Benutzer:Gnom/Blog

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3. Dezember 2019: Hållbar.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Und noch ein „Auswärtsspiel“: Im Blog von Wikimedia Sverige ist ein Interview mit mir über die Nachhaltigkeitsinitiative auf Schwedisch und Englisch erschienen.

26. November 2019: Bewertung.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ich habe „fremdgebloggt“, und zwar im Wikimedia Space, einer neuen Diskussionsplattform, die die Wikimedia Foundation gerade testet: Unter dem Titel „Towards a more sustainable Wikimedia Movement“ gibt es Neuigkeiten von der Nachhaltigkeitsinitiative.

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Hm, *noch* eine Diskussionsplattform? Nach Meta, Outreach, diversen Mailinglisten und natürlich den stark frequentierten Diskussionsseiten der grossen Projekte wie en-Wikipedia... droht da nicht eine Verzettelung? Gestumblindi 12:39, 3. Dez. 2019 (CET)
Hallo Gestumblindi, die Idee ist wohl, die Diskussionen, die aktuell auf Facebook und auf den Mailinglisten sowie auf obskuren Meta-Seiten stattfinden, dort zu bündeln. --Gnom (Diskussion) 13:55, 3. Dez. 2019 (CET)


12. August 2019: Demonstration.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Cirdan auf der Demo gegen Artikel 13.

In meinem letzen Beitrag ging es um die Aktivitäten des Präsidiums seit unserer Wahl im letzten Dezember – heute möchte ich darüber berichten, was sonst so los war. Denn auch wenn die Präsidiumsarbeit sehr viel Zeit beansprucht (etwa einen vollen Tag pro Woche am Schreibtisch, dazu kommen noch Auswärtstermine) bin ich sehr froh darüber, weiterhin auch zur Enzyklopädie und zum „Drumherum“ beitragen zu können.

Am Anfang des Jahres habe ich zum Beispiel ein wenig „Pressearbeit“ gemacht: Zu Neujahr habe ich wie immer im Kurier über den Public Domain Day berichtet. Weil in diesem Jahr erstmals auch die USA wieder Werke in die Gemeinfreiheit entlassen haben, hat Netzpolitik.org den Beitrag aufgegriffen. Ende Januar war ich dann Studiogast in der Fernsehsendung ARD Buffet zum Thema „So geht Wikipedia“ – und habe live im Fernsehen eine Frikadelle gegessen. Im März war ich für Freies Wissen demonstrieren und mit einer Stellungnahme zum Wikipedia-„Streik“ wegen der EU-Urheberrechtsreform in der Tagesschau zu sehen.

In der Bibliothek des IMMH.

Außerdem habe ich mich auf Twitter in die „#wikifueralle“-Debatte eingeschaltet und Theresa Hannig zu einer Podiumsdiskussion auf den Tag des Freien Wissens vor unser Mitgliederversammlung im Juni eingeladen. Ich hoffe, dass ich so das beiderseitige Unverständnis über die Position der „anderen Seite“ ein bisschen reduzieren konnte. (Im Kontor Hamburg haben Uwe Rohwedder und Enter dazu übrigens einen Podcast mit der Autorin Lena Falkenhagen produziert.)

Ich habe auch wieder ein paar neue Artikel in der Wikipedia geschrieben: Im Rahmen des von Southpark angestoßenen Projektwochenendes WP:Ahoi sind León-Brücke, Kaispeicher B, Knochenschiff und Seeleute-Ausweis entstanden. Für dieses Projekt habe ich eine Kooperation mit dem Internationalen Maritimen Museum Hamburg angestoßen und aus diesem Anlass gleich den Artikel über das Museum von Grund auf überarbeitet. Auf Anregung einer Freundin stieß ich auf die Influencerin Selina Mour, beim Abendessen mit Bekannten auf Huu Phuc Nguyen und bei der Arbeit auf NOYB.

Die Mitglieder dreier internationaler Strategie-Arbeitsgruppen bei einem Treffen in Berlin im Februar 2019

Anfang des Jahres bin ich außerdem im Rahmen des internationalen Strategieprozesses für Abraham Taherivand in die Arbeitsgruppe „Roles and Responsibilities“ nachgerückt. Dort hatte ich die Aufgabe, meine Perspektive in die Erarbeitung von Vorschlägen für eine neue Struktur des Wikiversums einzubringen. Es folgten regelmäßige Telefonkonferenzen, Online-Diskussionen und Arbeitswochenenden Mitte Februar in Berlin, Ende März während des Wikimedia Summit (früher: Wikimedia Conference) in Berlin und Anfang Juli in Utrecht. Vor ein paar Tagen wurden die ersten Entwürfe veröffentlicht, sie können hier diskutiert werden. Wir überlegen vorzuschlagen, das Wikiversum zukünftig deutlich dezentraler zu organisieren; auch in den Vorschlagsentwürfen der anderen Arbeitsgruppen finden sich teilweise sehr „mutige“ Ideen. Leseempfehlung!

Diese Woche bin ich auf der Wikimania in Stockholm und dort zusammen mit Joy Agyepong aus Nigeria zuständig für den Strang des Konferenzprogramms, der sich mit Umweltthemen beschäftigt. Unter anderem werden wir die Bezüge zwischen Freiem Wissen und der Klimakrise diskutieren und die Wikimedia Foundation wird als Reaktion auf mittlerweile von über 550 Benutzern getragene Nachhaltigkeitsinitiative ihren ersten „Nachhaltigkeitsbericht“ vorlegen. Der Bericht soll Startschuss sein für ein offizielles Wikimedia-Nachhaltigkeitsprogramm. Auch sonst ist meine Wikimania-Woche natürlich dicht gepackt mit Besprechungsterminen.

