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21. Mai 2017: Motivation.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Gletscher im russischen Kabardino-Balkarischen Hochgebirgs-Naturreservat im Kaukasus, gesehen aus Georgien.

Ein letztes Versprechen muss ich nach dem Ende meiner Blog-Abstinenz noch einlösen: Vom 1. bis zum 14. Dezember 2016 war ich ja Mitglied des Schiedsgerichts der deutschsprachigen Wikipedia. Nachdem ich kurz nach der Wahl erfuhr, dass ein anderes Mitglied des Schiedsgerichts, nämlich MAGISTER, bei der AFD aktiv ist, bin ich zurückgetreten. Das gab große Diskussionen, die teilweise bis heute anhalten. Und weil ja gerade das neue Schiedsgericht gewählt wird, ist jetzt vielleicht ein guter Zeitpunkt, darüber noch kurz aus meiner persönlichen Sicht zu berichten. Nach meinem Rücktritt habe ich auch mit der VICE gesprochen, deren Bericht über die Angelegenheit ganz akzeptabel ist.

Nach wie vor stehen manche meinem Rücktritt nämlich offenbar mit großem Unverständnis gegenüber. Ich habe zum Beispiel gelesen, dass Wikipedia ja der politischen Neutralität verpflichtet sei, oder dass dass man doch zwischen dem Ehrenamt innerhalb der Community und innerhalb einer Partei trennen können müsse. Daher sei die Mitgliedschaft im Schiedsgericht „unpolitisch“ und es sei hinzunehmen, wenn Wikipedianer sich auch für die AFD engagieren.

Aus meiner Sicht ist die Situation anders. Für mich persönlich dient die Mitarbeit in der Wikipedia nämlich keinem Selbstzweck, sondern ich verfolge damit ein ganz bestimmtes Ziel: Ich bin auf Wikipedia nicht (nur) aktiv, weil es einfach Spaß macht, sondern weil ich – verkürzt gesagt – die Welt retten will, indem ich dazu beitrage, das gesamte Wissen der Menschheit allen Menschen auf der Welt zur Verfügung zu stellen. Denn ganz im Geist der Aufklärung hänge ich dem (naiven) Glauben an, dass mehr Wissen uns zu besseren Menschen macht.

Ein Steinbock in den Aiguilles Rouges.

Mir ist vollkommen bewusst, dass nicht jeder Wikipedianer so denkt wie ich, und das ist auch vollkommen in Ordnung so. Manche Wikipedianer sind zum Beispiel einfach deshalb auf Wikipedia aktiv, weil sie sich für ein bestimmtes Thema – seien es Modelleisenbahnen, Physik oder das Alte Rom – interessieren und sich eben auf Wikipedia mit diesem Thema beschäftigen wollen. Andere begeistern sich für freie Software und kümmern sich daher unter anderem um die Technik.

Bei mir ist es eben ein gewisser Weltretter-Idealismus, der mich antreibt. Und dass dieser Idealismus durchaus politisch ist, wissen wir nicht erst seit der Sperre von Wikipedia durch die türkische Verwaltung.

Was hat das mit der AFD zu tun? Nun, MAGISTER identifiziert sich mit der AFD, die ich als eine Partei kennen gelernt habe, deren Ausrichtung einer Reihe von Wikipedia-Grundprinzipien entgegensteht: nämlich den Idealen der Aufklärung, der wissenschaftlichen Methode und des toleranten Umgangs miteinander. Das passt mit meinem Selbstverständnis als Wikipedianer nicht zusammen. Deshalb war mir die Zusammenarbeit mit MAGISTER im Schiedsgericht unmöglich, auch wenn es um ein „unpolitisches“ Thema wie die Entscheidungsfindung im Schiedsgericht ging. Deswegen bin ich zurückgetreten und habe meine Entscheidung entsprechend begründet.

Ein Skibergsteiger auf dem Gran Paradiso.

Damit keine Missverständnisse entstehen: Es ist wie gesagt okay, wenn andere Wikipedianer meinen Idealismus nicht teilen. Und vielleicht sollte ich außerdem noch klarstellen, dass mir keinerlei regelwidriges Verhalten MAGISTERs bekannt ist – es geht mir also nur um die Unvereinbarkeit von Parteiamt und Rolle in der Community aus der Sicht meines Selbstverständnisses als Wikipedianer.

Zum Schluss möchte ich alle Leser auffordern, sich an der noch bis heute Abend laufenden Wahl zum nächsten Schiedsgericht zu beteiligen. In jedem Fall wünsche ich dem nächsten Schiedsgericht eine konstruktive Arbeitsatmosphäre und das Vertrauen der Community in seine Arbeit. Die Bilder im heutigen Beitrag stammen von einem guten Freund, der sich für Bergsteigen, Jazz, internationale Beziehungen und Fotografie interessiert. Ich freue mich enorm, dass ich ihn in überzeugen konnte, in diesem Jahr an Wiki Loves Earth teilzunehmen.

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29. April 2017: Con moto.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ich sitze gerade im Zug auf dem Weg nach München: Der Beck-Verlag hat mich eingeladen, mit der Geschäftsführung der juristischen Sparte des Unternehmens einmal allgemein über Wikipedia und Freies Wissen zu sprechen. Entstanden ist dieser Kontakt aus meinem Vortrag an der Fernuni in Hagen – über den, wie es so schön heißt, der Kurier berichtete. Während der Fahrt durch ein wunderschönes maigrünes Deutschland ist Zeit, darüber zu berichten, was mich gerade im Präsidium so beschäftigt:

Am vergangenen Wochenende habe ich als Vertreter des Präsidiums auf Initiative von Till Mletzko (WMDE), Abraham Taherivand (WMDE) und Martin Kraft an einem Workshop zur Gestaltung der jährlichen Spendenkampagne des Vereins in der Geschäftsstelle in Berlin teilgenommen. Einen ganzen Tag lang haben wir uns den Kopf zerbrochen, wie wir auf der Grundlage des Beschlusses der letzten Mitgliederversammlung gemeinsame Prinzipien für das Online-Fundraising des Vereins aufstellen können. Der Workshop war aus meiner Sicht enorm erfolgreich, was den Beiträgen der drei „Gastgeber“ und von Cirdan, DerHexer, Ghilt und Sargoth aus der Community und Gabriel Birke (WMDE), Jan Dittrich (WMDE), Kai Nissen (WMDE) und Tobias Schumann (WMDE) aus der Geschäftsstelle zu verdanken ist – ich selbst habe mich eher zurückgehalten. Die Ergebnisse sollen demnächst veröffentlicht und auf der 20. Mitgliederversammlung am 17. Juni in Wikivoyage-Logo-v3-en.svg Bamberg vorgestellt werden.

Mit der Vorbereitung der nächsten Mitgliederversammlung beschäftigt sich gerade auch der Präsidiumsausschuss „Communitys und Mitglieder“ (bestehend aus Jojoon, Seewolf und mir) in enger Zusammenarbeit mit Annika Möller (WMDE), der neuen Mitgliederbetreuerin des Vereins. Die Einladungen zum „Tag des Freien Wissens“ sollen in der kommenden Woche versendet werden und ich hoffe, viele von euch in Bamberg zu sehen.

Unter anderem wollen wir auf der Mitgliederversammlung diskutieren, wie wir die Rolle von Wikipedia und Wikimedia mit den „Fake News“ und „Postfaktizität“ verstehen: Ist Wikipedia das Antidot zu den genannten Phänomenen? Oder gefährden sie die Wikimedia-Projekte? Dazu freue ich mich natürlich auch über Anmerkungen in der Kommentarspalte, denn im Präsidium beschäftigt mich das Thema gerade auch in einer Arbeitsgruppe mit Sabria und Seewolf, unterstützt von John Weitzmann (WMDE).

Zum Schluss: Es gibt einen neuen Artikel, Musikrecht, von dem ich nie gedacht hätte, dass er noch ein Rotlink wäre. Die Nachhaltigkeitsinitiative hat mittlerweile über 300 Unterstützer. Und leider, leider verlässt meine ehemalige Chefin Mpaulson (WMF) die Wikimedia Foundation, so dass ich ihr auf der Wikimedia-Mailingliste für ihre phänomenale Arbeit in den letzten Jahren gedankt habe.

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Viel Spaß in München! Ich hoffe und gehe mal davon aus, dass du ein volles Programm hast, aber falls du dich wider Erwarten doch abends im Hotel langweilen solltest, bist du herzlich auf ein Bier (oder ein anderes Getränk deiner Wahl) bei mir eingeladen! --Tkarcher (Diskussion) 13:53, 29. Apr. 2017 (CEST)
Oder ins WikiMUC! -- Michi 14:01, 29. Apr. 2017 (CEST)
Warum nicht zur Auer Dult, Maidult ist jetzt, da ist es lustiger und nicht so dröge? Dienstag treffen wir (Münchner WMDE-Vereinsmitglieder) uns zu einem kleinen Feierabend-Umtrunk, um 17 Uhr. Du bist herzlich eingeladen Gnom, gib Laut wenn Du Zeit hast?! Grüße --Pimpinellus((D)) • WikiMUC • 15:48, 1. Mai 2017 (CEST)
Hallo Tkarcher, Michi, Pimpinellus und auch h-stt, vielen Dank für eure freundlichen Einladungen. Da ich nur zweieinhalb Tage in der Stadt war und bei jedem München-Besuch immer meine in der Stadt lebenden Freunde und Verwandten (und zunehmend ihre Kinder) besuchen muss und will, war mein Terminkalender leider rappelvoll. Ich komme aber natürlich mal wieder vorbei und werde es dann endlich auch mal ins WikiMUC schaffen. Gruß, --Gnom (Diskussion) 21:02, 1. Mai 2017 (CEST)

Dank Dir Gnom für die Rückmeldung, sicherlich sehen wir uns dann spätestens am 17. Juni in Bamberg zur WMDE-Mitgliederversammlung, es sei denn, es gelingt Dir im Vorfeld oder im Nachgang ein Abstecher gen Süden nach München, wir würden uns freuen! Gruß --Pimpinellus((D)) • WikiMUC • 10:10, 2. Mai 2017 (CEST)

19. April 2017: Maestro.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Dirigierstab – Testfoto für Wiki Loves Music aus dem Wikipedia:Kontor Hamburg.

Wie versprochen möchte ich auch noch kurz schildern, wie ich den Vorstandswechsel von Christian Rickerts (WMDE) zu Abraham Taherivand (WMDE) erlebt habe.

Es geschah alles enorm plötzlich – Christians Ernennung zum Staatssekretär ging binnen weniger Tage über die Bühne. In Windeseile mussten wir im Präsidium eine Übergangslösung finden und uns auf eine Kommunikation der Nachricht nach außen einigen. Intern hatte die Angelegenheit den Codenamen Operation M41 – benannt nach der offenbar berühmt-berüchtigten Berliner Buslinie, die das Tempelhofer Ufer mit dem Abgeordnetenhaus verbindet. Informiert wurden so nach und nach Mitarbeiter, Mitglieder, Community und die Öffentlichkeit einschließlich der Presse.

Meine erster Gedanke nach Christians plötzlichen Anruf bei uns Anfang Dezember war: „Können wir hier nicht mal für eine Minute Ruhe einkehren lassen?“ Denn Christian war ja gerade erst einmal anderthalb Jahre im Amt gewesen. Um so mehr freue ich mich, dass wir mit Abraham schnell Ersatz gefunden haben und uns auf unserer letzten Präsidiumsklausur auch dafür entschieden haben, ihn auch als geschäftsführenden Vorstand einzustellen.

Letztlich haben wir Christian mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedet – denn nach dem, was man so hört, dürfen wir in Zukunft auf mehr Open Data aus der Berliner Landesverwaltung freuen. Daher: Herzlichen Dank, Christian, bleib uns gewogen!

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17. April 2017: Wikimedia Conference (III).[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das obligatorische Gruppenfoto.

Am letzten Wochenende war wieder Wikimedia Conference in Berlin. Zusätzlich zu den üblichen etwa 200 „Funktionären“ und Mitarbeitern der verschiedenen internationalen Wikimedia-Organisationen waren diesmal zusätzlich 150 Wikipedianer aus der ganzen Welt eingeladen, um ihre Perspektive in den derzeit laufenden Strategieprozess der Wikimedia Foundation einzubringen.

Auf diese Weise war die Wikimedia Conference diesmal schon fast eine kleine Wikimania. Ein wesentlicher Unterschied war jedoch, dass man uns drei Tage lang in einen großen Saal eines Berliner Konferenzhotels gesperrt hatte, um dort Ideen und Positionen für den WMF-Strategieprozess zu erarbeiten.

Wer mit diesem Thema wie ich zunächst nichts anfangen kann, sollte vielleicht einen Blick auf das „Strategy briefing“ werfen, das uns zur Verfügung gestellt wurde und welches die Rahmenbedingungen des Strategieprozesses aus Sicht der Wikimedia Foundation beschreibt. Wer sich auch einbringen möchte, sollte das unbedingt tun, und zwar hier: Wikipedia:Wiki 2030.

Los ging es für mich bereits am Vortag im Rahmen des „Pre-Conference Boards Training“, wo ich unter dem Titel „Beyond bylaws“ mit einer Gruppe von Chapter-Vorständen darüber gesprochen habe, wie man Geschäftsordnungen und andere Regelwerke dazu einsetzen kann, häufig auftretende Probleme besser zu regeln.

Konferenzgewusel (mit DerHexer und Raymond).

Auch während der weiteren Konferenz habe ich mich ab und zu vom Strategieprozess davongeschlichen und an kleineren Runden zu anderen Themen teilgenommen. Dazu gehörte ein Workshop mit dem Titel „Building strategic processes within the movement“, da wir uns im Präsidium gerade auch fragen, wie wir längerfristig planen wollen und uns dabei mit der Strategie der Wikimedia Foundation verzahnen können.

Am zweiten Tag habe ich kurz bei einer Vorstellung des „Community leadership development“-Programms der Wikimedia Foundation vorbeigeschaut, das ich sehr spannend finde. Denn als große Organisation müssen wir es ermöglichen, dass die Leute Verantwortung übernehmen (ein deutlich besserer Ausdruck als das seltsam klingende Wort „leadership“). Außerdem haben sich am Abend auf Initiative von Braveheart die Vertreter der deutschsprachigen Wikimedia-Organisationen zusammengefunden, unter anderem zum Austausch über die WMDE-Neuautorenkampagne.

Auf der Party am Samstagabend waren auch einige Berliner Wikipedianer (unter anderem Marcus Cyron und DasMonstaaa) und alte Wikimedia-Hasen (einschließlich Schreibvieh und Christian Rickerts (WMDE)). Am Sonntag habe ich dann unter anderem noch an einer Runde zur Kooptation in Vorständen teilgenommen – sehr spannend fand ich die Information, dass Wikimedia Israel plant, gezielt ein Mitglied der arabischen Gemeinschaft in den Vorstand zu berufen.

„Adapting to the eco­sys­tem of the inter­net“ – einer meiner beiden Vor­schläge für die neue WMF-Strategie.

Im eigentlichen Strategie-„Track“ habe ich mich mit zwei Ideen eingebracht, die kurz zusammengefasst so lauten:

  • Becoming a movement: Wir brauchen eine bessere Definition oder eine breiteres Verständnis des Begriffs ‚Wikimedia-Bewegung‘. Wir sollten mehr Menschen einladen, Teil davon zu sein und möglicherweise unsere bestehende Struktur überarbeiten.
  • Adapting to the ecosystem of the internet: Weil das Internet immer mobiler wird und sich zunehmend auf Plattformen abspielt, sollten wir die Website gemeinsam mit der Community und unter Rücksicht auf unsere Kernprinzipien besser an mobile Geräte anpassen, mehr mit Plattformen interagieren und die Wikipedia-Oberfläche modernisieren.

Daneben war natürlich wie jedes Mal der „hallway track“ ein wichtiges Element der Konferenz – ich habe ihn insbesondere dazu genutzt, für die Nachhaltigkeitsinitiative zu werben, zum Beispiel bei einer Tasse Tee mit der WMF-Technikchefin VColeman (WMF). Insgesamt war es ein prall gefülltes Wochenende, das als Erfolg gewertet werden kann. Auf Facebook habe ich geschrieben: „I think we all gained confidence in the strategy process. It is well-designed and the Wikimedians at the conference participated with great enthusiasm.“

Zum Schluss noch eine kleine Galerie mit „Beweisfotos“ und ein Link auf meinen neuesten Artikel: Heike Wiechmann.

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Was bedutet für Dich der Ausdruck Wikifant? Mich erinnert er an den Antifant. Daher mag ich ihn nicht. Auch wenn er nur leicht abwertend gemeint ist und keine pure Feindseligkeit ausdrückt. Grüße −Sargoth 17:18, 17. Apr. 2017 (CEST)
Hallo Sargoth, den Begriff „Antifant“ kannte ich noch gar nicht. Ich meine damit „Hardcore-Wikipedianer“. Beantwortet das deine Frage? Und sollte ich den Begriff „Wikifant“ zukünftig vermeiden? Gruß, --Gnom (Diskussion) 17:21, 17. Apr. 2017 (CEST)
In Bezug auf mich, bitte. :-) Ich habe dir aber extra noch Benutzerin:Anneke Wolf/Wikifant rausgesucht :)
Ach und dann wollte ich noch sagen, dass der Begriff Bewegung etwas ... naja peinlich klingt. Im Vergleich zu den „anderen“ Bewegungen. Ganz einfach, weil wir gesellschaftlich nichts bewegen (und viele auch gar nichts bewegen wollen, sondern „nur schreiben“). Teil der Open-Content-Bewegung, das klingt für mich gerade noch so okay. Ich würde mir aber wünschen, dass die Kommunikation der Foundation uns ein zusätzliches offizielles Wording gibt, dass glaubwürdiger klingt. LG −Sargoth 17:25, 17. Apr. 2017 (CEST)
Ich habe den Ausdruck "Wikifant" auch immer eher unangenehm wahrgenommen, als zumindest abschätzige Bezeichnung für gerade die Leute, die hier besonders engagiert sind. - Was mich noch interessieren würde: Wie wurden die eingeladenen Wikipedianer ausgewählt? Gestumblindi 17:51, 17. Apr. 2017 (CEST)
Ich habe den Begriff mal entfernt.
@Gestumblindi: Ich glaube man hat insbesondere Nutzer mit erweiterten Rechten eingeladen und auf geografische Diversität geachtet, bin mir da aber nicht sicher.
@Sargoth: Ich bin auch der Ansicht, dass wir momentan den Begriff "Bewegung" nicht so recht verdienen. Wenn du einen besseren Begriff weißt für eine Zustandsbeschreibung einerseits und andererseits für das, was wir sein wollen, immer her damit :-) Gruß, --Gnom (Diskussion) 18:26, 17. Apr. 2017 (CEST)
Die eingeladenen Wikipedianer für den Strategie-Teil wurden großteils von der WMF eingeladen, auf Vorschlag von Mitarbeitern der WMF. Etwas willkürlich, aber im Ergebnis dann doch halbwegs ok. Zumindest hatte man nicht das Gefühl, dass die meisten Teilnehmer nix beizutragen hätten. --Braveheart Welcome to Project Mayhem 11:21, 18. Apr. 2017 (CEST)

10. April 2017: Logokratie.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wer in der Wikipedia etwas erreichen möchte, braucht einen langen Atem.

Wenn ich Nicht-Wikipedianern die Funktionsweise von Wikipedia erklären und verdeutlichen möchte, wie bei uns Entscheidungsprozesse ablaufen, dann formuliere ich das häufig so: „Wikipedia ist eine ‚Logokratie‘ – es gewinnen diejenigen, die am längsten reden.“

Wie ich mittlerweile weiß, hat dieser Begriff bereits verschiedene andere Bedeutungen: Bei Kurt Hiller bezeichnet ‚Logokratie‘ eine ‚Herrschaft der Vernunft‘. Das klingt auch schön und natürlich wünschen wir uns das für die Wikipedia. Fritz Mauthner und andere verwendeten den Begriff jedoch im Rahmen einer Forderung, man möge seine Worte mit Bedacht wählen, da sie Macht über andere ausüben. Auch dem kann ich zustimmen. Höchste Zeit, darüber mal einen Artikel anzulegen, oder? Hier, bitteschön: Logokratie.

Mein eigentlicher Gedanke aber ist: Wer in der Wikipedia etwas ändern möchte, braucht einen langen Atem. Und das gilt für Wikimedia nicht weniger.

Bereits seit Ende 2014 bemühe ich mich darum, dass die Wikipedia-Server mit Ökostrom betrieben werden, damit wir angesichts der bevorstehenden Klimakatastrophe unserer Verpflichtung gerecht werden und außerdem ein Zeichen für den Rest des Internets setzen. Auslöser war eine entsprechende Initiative von Greenpeace.

Der Auslöser: Wikipedia erhält 2014 ein vernichtendes Votum von Greenpeace.

Die Frage war nur: Wie bringe ich eine große Organisation wie die Wikimedia Foundation dazu, meine Idee umzusetzen? Es fängt damit an, dass viele US-Amerikaner nicht einmal wissen, was Ökostrom ist. Und die bei manchen Wikipedianern beliebte „Fackeln und Mistgabeln“-Methode wollte ich nicht anwenden. Aber ganz einfach zivilisiert mit mir reden wollte auch keiner so recht – wie man zum Beispiel hier oder hier sehen kann.

Nach vielen, vielen Rückschlägen und hunderten (das ist kein Witz!) von E-Mails sowie Telefonaten und Videokonferenzen mit verschiedenen Mitarbeitern der Wikimedia Foundation war klar: Ich muss ganz oben anfangen, und ich muss beweisen, dass meine Idee die breite Unterstützung der Community genießt.

Das Logo meiner „Nachhaltigkeitsinitiative“.

Also habe ich im Sommer 2015 gemeinsam mit Aubreymcfato auf Meta eine Projektseite angelegt. Auf dieser Seite habe ich erklärt, was das Problem ist, wie ich es lösen möchte, und dass man bitte unterschreiben möge, um die Idee zu unterstützen. Dann habe ich angefangen, behutsam für die Idee zu werben – nicht im Wikipedia-Kurier, nicht auf einer großen Mailingliste, sondern durch persönlichen Kontakt zu Wikipedianern, die sich durch Babelboxen oder die Mitarbeit in entsprechenden Portalen als „Grüne“ identifizieren. Zum Beispiel habe ich alle polnischen Wikipedianern mit der, die zuletzt aktiv waren, durch eine Nachricht auf der Benutzerseite (auf Polnisch) zur Unterschrift aufgefordert.

Stand heute unterstützen 260 Wikipedianer aus der ganzen Welt die Idee. Und kaum habe ich mein Projekt zwei Jahre lang verfolgt, hat das Kuratorium der Wikimedia Foundation einen offiziellen Beschluss gefasst, dass sich die Foundation verpflichtet, nach Wegen zu suchen, die Auswirkungen ihres Handelns auf die Umwelt zu reduzieren.

Auf der Wikimedia Conference 2016.

Damit ist die Arbeit nicht getan. Im Gegenteil: Jetzt geht es erst richtig los, denn ich muss einen Weg finden, das Operations-Team der Wikimedia Foundation zu überzeugen, den Beschluss auch umzusetzen. Und bislang bewegen sich die zuständigen Mitarbeiter keinen Zentimeter. Im Gegenteil: Im Laufe dieses Jahres werden in Singapur weitere Wikipedia-Server ans Netz gehen – und in Singapur gibt es überhaupt keinen Ökostrom.

Also werde ich weiter um Unterschriften auf meiner Meta-Seite werben. Letzte Woche habe ich auf der Wikimedia Conference erneut einen kurzen Vortrag über die Initiative gehalten und extra über zweihundert Aufkleber drucken lassen (selbstverständlich PVC-frei) und verteilt und hoffe, dass sie auch in San Francisco auf möglichst vielen Laptop-Hüllen landen. Für die Wikimania in Montreal habe ich einen Vortrag eingereicht. Und werde wahrscheinlich noch einmal hunderte E-Mails senden müssen, bis das Ziel erreicht ist.

Ich bleibe dran.

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Finde ich nach wie vor eine super Sache! Hast du schon mal darüber nachgedacht, einen kleinen Flyer dafür zu gestalten? Die könnte man nicht nur auf Konferenzen verteilen, sondern auch in den Wikipedia-Büros auslegen. Die Verteilung im WP:WikiMUC könnte ich gerne übernehmen. --Tkarcher (Diskussion) 19:49, 8. Apr. 2017 (CEST)
Hm, vielleicht wäre das eine Idee. --Gnom (Diskussion) 23:04, 8. Apr. 2017 (CEST)

22. März 2017: Die 19. Mitgliederversammlung.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Mitgliederversammlung.

So, los geht's mit der Vergangenheitsbewältigung... Zunächst also mein Bericht von der 19. Mitgliederversammlung, die am 26. November 2016 in der Kalkscheune in Berlin stattfand. Ein offizieller Bericht ist ja bereits wie immer im Vereinsblog erschienen und auch das Protokoll wurde schon veröffentlicht. Teilgenommen haben wieder knapp 100 Vereinsmitglieder – eine Zahl, an der wir arbeiten müssen, aber dazu unten mehr.

Los ging es mit den Berichten des Präsidiums – Bücherwürmlein erzählte unter anderem von der erfolgreichen Suche nach einem neuen Geschäftsführer (little did he know), der Verlängerung des Fundraising Agreement und der Vereinbarung zur Finanzierung von Wikidata mit der Wikimedia Foundation und unseren Bemühungen um bessere Planungsprozesse. Der darauf folgende Bericht von Christian sorgte teilweise für fragende Gesichter, weil einige ein Resümee über das Jahr 2016 erwarteten, was im November vielleicht bereits möglich, aber nicht vorgesehen war. Hier müssen wir uns beim nächsten Mal besser vorbereiten.

Dann haben wir den Jahresplan für 2017 beschlossen, der die Arbeit des Vereins in fünf Schwerpunkten und drei Handlungsfeldern zusammenfasst:

Der Jahreskompass 2017.
Blick in einen Wikidata-Einführungskurs.
Das neu gewählte 5. Präsidium.

Im Anschluss haben wir den Governance Review endlich offiziell abgeschlossen, unter anderem durch ein paar letzte Satzungsänderungen und die Genehmigung der neuen Geschäftsordnung Interessenkonflikte. Der allerletzte Baustein, das Präsidiumshandbuch, wird in den nächsten Tagen im Vereinswiki und auf Meta veröffentlicht werden.

Dann wurde gewählt: Zunächst haben wir Lena Stammler und DaB. zu Kassenprüfern bestimmt. Bücherwürmlein ist neuer alter Vorsitzender, sebmol bleibt Schatzmeister. Die Beisitzerwahl ging denkbar knapp aus: Gewählt wurden Kurt, Sabria, Johanna (als einzige neu im Gremium), Seewolf und ich. Nicht wieder gewählt wurde damit Jürgen; Catrin und Theredmonkey waren nicht wieder angetreten. Den dreien sei an dieser Stelle an großes Dankeschön für die tolle Zusammenarbeit in den vergangenen zwei Jahren ausgesprochen.

Theredmonkey (ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich das mit den Wikipedia-Benutzernamen hier auf Dauer durchhalte) wird stattdessen eine neue Arbeitsgruppe Politik ins Leben rufen.

