Thalfang

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Thalfang
Thalfang
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Thalfang hervorgehoben
Koordinaten: 49° 45′ N, 7° 0′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bernkastel-Wittlich
Verbandsgemeinde: Thalfang am Erbeskopf
Höhe: 460 m ü. NHN
Fläche: 19,44 km2
Einwohner: 1804 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 93 Einwohner je km2
Postleitzahl: 54424
Vorwahl: 06504
Kfz-Kennzeichen: WIL, BKS
Gemeindeschlüssel: 07 2 31 123
Adresse der Verbandsverwaltung: Saarstraße 7
54424 Thalfang
Webpräsenz: www.thalfang.de
Ortsbürgermeister: Burkhardt Graul (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Thalfang im Landkreis Bernkastel-Wittlich
Eifelkreis Bitburg-PrümLandkreis BirkenfeldLandkreis Cochem-ZellLandkreis VulkaneifelTrierLandkreis Trier-SaarburgRhein-Hunsrück-KreisBernkastel-KuesBraunebergBurgen (bei Bernkastel-Kues)ErdenGornhausenGraach an der MoselHochscheidKestenKleinichKommenLieser (Gemeinde)LösnichLongkampMaring-NoviandMinheimMonzelfeldMülheim an der MoselNeumagen-DhronPiesportÜrzigVeldenzWintrichZeltingen-RachtigBausendorfBengel (Mosel)Diefenbach (bei Wittlich)FlußbachHontheimKinderbeuernKinheimKrövReilWillwerscheidBettenfeldDierfeldEckfeldEisenschmittGipperathGreimerath (Eifel)GroßlittgenHasborn (Eifel)Karl (Eifel)LaufeldManderscheidMeerfeldMusweilerNiederöfflingenNiederscheidweilerOberöfflingenOberscheidweilerPantenburgSchladtSchwarzenborn (Eifel)WallscheidBerglichtBreitBüdlichBurtscheid (Hunsrück)DeuselbachDhroneckenEtgertGielertGräfendhronHeidenburgHilscheidHorathImmertLückenburgMalbornMerschbachNeunkirchen (Hunsrück)RorodtSchönberg (bei Thalfang)TallingThalfangBurg (Mosel)EnkirchIrmenachLötzbeurenStarkenburg (Mosel)Traben-TrarbachAltrichArenrathBergweilerBinsfeld (Eifel)Bruch (Eifel)DierscheidDodenburgDreisEsch (bei Wittlich)Gladbach (Eifel)HeckenmünsterHeidweilerHetzerath (Eifel)HupperathKlausen (Eifel)LandscheidMinderlittgenNiersbachOsann-MonzelPlatten (bei Wittlich)PleinRivenichSalmtalSehlem (Eifel)MorbachWittlichKarte
Über dieses Bild
Blick vom Erbeskopf auf Thalfang
Thalfang und Bäsch, im Hintergrund der Schwarzwälder Hochwald

Thalfang ist eine Ortsgemeinde und Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Thalfang am Erbeskopf im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz. Sie liegt am Erbeskopf im Hunsrück und ist ein staatlich anerkannter Luftkurort.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thalfang an der Hunsrückhöhenstraße liegt im westlichen Hunsrück, etwa sieben Kilometer nordwestlich des Erbeskopfes. Durch den Ort fließt der Thalfanger Bach mit den Nebengewässern Klingelbach, Marschtelerbach und Hohlbachsflößchen.

Zum Hauptort Thalfang gehören die Gemeindeteile Berghof, Flürchen, Gatschmühle, Hasenborn, Hubertushof und Ziegelei. Zum Ortsbezirk Bäsch gehören Eichelhof, Forsthaus Deuselbach und Thalfang (Bahnhof).[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thalfang wurde erstmals im Jahr 632 urkundlich erwähnt. Ab dem 12. Jahrhundert gehörte Thalfang zur Mark Thalfang.

Auf einer Karte des Erzbistums Trier aus dem Jahre 1645 ist der Ort als Thalfinck verzeichnet.

Erst unter der französischen Herrschaft wurde 1800 die Mark Dhronecken aufgelöst, die Mairie Thalfang im Kanton Hermeskeil des Saardepartements entstand. Zur Mairie Thalfang gehörten auch die Orte Bäsch, Burtscheid, Deuselbach, Dhronecken, Etgert, Hilscheid, Immert, Malborn, Rorodt und das um 1900 aufgegebene Röderbach. Aufgrund der Beschlüsse auf dem Wiener Kongress kam der Ort 1815 zum Königreich Preußen; Thalfang wurde Verwaltungssitz der gleichnamigen Bürgermeisterei, die dem Kreis Bernkastel und dem Regierungsbezirk Trier zugeordnet war.[4] Seit 1946 gehört Thalfang zum Land Rheinland-Pfalz. Am 7. Juni 1969 wurde die Ortsgemeinde Bäsch nach Thalfang eingemeindet.[5]

An sonstigen geschichtlichen Ereignissen ist zu bemerken, dass Erich Honecker in den 1920er Jahren als Dachdeckerlehrling beim Bau des damaligen Rathauses mitgearbeitet hatte.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Thalfang bezogen auf das heutige Gemeindegebiet, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[1][2]

Jahr Einwohner
1815 448
1835 715
1871 732
1905 754
1939 1.196
1950 1.162
Jahr Einwohner
1961 1.372
1970 1.476
1987 1.553
1997 1.731
2005 1.802
2017 1.804

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Thalfang besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[6]

Wahl SPD CDU FDP FL Gesamt
2014 6 5 2 3 16 Sitze
2009 5 5 3 3 16 Sitze
2004 5 6 2 3 16 Sitze
1999 5 7 2 2 16 Sitze
  • FL = Thalfanger Freie Liste e. V.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Thalfang
Wappenbegründung: Das rote Balkenkreuz auf silbernem Grund verweist auf die ehemalige Zugehörigkeit zum Kurfürstentum Trier. Die beiden von den Kreuzen umgebenen Salme entstammen dem Grafen von Salm. Sie erinnern an den Grafen Ernst, den einzigen aus dem Wild- und Rheingräflichen Geschlecht, der auf dem Friedhof in Thalfang beigesetzt ist und auf dessen Grabsteinplatte ebenfalls diese Salme abgebildet sind. Das „Rost“, der Eingang zum Kirchplatz, steht als Symbol für die ältesten Gebäude in Thalfang.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten des Ortes sind beispielsweise das Kriegerdenkmal, die Haardtwaldquelle, der Samuel-Hirsch-Platz, die katholische Kirche oder die gotische evangelische Kirche.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thalfang liegt an der Hunsrückhöhenstraße zwischen Hermeskeil und Morbach. Durch den Ort führt auch die stillgelegte Hunsrückquerbahn.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die idyllische Lage des Luftkurortes Thalfang und die Nähe zu Touristenzielen wie der Mosel, Trier oder dem Erbeskopf sowie die relative Nähe zu Luxemburg und Frankreich machen Thalfang zu einem beliebten Urlaubsort. An der Straße nach Lückenburg (K110) befindet sich der Ferienpark Himmelberg.

Industrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Thalfang ist die Hochwald Foods GmbH ansässig, das größte Wirtschaftsunternehmen in der Region Trier und einer der größten Molkereibetriebe Deutschlands.

Thalfang ist Abfüllungsort folgender amtlich anerkannter natürlicher Mineralwässer: Berg-Quelle, Brillant-Quelle, Del-Bon-Quelle, Erbeskopf-Quelle (Malborn), Diamant-Quelle, Haardtwald-Quelle, Hunsrück-Quelle und Thalquelle. Die Hochwald Sprudel Schupp GmbH, Schwollen, hat einen Produktionsstandort in Thalfang.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bedeutendster Sohn Thalfangs ist der Rabbiner und Philosoph Samuel Hirsch (1815–1889).
  • Der deutsche Techniker und Chemiker Wilhelm Kathol starb 1944 in Thalfang.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Elmar P. Ittenbach: Jüdisches Leben in Thalfang: Geschichte und Schicksale, Paulinus, Trier 2011, ISBN 978-3-7902-1900-5 (= Schriften des Emil-Frank-Instituts, Band 14).[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Thalfang – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2017, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2018, S. 56 (PDF; 2,2 MB).
  4. Friedrich von Restorff: Topographisch-Statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinz, Nicolai, Berlin und Stettin 1830, Seite 921
  5. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 (Memento vom 22. Dezember 2017 im Internet Archive) (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 393). Bad Ems März 2006, S. 197 (PDF; 2,6 MB). i Info: Es liegt ein aktuelles Verzeichnis (2016) vor, das aber im Abschnitt „Gebietsänderungen – Territoriale Verwaltungsreform“ keine Einwohnerzahlen angibt.
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Schriftenreihe des Emil-Frank-Instituts an der Universität Trier