Europäischer Filmpreis 2011

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Das Berliner Tempodrom, Veranstaltungsort des Europäischen Filmpreises 2011
Statistik
(ohne Berücksichtigung des Publikumspreises und der Auszeichnung für den besten Erstlingsfilm)
N=Nominierung; S=Sieg
Film N S
Melancholia 8 3
The Artist 4 1
Le Havre 4 0
In einer besseren Welt 4 1
Der Junge mit dem Fahrrad 4 1
The King’s Speech 4 2
Das Turiner Pferd 3 0
Habemus Papam – Ein Papst büxt aus 2 0
Die Haut, in der ich wohne 2 0
Drei 1 0
Jelena 1 0
Essential Killing 1 0
We Need to Talk About Kevin 1 1
Zum dritten Mal in Folge Moderatorin der Fernsehgala: die Deutsche Anke Engelke
Lars von Trier (Melancholia)
Ausgezeichnet als bester Darsteller: Oscar-Preisträger Colin Firth (The King’s Speech)
Ausgezeichnet als beste Darstellerin: die Britin Tilda Swinton, die in We Need to Talk About Kevin als Mutter eines Amokläufers zu sehen ist.
Der für den Darstellerpreis nominierte Schauspieler Michel Piccoli wurde mit einem spontan ausgelobten Sonderpreis für sein Lebenswerk geehrt.

Die 24. Verleihung des Europäischen Filmpreises fand am 3. Dezember 2011 statt. Nachdem im Vorjahr die Fernsehgala im estnischen Tallinn stattgefunden hatte, folgte 2011 Berlin als Veranstaltungsort. Damit wurde die Preisverleihung zum elften Mal in der deutschen Hauptstadt ausgerichtet. Als bester Film wurde Lars von Triers Melancholia ausgezeichnet, der drei seiner acht Nominierungen in Siege umsetzen konnte.[1]

In Zusammenarbeit unter anderem mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Kunst und Medien, der Filmförderungsanstalt (FFA), den Hauptstadtkulturfonds, dem MEDIA-Programm der Europäischen Union, dem Medienboard Berlin-Brandenburg und der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin wurde die Verleihung des Europäischen Filmpreises 2011 im Tempodrom auf dem Gelände des ehemaligen Anhalter Bahnhofs abgehalten. Circa 1000 Gäste wurden erwartet, darunter der deutsche Regisseur Wim Wenders, Präsident der Europäischen Filmakademie (EFA), die die Auszeichnungen vergibt, sowie der deutsche Kulturstaatsminister Bernd Neumann und die österreichische Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur Claudia Schmied.

Als Moderatorin konnte die deutsche Komikerin und Schauspielerin Anke Engelke gewonnen werden. Engelke hatte bereits die beiden zurückliegenden Verleihungen moderiert. Als Laudatoren waren u. a. die Filmschaffenden Moritz Bleibtreu, August Diehl, Alexander Fehling, Karoline Herfurth, Nina Hoss, Irène Jacob, Sibel Kekilli, Alexandra Maria Lara, Heike Makatsch, Ludivine Sagnier, Sylvie Testud und Ulrich Thomsen vorgesehen.[2] 150 Journalisten erhielten Akkreditierungen. Für das musikalische Programm wurde der deutsche DJ Shantel verpflichtet.[3]

Die Preisverleihung wurde als Live-Stream über das Internet angeboten[3] und im Fernsehen in über 100 Ländern zu sehen sein. In Deutschland erfolgt die Fernsehausstrahlung einen Tag später durch den deutsch-französischen Fernsehsender ARTE, in Österreich durch ORF 2.[4]

Favorisierte Filme[Bearbeiten]

Die Nominierungen wurden von der Europäischen Filmakademie (EFA) am 5. November 2011 auf dem Europäischen Filmfestival von Sevilla bekanntgegeben.[5] Als Favorit galt die europäische Koproduktion Melancholia von Lars von Trier, die acht Nominierungen erhalten hatte und damit den Rekord von Suzanne Ostens Der Schutzengel (1990) und Michael Hanekes Caché (2005) einstellte, die auf die gleiche Anzahl an Nennungen gekommen waren. Von Triers Drama berichtet von einem Weltuntergangsszenario aus den Perspektiven zweier ungleicher Schwestern (gespielt von Kirsten Dunst und Charlotte Gainsbourg), die bei einer Hochzeitsfeier aufeinandertreffen.

