Anheuser-Busch InBev

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Anheuser-Busch InBev NV
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Rechtsform Naamloze vennootschap
(Aktiengesellschaft)
ISIN BE0974293251
Gründung 18. November 2008[1]
Sitz Brüssel, BelgienBelgien Belgien
Leitung Carlos Brito
(CEO)
Olivier Goudet
(Vorsitzender)
Mitarbeiter 200.000 (2016)[2]
Umsatz 45,52 Mrd. US-Dollar (2016)[2]
Branche Brauerei, Getränkeindustrie
Website www.ab-inbev.com

Anheuser-Busch InBev (AB-InBev) ist – gemessen am Absatzvolumen – die größte Brauereigruppe der Welt. Sie hat ihren juristischen Sitz in Brüssel und operative Sitze in Löwen sowie New York City und St. Louis[3] und entstand 2008 durch die Übernahme von Anheuser-Busch durch die belgisch-brasilianische InBev-Gruppe. Das Unternehmen ist an der Brüsseler Euronext-Börse notiert und Teil des EURO STOXX 50 sowie des BEL20.[4] Es beschäftigt über 200.000 Mitarbeiter und ist mit über 500 Marken in über 140 Ländern vertreten. Die weltweite Bierproduktion betrug 2016 433,9 Millionen Hektoliter.[2]

In Deutschland, Österreich und Schweiz zusammen betrug die Produktionsmenge 2015 insgesamt 7,9 Millionen Hektoliter, was volumenmäßig noch einem Marktanteil von 8,6 % entspricht.[5]

Anheuser-Busch InBev kam im März 2017 auf eine Marktkapitalisierung von 222,127 Mrd. USD, womit es zu den wertvollsten Unternehmen weltweit gehört.[6]

Wirtschaftliche Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Übernahme von Anheuser-Busch durch InBev wurden in den Vereinigten Staaten viele Arbeitsplätze abgebaut.[7]

Ende 2009 verkaufte Anheuser-Busch InBev sein Osteuropageschäft an die Private Equity-Gesellschaft CVC Capital Partners für ca. 3 Milliarden US-Dollar, behielt jedoch das Recht, die Marke Staropramen in mehreren Ländern zu brauen und zu vertreiben.[8]

Durch Zukäufe ist AB Inbev weiter gewachsen. So wurde der internationale Teil (ohne USA) der mexikanischen Grupo Modelo mit der weltweit bekannten Marke Corona im Juni 2013 übernommen.[9]

Im April 2014 übernahm AB Inbev für insgesamt 5,8 Milliarden Dollar den führenden südkoreanischen Anbieter Oriental Brewery, der dort auf einen Marktanteil von 60 Prozent kommt.[10]

Die Dividende pro Aktie, entwickelte sich von 0,35 USD für das Geschäftsjahr 2008 auf 3,00 USD für 2014.[11] Warren Buffett lobt das Management des Konzerns für ihre Effizienz.[9][12]

Im September 2015 informierte Anheuser-Busch InBev über ein Kaufinteresse an SABMiller.[13] Die Übernahme von SABMiller für 96 Milliarden Euro wurde am 13. Oktober 2015 offiziell bekannt gegeben.[14][15] Die Fusion wurde im Oktober 2016 abgeschlossen.[16]

Die 2008 mit der Übernahme von InBev erworbenen Gilde Brauerei in Hannover wurde Anfang 2016 an die TCB Beteiligungsgesellschaft weiterveräußert.[17]

Trotz der laufenden Übernahme von SABMiller erwarb AB-InBev 2015 und 2016 noch weitere Brauereien. So wurden im Dezember 2015 die Londoner Camden Town Brewery,[18] sowie die Breckenridge Brewery in Colorado übernommen.[19] Im April 2016 folgten die Devils Backbone Brewing Company mit Sitz im Nelson County[20] und die Birra del Borgo im italienischen Borgorose.[21] Im September 2016 erfolgte die Übernahme der belgischen Brauerei Bosteels[22]

Anfang November 2016 wurde die Karbach Brewing Co. aus Houston übernommen.[23] Im Dezember 2016 erwarb The Coca-Cola Company für 3,15 Milliarden Dollar den bisher von AB InBev gehaltenen Mehrheitsanteil an Coca-Cola Beverages Africa.[24]