Zum Schluss kann ich eine Premiere vermelden: Das Präsidium ist in diesem Jahr vollzählig auf der Wikimania und wir werden die Gelegenheit nutzen, uns hier vor Ort zu den Auswirkungen der Strategieempfehlungen auf den Verein und auf die deutschsprachige Community auszutauschen.

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19. Juni 2019: Die 24. Mitgliederversammlung.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Mitgliederversammlung.

Lange habe ich an dieser Stelle nichts mehr von mir hören lassen. Auf der Mitgliederversammlung am vergangenen Sonntag habe ich jedoch den offiziellen Bericht des Präsidiums vorgetragen, den ich hier etwas gekürzt wiedergeben möchte. (Inhaltlich spannender war natürlich der Bericht des Vorstands.)

Wie ihr wisst, wird das Präsidium von der Mitgliederversammlung gewählt und hat die Aufgabe, die strategische Ausrichtung des Vereins festzulegen und die Arbeit des geschäftsführenden Vorstands zu beaufsichtigen. In meinem Bericht geht es also darum, wie wir diese beiden Aufgaben erfüllt haben. Zunächst möchte ich jedoch kurz auf ein paar interne Themen eingehen.

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Das neue Präsidium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf unserer konstituierenden Sitzung haben wir Sabria David und Harald Krichel zu stellvertretenden Vorsitzenden bestimmt und dann zügig den Prozess für die Kooptation angestoßen. (Bei der Kooptation geht es darum, dass das von den Mitgliedern gewählte Präsidium bis zu zwei Personen dazuberufen kann, um zusätzliche Erfahrungen und Kompetenzen hinzuzuholen oder die Vielfalt des Gremiums zu erhöhen. Das ist wichtig, weil wir angesichts der durch die Größe des Vereins bedingten Verantwortung möglichst breit aufgestellt sein wollen.)

Wie in der letzten Amtszeit haben wir uns daher angesehen, welche Aufgaben in der vor uns liegenden Amtszeit anstehen und davon ausgehend ein Anforderungsprofil mit den gesuchten Erfahrungen und Kompetenzen beschlossen. Zusätzlich haben wir uns – auch als Reaktion auf die Diskussion auf der letzten Mitgliederversammlung – dazu entschieden, die Ausschreibung dieses Mal auf nicht-männliche Personen zu beschränken. Die Reaktion darauf war sehr positiv: Wir haben über 80 Empfehlungen zu potentiellen Kandidatinnen erhalten und nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren schließlich Mirjam Stegherr und Helene Hahn ins Präsidium berufen.

Helene ist Open-Data-Aktivistin und dem Verein durch ihre Tätigkeit für die Open Knowledge Foundation und insbesondere als Mitbegründerin des Kultur-Hackathons Coding Da Vinci dem Verein schon länger verbunden. Sie bringt damit Erfahrungen in allen drei Handlungsfeldern des Vereins mit: in der Arbeit mit Freiwilligen, im Technologiesektor sowie in der Arbeit für Freies Wissen im Politik- und Kulturbereich. Mirjam bereichert das Präsidium durch einen großen Erfahrungsschatz und ihre Kontakte in den Bereichen Kommunikation und Politik. Sie ist seit 20 Jahren in der Medien- und Kommunikationsbranche tätig und war von 2012 bis 2016 Leiterin der Stabsstelle Kommunikation, Pressesprecherin und Mitglied der Geschäftsleitung beim Verbraucherzentrale Bundesverband. Seit 2016 arbeitet sie als freie Journalistin, Moderatorin und Kommunikationsberaterin. Wir haben euch die beiden schon im Vereinsblog vorgestellt und ich freue mich riesig, dass sie uns unterstützen.

Präsidium und Vorstand von Wikimedia Deutschland im April 2019

Dieses jetzt neunköpfige Präsidium bleibt noch bis zur nächsten Mitgliederversammlung im Juni 2020 (übrigens in Kassel) im Amt. Bei unser internen Organisation haben wir entschieden, innerhalb des Präsidiums weniger permanente Ausschüsse mit allgemeinen Zuständigkeiten zu gründen und stattdessen für ausgewählte Fragestellungen und einzelne Projekte zeitlich beschränkte Arbeitsgruppen zu bilden.

Mit der Frage des Frauenanteils im Präsidium und unter den Aktiven im Verein zum Beispiel werden wir uns weiter beschäftigen und haben dazu eine Arbeitsgruppe bestehend aus der eben erwähnten Mirjam Stegherr und der bei der letzten Wahl aus dem Präsidium ausgeschiedenen Johanna Niesyto ins Leben gerufen. Ziel dieser Arbeitsgruppe ist es, die Diversität in den Vereinsgremien von Wikimedia Deutschland zu verbessern. Im ersten Schritt geht es um das Präsidium als Aufsichtsgremium und die Kandidatur von Frauen. Die Arbeitsgruppe soll Handlungsempfehlungen finden, wie unterschiedliche Personen dafür gewonnen werden können, sich zur Wahl zu stellen. Die Ergebnisse sollen dann in die Vorbereitung der Präsidiumswahl 2020 durch unseren mit Kilian Kluge und Harald Krichel besetzten Board Governance-Ausschuss einfließen. Im zweiten Schritt soll es um die Frage gehen, wie die Diversität in anderen Gremien und an der “Basis” des Vereins ausgebaut werden kann, da sie der Ausgangspunkt für Mitglieder sind, die sich letztlich zur Wahl stellen. Diese Arbeitsgruppe will dafür unter anderem Organisationen und Expert/innen kontaktieren, die sich bereits mit dem Thema auseinandergesetzt haben, um von ihnen zu lernen und die Erkenntnisse auszuarbeiten. Wenn unter euch jemand Erfahrungen in dem Gebiet hat oder Empfehlungen, sprecht Mirjam gern an.

Außerdem wollen wir auf der Grundlage der von Andrea Knabe-Schönemann auf der letzten Mitgliederversammlung angestoßenen Diskussion unsere politische und gesellschaftliche Haltung nach außen konkretisieren, insbesondere auch im Umgang mit politischen Parteien. Gemeinsam mit unserem Leiter Politik und Recht John Weitzmann soll eine mit Helene Hahn und Sabria David besetzte Arbeitsgruppe dazu Expertenmeinungen einholen, Optionen ausloten und schließlich eine konkrete Handlungsempfehlung aussprechen, die wir euch ebenfalls auf der nächsten Mitgliederversammlung vorstellen werden.

Aufsicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Mitgliederversammlung.

Bei der Aufsicht über den geschäftsführenden Vorstand, der ersten wichtigen Aufgabe des Präsidiums, führen wir die Formate aus der letzten Amtszeit fort: Abraham Taherivand berichtet uns monatlich über Fragen der Organisationsentwicklung und zu neuen Partnerschaften sowie über den aktuellen Stand der Finanzen. Außerdem telefonieren wir einmal im Monat und besprechen aktuelle Themen. Quartalsweise folgt dann ein systematischer Report des Vorstands an das Präsidium zum aktuellen Stand bei den für das Jahr gesetzten programmatischen Zielen der Geschäftsstelle. Dabei sehen wir uns Fortschritte und Hindernisse bei der Zielerreichung und die Organisationsentwicklung von Wikimedia Deutschland an. Einzelne Vorgänge in der Geschäftsstelle sind dabei nur selten ein Thema, zum Beispiel wenn darüber in der Öffentlichkeit oder in der Community diskutiert wird. Dann legen wir den Fokus aber auf die dahinter stehenden grundsätzlichen Abläufe und Fragen, um nicht in die Geschäftsführung des Vorstands einzugreifen. Bereits auf unserer Klausur Ende Februar haben wir außerdem einen abschließenden Blick auf das vergangene Jahr geworfen. Nach der Erstellung und Prüfung des finanziellen Jahresabschlusses für 2018 haben wir diesen auf unserer zweiten Klausur Ende April ebenfalls besprochen. Die Details zu unserer Aufsichtsführung könnt ihr dem euch vorliegenden Aufsichtsbericht entnehmen, den Daniel Reisener als Schatzmeister federführend vorbereitet hat.

Die Aufsicht des Präsidiums über den Vorstand und die Aufgabenverteilung zwischen Präsidium und Vorstand wollen wir auch in dieser Amtszeit weiterentwickeln: Eine Arbeitsgruppe des Präsidiums bestehend aus Sabria David und Mirjam Stegherr soll die Rolle des Präsidiums bei der Außenkommunikation des Vereins besser definieren. Schließlich werden wir in diesem Jahr die Mechanismen des Vereins zur Einhaltung gesetzlicher Vorschriften (die so genannte Compliance) prüfen und weiter professionalisieren. Dazu haben wir eine Arbeitsgruppe bestehend aus Harald Krichel und Daniel Reisener eingesetzt, die den Vorstand bei dieser Aufgabe berät. Schließlich kümmert sich der aus Peter Dewald, Daniel und mir bestehende Vorstandsausschuss um die vertraglichen Belange des geschäftsführenden Vorstands.

Strategie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die von der Mitgliederversammlung 2018 beschlossenen Handlungsfelder und Strategien von Wikimedia Deutschland.

Die zweite wichtige Aufgabe des Präsidiums neben der Aufsicht ist, die strategische Ausrichtung des Vereins weiterzuentwickeln – das heißt, auf welche großen Linien wir uns in unserer programmatischen Arbeit bei Wikimedia Deutschland konzentrieren. Wie, also mit welchen konkreten Projekten diese Strategien umgesetzt werden, ist dann Aufgabe der Geschäftsstelle bei der jährlichen Maßnahmenplanung.

Auf der letzten Mitgliederversammlung im Dezember hatten wir vom Präsidium vorgeschlagene längerfristige Strategien für die drei programmatischen Handlungsfelder des Vereins beschlossen. Diese Strategien müssen jetzt umgesetzt werden – und das braucht Zeit. Für uns als Präsidium bedeutet das, dass wir das Rad hier nicht ständig neu erfinden wollen. Wir werden uns aber im Laufe unserer Amtszeit ansehen, wie die Umsetzung verläuft und ob wir an einzelnen Stellen etwas anpassen müssen. Das sieht in der Praxis so aus, dass der Vorstand uns über die getroffenen Maßnahmen berichtet und uns strategische Fragen zur Entscheidung vorlegt, wenn er eine Notwendigkeit für Änderungen erkennt. Auf unserer nächsten Klausurtagung im September werden wir einen ersten solchen strategischen Dialog mit dem Vorstand führen, den wir dann 2020 wiederholen wollen. Wenn sich daraus dann Änderungen an den Strategien ergeben, werden wir sie wie im letzten Dezember beschlossen der Mitgliederversammlung zur Entscheidung vorlegen.

Ich kann daher noch nicht im Detail sagen, welche strategischen Fragen sich uns in dieser Amtszeit stellen werden, sondern nur auf ein Thema hinweisen, das wir aktuell besonders im Blick haben: Zur Gewinnung neuer Ehrenamtlicher für die Wikimedia-Projekte wollen wir im Gremium bis zur Klausur im September im Präsidium ein Meinungsbild auf strategischer Ebene anstoßen. Dafür haben wir eine Arbeitsgruppe gegründet, die aus Helene Hahn, Kilian Kluge, Peter Dewald und Marcus Cyron besteht. Ob oder in welcher Form wir das Thema dann auf der Klausurtagung tatsächlich als einen strategischen Schwerpunkt behandeln, wird sich im Ergebnis dieser Meinungsbildung erst noch zeigen.

Ausblick I: die Umsetzung der strategischen Ausrichtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Wissen als Dienst“ und „Gerechtigkeit des Wissens“

Schließlich möchte ich eure Aufmerksamkeit noch auf die Strategie von Wikimedia auf internationaler Ebene lenken, die für uns hier in Deutschland natürlich ebenfalls eine entscheidende Rolle spielt. In der Mitgliederversammlung hatten wir uns zuletzt im November 2017 mit diesem Thema beschäftigt. Wikimedia Deutschland hatte sich damals aufgrund eines einstimmigen Beschlusses der Mitgliederversammlung der strategischen Ausrichtung für die weltweite Wikimedia-Bewegung mit dem Titel „Dienst und Gerechtigkeit“ angeschlossen: Die internationale Strategie hat das Ziel, dass die Wikimedia-Bewegung bis 2030 die zentrale Infrastruktur für den Zugang und die Verbreitung von Wissen auf der Welt bereitstellt. Alle, die unsere Vision teilen, sollen dabei mitmachen können. Geeignete Formen für den Zugang zu Wissen zu finden, ist der Dienst, den wir für die Menschen leisten wollen. Dazu wollen wir Hürden beseitigen, die Menschen in vielen Regionen der Welt, aber auch in den existierenden Communitys, momentan davon abhalten, zum Sammeln und Teilen Freien Wissens beizutragen. Das ist mit Gerechtigkeit gemeint.

An die beschlossene internationale Strategie hat sich eine umfassende und auch von uns begleitete Diskussion zu der Frage angeschlossen, was diese Strategie konkret für die Wikimedia-Bewegung bedeutet, also für unser politisches Engagement, für unsere Mittelverwendung, für unsere Organisationsstruktur und so weiter. Ende 2019 werden entsprechende Handlungsempfehlungen vorliegen, bei deren Umsetzung wir uns dann beteiligen müssen. Ich kann an dieser Stelle nur ankündigen, dass das unter Umständen auch zu einer Neuausrichtung unseres Vereins führen kann, über die dann auch die Mitgliederversammlung einen Beschluss fassen muss. Und ich möchte euch dazu einladen, euch mit uns an der erwähnten Diskussion zur Umsetzung der internationalen Strategie online zu beteiligen. (Ansprechpartner für die deutschsprachige Community ist Gereon Kalkuhl.)

Ausblick II: eine neue Markenstrategie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

A new "Wikipedia"?

Ebenfalls im Zusammenhang mit der Neuausrichtung der internationalen Wikimedia-Bewegung steht ein Projekt der Wikimedia Foundation, das sich mit unserer Markenstrategie befasst. Ausgangspunkt für dieses Projekt ist eine Feststellung, die euch bekannt sein dürfte: Alle kennen Wikipedia, aber kaum einer weiß, was Wikimedia ist. Das gilt sowohl für die verschiedenen Wikimedia-Organisationen, wie wir eine sind, als auch für die 13 Wikimedia-Projekte neben Wikipedia.

Die Wikimedia Foundation hat daher den Vorschlag gemacht, den Begriff „Wikipedia“ als zentrale Marke in den Vordergrund zu stellen. Das würde zum einen bedeuten, dass die Wikimedia-Organisationen den Namen Wikipedia übernehmen. Ebenso würden dann die Wikimedia-Projekte einen klareren Bezug zu Wikipedia herstellen. Dahinter steht der Gedanke, dass von der Bekanntheit und Beliebtheit der Wikipedia auch die Wikimedia-Organisationen und -Projekte profitieren können.

Dieser Vorschlag der Wikimedia Foundation steht seit Anfang des Jahres im Raum. Bis zum Mai wurde Feedback in der internationalen Wikimedia-Bewegung dazu eingeholt. Wir als Wikimedia Deutschland haben hier zum einen zwischen der Foundation und der deutschsprachigen Community vermittelt: Wir haben Diskussionsveranstaltungen in drei Community-Räumen in Deutschland organisiert und die Ergebnisse an die Wikimedia Foundation weitergeleitet.

Im Präsidium haben wir die Vorschläge auf einer Klausurtagung im April diskutiert, welche Chancen und Risiken in dem Projekt liegen und was aus unserer Sicht für die nächsten Schritte beachtet werden sollte. Die Wikimedia Foundation wertet diese Rückmeldungen aktuell aus und will dann eine Empfehlung für die weitere Umsetzung aussprechen. Wir werden uns im Präsidium also auf jeden Fall noch weiter mit dem Thema beschäftigen. Falls eine strategische Entscheidung in diesem Feld getroffen wird, wird diese dann auch auf der Tagesordnung der nächsten Mitgliederversammlung stehen.

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Danke für den Bericht. Der Beitrag enthält mehrere Links zu forum.wikimedia.de, wo ich zu einer Anmeldung aufgefordert werde, um überhaupt etwas lesen zu können. Dazu zwei Fragen: 1) Kann sich dort sich jedermann registrieren und dann mitlesen, auch wenn man kein Mitglied von WMDE ist? Ich bin "nur" Mitglied von WMCH, aber was bei WMDE passiert, interessiert mich schon auch. Allerdings ächze ich immer etwas, wenn ich einen weiteren Account für eine Website anlegen soll. 2) Ist diese Lese-Beschränkung überhaupt nötig? Dass dort nicht jedermann Schreibrechte hat, verstehe ich schon, aber nicht einmal Leserechte für die (unangemeldete) Öffentlichkeit? Gestumblindi 20:16, 19. Jun. 2019 (CEST)
Hallo Gestumblindi, danke für deine Rückmeldung. Das Login-Erfordernis im WMDE-Forum dient dazu, Suchmaschinen auszusperren. Jeder kann sich da einfach so einen Zugang anlegen. Wir überlegen momentan, mit den dort hinterlegten Interhalten auf Meta umzuziehen. Gruß, --Gnom (Diskussion)

7. Februar 2019: Umgangsformen in der Community – wie weiter?[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie geht es weiter mit den Umgangsformen in der Community?

Im – reichlich verspäteten – Nachgang zur WikiCon in St. Gallen möchte ich an dieser Stelle noch die aus meiner Sicht wichtigsten Punkte unserer Diskussionsrunde am Freitagabend wiedergeben. Gemeinsam mit Achim, Christel, Vera und Diskussionsteilnehmern aus dem Publikum haben wir uns mit dem alten Thema „Umgangsformen in der Community“ befasst. Ziel war es, unterschiedliche Impulse zu sammeln und den Blick nach vorn zu richten, um Wege zu suchen, wie wir unseren Umgang miteinander verbessern können.

Worum es geht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zunächst sollte man sich vergegenwärtigen, wie bedeutsam dieses Thema für die Zukunft von Wikipedia ist. Denn trotz der Größe, die die deutschsprachige Wikipedia mittlerweile erreicht hat und trotz des Stellenwerts, den das Projekt in der Gesellschaft einnimmt, ist das Problem der schlechten Umgangsformen unter Wikipedianern nach wie vor ungelöst – und es bereitet mir seit Jahren große Sorgen.

Dabei bin ich, wie ich an dieser Stelle auch schon einmal geschrieben habe, als eher dünnhäutiger Mensch selbst ‚Betroffener‘. Das bedeutet, dass ich mit dem häufig unter Wikipedianern gepflegten rauen Diskussionsstil verhältnismäßig schlecht umgehen kann. Ich habe einfach nicht das ‘dicke Fell’, das leider von vielen Wikipedianern vorausgesetzt wird.

Meine These ist nach wie vor, dass die spürbare Verbesserung unseres Diskussionsklimas die bedeutendste Chance ist, wie wir wieder mehr neue Autorinnen und Autoren gewinnen können (die andere Möglichkeit, die ich sehe, ist die weitere Verbesserung der Benutzeroberfläche).

Was meine ich mit ‚schlechten Umgangsformen‘?
 Das, was täglich für Frust, Ärger und Streit sorgt – zum Beispiel das endlose Getrolle auf der Diskussionsseite des Kuriers, dem wichtigsten Austauschort der deutschsprachigen Wikipedianer. Warum die Community hier nicht endlich mal konsequent konstruktive Beiträge einfordert und stattdessen permanente Seitenhiebe und böswillige Unterstellungen toleriert, ist mir unerklärlich. Aber das soll nur ein Beispiel sein: Hier geht es mir um das generelle Diskussionsklima innerhalb der Wikipedia.

Haben wir ein Problem?[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ja, wir haben ein Problem.

Ja – und zwar ein großes. Die bei vielen Wikipedianern anzutreffende Einstellung, man benötige numal ein solches ‚dickes Fell‘, wenn man in der Wikipedia aktiv sein will, setzt stillschweigend voraus, dass wir hier bewusst auf alle verzichten, die diese Eigenschaft nicht aufweisen. Praktisch bedeutet das für uns – wie bei der Gender Gap – dass uns die Perspektiven dieser Menschen fehlen und mehr Arbeit an weniger Wikipedianern hängen bleibt.

Und nein, man kann sich so ein ‚dickes Fell‘ auch nicht aneignen oder gewisse Ausfälligkeiten irgendwie ‚ausblenden‘. Diese ebenfalls weit verbreitete Ansicht verlagert das Problem vom Sender zum Empfänger und macht mich mittlerweile ehrlich gesagt nur noch wütend. Es ist ohnehin komplex genug, zu Wikipedia beizutragen. Warum machen wir es zu einer ungeschriebenen zusätzlichen Voraussetzung, Beschimpfungen über sich ergehen lassen zu müssen, um Wikipedia-Autor sein zu können – nur weil wir offenbar zu feige sind, Trolle und Grobianen die Tür zu zeigen?

Wichtig ist dabei, dass wir festhalten, dass es nicht darum geht, Konflikten aus dem Weg zu gehen – denn Streit gibt es immer und er ist bei der Arbeit an unserer Enzyklopädie notwendig und unvermeidlich. Vermeiden können und sollten wir jedoch, dass Konflikte unsachlich und auf der persönlichen Ebene ausgetragen werden. Das gilt umso mehr, als wir in der Wikipedia schriftlich und asynchron diskutieren, was bekanntermaßen eine besonders fehleranfällige Kommunikationsform ist.

Lösungsansätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Asaf Bartov: „When veteran and respected community members break their silence“.

Dabei ist die Lösung für mich greifbar: Wir könnten einfach endlich mal anfangen, die Regel Keine persönlichen Angriffe ernst zu nehmen. Dass das jedoch insbesondere den Admins strukturell denkbar schwer gemacht wird, ist mir natürlich bekannt: Die Trolle haben sich hier über Jahre hinweg eine bequeme Situation erarbeitet, die uns konsequent davon abhält, die Regeln durchzusetzen. Diesen Störern müssen wir als Community etwas Neues entgegensetzen. In den Worten von Asaf Bartov:

„Eine Sache, die immer funktioniert: Wenn altgediente und anerkannte Community-Mitglieder ihr Schweigen brechen und die Störer klar und eindeutig verurteilen. Das passiert selten, denn diese Freiwilligen neigen dazu, ‚neutral zu bleiben‘ und vermeiden es, ‚sich die Hände schmutzig zu machen‘. Aber das ist kurzsichtig gedacht, denn zur Erhaltung einer funktionierenden Community einzugreifen ist genauso wichtig, wie Vandalismus in Artikeln zurückzusetzen.“

Dabei gilt selbstverständlich, dass die Community eigenständige Entscheidungen treffen muss, wenn sie die Diskussionskultur verbessern will. Auch die dann notwendigen Schritte müssen wir selbst gehen. Wie können wir die Störer effizient und nachhaltig in die Schranken weisen? Bedarf es zum Beispiel besonderer Regeln für die Diskussionsseite des Kuriers? Brauchen und wollen wir (ehrenamtliche oder sogar professionelle) Moderatoren?

Die Diskussion in St. Gallen – und wie es weitergeht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Achim, Kritzolina, Vera und ich auf dem Podium in St. Gallen.

Es war spannend, darüber mit Achim als Wikipedianer, mit Christel in ihrer Doppelrolle als Wikipedianerin und Vertreterin der Wikimedia Foundation und Vera von Wikimedia Deutschland (übrigens Diplom-Psychologin mit dem Schwerpunkt Arbeits- und Organisationspsychologie und ausgebildete Kommunikationstrainerin) darüber zu diskutieren (danke euch!) und auch die Meinungen der Zuhörer einzubeziehen.

Riesig gefreut und ehrlich gesagt überrascht hat mich, dass sowohl auf dem Podium als auch im Saal große Einigkeit zu den folgenden Punkten herrschte:

1. Die schlechten Umgangsformen innerhalb der Community sind ein echtes Problem.
2. Wir müssen und wollen hieran etwas ändern.
3. Wikimedia Deutschland und die Wikimedia Foundation sollten und werden gemeinsam mit der Community Methoden erarbeiten, um die Umgangsformen in der Community zu verbessern.

Zum dritten Punkt: Was heißt das konkret? Wikimedia Deutschland möchte zukünftig das eigene Wissen in sozialen Dynamiken ausbauen und verstärkt an die Community weitergeben. Zwei Kommunikations-Trainings haben – ausgehend von einem entsprechenden Vorschlag aus der Community – schon stattgefunden und bilden den Start zu einer verstärkten Auseinandersetzung mit und der Arbeit an der Kommunikationskultur in der Community. Seitens der Wikimedia Foundation, die bisher nur in Extremfällen unterstützt, sind Hilfe bei der internationalen Vernetzung zum Thema, die Sammlung von Material und neue Admin-Tools angedacht.

Mein Fazit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus meiner Sicht müssen wir (noch) besser verstehen, warum die Regel Keine persönlichen Angriffe bei uns nicht konsequent umgesetzt wird. Ein paar mögliche Gründe habe ich ja erwähnt – vielleicht hilft das bei der Suche nach weiteren Lösungsansätzen. Außerdem müssen wir bessere Diskussionsmethoden und -Kanäle für unsere Community finden. Zum Beispiel könnte das erwähnte Sorgenkind Kurier-Diskussionsseite aus meine Sicht durch eine bessere Gliederung oder sogar eine Moderation viel gewinnen.

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Als altgedientes Community-Mitglied (ob ich anerkannt bin, sollen andere entscheiden) kann ich Dir nur zustimmen. Und ich gebe offen zu: die Diskussionsseite des Kuriers habe ich via Skript von meiner Beobachtungsliste ausgeblendet.
Warum? Aus meiner Sicht werden dort viel zu wenig konstruktive Diskurse geführt (die schätze ich), sondern es werden auf destruktive Weise ("Das sage ich schon seit drölf Jahren") Meinungen und Mitmenschen fertig gemacht. Ich habe mich schon einige Male zum Ton geäußert und eine andere Diskussionsweise versucht einzufordern. Aber das "dicke Fell" führt wohl dazu, dass solche Apelle folgenlos ignoriert werden. Was ändern? Vielleicht mehr positiven Spirit reinbringen, gute Diskussionsbeiträge loben, damit die mehr werden und sich solche Menschen ermutigt fühlen? Auf jeden Fall werde ich die WP:Kurier-Disk nach wie vor nur dann besuchen, wenn ich dafür Zeit und Muße habe. Es dankt für die nicht nachlassende Initiative auf jeden Fall der emha db 09:50, 7. Feb. 2019 (CET) (der immer noch seine völlig aus der Mode gekommene Bewertungsseite in der Signatur verlinkt hat …)

Vielen Dank für den Bericht und die Gedanken zum Problem, Gnom! Da ich organisatorisch eingespannt war, konnte ich eure Diskussion an der WikiCon leider nicht verfolgen. Was mich doch ein klein wenig stört, ist, dass auch in diesem Beitrag hier wieder einmal schlechte Umgangsformen – dass solche in der Wikipedia zu oft anzutreffen sind, will ich dabei keineswegs leugnen – als schier einzig denkbarer Grund für die abnehmende Zahl aktiver BenutzerInnen dargestellt werden; so sieht es jedenfalls aus, wenn File:WP-Stat-aktive-Ben (2018-12).svg in diesem Zusammenhang mit der Bildlegende "Ja, wir haben ein Problem" eingebunden wird. Ich bin ja der Ansicht, dass diese Abnahme wesentlich auch in der zunehmenden inhaltlichen Reife des Projekts begründet und bis zu einem gewissen Grad vielleicht unvermeidlich ist. Die ganz auffälligen Lücken, gänzlich fehlende typische "Brockhaus-Artikel" wie Nordsee, Brot, Sonne oder Johann Wolfgang von Goethe, gibt es hier halt längst nicht mehr. Das motiviert weniger Leute zum Einsteigen und Mitmachen, zusammen mit den gestiegenen Qualitätsanforderungen. Ein Stub wie die Erstversion von "Nordsee" würde nicht mehr akzeptiert und als Grundlage für Verbesserungen und Ausbau des Artikels genommen, sondern schnellgelöscht. Wieviele Leute hier wirklich wegen der Umgangsformen ausgestiegen sind, wissen wir nicht (es gibt evtl. Umfragen dazu? Mir fällt gerade keine ein – aber man müsste ja gerade die Leute befragen, die hier nicht mehr aktiv sind, was schwierig sein dürfte). Wie gesagt: Dass die Umgangsformen in der Wikipedia nicht so sind, wie sie sein sollten, ist nicht zu leugnen. Aber man sollte sich auch nicht so sehr auf diesen Teilaspekt fixieren, dass am Ende womöglich gar so etwas wie "solange die Teilnehmerzahlen nicht wieder steigen, stimmt etwas mit unseren Umgangsformen nicht" rauskommt und man verzweifelt mit Tools und "Erziehungsmassnahmen" auf die Wikipedianer einteufelt, ohne dass sich der gewünschte allgemeine Aktivitätsschub einstellt. Gestumblindi 23:08, 7. Feb. 2019 (CET)

Lieber Gestumblindi, danke für diese Anmerkung. Dass man in Wikipedia nicht mehr so leicht "einfach was schreiben" kann, ist richtig – und ich stimme dir zu, dass das wahrscheinlich auch ein Faktor für die abnehmenden Autorenzahlen ist. Aber auf diese Entwicklung haben wir keinen Einfluss – auf unseren Umgang miteinander schon. Gruß, --Gnom (Diskussion) 12:22, 8. Feb. 2019 (CET)
Ich verstehe Gestumblindi so - und würde ihm darin zustimmen - dass man die Umgangsformen (und Möglichkeiten zu ihrer Verbesserung) ja gerne diskutieren kann, ohne die sinkenden Autorenzahlen als Argument zu bemühen. Denn die Diskussion um dieses Argument (und die Frage welche Gründe hier vllt. noch mit reinspielen) lenkt nämlich allzuleicht von dem Thema ab, dass Du (Gnom) eigentlich diskutieren willst. --Uwe Rohwedder (Diskussion) 13:00, 8. Feb. 2019 (CET)
Dem würde ich mich anschließen - selbst wenn die Autorenzahlen steigen würden, wären die Umgangsformen noch immer ein massives Problem. --Braveheart Diskussion 14:22, 8. Feb. 2019 (CET)
Hm, das hieße, einfach nur an die guten Manieren der Leute zu appellieren. Ich dachte, mit dem Autorenschwund hätte ich ein rationaleres Argument. --Gnom (Diskussion) 20:28, 9. Feb. 2019 (CET)
Das ist vor allem eine Generationenfrage. Ich war noch zu einer Zeit online sozialisiert worden, als RTFM ein vollkommen sachlich gemeinter Ratschlag war. Die Virtuellen Gemeinschaften, wie sie Howard Rheingold beschrieben hatte, kannten sich nicht persönlich und arbeiteten rein sachbezogen zusammen. Hart, aber herzlich. Herzlich, aber hart. Wer dagegen erst seit Mitte der 2000er Jahre online ist, hat diese Verhältnisse meist nicht mehr kennengelernt und erlebt daher Online-Kommunikation ganz anders. Seit man vorwiegend im Kreise seiner Freunde chattet und facebookt, haben sich die Erwartungen an den Umgangston online grundlegend verändert. Früher waren nur Nerds online, heute ist praktisch jeder, Inhomogenität ist daher bestimmend. Dazu kommt das Problem, dass in den letzten Jahren allgemein der Umgangston entgleist ist, überall, aber das hat nichts mit der Stimmung in Wikipedia zu tun, die ist nach meinem Dafürhalten seit 2005 in etwa gleich geblieben. Fazit: Ein rationales Argument ist immer gut, aber es hilft hier eigentlich nicht weiter, weil es, siehe oben, eine Generationenfrage ist, was man für normal hält und wie man sich selbst gibt. Der Schwerpunkt der Community liegt bei eher älteren Semestern, die schon sehr langfristig teilnehmen, und wir haben uns vom Online-Mainstream über die Jahre immer mehr entfernt. Die Lücke, die da klafft, ist nicht durch irgendwelche Appelle zu beheben. Basis, Überbau.--Aschmidt (Diskussion) 22:17, 9. Feb. 2019 (CET)
Hm. Ich möchte nicht abstreiten, dass das von dir beschriebene Phänomen existiert – insofern danke für deinen Beitrag, weil du sicher einen relevanten Punkt beschreibst. Aber das, was wir zum Beispiel auf der Diskussionsseite des Kuriers sehen, ist nicht „hart, aber herzlich“, sondern einfach in jeder Hinsicht inakzeptabel. Und bei den Ausfälligkeiten, die da mittlerweile an der Tagesordnung sind, hängt es nicht von der „Sozialisierung“ ab, ob man damit umgehen kann oder nicht. --Gnom (Diskussion) 22:44, 9. Feb. 2019 (CET)
Dann setze ich nochmal etwas anders an: Speziell der Kurier ist kein tonales Problem, sondern ein soziales. Der Ton folgt dem, wer sich dort trifft. Auch das wird man nicht durch Appelle ändern können. Das sind Krisensymptome, die schwer zu fassen sind. Dass wir insgesamt immer weniger werden, ist nur ein Aspekt davon. Solange das, was dort passiert, nicht verstanden wird, kann man darauf nicht einwirken. Man schaue sich die Benutzerbiografien an. Ich glaube, du greifst zu kurz. Was man bräuchte, wäre eine tiefergehende sozialpsychologische und kommunikationstheoretische Analyse. Es ginge darum, Ursache und Wirkung auseinanderzuhalten, aber auch um Dialektik, siehe oben.--Aschmidt (Diskussion) 22:55, 9. Feb. 2019 (CET)

17. Dezember 2018: Die 23. Mitgliederversammlung.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Impression von der 23. Mitgliederversammlung.

Am 1. Dezember fand in Berlin die 23. Mitgliederversammlung von Wikimedia Deutschland statt. 131 Mitglieder und 30 Gäste trafen sich einen Tag lang im Umweltforum Berlin – wie immer souverän geleitet von Lyzzy und Akl. Lyzzy ist ja seit August leider nicht mehr Mitglied des WMF-Boards, so dass ich mich sehr gefreut habe, dass sie Wikimedia ganz offensichtlich eng verbunden bleibt.

Für mich bedeutete die Veranstaltung den Beginn meiner Amtszeit als Vorsitzender des Präsidiums und obwohl ich ohne GegenkandidatIn zur Wahl stand, war ich natürlich mächtig aufgeregt. Durch den Weggang von Bücherwürmlein, Sebmol, Kurt und Jojoon sowie Gabriele (danke euch!) hat sich das Gremium personell sehr verändert und ich freue mich sehr auf die bevorstehende Zusammenarbeit mit den gewählten Sabria, Seewolf, Daniel, Cirdan, Marcus (siehe auch seinen Auftaktbericht im Kurier) und Peter. Mein – für die meisten Leser wahrscheinlich unspektakuläres – „Wahlprogramm“ findet sich im Vereinswiki. Danke für eure Stimmen und euer Vertrauen!

Andrea spricht zur politischen Positionierung des Vereins.

Wie auf jeder Herbst-Mitgliederversammlung gab es einen Bericht des Präsidiums, einen kurzen „Zwischenbericht“ des Vorstands und den Beschluss des Wirtschaftsplans. Darüber hinaus haben wir, angestoßen von a_ka_es, über die politische Positionierung des Vereins diskutiert. Diese Debatte wollen wir in den nächsten Wochen weiterführen – John Weitzmann wird dazu einladen und ich werde auch noch einmal hier im Blog etwas dazu schreiben.

Außerdem hat die Mitgliederversammlung unseren Antrag angenommen, die Anzahl der förmlichen Mitgliederversammlungen von zwei auf eine im Jahr zu reduzieren, auch wenn das bedeutet, dass der Wirtschaftplan zukünftig vom Präsidium beschlossen werden muss. Hierzu hatten Lyzzy und Cirdan während der Diskussion im Vereinsforum einen sehr guten Vorschlag gemacht: Zukünftig muss die Mitgliederversammlung nämlich Änderungen der Strategie des Vereins genehmigen und hat so weiterhin (und meiner Meinung nach sogar besseren) Einfluss auf die inhaltliche Arbeit des Vereins.

Bei meiner Erwiderung auf Andrea.

Damit findet die nächste Mitgliederversammlung im Juni 2019 (wieder in Berlin) als „Wochenende des Freien Wissens“ statt. Dort werden wir voraussichtlich auch zum ersten Mal eine mögliche Anpassung der Strategie des Vereins diskutieren. Denn durch die Umsetzung der jetzt beschlossenen Strategie und die zweite Phase der Movement Strategy stehen uns unter Umständen wesentliche Veränderungen ins Haus. Gleichzeitig hat die Mitgliederversammlung dem Vorstand auch einen klaren Auftrag erteilt, neue regionale Veranstaltungsformate auszuprobieren.

Abgeschlossen wurde der Tag dann mit der Preisverleihung von Wiki Loves Monuments Deutschland, und zwar (ganz ohne mein Zutun!) umrahmt von einem Chor, indem auch MitarbeiterInnen der Geschäftsstelle mitsangen. Stolz wie Bolle war ich natürlich, als der diesjährige Sieger Ermell mich in seiner Danksagung erwähnte – wir hatten uns nämlich 2015 bei einem Orchesterprojekt kennen gelernt und ich hatte ihn damals beim Abendessen ermuntert, doch ein paar seiner Fotos bei Wiki Loves Monuments einzureichen... Herzlichen Glückwunsch!

Das frisch gewählte 6. Präsidium (Vorstellungsvideo).

Am folgenden Tag – dem ersten Advent – fand dann die konstituierende Sitzung des neu gewählten Präsidiums statt, die ich unterstützt von Moritz Rahm leiten durfte. Mit Daniel, Cirdan und Marcus haben wir drei neue Gesichter in der Gruppe und nach einem ersten Informationsaustausch gleich den Kooptationsprozess angestoßen: Unsere Amtszeit dauert nämlich nur bis Mai 2020 und wir wollen die Kooptation nutzen, zusätzliche fachliche Expertise in unsere Gruppe zu holen und – auch aufgrund deutlicher Rückmeldungen auf der Mitgliederversammlung – das Geschlechterverhältnis zu verbessern.

Das ist jetzt schon wieder zwei Wochen her und ich komme erst jetzt zum Bloggen – die Arbeit im Präsidium ist leider nach wie vor ein Ehrenamt, das sich neben dem Beruf gar nicht so leicht bewältigen lässt. Derzeit bin ich insbesondere dabei, unsere erste Klausur im Februar vorzubereiten. Im Vereinsblog gibt es den offiziellen Bericht der Mitgliederversammlung und die Protokolle sowohl der Mitgliederversammlung als auch der konstituierenden Sitzung des Präsidiums werden in den nächsten Tagen veröffentlicht. Außerdem sind in den letzten Monaten zwei neue Artikel entstanden, und zwar Synchronisationsrecht (auf der Grundlage eines Flurgesprächs in der Kanzlei) und Peter Weiland (beim Wikipedia-Aktionstag am 28. Oktober).

Kommentare  
  • Eure Amtszeit geht nur 5 Monate? Oder meintest du den Mai 2020? Und im ersten Absatz ist ein Tippfehler: "offentlich" – soll das "hoffentlich", "offensichtlich", oder "öffentlich" heißen? -- Lg, Michi 12:38, 17. Dez. 2018 (CET)
Danke! Habe es korrigiert. Gruß, --Gnom (Diskussion) 12:55, 17. Dez. 2018 (CET)

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