Melancholia hatte seine Premiere im Wettbewerb der diesjährigen Filmfestspiele von Cannes gefeiert, bei denen Kirsten Dunst für ihre Leistung als melancholisch-depressive Braut mit dem Darstellerpreis ausgezeichnet worden war. Gleichzeitig hatte Von Trier bei der Pressekonferenz seines Films für einen Skandal gesorgt, als er Verständnis für Adolf Hitler geäußert und schließlich gesagt hatte, dass er ein „Nazi“ sei. Daraufhin war der dänische Regisseur trotz einer Entschuldigung vom Festival ausgeschlossen worden. Melancholia konnte bei der Verleihung des Europäischen Filmpreises seinem Favoritenstatus gerecht werden und gewann die Auszeichnungen in den Kategorien bester europäischer Film, beste Kamera und bestes Szenenbild. Die Auszeichnung für den besten Film nahm Von Triers Ehefrau Bente Frøge entgegen, die bekanntgab, dass Ihr Ehemann keine Nachricht für das Publikum hätte, wei er sich dazu entschieden habe, keine Statements mehr abzugeben. „Aber er hat mich gebeten, Ihnen freundlich zuzuwinken.“, so Frøge.[6]

Nominiert waren darüber hinaus Von Trier als bester Regisseur, Kirsten Dunst (die US-Amerikanerin besitzt seit September 2011 auch die deutsche Staatsangehörigkeit) und Charlotte Gainsbourg als beste Darstellerinnen, das Drehbuch und der Schnitt. Von Trier hatte bereits in der Vergangenheit den Europäischen Filmpreis für Breaking the Waves (Bester europäischer Film 1996), Dancer in the Dark (Bester europäischer Film 2000) sowie Dogville (Regiepreis 2003) gewonnen. Nur die Filme des Italieners Gianni Amelio waren zwischen 1990 und 1994 ebenfalls dreimal zum besten europäischen Film gewählt worden.

Ebenfalls in der Kategorie bester europäischer Film konkurrierten Michel HazanaviciusThe Artist, Der Junge mit dem Fahrrad von Jean-Pierre und Luc Dardenne, Susanne Biers In einer besseren Welt, The King’s Speech von Tom Hooper sowie Aki Kaurismäkis Le Havre, die alle auf je vier Nominierungen gekommen waren. Der dänische Beitrag In einer besseren Welt handelt von einem idealistischen Arzt (gespielt von Mikael Persbrandt) der zwischen Afrika und Europa hin und her pendelt und dabei der verhängnisvollen Freundschaft seines Sohnes zu einem gewaltbereiten Mitschüler nicht genug Beachtung schenkt. Bier erhielt für ihren Film als erste Frau den Regiepreis zugesprochen. Der Historienfilm The King’s Speech dramatisiert die wahre Geschichte des stotternden britischen Königs George VI. und erhielt die Auszeichnungen für den besten Darsteller (Colin Firth) und den besten Schnitt (Tariq Anwar). Beide Filme waren bereits im Jahr 2010 veröffentlicht und 2011 mit den Oscars in den Kategorien Bester fremdsprachiger Film bzw. Bester Film ausgezeichnet worden.

Die übrigen Filme The Artist, Der Junge mit dem Fahrrad und Le Havre (Finnlands aktueller Kandidat für den Oscar in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film[7]) hatten ebenso wie Melancholia bei den diesjährigen Filmfestspielen von Cannes ihre Premiere gefeiert. Das Drama The Artist um einen Stummfilmstar dem der Übergang zum Tonfilm nicht gelingt hatte Hauptdarsteller Jean Dujardin den Darstellerpreis in Cannes eingebracht und gewann den Europäischen Filmpreis für die beste Filmmusik (Ludovic Bource). Der Junge mit dem Fahrrad hatte in Cannes den zweitwichtigsten Preis, den Großen Preis der Jury gewonnen und erhielt den Europäischen Filmpreis für das beste Drehbuch. In dem Film steht ein zwölfjähriger Junge (gespielt von Thomas Doret) im Mittelpunkt, der das Kinderheim verlässt um seinen Vater zu suchen und dabei von einer Friseuse (Cécile de France) unterstützt wird. Unprämiert blieb dagegen Le Havre in dem André Wilms einen ehemaligen Pariser Literaten und Bohèmien spielt, der sich im freiwilligen Exil – der titelgebenden französischen Hafenstadt – als Schuhputzer verdingt und sich eines illegalen Flüchtlingskindes aus Afrika annimmt. Ebenfalls keinen Preis erhielt Béla Tarrs dreimal nominierter Film Das Turiner Pferd. In diesem wird die Geschichte um ein gequältes Pferd weitererzählt, das 1889 in Turin den geistigen Zusammenbruch des deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche eingeleitet haben soll. Der Film hatte seine Premiere im Rahmen der diesjährigen Berlinale gefeiert, wo Tarr mit dem zweitwichtigsten Preis geehrt worden war. Es soll sich um den letzten Film des Regisseurs handeln, der auch Ungarns Kandidat für den Auslandsoscar 2012 ist.[7]

