Kanton (Schweiz)

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Die 26 Kantone der Schweiz

Die 26 Kantone (französisch cantons, italienisch cantoni, rätoromanisch chantuns, in der Deutschschweiz traditionell auch Stand, im Plural Stände, beziehungsweise in der Romandie auch état genannt) sind die Gliedstaaten der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Der Begriff Kanton wird erstmals 1475 in einer Freiburger Akte verwendet.[1]

Politisches System[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeder Kanton hat seine eigene Kantonsverfassung und eigene gesetzgebende, vollziehende und rechtsprechende Behörden. Alle Kantone besitzen ein Einkammer-Parlament (Grosser Rat, Kantonsrat, Landrat, Parlament; siehe auch: Kantonsparlament). Dieses hat je nach Kanton 49 bis 180 Parlamentssitze. Die Kantonsregierung (Regierungsrat, Regierung, Staatsrat, Standeskommission) besteht je nach Kanton aus fünf oder sieben Mitgliedern. In jedem Kanton existiert ein zweistufiges Gerichtssystem (erste Instanz: Bezirksgericht, Amtsgericht, Kantonsgericht, Kreisgericht, Landgericht, Regionalgericht, Strafgericht, Zivilgericht; zweite Instanz: Obergericht, Kantonsgericht, Appellationsgericht), dem eine Schlichtungsbehörde (Friedensrichteramt, Vermittleramt) vorangestellt ist.

Alle staatlichen Bereiche, die nicht von der schweizerischen Bundesverfassung dem Bund zugewiesen bzw. von einem Bundesgesetz geregelt werden, gehören in die Kompetenz der Kantone, beispielsweise kantonales Staats- und Verwaltungsorganisationsrecht, Schulwesen, Sozialhilfe, Baurecht, Polizeiwesen, Notariatswesen, kantonales und kommunales Steuerrecht, zu grossen Teilen auch Gesundheitswesen, Planungsrecht, Gerichtsverfassung und anderes. In vielen Bereichen verfügen sowohl der Bund als auch die Kantone über Kompetenzen. Kantone sind wie die deutschen Länder derivative Völkerrechtssubjekte und können innerhalb ihrer Kompetenzen Staatsverträge untereinander (sogenannte Konkordate) oder mit fremden Staaten schliessen.

Die Kantone ihrerseits gewähren ihren Gemeinden eine gewisse Autonomie. Diese ist in der östlichen Schweiz tendenziell grösser als in der westlichen.

In zwei Kantonen – Glarus und Appenzell Innerrhoden – erlässt das Volk die kantonalen Gesetze an einer Versammlung aller Bürger, der Landsgemeinde. Im Kanton Appenzell Innerrhoden werden an der Landsgemeinde überdies die Mitglieder der kantonalen Regierung und der kantonalen Gerichte gewählt. In allen anderen Kantonen finden Wahlen und Abstimmungen an der Urne statt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wortherkunft und weitere Bezeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bezeichnung «Kanton» für ein Glied der Eidgenossenschaft findet sich erstmals 1475[2] oder 1467[3] aus Freiburg belegt. Da cantone in Oberitalien seit dem 11. Jahrhundert für «Landesteil» steht, nimmt Walther von Wartburg an, das Wort sei von lombardischen Kaufleuten in die heutige Westschweiz gebracht worden, wo es dann als Kanton ins Deutsche und als canton ins Französische übernommen wurde. Italienisch cantone ist eine Vergrösserungsform von canto, was «Ecke, Rand, Winkel, Stück, Teil» bedeutet. Canto wiederum stammt von lateinisch canthus «eiserner Radreifen», das seinerseits ursprünglich vielleicht ein keltisches Wort war.[4]

Vor und neben dem Wort Kanton – dieses wurde in der Deutschschweiz ab dem 17. Jahrhundert immer populärer und 1798 offiziell – gab und gibt es mehrere weitere Bezeichnungen für die Glieder der Schweizerischen Eidgenossenschaft.[5]

