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Bernard Thévenet

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Bernard Thévenet
Bernard Thévenet (1973)
Bernard Thévenet (1973)
Zur Person
Spitzname Nanard
Geburtsdatum 10. Januar 1948 (77 Jahre)
Geburtsort Saint-Julien-de-Civry
Nation Frankreich Frankreich
Disziplin Straße
Fahrertyp Allrounder
Karriereende 1981
Internationale Team(s)
1970–1979
1980
1981
Peugeot-BP-Michelin / Peugeot-Esso
Teka
Puch-Wolber-Campagnolo
Wichtigste Erfolge

Grand Tours

Gelbes Trikot Tour de France (1975, 1977)
eine Etappe Vuelta a España (1973)

Rundfahrten

Critérium du Dauphiné (1973, 1975, 1976, 1977)
Tour de Romandie (1972)
Katalonien-Rundfahrt (1974)
Team(s) als Sportlicher Leiter
1987 RMO-Meral-Mavic
Letzte Aktualisierung: 31. Oktober 2025

Bernard Thévenet (* 10. Januar 1948 in Saint-Julien-de-Civry) ist ein ehemaliger französischer Radrennfahrer. In den Jahren 1975 und 1977 gewann er die Gesamtwertung der Tour de France.

Thévenet avancierte Mitte der 1970er Jahre zum französischen Radsportler Nummer 1. 1972 siegte er in der Tour d’Indre-et-Loire. 1973 belegte er bei der Tour de France den zweiten Platz hinter Luis Ocaña Pernía, 1974 fiel er bei der Tour wegen Krankheit aus. Berühmt ist Thévenet für seine Attacke auf Eddy Merckx am Col d’Izoard bei der Tour de France 1975. Merckx, der zu diesem Zeitpunkt mit Rückenproblemen und den Folgen eines Faustschlages eines Fans zu kämpfen hatte, versuchte gegenzuhalten, verlor jedoch die Führung ohne sie wiedererlangen zu können. Thévenet gewann die Tour schließlich und beendete damit die Vorherrschaft von Eddy Merckx, der in den Jahren 1969–74 insgesamt fünfmal gesiegt hatte. 1977 konnte er seinen Erfolg bei der Tour de France wiederholen. Neben vielen kleineren Rennen gewann er unter anderem auch die Katalonien-Rundfahrt 1974 sowie die Dauphiné Libéré der Jahre 1976 und 1977. 1970 siegte er im Bergzeitfahren am Mont Faron. Im Bahnradsport gewann er 1976 das Sechstagerennen von Grenoble.

1975 wurde er von der Sportzeitung L’Équipe zu Frankreichs Sportler des Jahres („Champion des champions“) gewählt. 1981 beendete er seine aktive Radsportkarriere.

Thévenet wurde 1977 bei Paris–Nizza positiv auf Doping getestet. Im folgenden Winter musste er aufgrund eines Leberleidens, dessen Auftreten dem Langzeitgebrauch von Steroiden zugeschrieben wurde, ins Krankenhaus eingeliefert werden. Thévenet gab später öffentlich bekannt, über einen Zeitraum von drei Jahren mit Cortison gedopt zu haben.[1]

Nach seiner Karriere als Radprofi war er als Sportlicher Leiter des Radsportteams La Redoute tätig. Später führte Thévenet eine Firma, die Sportbekleidung vertreibt.

Wichtige Platzierungen

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Grand Tour197019711972197319741975197619771978197919801981
Gelbes Trikot Vuelta a EspañaVuelta443DNF
Maglia Rosa Giro d’ItaliaGiro3114
Gelbes Trikot Tour de FranceTour35492DNF1DNF1DNF1737
Legende: DNF: did not finish, aufgegeben oder wegen Zeitüberschreitung aus dem Rennen genommen.
Legende: DNF: did not finish, aufgegeben oder wegen Zeitüberschreitung nicht klassifiziert.
Monument197019711972197319741975197619771978197919801981
Mailand–Sanremo3081
Flandern-Rundfahrt
Paris–Roubaix
Lüttich–Bastogne–Lüttich1162021320
Lombardei-Rundfahrt62
Commons: Bernard Thévenet – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Radsport Doping-Geschichte 1950–1980, Teil 2: Die gesellschaftliche Diskussion um Doping. In: doping-archiv.de. 9. Juli 2015, abgerufen am 30. Oktober 2025.