Deutschsprachige Filmproduktionen und Filmschaffende waren bei Bekanntgabe der Nominierungen weitestgehend unberücksichtigt geblieben. Tom Tykwers Drei war in der Kategorie Bester Schnitt nominiert, musste sich aber The King’s Speech geschlagen geben – Cutterin Mathilde Bonnefoy hatte für ihre Arbeit bereits den Deutschen Filmpreis 2011 erhalten. Der deutsch-ungarische Kameramann Fred Kelemen wurde für Das Turiner Pferd nominiert. Keine Nominierung für den Europäischen Filmpreis hatten die auf der Auswahlliste befindlichen Almanya – Willkommen in Deutschland von Yasemin Şamdereli und Halt auf freier Strecke von Andreas Dresen erhalten. Ebenso waren der österreichische Beitrag Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott (Österreichischer Filmpreis 2011 als bester Spielfilm) und der Schweizer-Filmpreis-Gewinner Das kleine Zimmer nicht in die engere Auswahl gelangt. Die österreichischen Beiträge Atmen von Karl Markovics, Österreichs Kandidat auf den Auslandsoscar 2012, und Michael von Markus Schleinzer konkurrierten um den Preis für den besten Erstlingsfilm, hatten aber gegenüber dem niederländisch-belgischen Beitrag Adem das Nachsehen. Deutschlands Beitrag für den Oscar in der Kategorie Bester Fremdsprachiger Film, Wim Wenders’ Dokumentarfilm Pina, erhielt den „Prix ARTE“, den europäischen Dokumentarfilmpreis.

Über die Gewinner der einzelnen Kategorien stimmten bis zur Verleihung die 2500 Mitglieder der Europäischen Filmakademie ab.[8] Bereits im Vorfeld als Preisträger fest standen der britische Filmregisseur und -produzent Stephen Frears und der dänische Schauspieler Mads Mikkelsen. Frears war 2007 für Die Queen für den europäischen Regie- und Publikumspreis nominiert worden. Er erhielt den Europäischer Filmpreis für ein Lebenswerk (Ehrenpreis).[9] Mikkelsen war im Jahr 2006 für Nach der Hochzeit und 2008 für Tage des Zorns zweimal vergeblich für den Darstellerpreis nominiert worden. Er erhielt eine Auszeichnung in der Kategorie Beste europäische Leistung im Weltkino.[10] Zu einer spontanen Sonderehrung kam es für Michel Piccoli. Der französische Schauspieler, der 2011 für die Titelrolle in Nanni Morettis Habemus Papam – Ein Papst büxt aus zum dritten Mal erfolglos um den Darstellerpreis konkurrierte, wurde mit einem Spezialpreis für sein Lebenswerk geehrt.[11]

Im Rahmen der Preisverleihung wurde zum fünften Mal der „Prix EURIMAGES“, mit dem europäische Koproduzenten geehrt werden, vergeben. Preisträgerin des Jahres 2011 war die Spanierin Mariela Besuievsky, Teilhaberin an der Produktionsfirma Tornasol Films. Besuievsky hatte in der Vergangenheit an über 40 Filmproduktionen mitgewirkt, darunter der Oscar-prämierte argentinische Spielfilm In ihren Augen, Francis Ford Coppolas Tetro (beide 2009) sowie Álex de la Iglesias dieses Jahr nicht in die engere Auswahl gekommener Mad Circus – Eine Ballade von Liebe und Tod (2010).[12]

Preisträger und Nominierungen[Bearbeiten]

Bester europäischer Film[Bearbeiten]

Melancholia – Drehbuch und Regie: Lars von Trier, Produktion: Meta Louise Foldager und Louise Vesth

The Artist – Drehbuch und Regie: Michel Hazanavicius, Produktion: Thomas Langmann und Emmanuel Montamat
Der Junge mit dem Fahrrad (Le Gamin au vélo) – Drehbuch und Regie: Jean-Pierre und Luc Dardenne, Produktion: Jean-Pierre und Luc Dardenne, Denis Freyd und Andrea Occhipinti
In einer besseren Welt (Hævnen) – Regie: Susanne Bier, Drehbuch: Anders Thomas Jensen, Produktion: Sisse Graum Jørgensen
The King’s Speech – Regie: Tom Hooper, Drehbuch: David Seidler, Produktion: Iain Canning, Emile Sherman und Gareth Unwin
Le Havre – Drehbuch und Regie: Aki Kaurismäki, Produktion: Aki Kaurismäki und Karl Baumgartner

Beste Regie[Bearbeiten]

Susanne BierIn einer besseren Welt (Hævnen)

Jean-Pierre und Luc Dardenne – Der Junge mit dem Fahrrad (Le Gamin au vélo)
Aki KaurismäkiLe Havre
Béla Tarr – Das Turiner Pferd (A Torinói ló)
Lars von TrierMelancholia

Beste Darstellerin[Bearbeiten]

Tilda SwintonWe Need to Talk About Kevin

Kirsten DunstMelancholia
Cécile de France – Der Junge mit dem Fahrrad (Le Gamin au vélo)
Charlotte GainsbourgMelancholia
Nadeschda Markina – Jelena (Елена)

Bester Darsteller[Bearbeiten]

Colin FirthThe King’s Speech

Jean DujardinThe Artist
Mikael PersbrandtIn einer besseren Welt (Hævnen)
Michel PiccoliHabemus Papam – Ein Papst büxt aus (Habemus papam)
André WilmsLe Havre

Bestes Drehbuch[Bearbeiten]

Jean-Pierre und Luc Dardenne – Der Junge mit dem Fahrrad (Le Gamin au vélo)

Anders Thomas JensenIn einer besseren Welt (Hævnen)
Aki KaurismäkiLe Havre
Lars von TrierMelancholia

Beste Kamera („Carlo-Di-Palma-Preis“)[Bearbeiten]

Manuel Alberto ClaroMelancholia

Fred Kelemen – Das Turiner Pferd (A Torinói ló)
Guillaume SchiffmanThe Artist
Adam SikoraEssential Killing

Bester Schnitt[Bearbeiten]

Tariq AnwarThe King’s Speech

Mathilde BonnefoyDrei
Molly Malene StensgaardMelancholia

Bestes Szenenbild[Bearbeiten]

Jette LehmannMelancholia

Paola BizzarriHabemus Papam – Ein Papst büxt aus (Habemus papam)
Antxón GómezDie Haut, in der ich wohne (La piel que habito)

Beste Filmmusik[Bearbeiten]

Ludovic BourceThe Artist

Alexandre DesplatThe King’s Speech
Alberto IglesiasDie Haut, in der ich wohne (La piel que habito)
Mihály Vig – Das Turiner Pferd (A Torinói ló)

Offizielle Auswahlliste – Spielfilme[Bearbeiten]

Die 13 nominierten Filmproduktionen – zehn weniger als im Vorjahr – waren aus einer Auswahlliste („Longlist“) von den 2500 Mitgliedern der Europäischen Filmakademie ermittelt worden. 45 Filmproduktionen aus 32 Ländern konkurrierten um Nominierungen. Qualifizieren konnten sich europäische Spielfilmproduktionen, die i. d. R. zwischen dem 1. Juli 2010 und 15. Juni 2011 öffentlich auf einem Filmfestival uraufgeführt bzw. eine Kinoauswertung erfahren hatten.[13] Die 20 Länder mit den meisten Mitgliedern bestimmten jeweils direkt einen nationalen Film. Das weitere Teilnehmerfeld wurde durch ein Komitee aus EFA-Vorstandsmitgliedern und dem Franzosen Pierre-Henri Deleau, der Schwedin Marit Kapla, dem Bulgaren Stefan Kitanov, dem Briten Derek Malcolm und Elma Tataragic aus Bosnien und Herzegowina als eingeladene Experten ergänzt.[14]

Die für die regulären Kategorien nominierten Filme (The Artist, Drei, Jelena usw.) sind dunkelgrau hervorgehoben. Für Nominierungen unberücksichtigt blieben u. a. die aktuellen Auslandsoscar-Beiträge aus Belgien (Rundskop), Griechenland (Attenberg), Island (Eldfjall), Irland (As If I Am Not There), Spanien (Pa negre) und Schweden (Bessere Zeiten).[7]

Film Regie Land Darsteller (Auswahl)
Almanya – Willkommen in Deutschland Yasemin Şamdereli Deutschland, Türkei Vedat Erincin, Lilay Huser, Aylin Tezel
América João Nuno Pinto Portugal, Spanien, Brasilien, Russland Tschulpan Chamatowa, Fernando Luís, María Barranco
The Artist Michel Hazanavicius Frankreich Jean Dujardin, Bérénice Bejo, John Goodman
As If I Am Not There Juanita Wilson Irland, Mazedonien, Schweden Natasa Petrovic, Fedja Stukan, Fedja Stukan
Attenberg Athina Rachel Tsangari Griechenland Ariane Labed, Vangelis Mourikis, Evangelia Randou
Avé Konstantin Boschanow Bulgarien Anschela Nedjalkowa, Owanes Torosjan, Martin Brambach
Beli, beli svet Oleg Novkovic Serbien, Deutschland, Schweden Jasna Đuričić, Uliks Fehmiu, Hana Selimovic
Bessere Zeiten (Svinalängorna) Pernilla August Schweden, Dänemark, Finnland Noomi Rapace, Ola Rapace, Outi Mäenpää
Bullhead (Rundskop) Michaël R. Roskam Belgien, Niederlande Matthias Schoenaerts, Jeroen Perceval, Jeanne Dandoy
Cirkus Columbia Danis Tanović Bosnien und Herzegowina, Frankreich, Vereinigtes Königreich, Deutschland, Slowenien, Belgien Miki Manojlović, Mira Furlan, Boris Ler
Circus Fantasticus / Silent Sonata Janez Burger Slowenien, Irland Leon Lucev, Ravil Sultanov, Pauliina Räsänen
Drei Tom Tykwer Deutschland Sophie Rois, Sebastian Schipper, Devid Striesow
Eldfjall / Volcano Rúnar Rúnarsson Island, Dänemark Auður Drauma Bachmann, Þorsteinn Bachmann, Kristín Davíðsdóttir
Jelena (Елена) Andrei Swjaginzew Russland Jelena Ljadowa, Nadeschda Markina, Alexei Rosin
Essential Killing Jerzy Skolimowski Polen, Norwegen, Irland, Ungarn Vincent Gallo, Emmanuelle Seigner, Zach Cohen
Die Fahne der Freiheit (Noi credevamo) Mario Martone Italien, Frankreich Luigi Lo Cascio, Valerio Binasco, Toni Servillo
Gangs of Glasgow (Neds) Peter Mullan Vereinigtes Königreich Conor McCarron, Peter Mullan, Greg Forrest
Habemus Papam – Ein Papst büxt aus (Habemus papam) Nanni Moretti Italien, Frankreich Michel Piccoli, Nanni Moretti, Margherita Buy
In einer besseren Welt (Hævnen) Susanne Bier Dänemark Mikael Persbrandt, Trine Dyrholm, Ulrich Thomsen
Halt auf freier Strecke Andreas Dresen Deutschland Steffi Kühnert, Milan Peschel, Ursula Werner
Hitganvut Yehidim Dover Kosashvili Israel, Frankreich Gay Adler, Guy Adler, Oz Zehavi
Der Junge mit dem Fahrrad (Le Gamin au vélo) Jean-Pierre und Luc Dardenne Belgien, Frankreich, Italien Thomas Doret, Cécile de France, Jérémie Renier
The King’s Speech Tom Hooper Vereinigtes Königreich Colin Firth, Geoffrey Rush, Helena Bonham Carter
Kleine wahre Lügen (Les Petits Mouchoirs) Guillaume Canet Frankreich François Cluzet, Marion Cotillard, Benoît Magimel
Das kleine Zimmer (La petite chambre) Stéphanie Chuat
Véronique Reymond
Schweiz, Luxemburg Michel Bouquet, Florence Loiret-Caille, Éric Caravaca
Le Havre Aki Kaurismäki Finnland, Frankreich, Deutschland André Wilms, Kati Outinen, Jean-Pierre Darroussin
Lidice Petr Nikolaev Tschechien Karel Roden, Zuzana Fialová, Zuzana Bydžovská
Loverboy Cătălin Mitulescu Rumänien George Piștereanu, Ada Condeescu
Mad Circus – Eine Ballade von Liebe und Tod Álex de la Iglesia Spanien Carlos Areces, Antonio de la Torre, Carolina Bang
Majki (Mothers) Milčo Mančevski Mazedonien Ana Stojanovska, Vladimir Jacev, Dimitar Gjorgjievski
Melancholia Lars von Trier Dänemark, Schweden, Frankreich, Deutschland Kirsten Dunst, Charlotte Gainsbourg, Kiefer Sutherland
Oslo, 31. August (Oslo, August 31st) Joachim Trier Norwegen Anders Danielsen Lie
Owsjanki (Овсянки) / Silent Souls Alexei Fedortschenko Russland Igor Sergejew, Juri Zurilo, Julija Aug
Pa Negre / Black Bread Agustí Villaronga Spanien Francesc Colomer, Marina Comas, Nora Novas
Die Haut, in der ich wohne Pedro Almodóvar Spanien Antonio Banderas, Elena Anaya, Marisa Paredes
Play Ruben Östlund Schweden John Ortiz, Yannick Diakité, Kevin Vaz
Sala samobójców / Suicide Room Jan Komasa Polen Jakub Gierszał, Roma Gąsiorowska, Agata Kulesza
Sein Leben überleben (Přežít svůj život) Jan Švankmajer Tschechien, Slowakei Václav Helsus, Klára Issová, Zuzana Krónerová
Tilva Roš Nikola Ležaić Serbien Marko Todorović, Stefan Đorđević, Dunja Kovačević
Tirza Rudolf van den Berg Niederlande Sylvia Hoeks, Johanna ter Steege, Abbey Hoes
Tomboy Céline Sciamma Frankreich Zoé Héran, Malonn Lévana, Jeanne Disson
Das Turiner Pferd (A Torinói ló) Béla Tarr Ungarn, Frankreich, Schweiz, Deutschland János Derzsi, Erika Bók, Mihály Kormos
Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott Andreas Prochaska Österreich Michael Ostrowski, Andreas Kiendl, Elfriede Ott
Und dann der Regen (También la lluvia) Icíar Bollaín Spanien Luis Tosar, Gael García Bernal, Juan Carlos Aduviri
We Need to Talk About Kevin Lynne Ramsay Vereinigtes Königreich Ezra Miller, Tilda Swinton, John C. Reilly

Weitere Preise[Bearbeiten]

Beste europäische Leistung im Weltkino: Mads Mikkelsen
Karl Markovics (Atmen)

Europäischer Koproduzentenpreis – „Prix EURIMAGES“[Bearbeiten]

Mariela Besuievsky (Tornasol Films, Spanien)

Sonderehrenpreis[Bearbeiten]

Michel Piccoli, französischer Schauspieler

Beste europäische Leistung im Weltkino[Bearbeiten]

Mads Mikkelsen, dänischer Schauspieler

Preis für ein Lebenswerk[Bearbeiten]

Stephen Frears, britischer Filmregisseur und -produzent

Bester Erstlingsfilm[Bearbeiten]

Am 11. Oktober 2011 gab die Europäische Filmakademie die Nominierungen für die Sparte „Bester Erstlingsfilm“ bekannt, in der fünf Debütregisseure mit ihren Spielfilmproduktionen gegeneinander antreten. Den Sieger kürten die 2500 Mitglieder der EFA, der auf der Preisverleihung am 3. Dezember bekanntgegeben wurde. Ausgewählt worden waren die nominierten Filme von einer Jury bestehend aus drei EFA-Vorstandsvorsitzenden (die Niederländerin Els Vandevorst, der Franzose Cedomir Kolar sowie als Beobachter der Franzose Yves Marmion), zwei EFA-Mitgliedern (der Franzose Pierre-Henri Deleau und der Däne Jacob Neiiendam) sowie drei europäischen Mitgliedern der internationalen Filmkritikervereinigung FIPRESCI (die Türkin Alin Taşçıyan, der Portugiese Paulo Portugal und der Ungar László Kriston).[15]

Adem (Oxygen) – Regie: Hans Van Nuffel (Belgien, Niederlande)

Atmen – Regie: Karl Markovics (Österreich)
Michael – Regie: Markus Schleinzer (Österreich)
Nothing’s All Bad – Smukke mennesker (Smukke mennesker) – Regie: Mikkel Munch-Fals (Dänemark)
Tilva Roš – Regie: Nikola Ležaić (Serbien)

Bester Kurzfilm[Bearbeiten]

15 Filme qualifizierten sich für den Preis in der Kategorie Bester europäischer Kurzfilm, darunter auch zwei Dokumentarfilme (I Lupi, Paparazzi). Mit Mariejosephin Schneider (Jessi) und Josef Dabernig (Hypercrisis) waren zwei Regisseure aus dem deutschsprachigen Raum vertreten. Die Deutsche Schneider erzählt in Jessi von einer Elfjährigen die in einer Pflegefamilie lebt und das zerrüttete Verhältnis ihrer im Gefängnis sitzenden Mutter und ihrer Schwester zu reparieren versucht.[16] Der Österreicher Dabernig befasst sich in Hypercrisis mit der Schaffenskrise eines Dichters.[17]

Film Regie Land Länge (in min.) Nominierung (Festival)
Berik Daniel Joseph Borgman Dänemark 16' Ghent
Små barn, stora ord (Little Children, Big Words) Lisa James-Larsson Schweden 12' Valladolid
Händelse vid bank (Incident by a Bank) Ruben Östlund Schweden 12' Cork
Derby Paul Negoescu Rumänien 15' Bristol
Jessi Mariejosephin Schneider Deutschland 31' Angers
I Lupi (The Wolves) Alberto de Michele Italien, Niederlande 17' Rotterdam
Återfödelsen (The Unliving) Hugo Lilja Schweden 28' Berlin
Apele Tac (Silent River) Anca Miruna Lăzărescu Deutschland, Rumänien 30' Tampere
Paparazzi Piotr Bernaś Polen 33' Krakau
La gran carrera (The Great Race) Kote Camacho Spanien 7' Grimstad
Dimanches Valéry Rosier Belgien 16' Vila do Conde
Tse (Out) Roee Rosen Israel 35' Sarajevo
Opowieści z chłodni (Frozen Stories) Grzegorz Jaroszuk Polen 26' Locarno
Hypercrisis Josef Dabernig Österreich 17' Venedig
The Wholly Family Terry Gilliam Italien 20' Drama

Europäischer Dokumentarfilmpreis – „Prix ARTE“[Bearbeiten]

Wim Wenders (Pina)

Seit 2010 sind die EFA-Mitglieder aufgerufen, den gemeinsam mit dem französisch-deutschen Fernsehsender ARTE ausgelobten Dokumentarfilmpreises „Prix ARTE“ zu vergeben. Die Nominierungen wurden von einem Komitee festgelegt, dass aus dem Briten Nik Powell (Leiter der britischen Filmschule NFTS und stellvertretender EFA-Vorstandsvorsitzender), der Griechin Despina Mouzaki (EFA-Vorstandsmitglied), der Schweizerin Francine Brücher (EFA-Mitglied), dem Deutschen Claas Danielsen (Direktor des Internationalen Leipziger Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm), der Niederländerin Ally Derks (Internationales Dokumentarfilmfestival Amsterdam), dem belgischen Produzenten Jacques Laurent sowie dem ARTE-Beobachter Martin Pieper bestand.[18]

Pina – Regie: Wim Wenders (Deutschland)

Stand van de Sterren – Regie: Leonard Retel Helmrich (Niederlande)
¡Vivan las antipodas! – Regie: Victor Kossakovsky (Deutschland, Niederlande, Argentinien, Chile)

Bester Animationsfilm[Bearbeiten]

Für den im Jahr 2009 eingeführten europäischen Animationsfilmpreis waren drei Produktionen nominiert. Die Vorauswahl oblag zwei EFA-Vorstandsmitgliedern und drei Repräsentanten des europäischen Verbands für Animationsfilm CARTOON. Den Sieger kürten die 2500 Mitglieder der Europäischen Filmakademie, der auf der Preisverleihung am 3. Dezember bekanntgegeben wurde.[19]

Chico & Rita – Regie: Tono Errando, Javier Mariscal und Fernando Trueba (Spanien, Isle of Man)

Le Chat du Rabbin – Regie: Antoine Delesvaux und Joann Sfar (Frankreich)
Die Katze von Paris (Une Vie de Chat) – Regie: Jean-Loup Felicioli und Alain Gagnol (Frankreich, Belgien)

Chico & Rita und Die Katze von Paris stehen ebenfalls auf der Auswahlliste für den Oscar in der Kategorie Bester animierter Spielfilm.[20]

Europäischer Publikumspreis[Bearbeiten]

Durch den Publikumspreis (People’s Choice Award) hatten Kinozuschauer die Möglichkeit ihren Favoriten via Internet aus einer Auswahlliste zu küren. Die Kandidaten waren am 1. September 2011 vorgestellt worden. Unter diesen befanden sich die bereits im offiziellen Wettbewerb gesetzten In einer besseren Welt und The King’s Speech.[21] Die Wahl endete am 31. Oktober 2011.[22] Und dann der Regen und Kleine wahre Lügen hatten auf der offiziellen EFA-Auswahlliste gestanden.

The King’s Speech – Regie: Tom Hooper

Konferenz der Tiere – Regie: Holger Tappe und Reinhard Klooss
Und dann der Regen (También la lluvia) – Regie: Icíar Bollaín
In einer besseren Welt (Hævnen) – Regie: Susanne Bier
The King’s Speech – Regie: Tom Hooper
Kleine wahre Lügen (Les Petits Mouchoirs) – Regie: Guillaume Canet
Das Schmuckstück (Potiche) – Regie: François Ozon
Unknown Identity – Regie: Jaume Collet-Serra
Willkommen im Süden (Benvenuti al Sud) – Regie: Luca Miniero

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. European Film Awards – Winners 2011 bei europeanfilmawards.eu, 3. Dezember 2011 (abgerufen am 4. Dezember 2011).
  2. Offizielle Pressemitteilung bei europeanfilmacademy.org, 3. November 2011 (abgerufen am 5. November 2011).
  3. a b Offizielle Pressemitteilung bei europeanfilmacademy.org, 24. November 2011 (abgerufen am 1. Dezember 2011).
  4. Broadcasters 2011 (englisch; abgerufen am 1. Dezember 2011).
  5. Offizielle Pressemitteilung, 5. November 2011 (abgerufen am 5. November 2011).
  6. "Melancholia" als bester europäischer Film geehrt bei tagesschau.de, 4. Dezember 2012 (abgerufen am 5. Dezember 2012).
  7. a b c vgl. Offizielle Pressemitteilung bei oscars.org, 13. Oktober 2011 (abgerufen am 5. November 2011).
  8. Offizielle Pressemitteilung bei europeanfilmacademy.org, 12. September 2011 (abgerufen am 5. November 2011).
  9. Offizielle Pressemitteilung bei europeanfilmacademy.org, 4. Oktober 2011 (abgerufen am 5. November 2011).
  10. Offizielle Pressemitteilung bei europeanfilmacademy.org, 25. Oktober 2011 (abgerufen am 5. November 2011).
  11. Preise statt Krise: Überraschungs-Auszeichnung beim European Film Award bei tagesspiegel.de, 3. Dezember 2011 (abgerufen am 4. Dezember 2011).
  12. Offizielle Pressemitteilung bei europeanfilmacademy.org, 7. November 2011 (englisch; abgerufen am 11. November 2011).
  13. Regularien für Spielfilme bei europeanfilmacademy.org (englisch; abgerufen am 6. November 2011).
  14. Offizielle Pressemitteilung bei europeanfilmacademy.org, 12. September 2011 (abgerufen am 5. November 2011)
  15. Offizielle Pressemitteilung bei europeanfilmacademy.org, 11. Oktober 2011 (abgerufen am 5. November 2011)
  16. vgl. Filmbeschreibung bei festivalblog.com, 17. Februar 2010 (abgerufen am 5. November 2011).
  17. vgl. Orizzonti-Auszeichnung für Michael Glawogger bei derstandard.at, 10. September 2011 (abgerufen am 5. November 2011).
  18. Offizielle Pressemitteilung bei europeanfilmacademy.org, 18. Oktober 2011 (abgerufen am 5. November 2011)
  19. Offizielle Pressemitteilung bei europeanfilmacademy.org, 20. September 2011 (abgerufen am 5. November 2011).
  20. Offizielle Pressemitteilung bei oscars.org, 4. November 2011 (englisch; abgerufen am 5. November 2011)
  21. Offizielle Pressemitteilung bei europeanfilmacademy.org, 1. September 2011 (abgerufen am 5. November 2011).
  22. vgl. People’s Choice Award bei europeanfilmawards.eu (englisch; abgerufen am 5. November 2011).