  • Die früheste offizielle Bezeichnung war «Stett und Lender». Land hat sich bis heute in einigen Kantonen in «Landsgemeinde», «Landrat», «Landammann», «Land(es)statthalter», «Landschreiber», «Landgericht», «Landesarchiv» oder «Landesbibliothek» erhalten.
  • «Ort», ein zusammenfassender Begriff für die «Städte» und «Länder», findet sich erstmals 1426 in einem Zürcher Ratsbeschluss. Er lebt in den historischen Begriffen «achtörtige» und «dreizehnörtige Eidgenossenschaft» weiter.
  • «Stand»[6] (französisch État) kam als ebenfalls neutraler Begriff für «Stadt» und «Land» im 16. Jahrhundert auf und erreichte im 18. Jahrhundert den Höhepunkt seiner Verwendung. In der heutigen Zeit klingt das Wort archaisch, findet sich aber in Zusammensetzungen wie «Ständemehr» und «Ständerat» auf Bundesebene sowie in der «Standeskommission», der «Standeskanzlei», dem «Standespräsidenten» und dem «Standesweibel» in der amtlichen Sprache gewisser Kantone.
  • «Staat»[7] (französisch ebenfalls État) ist das lateinischstämmige Pendant zu Stand. Für die Kantone wurde es erst nach 1800 breiter angewendet und ist heute in zahlreichen Begriffen wie «Staatsanwalt», «Staatsarchiv», «Staatsbeitrag», «Staatskanzlei», «Staatspersonal», «Staatsrat», «Staatsschreiber», «Staatssteuer», «Staatsstrasse» oder «Staatsweibel» üblich.

Alte Eidgenossenschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die sogenannten Urkantone, welche mit dem Bundesbrief von 1291 die Eidgenossenschaft begründet haben sollen, sind die Waldstätte Uri, Schwyz und Unterwalden. In der Alten Eidgenossenschaft wurden die Kantone oft Orte genannt. Deshalb spricht man in Bezug auf die Ausweitungsphasen der Schweiz von den Acht Alten Orten und den Dreizehn Alten Orten (bzw. der achtörtigen und der dreizehnörtigen Eidgenossenschaft). Verbündete, welche nicht Vollmitglied der Eidgenossenschaft waren, wurden als zugewandte Orte bezeichnet. Die Vollmitglieder und erst recht die zugewandten Orte der Eidgenossenschaft waren noch eigenständige Staatengebilde.

Helvetik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Helvetischen Republik (1798–1803) bekam die Bezeichnung Kanton eine gewichtigere Verwendung. Im neu geschaffenen Einheitsstaat waren die Kantone jedoch blosse Verwaltungsbezirke ohne Autonomierechte. Die Grenzziehung wurde geändert, um annähernd gleich grosse Kantone zu schaffen und die alte Ordnung zu zerschlagen. Dabei entstanden auch die kurzlebigen Kantone Säntis, Linth, Waldstätte, Oberland, Baden, Lugano und Bellinzona, ab 1802 für ein Jahr auch noch der Kanton Fricktal.

Mediation, Restauration, Regeneration[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Mediationsverfassung 1803 erhöhte sich die Zahl der Kantone auf 19 und mit dem Wiener Kongress 1815 auf 22. Zugewandte Orte wie zum Beispiel die Republik Gersau, das Gebiet der Abtei Engelberg und Weitere wurden teilweise gegen ihren Willen einzelnen Kantonen zugeschlagen. 1833 spaltete sich der Kanton Basel-Landschaft in einem bewaffneten Konflikt vom Kanton Basel-Stadt ab, in der gleichen Zeit auch der Kanton Ausserschwyz von Schwyzer Zentrum (was aber nicht Bestand hatte). Die bislang letzten Spuren der Gebietszuteilungen des Wiener Kongresses wurden 1979 mit der Gründung des Kantons Jura und 1994 mit dem Übertritt des bernischen Amtsbezirks Laufen zum Kanton Basel-Landschaft, beides Abspaltungen vom Kanton Bern, auf demokratischem Weg bereinigt; die Zukunft des Berner Juras könnte nochmal zu Veränderungen führen.

Bundesstaat 1848[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als 1848 ein Bundesstaat gegründet wurde, wurde die Souveränität der Kantone eingeschränkt, und Bereiche wie Aussenpolitik, Zölle, Währung und Postwesen gingen an die Bundesgewalt über. Mit Industrialisierung und Wirtschaftswachstum wurde das staatliche Leben zunehmend komplexer, was weitere Zentralisierungen erforderlich machte und in Gebieten wie Zivilrecht, Strafrecht, Handels- und Wirtschaftsrecht zu einer Vereinheitlichung des materiellen Rechts führte. Heute sind die Bereiche, in denen die Kantone wirklich noch autonom legiferieren können, ziemlich begrenzt. Es wird zunehmend von «Vollzugsföderalismus» gesprochen.

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute wird die Zahl der Kantone mit 26, manchmal noch mit 23 angegeben. Der Grund ist, dass sechs Kantone (Obwalden, Nidwalden, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Basel-Stadt und Basel-Landschaft) aus historischen Gründen gelegentlich noch als Halbkantone bezeichnet werden. Seit der Totalrevision der Bundesverfassung von 1999 gelten sie als Kantone mit halber Standesstimme.[8] Diese Unterscheidung ist lediglich bei der Besetzung des Ständerates und beim Ständemehr relevant und hat keinen Einfluss auf die innere Autonomie.

Reihenfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die offizielle Reihenfolge der Kantone (siehe untenstehende Liste), wie sie auch in Artikel 1 der Bundesverfassung vorkommt,[9] geht auf die Zeit vor der Gründung des Bundesstaates zurück. Genannt werden zunächst die drei Vororte der Zeit zwischen 1815 und 1848,[10] gefolgt von den weiteren Kantonen in der Reihenfolge ihres Beitritts.

Änderungen im Bestand und Gebiet der Kantone[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Art. 53 Absatz 1 BV lautet: «Der Bund schützt Bestand und Gebiet der Kantone». Bestrebungen für Bestandes- und Gebietsänderungen müssen in verfassungsrechtlich geordneten Verfahren verlaufen.

Eine Änderung im Bestand der Kantone ist in verschiedenen Formen denkbar:[11]

  • Gründung eines neuen Kantons aus Teilen eines weiter bestehenden Kantons. Einziger Anwendungsfall seit 1848: Trennung der drei nordjurassischen Amtsbezirke vom Kanton Bern und Bildung eines neuen Kanton Jura per 1. Januar 1979.
  • Kantonsfusionen. Gescheitert sind zwei Versuche für eine Wiedervereinigung der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft in den Jahren 1969 und 2014; jeweils zwar angenommen in der kantonalen Volksabstimmung des Kanton Basel-Stadt, aber abgelehnt durch den Kanton Basel-Landschaft. In den Kantonen Waadt und Genf sind am 2. Juni 2002 kantonale Volksinitiativen für eine Fusion der beiden Kantone abgelehnt worden.
  • Aufnahme eines ausländischen Gebiets als Kanton. Am 11. Mai 1919 sprachen sich im österreichischen Vorarlberg in der Volksabstimmung zur Einleitung von Verhandlungen über den Beitritt des Landes zur Schweiz 81 Prozent der Stimmberechtigten für dieses Vorhaben aus. Diese Bestrebungen lösten in der Schweiz gemischte Reaktionen aus;[12] ein formelles Anschlussverfahren wurde nicht eingeleitet. Der per 10. September 1919 unterzeichnete Vertrag von Saint-Germain zwischen den Siegermächten des Ersten Weltkrieges und Österreich legte in Art. 27 Ziff. 1 als Grenze Österreichs gegenüber der Schweiz «die gegenwärtige Grenze» fest.
  • Ausscheiden eines Kantons aus dem Bund (kein Anwendungsfall).

Änderungen im Bestand der Kantone bedürfen gemäss Art. 53 Absatz 2 BV zuerst der Zustimmung der betroffenen Bevölkerung, also der Stimmberechtigten des Gebiets, das von der Bestandesänderung betroffen ist. Das Verfahren richtet sich nach kantonalem Recht (im Falle der Abtrennung des Jura vom Kanton Bern fanden Abstimmungen in den sieben jurassischen Amtsbezirken statt). Sobald diese Voraussetzung erfüllt ist, so müssen die betroffenen Kantone zustimmen. Ist dies geschehen, so unterbreitet die Bundesversammlung in Form eines dem obligatorischen Referendum unterstehenden Bundesbeschlusses die nötige Änderung der Bundesverfassung der Volksabstimmung; Volk und Stände müssen zustimmen.

Änderungen im Gebiet der Kantone sind der Wechsel einer Gemeinde oder eines Bezirks von einem Kanton zu einem anderen Kanton. Der Bezirk Laufen wechselte per 1. Januar 1994 vom Kanton Bern zum Kanton Basel-Landschaft,[13] die Gemeinde Vellerat per 1. Juli 1996 vom Kanton Bern zum Kanton Jura[14] und die Gemeinde Clavaleyres wird voraussichtlich per 1. Januar 2022 vom Kanton Bern zum Kanton Freiburg wechseln.[15] Die Voraussetzungen für das Zustandekommen einer Gebietsänderung sind dieselben wie bei einer Bestandesänderung, mit dem Unterschied, dass seit Inkrafttreten der Bundesverfassung von 1999 die Bundesversammlung in der Form eines Bundesbeschlusses entscheidet, der nur dem fakultativen Referendum untersteht (Art. 53Abs. 3 BV). Vorher, also für die Kantonswechsel von Vellerat und des Bezirks Laufen, war auch in diesen Fällen eine obligatorische Volksabstimmung mit Zustimmung von Volk und Ständen erforderlich.

Grenzbereinigungen, d. h. Gebietsveränderungen technischer Art ohne politische Bedeutung, können die Kantone ohne Zustimmung des Bundes unter sich vertraglich vereinbaren (Art. 53 Abs. 4 BV).

Tabellen und Listen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste der Schweizer Kantone mit ihren Eckdaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abk. Kanton Kantons-
nummer
Bei­tritt
Hauptort 7
(Regierungssitz)
Ein­wohner1 Fläche
(km²)
Mitglieder
Ständerat2
Ein­wohner-
dichte
3
Amtssprache
ZH Kanton ZürichKanton Zürich Zürich 01 1351 Wappen der Stadt Zürich Zürich 1'520'968 1728.94 2 880 Deutsch
BE Kanton BernKanton Bern Bern 02 1353 Wappen der Stadt Bern Bern 1'034'977 5959.51 2 174 Deutsch, Französisch
LU Kanton LuzernKanton Luzern Luzern 03 1332 Wappen der Stadt Luzern Luzern 409'557 1493.52 2 274 Deutsch
UR Kanton UriKanton Uri Uri 04 5 1291 Wappen der Gemeinde Altdorf Altdorf 36'433 1076.54 2 34 Deutsch
SZ Kanton SchwyzKanton Schwyz Schwyz 05 5 1291 Wappen der Gemeinde Schwyz Schwyz 159'165 907.88 2 175 Deutsch
OW Kanton ObwaldenKanton Obwalden Obwalden 06 5 1291 Wappen der Gemeinde Sarnen Sarnen 37'841 490.58 1 77 Deutsch
NW Kanton NidwaldenKanton Nidwalden Nidwalden 07 5 1291 Wappen der Gemeinde Stans Stans 43'223 275.85 1 157 Deutsch
GL Kanton GlarusKanton Glarus Glarus 08 1352 Wappen der Gemeinde Glarus Glarus 40'403 685.31 2 59 Deutsch
ZG Kanton ZugKanton Zug Zug 09 1352 Wappen der Stadt Zug Zug 126'837 238.73 2 531 Deutsch
FR Kanton FreiburgKanton Freiburg Freiburg 10 1481 Wappen der Stadt Freiburg Freiburg 318'714 1671.42 2 191 Französisch, Deutsch
SO Kanton SolothurnKanton Solothurn Solothurn 11 1481 Wappen der Stadt Solothurn Solothurn 273'194 790.45 2 346 Deutsch
BS Kanton Basel-StadtKanton Basel-Stadt Basel-Stadt 12 1501 Wappen der Stadt Basel Basel 194'766 36.95 1 5271 Deutsch
BL Kanton Basel-LandschaftKanton Basel-Landschaft Basel-Landschaft 13 1501 Wappen der Stadt Liestal Liestal 288'132 517.67 1 557 Deutsch
SH Kanton SchaffhausenKanton Schaffhausen Schaffhausen 14 1501 Wappen der Stadt Schaffhausen Schaffhausen 81'991 298.42 2 275 Deutsch
AR Kanton Appenzell AusserrhodenKanton Appenzell Ausserrhoden Appenzell Ausserrhoden 15 1513 Wappen der Gemeinde Herisau (Herisau) 4,7 55'234 242.84 1 227 Deutsch
AI Kanton Appenzell InnerrhodenKanton Appenzell Innerrhoden Appenzell Innerrhoden 16 1513 Wappen des Bezirks Appenzell Appenzell 16'145 172.48 1 94 Deutsch
SG Kanton St. GallenKanton St. Gallen St. Gallen 17 1803 Wappen der Stadt St. Gallen St. Gallen 507'697 2028.20 2 250 Deutsch
GR Kanton GraubündenKanton Graubünden Graubünden 18 1803 Wappen der Stadt Chur Chur 198'379 7105.30 2 28 Deutsch, Rätoromanisch, Italienisch
AG Kanton AargauKanton Aargau Aargau 19 1803 Wappen der Stadt Aarau Aarau 694'060 1403.80 2 494 Deutsch
TG Kanton ThurgauKanton Thurgau Thurgau 20 1803 Wappen der Stadt Frauenfeld Frauenfeld 276'472 994.33 2 278 Deutsch
TI Kanton TessinKanton Tessin Tessin 21 1803 Wappen der Stadt Bellinzona Bellinzona 353'343 2812.16 2 126 Italienisch
VD Kanton WaadtKanton Waadt Waadt 22 1803 Wappen der Stadt Lausanne Lausanne 799'145 3212.02 2 249 Französisch
VS Kanton WallisKanton Wallis Wallis 23 1815 Wappen der Stadt Sitten Sitten 343'955 5224.63 2 66 Französisch, Deutsch
NE Kanton NeuenburgKanton Neuenburg Neuenburg 24 1815 Wappen der Stadt Neuenburg Neuenburg 176'850 802.16 2 220 Französisch
GE Kanton GenfKanton Genf Genf 25 1815 Wappen der Stadt Genf Genf 499'480 282.49 2 1768 Französisch
JU Kanton JuraKanton Jura Jura 26 6 1979 Wappen der Stadt Delsberg Delsberg 73'419 838.51 2 88 Französisch
CH Eidgenössisches Wappen Schweizerische Eidgenossenschaft 5 1291 Wappen der Bundesstadt Bern Bern (Bundesstadt) 8'551'744 41'290.69 46 207 Deutsch (62 %),
Französisch (23 %),
Italienisch (8 %),
Rätoromanisch (0,5 %)[16]
1 Einwohnerzahl mit verschiedenen Daten (zugrunde liegen Daten sowohl von den Kantonen als auch vom Bund)
2 Kantone mit nur einer Standesstimme werden Halbkantone genannt
3 Einwohner pro Quadratkilometer (Einwohnerdichte)
4 Die Kantonsverfassung definiert keinen Hauptort. Der Sitz der Regierung und des Parlaments des Kantons Appenzell Ausserrhoden befindet sich in Herisau; Sitz von Justiz und Polizei ist Trogen.
5 Beitritt der Urkantone im Jahr 1291, sofern der Bundesbrief von 1291 als Gründung der Schweiz angenommen wird.
6 Kein Territoriumgszuwachs für die Schweiz, sondern Abspaltung vom bestehenden Kanton Bern
7 Bei Kantonen ohne Hauptort steht der Regierungssitz in Klammern

Die zweibuchstabigen Kantonsabkürzungen (Siglen) sind verbreitet und sind unter anderem für die Kontrollschilder an Motorfahrzeugen vorgeschrieben[17] und werden in der ISO 3166-2:CH verwendet (mit dem Präfix «CH-», zum Beispiel CH-SZ für den Kanton Schwyz).

Kantonsnamen in den Schweizer Amtssprachen und im Dialekt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kantonsnamen werden in der Schreibweise und der offiziellen Reihenfolge wiedergegeben, wie sie in Artikel 1 der Bundesverfassung[9] zu finden sind. Hervorgehoben sind die Bezeichnungen in den jeweiligen Amtssprachen in der amtlichen Vollnamensform. Die Bezeichnungen im Schweizerdeutschen sind nicht bindend, da es für sie keine offizielle Rechtschreibung gibt. Im Folgenden wird für ganz oder teilweise deutschsprachige Kantone diejenige Dialektlautung angegeben, die in der jeweiligen Regionalmundart gilt.

ISO Kantons-
nummer
Deutsch Französisch Italienisch Rätoromanisch Schweizerdeutsch
ZH 1 Kanton Zürich Zurich Zurigo Turitg Züri
BE 2 Kanton Bern Canton de Berne Berna Berna Bärn
LU 3 Kanton Luzern Lucerne Lucerna Lucerna Lozäärn
UR 4 Kanton Uri Uri Uri Uri Üüri, Ürnerland
SZ 5 Kanton Schwyz Schwyz (Schwytz*)) Svitto Sviz Schwyz
OW 6 Kanton Obwalden Obwald Obvaldo Sursilvania Obwaldä
NW 7 Kanton Nidwalden Nidwald Nidvaldo Sutsilvania Nidwaldä, Nidwaudä
GL 8 Kanton Glarus Glaris Glarona Glaruna Glaris, Glarnerland
ZG 9 Kanton Zug Zoug Zugo Zug Zùùg
FR 10 Staat Freiburg État de Fribourg Friburgo Friburg Frybùrg
SO 11 Kanton Solothurn Soleure Soletta Soloturn Soledùùrn
BS 12 Kanton Basel-Stadt Bâle-Ville Basilea Città Basilea-Citad Baaselstadt
BL 13 Kanton Basel-Landschaft Bâle-Campagne Basilea Campagna Basilea-Champagna Baaselbiet
SH 14 Kanton Schaffhausen Schaffhouse Sciaffusa Schaffusa Schafuuse
AR 15 Kanton Appenzell Ausserrhoden Appenzell Rhodes-Extérieures Appenzello Esterno Appenzell Dadora Appezäll Osserode
AI 16 Kanton Appenzell Innerrhoden Appenzell Rhodes-Intérieures Appenzello Interno Appenzell Dadens Appezöll Innerode
SG 17 Kanton St. Gallen Saint-Gall San Gallo Son Gagl Sanggale
GR 18 Kanton Graubünden Grisons Cantone dei Grigioni Chantun Grischun Graubünda, Bündnerland
AG 19 Kanton Aargau Argovie Argovia Argovia Aargou, Aargau, Aargöi
TG 20 Kanton Thurgau Thurgovie Turgovia Turgovia Tùùrgi, Tùùrgau
TI 21 Kanton Tessin Tessin Repubblica e Cantone Ticino Tessin Tessin
VD 22 Kanton Waadt Canton de Vaud Vaud Vad Wadt
VS 23 Kanton Wallis État du Valais Vallese Vallais Wallis
NE 24 Kanton Neuenburg République et Canton de Neuchâtel Neuchâtel Neuchâtel Nöieburg, Nüüeburg
GE 25 Kanton Genf République et Canton de Genève Ginevra Genevra Gämf, Gänf
JU 26 Kanton Jura République et Canton du Jura Giura Giura Jura
*) Die Schreibweise mit «tz» wird vom Guide du Typographe romand verwendet und ist dementsprechend häufig anzutreffen (damit das «z» nicht als stimmhaftes «s» ohne anlautendes «t» ausgesprochen wird, wie es nach französischen Ausspracheregeln ohne «t» sein müsste).

Ehemalige Kantone[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1798–1803[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1831–1833[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umgangssprachliche Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Binnenkantone werden die Kantone bezeichnet, die nicht ans Ausland grenzen. Die Schweiz hat elf Binnenkantone: Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Bern (seit dem Wechsel des bernischen Amtsbezirks Laufen zum Kanton Basel-Landschaft im Jahre 1994), Freiburg, Glarus, Luzern, Nidwalden, Obwalden, Schwyz, Uri und Zug. Nid- und Obwalden werden ausschliesslich von Binnenkantonen umgeben.

Scherzhaft wird «Kanton» für weitere Länder und Organisationen verwendet.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andreas Auer: Staatsrecht der schweizerischen Kantone. Stämpfli-Verlag, Bern 2016. ISBN 978-3-7272-3217-6.
  • Andreas Kley: Kantone. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • Kurt Müller (Hrsg.): Bausteine der Schweiz. Porträts der 26 Kantone. Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 1987. ISBN 3-85823-178-9.
  • Stefan Rieder, Thomas Widmer: Kantone im Wandel. Reformaktivitäten der Schweizer Kantone zwischen 1990 und 1999: Ursachen, Ausgestaltung und Konsequenzen (aus der Reihe: Public Management). Haupt Verlag, Bern 2007. ISBN 978-3-258-07249-4.
  • Adrian Vatter: Kantonale Demokratien im Vergleich. Entstehungsgründe, Interaktionen und Wirkungen politischer Institutionen in den Schweizer KantonenReihe Forschung Politikwissenschaft. Band 159). Leske + Budrich, Opladen 2002, ISBN 3-8100-3431-2.
  • (Diverse Autoren:) Die Schweizer Kantone unter der Lupe. Behörden, Personal, Finanzen. Haupt Verlag, Bern 2005. ISBN 978-3-258-06887-9.
  • Die Schweiz und ihre 26 Kantone. Eine (differenzierte) Landeskunde in Regionen, Traditionen und Wappen. Verlag Bär, Niederuzwil 2007, ISBN 978-3-9523212-0-1 (Studienbuch) bzw. ISBN 978-3-9523212-1-8 (Taschenbuch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiktionary: Kanton – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wilhelm Oechsli: Die Bezeichnungen der alten Eidgenossenschaft und ihrer Glieder. In: Jahrbuch für schweizerische Geschichte 41, 1916, S. 51–230 (Digitalisat), hier S. 78; danach Andreas Kley: Kantone. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  2. Wilhelm Oechsli: Die Bezeichnungen der alten Eidgenossenschaft und ihrer Glieder. In: Jahrbuch für schweizerische Geschichte 41, 1916, S. 51–230 (Digitalisat), hier S. 78.
  3. Dictionnaire Suisse romand. Particularités lexicales du français contemporain, redigiert von André Thibault, Carouge 1997, S. 197.
  4. Walther von Wartburg: Französisches Etymologisches Wörterbuch, 2. Band. Leipzig/Berlin 1940, S. 227–234; Manlio Cortelazzo, Paolo Zolli: Dizionario Etimologico della Lingua Italiana. Bologna 1999, S. 288; Christoph Landolt: Kanton. Wortgeschichte vom 22. August 2019, hrsg. von der Redaktion des Schweizerischen Idiotikons.
  5. Das Folgende nach Wilhelm Oechsli: Die Bezeichnungen der alten Eidgenossenschaft und ihrer Glieder. In: Jahrbuch für schweizerische Geschichte 41, 1916, S. 51–230 (Digitalisat); Christoph Landolt: Kanton. Wortgeschichte vom 22. August 2019, hrsg. von der Redaktion des Schweizerischen Idiotikons.
  6. Zur Bedeutung von Stand im Sinne von «eidgenössischer Ort; Kanton» siehe Schweizerisches Idiotikon, Band XI, Spalte 956 ff. Lemma, Stand bzw. direkt Sp. 965 Mitte Bedeutung 2cβ2.
  7. Zur Bedeutung von Staat im Sinne von «Kanton» siehe Schweizerisches Idiotikon, Band XI, Spalte 1661 ff. Lemma, Stāt II bzw. direkt Sp. 1672 unten Bedeutung 2.
  8. Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Art. 142 Erforderliche Mehrheiten. In: fedlex.admin.ch. Bundeskanzlei, 18. April 1999, abgerufen am 3. April 2021 (siehe Absatz 4; Stand per 1. Januar 2021).
  9. a b Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Art. 1 Schweizerische Eidgenossenschaft. In: fedlex.admin.ch. Bundeskanzlei, 18. April 1999, abgerufen am 3. April 2021 (Stand per 1. Januar 2021).
  10. Martin Körner: Vorort. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  11. Giovanni Biaggini: BV Kommentar. 2. Auflage. Orell Füssli Verlag, Zürich 2017, ISBN 978-3-280-07320-9, S. 576.
  12. Wortprotokoll der Sitzung des Ständerates vom 21. November 1919 (Interpellation Winiger). Stellungnahme von Bundesrat Calonder. In: Sammlung von Amtsdruckschriften des Bundesarchivs. Schweizerisches Bundesarchiv, abgerufen am 3. April 2021.
  13. Volksabstimmung vom 26.09.1993. In: bk.admin.ch. Bundeskanzlei, 30. März 2021, abgerufen am 3. April 2021.
  14. Volksabstimmung vom 10.03.1996. In: bk.admin.ch. Bundeskanzlei, 30. März 2021, abgerufen am 3. April 2021.
  15. 20.072 Kantonswechsel der bernischen Gemeinde Clavaleyres. In: Geschäftsdatenbank Curiavista (mit Links auf Botschaft des Bundesrates, Ratsverhandlungen und weitere Parlamentsunterlagen). Parlamentsdienste, abgerufen am 20. Dezember 2020.
  16. Der Bund kurz erklärt. In: bk.admin.ch. Bundeskanzlei, abgerufen am 3. April 2021 (siehe PDF «Der Bund kurz erklärt 2021» (19,6 MB), S. 9).
  17. Bundeskanzlei: Verordnung über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr (Verkehrszulassungsverordnung VZV) – Art. 84 Nummerierungssystem. SR 741.51. In: Systematische Rechtssammlung SR. Bundeskanzlei, 27. Oktober 1976, abgerufen am 3. April 2021 (Stand am 1. Januar 2021).
  18. www.20minuten.ch, 20 Minuten, 20 Min, www.20min.ch: Der grosse Kanton ist gar nicht soooo gross. In: 20 Minuten. (20min.ch [abgerufen am 26. Juni 2018]).
  19. Schweizerisches Idiotikon, Band III, Spalte 374, Lemma Kanton.
  20. Der 27. Kanton der Schweiz. In: Tages-Anzeiger. 29. April 2014 (tagesanzeiger.ch [abgerufen am 26. Juni 2018]).
  21. Der 27. Kanton der Schweiz | Schweizer Fahrende – Geschichte und Gegenwart. Abgerufen am 26. Juni 2018.
  22. Der 27. Kanton der Schweiz – nirgends sind wir so präsent wie im Kosovo. In: Aargauer Zeitung. (aargauerzeitung.ch [abgerufen am 26. Juni 2018]).
  23. Enver Robelli: Kanton Kosovo. In: Der Bund. 28. Mai 2018, ISSN 0774-6156 (derbund.ch [abgerufen am 26. Juni 2018]).
  24. «Manche sagen, Kosovo sei der 27. Kanton der Schweiz». In: srf.ch. Schweizer Radio und Fernsehen, 3. August 2017, abgerufen am 26. Juni 2018.