Brauneberg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Brauneberg
Brauneberg
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Brauneberg hervorgehoben
49.9083333333336.9852777777778124Koordinaten: 49° 54′ N, 6° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bernkastel-Wittlich
Verbandsgemeinde: Bernkastel-Kues
Höhe: 124 m ü. NHN
Fläche: 12,22 km²
Einwohner: 1202 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 98 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 54472,
54470 (Hirzlei)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 06534
Kfz-Kennzeichen: WIL, BKS
Gemeindeschlüssel: 07 2 31 012
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Gestade 18
54470 Bernkastel-Kues
Webpräsenz: www.brauneberg.de
Ortsbürgermeister: Udo Schiffmann
Lage der Ortsgemeinde Brauneberg im Landkreis Bernkastel-Wittlich
Eifelkreis Bitburg-Prüm Landkreis Birkenfeld Landkreis Cochem-Zell Landkreis Vulkaneifel Trier Landkreis Trier-Saarburg Rhein-Hunsrück-Kreis Bernkastel-Kues Brauneberg Burgen (Hunsrück) Erden Gornhausen Graach an der Mosel Hochscheid Kesten Kleinich Kommen Lieser (Gemeinde) Lösnich Longkamp Maring-Noviand Minheim Monzelfeld Mülheim an der Mosel Neumagen-Dhron Piesport Ürzig Veldenz Wintrich Zeltingen-Rachtig Bausendorf Bengel (Mosel) Diefenbach (bei Wittlich) Flußbach Hontheim Kinderbeuern Kinheim Kröv Reil Willwerscheid Bettenfeld Dierfeld Eckfeld Eisenschmitt Gipperath Greimerath (Eifel) Großlittgen Hasborn (Eifel) Karl (Eifel) Laufeld Manderscheid Meerfeld Musweiler Niederöfflingen Niederscheidweiler Oberöfflingen Oberscheidweiler Pantenburg Schladt Schwarzenborn (Eifel) Wallscheid Berglicht Breit Büdlich Burtscheid (Hunsrück) Deuselbach Dhronecken Etgert Gielert Gräfendhron Heidenburg Hilscheid Horath Immert Lückenburg Malborn Merschbach Neunkirchen (Hunsrück) Rorodt Schönberg (bei Thalfang) Talling Thalfang Burg (Mosel) Enkirch Irmenach Lötzbeuren Starkenburg (Mosel) Traben-Trarbach Altrich Arenrath Bergweiler Binsfeld Bruch (Eifel) Dierscheid Dodenburg Dreis Esch (bei Wittlich) Gladbach (Eifel) Heckenmünster Heidweiler Hetzerath (Eifel) Hupperath Klausen (Eifel) Landscheid Minderlittgen Niersbach Osann-Monzel Platten (bei Wittlich) Plein Rivenich Salmtal Sehlem (Eifel) Morbach WittlichKarte
Über dieses Bild
Blick auf Brauneberg von der gegenüberliegenden Moselseite
Dusemont 1838
Brauneberger Juffer-Weinberg

Brauneberg ist eine Ortsgemeinde an der Mosel in der Nähe von Bernkastel-Kues im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues an und ist vor allem durch ihre Weine und meteorologischen Begebenheiten bekannt. Bis 1925 war der Name des Ortes „Dusemond“. Brauneberg ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Klima[Bearbeiten]

Hier wurde am 11. August 1998 in der Meteomedia-Wetterstation von Jörg Kachelmann die höchste jemals in Deutschland gemessene Temperatur von 41,2 °C registriert. Dennoch gilt Brauneberg nicht als Hitzepol Deutschlands, da die Wetterstation aufgrund ihrer Lage auf einem Schieferberg von der offiziellen Messung ausgenommen ist.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Brauneberger Ortsteile sind Brauneberg, Filzen und Hirzlei.

Der Ortsteil Hirzlei liegt etwa fünf Kilometer südlich von Brauneberg im Tal des Frohnbachs, es gibt keine direkte Straße, die die beiden Ortschaften verbindet. Ortsvorsteher von Hirzlei ist Ewald Adam.

Geschichte[Bearbeiten]

Brauneberg wurde im Jahre 588 n. Chr. erstmals erwähnt. Der alte Ortsname „Dusemond“ stammt wohl von der aus der Römerzeit stammenden Benennung eines Weinbergs als „dulcis mons“ (lat. „süßer Berg“) ab. 1925 wurde der Ort in Brauneberg umbenannt.

Dusemond gehörte zur alten Grafschaft Veldenz, in der Pfalzgraf Ludwig II. 1523 die Reformation einführte. Im Dreißigjährigen Krieg ergriff der Kurfürst und Erzbischof von Trier Besitz von dem Ort. Erst im Westfälischen Frieden von 1648 wurde der Graf von Veldenz wieder in seine alten Rechte eingesetzt, wodurch auch die Pfarrei des Ortes wieder protestantisch wurde. Mit der Besetzung der Grafschaft Veldenz durch Frankreich im Jahre 1680 änderte sich die Situation jedoch erneut und es entstand Streit über die Stellung der Katholiken innerhalb der Grafschaft. Per Erlass regelten die Franzosen am 21. Dezember 1684 die Situation: Demnach wurde in Ortschaften mit nur einer Kirche – so auch die Situation in Dusemond – diese zur Nutzung durch beide Konfessionen bestimmt. Die Ortskirche wurde daher zur Simultankirche. Dies änderte sich erst im Jahre 1955, als beschlossen wurde, die Kirche aufzuteilen und baulich zu trennen: 1/3 der Kirche wird seitdem durch die evangelische Gemeinde genutzt, 2/3 durch die Katholiken. Dies entspricht der Aufteilung der ursprünglichen Baukosten der jetzigen, 1777 fertiggestellten Kirche.

Die Kirche selbst wurde 1775 bis 1777 nach Plänen des pfälzischen Hofbaumeisters Franz Wilhelm Rabaliatti errichtet. Der Zwiebelturm ist der einzige Kirchturm seiner Art im gesamten Moselraum. Er befindet sich auch nach der Aufteilung der Kirche weiterhin im gemeinsamen Besitz der beiden Kirchengemeinden.

Die heutige Gemeinde Brauneberg entstand am 7. Juni 1969 durch Zusammenschluss der Gemeinden Brauneberg und Filzen.[3]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Brauneberg bezogen auf das heutige Gemeindegebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 987
1835 1.112
1871 1.118
1905 1.355
1939 1.378
Jahr Einwohner
1950 1.493
1961 1.442
1970 1.367
1987 1.179
2005 1.158

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Ortsgemeinderat in Brauneberg besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister, Udo Schiffmann, als Vorsitzenden. Die 16 Sitze im Rat verteilen sich auf drei Wählergruppen.[4]

Weinbau[Bearbeiten]

Neben dem Tourismus ist der Weinbau bedeutendster Wirtschaftszweig. Die Rebstöcke werden auf etwa 323 Hektar überwiegend im Steilhang bewirtschaftet. Hier wird üblicherweise Riesling angebaut; in den Flach- und Hanglagen werden außerdem in geringen Mengen unter anderem Müller-Thurgau, Kerner und Dornfelder produziert.

Die Weinberge Braunebergs gehören zur Großlage Kurfürstlay und unterteilen sich in die Einzellagen

  • Mandelgraben

Die Rebstöcke des Mandelgrabens umfassen eine Fläche von 175 ha. Der Name weist auf Mandelbäume hin, die früher hier wuchsen.

  • Klostergarten

Der Klostergarten ist mit 95 ha die zweitgrößte Weinlage Braunebergs, der Name wird abgeleitet vom Garten des Franziskanerinnenklosters im Ortsteil Filzen

  • Juffer und Juffer Sonnenuhr

Der Steilhang gegenüber dem Ort Brauneberg wird "Juffer" (moselfränkisch für Jungfer oder Jungfrau) genannt. Innerhalb dieser Lage wird der Bereich rund um die Sonnenuhr als "Filetstück" betrachtet und erhielt die Bezeichnung "Juffer Sonnenuhr".

Diese nur 0,38 ha große Anbaufläche liegt ebenfalls in der "Juffer" unterhalb eines Felsenvorsprungs.

Historisch[Bearbeiten]

Im Jahr 1868 wurde unter der Leitung des Königlichen Kataster Inspectors, Steuerrath Clotten, für die Königliche Regierung zu Trier eine Weinbaukarte für den Regierungsbezirk Trier angefertigt. Für den Bereich Brauneberg (Dusemond) sind dort unter der Großlage Brauneberg die Einzellagen

  • Hasenläufer
  • Kammer
  • Falkenberg
  • Juffer
  • Mötschert
  • Burgerslay

verzeichnet.

Bekannte Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Brauneberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 172 (PDF; 2,6 MB)
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen