikte: Old Dauphin Way, Oakleigh Garden, Lower Dauphin Street, Leinkauf, De Tonti Square, Church Street East, Ashland Place, Campground, und Midtown.[8]

Das alte United States Marine Hospital wurde restauriert und für die neue Nutzung als Mobile County Health Department umgebaut.

Über das Stadtgebiet von Mobile sind eine Reihe weiterer historischer Bauwerke verstreut. Zu den historischen Kirchenbauwerken gehören Christ Church Cathedral, die Cathedral of the Immaculate Conception, Government Street Presbyterian Church und Trinity Episcopal Church. Zwei historische römisch-katholische Klöster, Convent and Academy of the Visitation und Convent of Mercy, haben die Zeit überdauert. Die Stone Street Baptist Church ist eine in den 1840er Jahren von Afroamerikanern gegründete Kirche. Die Barton Academy ist ein historisches neoklassizistisches Schulgebäude an der Government Street. Das Bishop Portier House und das Carlen House sind zwei Beispiele von Creole Cottages in der Stadt. Das Mobile City Hospital und das United States Marine Hospital und das 1851 erbaute Washington Firehouse No. 5 sind jeweils neoklassizistische Bauwerke, die vor dem Sezessionskrieg entstanden. Das Hunter House ist ein Beispiel italienisch anmutender Architektur und wurde von einer im 19. Jahrhundert erfolgreichen afroamerikanischen Geschäftsfrau erbaut. Das Shepard House ist ein Beispiel des Queen Anne Styles. Der Scottish Rite Temple ist das einzige in Mobile noch bestehende Beispiel des Egyptian Revival Styles. Das Gulf, Mobile und das Ohio Passenger Terminal wurden im Mission Revival Style erbaut. Das Conde-Charlotte House war das erste Courthouse in Mobile und entstand auf dem Gelände des in den 1840er Jahren abgebrochenen Fort Condé.

Außerdem sind in der Stadt mehrere historische Friedhöfe vorhanden, die nach der Kolonialzeit gegründet wurden und Mobiles Campo Santo ersetzt haben, von dem keine Spuren mehr vorhanden sind. Der Church Street Graveyard hat eine Fläche von mehr als 1,6 Hektar und wurde 1819 begründet, auf dem Hohepunkt der Gelbfieberepidemien.[9] Der 1836 gegründete Magnolia Cemetery war die Hauptbegräbnisstätte in Mobile während des 19. Jahrhunderts, etwa 80.000 Bestattungen fanden hier staat.[10] Der Catholic Cemetery entstand 1848 auf Initiative der Erzbistum Mobile. Neben Bestattungen römisch-katholischer Ordensbrüder und -schwestern fanden hier einige weitere historisch bedeutende Personen ihre letzte Ruhestätte.[11] Mobiles jüdische Gemeinde besteht seit den 1820er Jahren und im Stadtgebiet gibt es zwei jüdische Friedhöfe, Ahavas Chesed Cemetery und Sha'arai Shomayim Cemetery.[12]

Botanik[Bearbeiten]

Mobile Botanical Gardens

In Mobile befinden sich die Mobile Botanical Gardens, ein 404.656 m² großer botanischer Garten.

Flüsse der Stadt[Bearbeiten]

Partnerstädte[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Vier Söhne der Stadt sind in der Baseball Hall of Fame (Ruhmeshalle des Baseballs) verewigt: Hank Aaron, Willie McCovey, Satchel Paige und Ozzie Smith.

Sonstiges[Bearbeiten]

Klimatabelle[Bearbeiten]

Mobile, Alabama
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
121
 
15
4
 
 
139
 
18
6
 
 
163
 
22
10
 
 
114
 
26
14
 
 
146
 
29
18
 
 
128
 
32
22
 
 
174
 
33
23
 
 
177
 
33
23
 
 
150
 
31
20
 
 
75
 
26
14
 
 
104
 
21
10
 
 
135
 
17
6
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: National Weather Service, US Dept of Commerce
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Mobile, Alabama
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 15,4 17,6 21,6 25,8 29,2 32,2 32,9 32,5 30,5 26,4 21,3 17,2 Ø 25,2
Min. Temperatur (°C) 4,4 5,9 10,1 13,9 18,0 21,5 22,9 22,7 20,4 14,1 9,5 6,2 Ø 14,2
Niederschlag (mm) 120,9 138,7 162,8 113,8 145,8 128,0 174,0 176,8 150,1 74,7 104,1 134,9 Σ 1.624,6
Regentage (d) 8,5 7,7 8,0 5,7 7,2 9,3 12,8 11,8 8,5 4,4 6,6 8,4 Σ 98,9
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
15,4
4,4
17,6
5,9
21,6
10,1
25,8
13,9
29,2
18,0
32,2
21,5
32,9
22,9
32,5
22,7
30,5
20,4
26,4
14,1
21,3
9,5
17,2
6,2
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
120,9
138,7
162,8
113,8
145,8
128,0
174,0
176,8
150,1
74,7
104,1
134,9
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Quellen[Bearbeiten]

  1. Mobile County, Alabama history. Alabama Department of Archives and History (ADAH), abgerufen am 4. September 2012.
  2.  John R. Swanton: The Indian Tribes of North America. Genealogical Publishing Com, 1952, ISBN 978-0806317304, S. 159.
  3.  Jesse O. McKee; Ada Elizabeth Deer: The Choctaw. Chelsea House Publishers, 2009, ISBN 1-4381-0370-0, S. 17.
  4.  Chris McNab: Die größten Katastrophen der Welt. Bassermann Verlag, München 2007, ISBN 978-3-8094-2088-0, S. 164 ff.
  5. EADS Global Website - Where we operate: Mobile, Alabama, USA. eads.com, abgerufen am 4. September 2012.
  6. Gesche Wüpper: Expansion: Airbus will europäische Jobs mit US-Werk sichern. Welt online, 2. Juli 2012, abgerufen am 4. September 2012.
  7. U.S. Energy Information Administration: Liste einiger US-Ölraffinerien (PDF; 46 kB)
  8. Historic Districts Maps from the Mobile Historical Development Commission. In: Alabama Historical Commission. Abgerufen am 15. Dezember 2010.
  9. John Sturdivant Sledge: Church Street Graveyard. In: The Alabama Review. 55, April 2002, S. 96–105.
  10. "Welcome to the Magnolia Cemetery Website". In: "Magnolia Cemetery website". Abgerufen am 15. Dezember 2010.
  11. John Sturdivant Sledge: Cities of Silence: A Guide to Mobile's Historic Cemeteries. University of Alabama Press, Tuscaloosa, Alabama 2002, S. 66–79.
  12. John Sturdivant Sledge: Cities of Silence: A Guide to Mobile's Historic Cemeteries. University of Alabama Press, Tuscaloosa, Alabama 2002, S. 80–89.
  13. a b c d e f g h i j k l Online Directory: Alabama, USA. In: SisterCities.org. Abgerufen am 5. Mai 2007 (PDF; 2,3 MB).
  14. Mobila Bay 2006 - An Economic Overview. In: MobileChamber.com. Abgerufen am 2007 (PDF; 2,3 MB).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mobile, Alabama – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien