Moncler

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Moncler S.p.A.
Moncler.svg
Rechtsform Società per Azioni
Gründung 1952
Sitz Mailand, Italien

Leitung

Mitarbeiter 1.407[2]
Umsatz 694,2 Mio. EUR (2014)[2]
Branche Bekleidung, Accessoires
Website www.moncler.com

Die Moncler S.p.A. ist ein italienisches Mode-Bekleidungsunternehmen mit französischen Wurzeln, das vor allem für seine wattierten Daunenjacken im oberen Preissegment international bekannt ist.

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Französische Wurzeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1952 gründete der französische Unternehmer und Hersteller von Bergsportartikeln René Ramillon die Firma Moncler, deren Namen er aus seinem Heimatdorf, Monestier de Clermont, ableitete. Anfangs entwickelte der befreundete Sportartikelhändler und Skilehrer André Vincent aus dem benachbarten Grenoble wattierte Schlafsäcke, Camping-Zelte und einen gefütterten Anorak für das Unternehmen. Trotz des schmalen Portfolios hatte das Unternehmen zu einer Zeit, in der das Phänomen des 'Urlaubmachens' der breiten Gesellschaft aufkam, wirtschaftlichen Erfolg und die Produkte wurden bei den Kunden nach Ramillon als 'Les Ramy' bekannt. Das Logo des Unternehmens zierte der stilisierte Mont Aiguille. Bereits 1954 wurden die ersten Daunenjacken, für die das Unternehmen später Synonym sein sollte, für Bergarbeiter im alpinen Fabrikbetrieb produziert. Anfang der 1950er Jahre wandte sich der französische Bergsteiger Lionel Terray an Ramillon und ließ von ihm unter dem Namen 'Moncler pour Lionel Terray' eine Reihe hochfunktionaler Daunenoveralls, Handschuhe und Schlafsäcke für extrem kalte Klimazonen produzieren, die auf Terrays Expeditionen getestet und verbessert wurden. 1954 wurden die Moncler-Dauenjacken als Ausrüstung für die Karakorum-Expedition der Italiener Achille Compagnoni und Lino Lacedelli ausgewählt, die als Erste den K2 bestiegen. 1955 stellte Moncler die Daunenjacken der französischen Makalu-Expedition mit Lionel Terray zur Verfügung. Auf Terrays Alaska-Expedition 1964 war Moncler der Ausrüster. Bei den Olympischen Winterspielen 1968 in Grenoble war Moncler der offizielle Ausstatter des französischen Alpinski-Teams. Zu dieser Zeit wurde der bis heute verwendete, stilisierte Hahn ins Logo des Unternehmens aufgenommen. 1972 entwickelte Moncler in Zusammenarbeit mit dem französischen Skiteam eine leichtere Version der Daunenjacke, die u.a. Schulterklappen aus Leder aufwies, damit die Skier geschultert werden konnten, ohne die Jacke zu beschädigen. Mit der immer größer werdenden Bedeutung des touristischen Wintersports ab den 1970er Jahren erlebte auch Moncler zunehmend wirtschaftlichen Aufschwung. In den 1980er Jahren wandelte sich Moncler endgültig vom Hersteller professioneller Bergsteiger-Ausrüstung zur Lifestyle-Marke. Aus ursprünglich praktisch-technologischer Funktionsbekleidung wurde mit der Zeit modische Sportswear; allerdings war das Portfolio auf die Wintermode begrenzt. 1999 schließlich wurde eine komplette Modekollektion unter dem Namen Moncler präsentiert.

Moncler wird italienisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1992 hatte die italienische Pepper Industries S.p.A. (damals Teil der inzwischen insolventen Fin.Part-Gruppe), welche auch in Lizenz für Cerruti produzierte, die Mehrheit an Moncler übernommen.[3] Kreativchef wurde der Pepper-Designer Remo Ruffini. 2003 kaufte Ruffini 51 % von Moncler; 25 % verblieben bei Pepper und 24 % bei der Vela Financial Holding.[4] Infolge passte Ruffini die eingesetzten Materialien und Stoffe, unter Einbezug modischer Aspekte, an die moderne Zeit an und entwickelte anhand der Archive des Unternehmens aktuelle Variationen der traditionellen Daunenjacken, speziell auch für Damen. Moncler wurde endgültig zum Statussymbol, sowohl auf der Skipiste als auch der winterlichen Großstadt und darüber hinaus eine ganzjährige Lifestyle-Marke.

Unternehmenskennzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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2005 übernahm Ruffini mit anderen Investoren Pepper Industries und damit die restlichen Anteile an Moncler. Fin.Part ging 2005 in die Insolvenz. 2008 erwarb der europäische Zweig der Carlyle Group 48% der Anteile an Moncler.[5] Das Unternehmen, das zu diesem Zeitpunkt etwa $400 Mio. wert war, wurde danach von der aus Remo Ruffinis Firma 'Ruffini Partecipazioni S.r.l.', der Carlyle Group und weiteren Aktionären bestehenden neu gegründeten Investorengruppe 'Fuori dal Sacco' (dt. 'Aus dem Sack') komplett übernommen. Die 2008 neu gegründete Moncler S.r.l. fungierte seither als Mutterkonzern, zu dem unter anderem zu 100 % die Industries S.p.A. (bis 2008: Pepper Industries) als Herstellungsunternehmen gehörte.[6]

In der Moncler S.r.l. waren neben Moncler die Bekleidungsfirmen Henry Cotton's (1978 gegründet), Marina Yachting (1972 gegründet) und Coast+Weber+Ahaus (1999 gegründet) sowie die Lizenz für die Sportswearmarke 18CRR81 von Cerruti (1992 gegründet) angesiedelt. Seit Mitte 2011 ist das französische Beteiligungsunternehmen Eurazeo für eine Kaufsumme von 418 Millionen Euro Hauptaktionär bei Moncler.[7] Ende 2011 gehörte das Unternehmen den Anteilseignern Eurazeo (45%, davon 32,3% Eurazeo und 12,7% Eurazeo Partners), Remo Ruffini (32%), Carlyle (17,8%), Brands Partners 2 (5%) und Sergio Buongiovanni [Geschäftsführer von Industries SpA] (0,25%).[8] Seit 2011 wurde der Börsengang des Unternehmens in den Raum gestellt.[9][10]

Moncler besaß Ende 2011 weltweit 60 eigene Ladengeschäfte, unter anderem in exklusiven Wintersport-Resorts wie St. Moritz, Gstaad, Verbier, Crans-sur-Sierre, Megève, Chamonix, Cortina d’Ampezzo, Courmayeur, Kitzbühel, Salzburg oder Aspen, aber auch in Großstädten wie Paris, London, Rom, Mailand, Osaka, Seoul, Shanghai oder Hongkong. Mitte 2010 wurde eine Moncler-Boutique auf der Münchner Maximilianstraße eröffnet. Ende 2010 kamen Geschäfte in New York City, Chicago und Zermatt hinzu. 2011 wurden 22 weitere Geschäfte eröffnet.

Börsengang 2013[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oktober 2013 bestätigte Moncler die Ausgliederung der Untermarken Henry Cotton's, Marina Yachting und Coast+Weber+Ahaus sowie der Lizenzmarke 18CRR81 in die neu gegründete Industries Sportswear Company S.p.A.[11][12] Letztere wurde mit allen vier Marken im November 2013 an den italienischen Hersteller Cavalieri Brands verkauft, an dem die Moncler S.p.A. allerdings zu 30 % beteiligt ist und der mehrheitlich der britischen Beteiligungsgesellschaft Emerisque Brands gehört.[13] Am 16. Dezember 2013 erfolgte schließlich der erfolgreiche Börsengang der Moncler S.p.A. Die Moncler S.r.l. wurde damit eingestellt beziehungsweise in Moncler S.p.A. umbenannt. Am ersten Handelstag schossen die Moncler-Aktien über 40 % in die Höhe; CEO Remo Ruffini wurde über Nacht zum Milliardär.[14]

Kollektionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu der Hauptkollektion Moncler für Damen, Herren und Kinder gesellte sich 2006 eine exklusivere, teurere Designer-Kollektion für Damen, Moncler Gamme Rouge, die zunächst von der ehemals bei Gucci und Miu Miu beschäftigten Designerin Alessandra Facchinetti, ab 2008 von Giambattista Valli, der zuvor für Fendi, Krizia und Ungaro gearbeitet hatte und sein eigenes Modelabel besitzt, kreiert wurde. 2009 folgte das vom amerikanischen Modedesigner Thom Browne, der auch für sein eigenes Modelabel kreiert, entworfene Pendant für Herren, Moncler Gamme Bleu. Beide Gamme-Kollektionen werden seither angeboten. Moncler arbeitet weiterhin mit externen Designern zusammen: 2006 wurde in Kooperation mit Fendi deren Spy Bag Handtaschen-Modell in einer Auflage von 500 Stück im Moncler-Stil angeboten. Bei den Modenschauen in Mailand im Januar 2010 lancierte das Unternehmen Moncler für Herbst/Winter 2010 die Moncler V Linie, eine im Vintage-Stil gehaltene und auf Archiv-Kollektionen des Hauses Moncler der 1950er und 60er Jahre basierende Herren-Kollektion, die vom Designer des japanischen Streetwear-Labels 'Visvim', Hiroki Nakamura, kreiert wird. Im Jahr zuvor war die Moncler S Damenkollektion, entworfen von der japanischen Modeschöpferin Chitose Abe, welche ihr eigenes Label 'Sacai' führt und zuvor für Comme des Garçons arbeitete, auf den Markt gebracht worden. Des Weiteren wurde Moncler 365 angekündigt, eine Kollaborations-Kollektion mit dem japanischen Modelabel Comme des Garçons, für die es auch ein temporäres eigenes Ladengeschäft in Tokio gibt. Während der Modewochen in New York im Februar 2010 präsentierte Moncler erstmals die Moncler Grenoble Kollektion, eine vom eigenen Design-Team kreierte Wintersport-Kollektion für Damen und Herren.

aktuelle Kollektionen:

  • Moncler - sportive Hauptkollektion für Damen, Herren und Kinder im oberen Mittelpreissegment, seit 1952
    • Moncler E - Kooperationskollektion für Damen mit dem kanadischen Designer Erdem Moralioğlu und seiner Modermarke ERDEM, 2015
    • Moncler A - Kooperationskollektion im Streetwear-Stil für Herren mit dem französischen Designer Alexandre Mattiussi und seiner Modemarke AMI, 2015
  • Moncler Grenoble - hochpreisige Wintersport- und Freizeitmode für Damen und Herren, seit 2010
  • Moncler Gamme Rouge - hochpreisige Designer-Kollektion von Giambattista Valli für Damen (vorgestellt bei der Paris Fashion Week), seit 2006
  • Moncler Gamme Bleu - hochpreisige Designer-Kollektion von Thom Browne für Herren (vorgestellt bei der Mailänder Modewoche), seit 2009; für die Saisons H/W 2014 und F/S 2015 um Damenbekleidung erweitert[15]

ehemalige Kollektionen:

  • Moncler S - feminine Damenkollektion in Kooperation mit der japanischen Designerin Chitose Abe, von 2009 bis 2013
  • Moncler V - Herrenkollektion im Retro-Stil in Kooperation mit dem japanischen Designer Hiroki Nakamura, von Anfang 2010 bis Ende 2011
  • Moncler R (Future Heritage) - Herrenkollektion im Outdoor-Stil in Kooperation mit dem britischen Designer Christopher Ræburn, von 2012 bis 2013
  • Moncler W - in grau gehaltene Herrenkollektion mit funktionaler Freizeitkleidung von Yosuke Aizawa (Designer der Modemarke White Mountaineering), 2013 bis 2015
  • Moncler 365 - für ein Jahr (365 Tage) konzipierte Mode-Kollaboration mit Comme des Garçons mit temporärem Ladengeschäft in Tokio, von 2010 bis 2011[16]

Markenpiraterie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spätestens seit Ende der 1990er Jahre wird das Unternehmen Moncler, ähnlich wie Louis Vuitton und andere bekannte Luxus-Marken, mit unzähligen und im Ausmaß ständig zunehmenden Fälschungen der eigenen Produkte durch Markenpiraten, vornehmlich aus China, konfrontiert.[17] Die Nachahmer richten dafür neben dem Verkauf auf dem Schwarzmarkt bevorzugt unzählige Webseiten mit Onlineshops ein, die in der Internetadresse oftmals das Wort "moncler" enthalten. Im Gegenzug hat die Firma Moncler zahlreiche Initiativen ergriffen, um die Masse an Produktfälschungen einzudämmen.[18] In Zusammenarbeit mit internationalen Polizei- und Zollbehörden geht das Unternehmen weltweit gegen Produktfälscher und ggf. auch Käufer von gefälschter Ware vor.[19] Zudem hat Moncler in der Vergangenheit zahlreiche UDRPs gegen Online-Händler geführt[20] und warnt seine Kunden generell vor dem Kauf von Moncler-Produkten bei unautorisierten Händlern. Seit 2008 arbeitet Moncler mit einem italienischen Sicherheits-Unternehmen zusammen, das eine Technik anbietet, mit der durch an Original-Moncler-Produkten angebrachten Zahlencodes die Authentizität des Produkts vom Käufer überprüft werden kann.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. monclergroup.com - Board of Directors
  2. a b Geschäftsbericht 2014
  3. Textilwirtschaft [1] Pepper übernimmt Moncler-Mehrheit, 25. März 1993
  4. Textilwirtschaft [2] Finpart verkauft Moncler an den Kreativ-Chef, 6. März 2003
  5. The Carlyle Group (engl.): [3] The Carlyle Group To Acquire A 48% Stake In Moncler Group [Carlyle Group will 48% von Moncler übernehmen] (6. August 2008)
  6. Textilwirtschaft: [4] Übernahme von Moncler perfekt (22. Oktober 2008)
  7. Reuters: Moncler drops IPO plans after Eurazeo buys stake, 6. Juni 2011
  8. Carlyle Group: Eurazeo to Acquire 45% of Moncler, 6. Juni 2011
  9. Textilwirtschaft: [5] Moncler soll an die Börse, (21. Januar 2010)
  10. Fabeau: [6] Moncler: Doch kein Börsengang?, 20. Oktober 2010
  11. Textilwirtschaft: Moncler verkauft kleinere Labels an Investor, 31. Oktober 2013
  12. Fabeau: Moncler verkauft seine Sportswear-Brands, 13. November 2013
  13. Textilwirtschaft: Moncler bestätigt ISC-Verkauf, 12. November 2013
  14. Europolitan: [7] Moncler setzt neuen Goldstandard - CEO Remo Ruffini wird Milliardär, 17. Dezember 2013
  15. Style.com: Moncler Gamme Bleu, 12. Januar 2014
  16. Freshness Mag (engl.): [8] Moncler x COMME des GARÇONS – Moncler 365 Pop-Up Store, 26. März 2010
  17. Telegraph: Chinese fake-away, 30. September 2011
  18. Moncler: Moncler on the frontline agains fakes sold offline and online, abgerufen: 20. November 2012
  19. Les Mads: Daunenjacke von Moncler: Die Aufklärung, 15. Februar 2010
  20. Elliott's Blog: Moncler Filing Many UDRPs, But Still Has a Long Way to Go, 19. November 2012