Kartellbeteiligung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regionale Tochtergesellschaften von Anheuser-Busch InBev waren sowohl an einem Bierkartell hinsichtlich unerlaubter Preisabsprachen für Bier in den Niederlanden in den Jahren 1996–1999[25] wie auch an einem Bierkartell in Deutschland in den Jahren 2006 und 2008 beteiligt.[26] Anheuser-Busch InBev fungierte vor den Kartellämtern in beiden Fällen als Kronzeuge und ging daher straffrei aus.

Tochterunternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meisten Biermarken sind im Besitz lokaler Tochterunternehmen.

Anheuser-Busch Packaging Group[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anheuser-Busch hat im Gegensatz zu den meisten seiner Mitbewerber die Verpackungssparte nie verkauft.[27] Die Metal Container Corp., die Longhorn Glass Corp. und die Eagle Packaging, Inc. produzieren einen Großteil der von Anheuser-Busch benötigten Bierdosen und -flaschen.[28]

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Webseite des Unternehmens unterscheidet zwischen globalen Marken, internationalen Marken und lokalen führenden Marken.[29]

Globale Marken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Internationale Marken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lokale Marken (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belgische Marken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsche Marken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südamerikanische Marken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Marken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oktober 2015 ermittelte das U.S. Justizministerium gegen das Unternehmen wegen der Übernahme von Bier-Lieferanten und der Unterbindung des Verkaufs von Konkurrenz-Bieren durch diese Lieferanten.[30]

Im Mai 2017 wurde das Unternehmen kritisiert, da sich dieses Berichten nach zufolge wettbewerbswidrig verhielt, als es den gesamten Hopfenbestand von South African hops (SAB Hop Farms) aufkaufte, als Teil der SABMiller-Übernahme, und dadurch die Verfügbarkeit von Hopfen für alle U.S. Craft Bier-Brauer blockierte. Ähnliche Vorwürfe zur Wettbewerbswidrigkeit gab es bei der Übernahme von Northern Brewer (Roseville, Minnesota), dem größten U.S.-nationalen Anbieter von Equipment für Haus- und Hobbybrauereien, über den unternehmenseigen Risikokapitalbereich ZX Ventures.[31]

Den darauffolgenden Monat wurde das Unternehmen für den Kauf von Anteilen an der Bier-Bewertungsseite „RateBeer“ wegen Interessenkonflikten kritisiert.[32]

Im Juli 2017 kündigte das Unternehmen den Pachtvertrag mit der Münchner Pizzeria „Casa mia“, nachdem der Politiker Ernst Dill vergeblich versucht hat, den Inhaber dazu zu bringen, den Pegida-Anhängern unter seinen Gästen Hausverbot zu erteilen. Im Vorjahr verpflichtete Anheuser-Busch InBev den Inhaber von Casa mia vertraglich, sich bei allen politischen Aktivitäten einzuschalten.[33] Allerdings sagte ein Sprecher des Unternehmens, dass die Kündigung des Pachtvertrags angekündigt, fristgerecht und nicht politisch motiviert war.[34]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Portal: Bier – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Bier

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Anheuser–Busch InBev – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Annual Report 2009. In: sec.gov. Abgerufen am 14. Februar 2015.
  2. a b c AB InBev: Anheuser-Busch InBev 2016 Financial Report. Abgerufen am 4. März 2017 (PDF).
  3. Anheuser-Busch InBev. In: ab-inbev.com. Abgerufen am 14. Februar 2015.
  4. Noch mal draufgelegt: InBev schluckt Anheuser. In: n-tv.de. 19. November 2012; abgerufen am 14. Februar 2015.
  5. Marktanteile 2015
  6. Global Top 100 Companies by Market Capitalisation. PwC; abgerufen am 2017 (englisch).
  7. John W. Miller: Big Beer Gets Belgian Emotion Flowing. In: online.wsj.com. 23. Februar 2010; abgerufen am 14. Februar 2015 (englisch).
  8. Anheuser-Busch InBev veräußert Osteuropa-Aktivitäten an CVC. In: finanzen.net. 15. Oktober 2009; abgerufen am 14. Februar 2015.
  9. a b AB InBev: Anheuser-Busch InBev 2014 Financial Report. Abgerufen am 20. Mai 2015 (PDF).
  10. Börse am Sonntag: Anheuser-Busch InBev im siebten Bier-Himmel. In: handelsblatt.com. 18. März 2014; abgerufen am 14. Februar 2015.
  11. Our Key Figures. In: ab-inbev.com. Abgerufen am 20. Mai 2015 (englisch).
  12. Alexander Busch: Des einen Freund des anderen Leid. In: Neue Zürcher Zeitung, 17. Juni 2014, S. 39
  13. Mögliche Milliardenübernahme auf Biermarkt. In: orf.at, 16. September 2015, abgerufen 16. September 2015.
  14. InBev übernimmt SABMiller: Brauerei kauft Brauerei für fast 100 Milliarden Euro. Spiegel Online, 13. Oktober 2015; abgerufen am 13. Oktober 2015.
  15. Milliardenfusion der Bierkonzerne. FAZ Online, 13. Oktober 2015; abgerufen am 13. Oktober 2015.
  16. Anheuser-Busch InBev Announces Completion of Combination with SABMiller. In: ab-inbev.com, abgerufen am 13. November 2016
  17. Traditionsbrauerei Gilde in Hannover wird verkauft. In: haz.de, abgerufen am 20. Januar 2016
  18. Camden Town Brewery sold to world’s biggest drinks company. In: theguardian.com, abgerufen am 10. September 2016
  19. Anheuser-Busch purchases Breckenridge Brewery. In: beerstreetjournal.com, abgerufen am 10. September 2016
  20. Anheuser Busch acquires Devils Backbone Brewing Company. In: beerstreetjournal.com, abgerufen am 10. September 2016
  21. Anheuser Busch acquires Italy’s Birra del Borgo. In: beerstreetjournal.com, abgerufen am 10. September 2016
  22. AB InBev acquires Kwak and Karmeliet. In: retaildetail.eu, abgerufen am 10. September 2016
  23. Karbach to be acquired by Anheuser-BuschInBev. In: chron.com, abgerufen am 22. November 2016
  24. Coke and AB InBev Reach Agreement Regarding Coca-Cola Beverages Africa. The Coca-Cola Company, 21. Dezember 2016
  25. Abgesprochene Preiserhöhung: Bierkartell muss Millionen-Bußgeld zahlen. In: Spiegel Online. 18. April 2007; abgerufen am 14. Februar 2015.
  26. Preisabsprachen: Kartellamt verhängt Millionenbußgeld gegen Brauereien. In: Spiegel Online. 13. Januar 2014; abgerufen am 14. Februar 2015.
  27. Jeremiah McWilliams: What is the future of Anheuser-Busch’s packaging division? In: St. Louis Post-Dispatch. 27. Mai 2009 (stltoday.com).
  28. Anheuser-Busch Packaging Group (ABPG)
  29. Markenliste Stand März 2014
  30. Exclusive: U.S. probes allegations AB InBev seeking to curb craft beer distribution. In: reuters.com. 12. Oktober 2015; abgerufen am 18. Juli 2017.
  31. Opinion: Anheuser-Busch InBev shuts out craft beer brewers by hoarding hops. In: marketwatch.com. 12. Mai 2017; abgerufen am 18. Juli 2017.
  32. Smaller Brewers Relied on RateBeer.com. Now Bud’s Maker Owns a Stake. In: The New York Times. 18. Juni 2017; abgerufen am 18. Juli 2017.
  33. Christine Ulrich: Pegida-Verdruss: Brauerei kündigt „Casa mia“ den Pachtvertrag. In: tz. 15. Juli 2017; abgerufen am 18. Juli 2017.
  34. Marian Meidel: Ärger wegen Pegida: Stammgäste kämpfen um das „Casa Mia“. In: tz. 18. Juli 2017; abgerufen am 19. Juli 2017.

Koordinaten: 50° 53′ 8,2″ N, 4° 42′ 28,1″ O