Charly Gaul

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Charly Gaul, 1998

Charly Gaul (* 8. Dezember 1932 in Luxemburg-Pfaffenthal; † 6. Dezember 2005 in Luxemburg) war einer der erfolgreichsten Rad-Rennfahrer Luxemburgs. Er gewann die Tour de France 1958.

Radsport-Laufbahn[Bearbeiten]

Im Jahr 1949 begann Gaul mit dem Radsport. Die Profi-Karriere des „Engel der Berge“ genannten Bergspezialisten dauerte von 1953 bis 1965. Neben seinem Sieg bei der Tour 1958 erreichte Gaul 1955 und 1961 zwei dritte Plätze bei der Tour de France, dem wichtigsten Radrennen der Welt. Er war der erste reine Kletterspezialist, der den Gesamtsieg errang. 1955 und 1956 gewann er außerdem den Preis des besten Bergfahrers. 1956 und 1959 siegte Gaul beim Giro d’Italia. Insgesamt erzielte er zehn Etappensiege bei der Tour de France und elf Etappensiege beim Giro d’Italia. Bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 1954 belegte er Rang drei. Fünfmal wurde er zum „Sportler des Jahres“ in Luxemburg gewählt. Im Jahr 1999 wählte ihn die luxemburgische Sportpresse zum Sportler des Jahrhunderts.

Nach dem Sport[Bearbeiten]

Nach seinem Rücktritt eröffnete Gaul eine Bar in der Nähe des Hauptbahnhofs von Luxemburg. Nach sechs Monaten jedoch verließ er Bar und Ehefrau und zog sich in die Wälder der Ardennen zurück. Dort lebte er zwei Jahrzehnte lang wie ein Eremit ohne Strom und fließendes Wasser, in einer Hütte angefüllt mit christlichen Symbolen. Nach 20 Jahren kehrte er nach Luxemburg zurück, heiratete ein zweites Mal und wurde Vater einer Tochter. Er gab niemals eine öffentliche Erklärung für seinen vorherigen Rückzug ab.[1]

Zwei Tage vor seinem 73. Geburtstag verstarb Charly Gaul an einer Lungenembolie in der Zitha-Klinik in Luxemburg-Stadt. Kurz zuvor war er nach einem Sturz in seinem Haus in Itzig dort eingeliefert worden.

Die Nelux Mannschaft 1958 im Stadion, Gaul vorne

Palmarès[Bearbeiten]

1954

1955

1956

1957

1958

1959

1960

1961

1962

Literatur zum Thema[Bearbeiten]

  • Roland Barthes: Die Tour de France als Epos. In: Gunter Gebauer, Gerd Hortleder (Hrsg.): Sport - Eros - Tod. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986, ISBN 3-518-11335-6. (Edition Suhrkamp 1335) (Original in französischer Sprache: Le Tour de France comme épopée. In: Mythologies. Éditions du Seuil, Paris 1957, S. 110-121)
  • Bergauf, bergab mit Charly Gaul. Editioun François Mersch, Luxemburg 1959.
  • Christian Laborde: L'ange qui aimait la pluie. Editions Albin Michel, Paris 1994, ISBN 2-226-06977-1.
  • Gaston Zangerlé: Charly Gaul, Der Engel der Berge und seine Zeit. Éditions Saint-Paul, Luxemburg 1998.
  • Gaston Zangerlé: Der Mythos Charly Gaul. Éditions Saint-Paul, Luxemburg 2006, ISBN 2-87963-597-7. (französische Fassung: La saga Charly Gaul)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Richard Moore: In Search of Robert Millar. HarperCollins, 2007, S. 303.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Charly Gaul – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien