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Frankenhofen (Kaltental)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Frankenhofen, Kaltental

Frankenhofen ist ein Dorf und eine Gemarkung, das zum Markt Kaltental im schwäbischen Landkreis Ostallgäu gehört.

Das Reihendorf Frankenhofen befindet sich im Süden von Aufkirch am Hühnerbach.

Die Gemarkung Frankenhofen (097860) umfasst 5,187 km² und hat 447 Einwohner.[1]

Gegründet wurde Frankenhofen vermutlich im 8. Jahrhundert mit dem seelsorgerischen und klösterlichen Mittelpunkt Stöttwang. Die Herrschaftsrechte über Frankenhofen lagen bei der Feste Helmishofen, bis sie im Jahr 1437 von Veit Schmiecher zu Helmishofen an Bischof Peter von Augsburg verkauft wurde. Am Grundbesitz waren im späten Mittelalter Bürger aus Augsburg, Landsberg, Füssen, Kaufbeuren und Memmingen beteiligt. Ab 1610 erwarb das Hochstift Augsburg nach und nach den Großteil des Grundbesitzes.

Die katholische Pfarrkirche St. Lorenz und Agatha wurde bereits im Jahr 1488 von Weihbischof Ulrich konsekriert und seither mehrmals renoviert und restauriert.

Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 kam Frankenhofen zum Kurfürstentum Bayern. Die drei Gemeinden Aufkirch, Frankenhofen und Blonhofen entstanden durch das bayerische Gemeindeedikt von 1818.

Die Gemeinde Frankenhofen bildete 1971 im Rahmen der Gebietsreform in Bayern zusammen mit Aufkirch und Blonhofen eine neue Kommune, die den Namen Kaltental erhielt; die Bezeichnung „Markt“ leitet die neue Gemeinde von Frankenhofen ab.[2]

Der Name der neuen Marktgemeinde wurde nach zum Teil sehr angeregten Debatten auch gegen das Anraten des Bayerischen Hauptstaatsarchivs und anderer maßgeblicher Stellen festgelegt. Er hat keinen direkten historischen Bezug zu den Vorgängergemeinden, sondern ist der Name des Adelsgeschlechts von Kaltental, die bis zum Jahre 1699 unter anderem den Ort Osterzell besaßen – jedoch keinen der ursprünglichen Ortsteile des neuen Markts Kaltental.[3] Der Name wurde frei gewählt, weil die drei Gemeindeteile im „kalten Tal“ liegen, was wiederum nichts mit Kälte zu tun hat, vielmehr übertrug sich der Name der von Jakob von Kaltental begründeten Herrschaft über Osterzell und Umgebung auch auf das Tal.[4]

In der Liste der Baudenkmäler in Kaltental sind für Frankenhofen folgende Baudenkmäler aufgeführt:[5] Mit Klick auf das Kamerasymbol im Tabellenkopf kann man Bilder zu dieser Liste hochladen.

Lage Objekt Beschreibung Akten-Nr. Bild Datei hochladen
Bergstraße 20
(Standort)
Bauernhaus
( Wikidata)
Mittertennbau mit Flachdach und weit vorspringendem Kniestock, Mitte 19. Jahrhundert D-7-77-141-15 Bauernhaus
Hauptstraße 18
(Standort)
Zuhaus
( Wikidata)
Zuhaus zu Hauptstraße 20, kleiner, erdgeschossiger Satteldachbau, 19. Jahrhundert D-7-77-141-16 Zuhaus
Hauptstraße 20
(Standort)
Wohnteil eines Bauernhauses
( Wikidata)
im Kern um 1608 (Dendro), im 18./19. Jahrhundert verändert. D-7-77-141-28 Wohnteil eines Bauernhauses
Hauptstraße 22
(Standort)
Pfarrhaus
( Wikidata)
stattlicher Satteldachbau mit Putzbandgliederung, Wirtschaftsteil unter einem Dach, erbaut 1803/04. D-7-77-141-17 Pfarrhaus
Hauptstraße 31
(Standort)
Katholische Pfarrkirche St. Lorenz und Agatha
( Wikidata)
Langhaus und Turmunterbau 1488, Chor, Turmoberbau und Vorzeichen 1781/20; mit Ausstattung. D-7-77-141-18 Katholische Pfarrkirche St. Lorenz und Agatha
Hauptstraße 42
(Standort)
Gasthaus
( Wikidata)
stattlicher Satteldachbau, um 1800. D-7-77-141-19 Gasthaus
Commons: Frankenhofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Gemarkung Frankenhofen (Kaltental) / Bayern. In: Geoindex.io. Abgerufen am 18. Dezember 2025.
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 492.
  3. Wappen von Gemeinde Osterzell in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  4. Wappen von Markt Kaltental in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 26. Februar 2025.
  5. Denkmalliste für Kaltental (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege

Koordinaten: 47° 53′ 17,4″ N, 10° 45′ 5,9″ O