Und dann war da Martins Dringlichkeitsantrag zur Gestaltung der Fundraising-Banner – der mich ehrlich gesagt aus allen Wolken fallen ließ, insbesondere weil zum Thema Bannerkampagne auf der WikiCon eine Gesprächsrunde stattgefunden hatte und ich irgendwie auch wegen der recht wenigen Diskussionen hierzuwiki dachte, dass ein ausreichender Austausch stattfinde. Damit lag ich offenbar falsch und werde daher versuchen, weiterhin hier und anderswo als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen und das Gespräch zu suchen. Wir haben Martins Antrag in einer etwas veränderten Fassung angenommen und ich bin als Vertreter des Präsidiums Teil der Arbeitsgruppe aus Vertretern des Vereins und der Community, die bis zur nächsten Spendenkampagne ähnlich zu den Förderrichtlinien Fundraising-Prinzipien erarbeiten soll – dazu bald mehr.

Zum Schluss möchte ich natürlich noch Akl und der in dieser Rolle neuen A ka es für die wunderbare Sitzungsleitung danken. Parallel zur Mitgliederversammlung fanden außerdem insbesondere für die anwesenden Nichtwikipedianer Einführungskurse zu Wikipedia und Wikidata statt, von denen ich keinen besucht, aber Gutes gehört habe.

Für die nächste Mitgliederversammlung, die am 17. Juni im schönen Bamberg stattfindet, denken wir uns gerade wieder ein paar neue Elemente aus, um noch mehr inhaltlichen Austausch zu ermöglichen und die Veranstaltung attraktiver zu machen – denn der Verein zählt mittlerweile stolze 50.000 Mitglieder.

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"eine Zahl, an der wir arbeiten müssen, aber dazu unten mehr". Beziehst Du Dich damit auf den letzten Satz Deines Beitrages oder auf einen, den Du schreiben wolltest, aber dann nicht geschrieben hast? --emha db 15:51, 22. Mär. 2017 (CET)
Hallo emha, genau – angesichts der Größe von Verein und Community wünschen wir uns, dass mehr Mitglieder auf den Mitgliederversammlungen ihre Stimme einbringen. Gruß, --Gnom (Diskussion) 16:01, 22. Mär. 2017 (CET)

19. März 2017: Reprise und Exposition.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es hilft ja nichts: Ich muss wieder mit dem Bloggen anfangen. Statt zu jammern, mache ich mal ein paar vollmundige Versprechungen zu den Themen, über die ich in den nächsten Tagen berichten will:

Bebildert werden soll das ganze anders als in der letzten Amtszeit nicht mit Japanischen Gärten, sondern mit Musikinstrumenten. Denn schon vor unserem GLAM on Tour-Wochenende im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg im Juni (bitte hier anmelden!) bemühe ich mich um Bilderspenden namhafter Instrumentenhersteller – und das Ergebnis kann sich meiner Meinung nach wirklich sehen lassen:

Eine Bassflöte (Yamaha YFL-B441S).

Und damit nicht der Eindruck entsteht, ich sei vor lauter Fotos In der Zwischenzeit auf Wikipedia untätig gewesen: Seit meinem letzten Eintrag an dieser Stelle habe ich immerhin ein paar Artikel geschrieben, nämlich Dana Beldiman, Women in Film and Television (für die FilmFrauen), Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg und Spiegel-Kantine (Artikelüberarbeitung und Neuanlage für Wiki Loves Music), Offen-DefinitionSusan Denham und Anita Ratschwelischwili und Manana Doidschaschwili (für Jcornelius als später Beitrag zum Asiatischen Monat 2016).

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Gute Idee (wieder mit dem Bloggen anfangen, meine ich)! Ich bin gespannt... Tkarcher (Diskussion) 15:01, 20. Mär. 2017 (CET)
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17. Dezember 2016: Vertretung.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehr viel ist passiert seit meinem letzten Beitrag und deshalb kam ich auch leider nicht zum Bloggen. Stattdessen verweise ich auf die sehr hörenswerte 33. Episode von „WikiStammtisch“, in der Kurt Jansson den ganz großen Bogen von den Anfängen der deutschsprachigen Wikipedia zu aktuellen Ereignissen bei Wikimedia Deutschland schlägt.

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