Erich Bitter

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Erich Bitter beim Klassikertreffen Rüsselsheim (2018)
Erich Bitter mit dem „Bitter Insignia“ (2011)

Erich Bitter (* 11. August 1933 in Schwelm) ist ein deutscher Autodesigner und ehemaliger Rad- und Automobilrennfahrer.

Radsport-Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erich Bitters Vater führte ein Fahrradgeschäft mit mehreren Filialen. Der Sohn wollte schon früh Profi-Radrennfahrer werden. Nachdem er als Amateur einige Erfolge vorweisen konnte, verließ er die Schule nach der Mittleren Reife und arbeitete zunächst im Betrieb seines Vaters. 1954, zur Deutschen Straßenmeisterschaft in Dingolfing, wurde er mit 21 Jahren der jüngste deutsche Profi. Zwei Jahre lang, von 1954 bis 1956, startete Bitter für das Radsportteam Bismarck, anschließend zwei Jahre für Torpedo. Er fuhr hauptsächlich als Edel-Domestike für Hennes Junkermann und Klaus Bugdahl, größere eigene Erfolge blieben jedoch aus. 1958 beendete er seine Radsportkarriere aus gesundheitlichen Gründen.

Automobilrennfahrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1959 bis 1968 fuhr Erich Bitter Autorennen, hauptsächlich Rundstrecken- sowie Langstreckenrennen wie die Targa Florio oder Rennen auf dem Nürburgring. Anfangs fuhr er NSU Prinz, später auch Saab, Volvo, Porsche, Ferrari, Mercedes, Opel und Abarth. 1965 wurde er auf seinem Abarth, hinter Manfred Schiek und Gerhard Bodmer, Dritter in der Deutschen Rundstrecken-Meisterschaft. Bei seinen Rennen erlitt er drei schwere Unfälle; nach dem dritten Unfall auf der Nordschleife des Nürburgrings beim 1000-km-Rennen 1969 hörte er mit Autorennen auf, auch weil seinerzeit viele seiner Kollegen tödlich verunglückt waren. Bitters Gruppe-4-Abarth war im Training kurz vor der Brücke im Streckenabschnitt Brünnchen von der Bahn abgekommen, gegen die Leitplanke geprallt, mehrere Meter hoch gegen einen Baum geschleudert worden und in Brand geraten.[1]

Kaufmann[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon während seiner Tätigkeit als Autorennfahrer baute Erich Bitter zahlreiche kaufmännische Aktivitäten aus. 1960 eröffnete er in seiner Heimatstadt einen Autohandel für NSU und später auch für Saab, Volvo und Abarth. Als Autozubehörhändler „Rallye Bitter“ war er der erste, der seit 1964 feuerfeste Rennoveralls aus Großbritannien importierte. Später entwickelt Bitter gemeinsam mit der DuPont einen eigenen flammengeprüften Stoff, Nomex. Zur Einführung von „Nomex“ stellte er sich persönlich in einem flammengeprüften Overall in eine Ölwanne, aus der die Flammen hochschlugen. Zudem importierte er Automobile des kleinen italienischen Herstellers Costruzione Automobili Intermeccanica. Von 1987 bis 1997 betrieb er die „Bitter Automobile Company“ in Santa Monica, bis sein Geschäftsfreund Lee Miglin dem Serienmörder Andrew Phillip Cunanan zum Opfer fiel, der auch Gianni Versace tötete.

Autodesigner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Unzufriedenheit mit den Produkten von Intermeccanica bewegte Erich Bitter dazu, ein eigenes Auto zu entwerfen. Er gründete die Bitter GmbH & Co. KG (heute: Bitter Automotive GmbH) und baute ab 1971 mehrere Automodelle, die meisten von ihnen auf Opel-Basis. Die Autos haben bis heute Kultstatus: Die Inhaber von Bitter-Automobilen treffen sich jährlich zum „Bitter-Treffen“.

Ab 1986 baute Erich Bitter verschiedene Prototypen. Von 1997 bis 2005 arbeitete Bitter mit einem Team für die Forschung und Entwicklung bei Volkswagen. 2010 stellte er seinen „Bitter Insignia“ auf der Basis eines Opel Insignia vor.[2]

Erich Bitter wurde bei der Wahl Das Goldene Klassik-Lenkrad 2013 der Zeitschrift Autobild Klassik in der Kategorie Person des Jahres nominiert.[3]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erich Bitter war dreimal verheiratet und ist Vater dreier Töchter. Er ist begeisterter Läufer und absolvierte 30 Marathons. Weitere Hobbys sind Dressurreiten und die Malerei.

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelergebnisse in der Sportwagen-Weltmeisterschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Team Rennwagen 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22
1963 Erich Bitter Fiat-Abarth 850 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten DAY Vereinigte StaatenVereinigte Staaten SEB Vereinigte StaatenVereinigte Staaten SEB ItalienItalien TAR BelgienBelgien SPA ItalienItalien MAI DeutschlandDeutschland NÜR ItalienItalien CON DeutschlandDeutschland ROS FrankreichFrankreich LEM ItalienItalien MON DeutschlandDeutschland WIS FrankreichFrankreich TAV DeutschlandDeutschland FRE ItalienItalien CCE Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich RTT SchweizSchweiz OVI DeutschlandDeutschland NÜR ItalienItalien MON ItalienItalien MON FrankreichFrankreich TDF Vereinigte StaatenVereinigte Staaten BRI
11
1964 Erich Bitter Ferrari 250 GT
Saab 96
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten DAY Vereinigte StaatenVereinigte Staaten SEB ItalienItalien TAR ItalienItalien MON BelgienBelgien SPA ItalienItalien CON DeutschlandDeutschland NÜR DeutschlandDeutschland ROS FrankreichFrankreich LEM FrankreichFrankreich REI DeutschlandDeutschland FRE ItalienItalien CCE Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich RTT SchweizSchweiz SIM DeutschlandDeutschland NÜR ItalienItalien MON FrankreichFrankreich TDF Vereinigte StaatenVereinigte Staaten BRI Vereinigte StaatenVereinigte Staaten BRI FrankreichFrankreich PAR
26 12
1965 Abarth Fiat-Abarth 1000 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten DAY Vereinigte StaatenVereinigte Staaten SEB ItalienItalien BOL ItalienItalien MON ItalienItalien MON Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich RTT ItalienItalien TAR BelgienBelgien SPA DeutschlandDeutschland NÜR ItalienItalien MUG DeutschlandDeutschland ROS FrankreichFrankreich LEM FrankreichFrankreich REI ItalienItalien BOZ DeutschlandDeutschland FRE ItalienItalien CCE SchweizSchweiz OVI DeutschlandDeutschland NÜR Vereinigte StaatenVereinigte Staaten BRI Vereinigte StaatenVereinigte Staaten BRI
12
1966 Abarth Abarth 1300 OT Vereinigte StaatenVereinigte Staaten DAY Vereinigte StaatenVereinigte Staaten SEB ItalienItalien MON ItalienItalien TAR BelgienBelgien SPA DeutschlandDeutschland NÜR FrankreichFrankreich LEM ItalienItalien MUG ItalienItalien CCE DeutschlandDeutschland HOK SchweizSchweiz SIM DeutschlandDeutschland NÜR OsterreichÖsterreich ZEL
17 DNF
1967 Abarth Abarth 1300 OT Vereinigte StaatenVereinigte Staaten DAY Vereinigte StaatenVereinigte Staaten SEB ItalienItalien MON BelgienBelgien SPA ItalienItalien TAR DeutschlandDeutschland NÜR FrankreichFrankreich LEM DeutschlandDeutschland HOK ItalienItalien MUG Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich BRH ItalienItalien CCE OsterreichÖsterreich ZEL SchweizSchweiz OVI DeutschlandDeutschland NÜR
DNF 3 8 5
1968 Caltex Racing Porsche 906 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten DAY Vereinigte StaatenVereinigte Staaten SEB Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich BRH ItalienItalien MON ItalienItalien TAR DeutschlandDeutschland NÜR BelgienBelgien SPA Vereinigte StaatenVereinigte Staaten WAT OsterreichÖsterreich ZEL FrankreichFrankreich LEM
11
1969 IGFA Abarth 2000S Vereinigte StaatenVereinigte Staaten DAY Vereinigte StaatenVereinigte Staaten SEB Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich BRH ItalienItalien MON ItalienItalien TAR BelgienBelgien SPA DeutschlandDeutschland NÜR FrankreichFrankreich LEM Vereinigte StaatenVereinigte Staaten WAT OsterreichÖsterreich ZEL
DNF 8

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Matthias Göbel, Lutz Keiss: Erich Bitter – Rennsport, Automobile, Leben. Eine Biographie zum 80. Geburtstag. („... schreib einfach deinen Namen dran!“) (= Schriftenreihe der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften der Deutschen Sporthochschule Köln. Sonderbd. 2). Sportverlag Strauß, Köln 2013, ISBN 978-3-86884-161-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Erich Bitter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. auto motor und sport, Heft 13/1969, S. 86.
  2. „Opel Insignia by Bitter - Wenn der Erich zuschlägt, wird's individuell“ auf carpassion.com
  3. „Das Goldene Klassik-Lenkrad 2013“ auf autobild.de