Casal di Principe

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Casal di Principe
Wappen
Casal di Principe (Italien)
Casal di Principe
Staat Italien
Region Kampanien
Provinz Caserta (CE)
Lokale Bezeichnung Casal 'e Prencepe
Koordinaten 41° 1′ N, 14° 8′ OKoordinaten: 41° 1′ 0″ N, 14° 8′ 0″ O
Fläche 23 km²
Einwohner 21.487 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte 934 Einw./km²
Postleitzahl 81033
Vorwahl 081
ISTAT-Nummer 061019
Volksbezeichnung casalesi
Schutzpatron Maria SS. Preziosa (12. September)
Website comune.casal-di-principe.ce.it

Casal di Principe ist eine Stadt mit 21.487 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2016) in der Provinz Caserta, Region Kampanien in Süditalien.

Camorra[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überregionale Bekanntheit hat der Ort vor allem durch seine Verbindung zur Verbrecherorganisation Camorra erhalten. Der Autor Roberto Saviano schätzt, dass 44 Prozent der Einwohner von Casal di Principe eine Vorstrafe wegen Paragraf 416/2: „Bildung einer mafiösen Vereinigung“ haben.[2] In seinem Bestseller „Gomorrha – Reise in das Reich der Camorra“ widmet Saviano den Vorgängen in Casal di Principe und dem Prozess gegen Camorra-Boss Francesco Schiavone, genannt „Sandokan“, und anderen Clan-Chefs ein ganzes Kapitel. Nach Saviano sei Casal di Principe die Hauptstadt der unternehmerischen Macht der Camorra, die von dort aus hauptsächlich den Handel mit Zement und Kokain beherrscht.

Casal di Principe ist auch bekannt für den dort geborenen Priester Giuseppe Diana. Dieser setzte sich gegen die Camorra und gegen die Omertà ein und engagierte sich in verschiedenen sozialen Projekten. Zu Weihnachten 1991 ließ er in sämtlichen Kirchen von Casal di Principe und Umgebung das von ihm verfasste Dokument „Per amore del mio popolo non tacerò“ (Aus Liebe zu meinem Volk werde ich nicht schweigen) verteilen. Darin äußerte er in klaren Worten seinem Unmut über die gesetzlose Situation in Casal di Principe. Don Peppino Diana wurde am 19. März 1994, seinem Namenstag, von der Camorra in der Sakristei seiner Kirche in Casal di Principe ermordet. Ebenfalls ausführlich mit den Ursprüngen und den Veränderungen der Camorra in Kampanien, ihrer Expansion und den internen Kämpfen, beschäftigt sich Nanni Balestrini in seinem Buch „SANDOKAN: Eine Camorra-Geschichte“.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2016.
  2. „Ihr verfluchten Dreckskerle, ich lebe noch!“ In: Spiegel Online, 16. August 2007