Frauen-Handballnationalmannschaft der DDR

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Die Frauen-Handballnationalmannschaft der DDR vertrat ab 1951 die Deutsche Demokratische Republik bei Länderspielen und internationalen Turnieren im Handball. Sie wurde vom Deutschen Handballverband der DDR organisiert.

Die Mannschaft wurde drei Mal Weltmeister und wurde zwei Mal Vizeweltmeister. Sie gewann außerdem die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 1976 sowie die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 1980 und war somit als eine der stärksten Frauen-Handballmannschaften der Welt einzuordnen. Mehrfach (vier Mal) blieb sie in zwanzig oder mehr aufeinanderfolgenden Länderspielen ungeschlagen.

Die DDR-Auswahl der Frauen trat zwischen 1956 und 1990 in 641 Hallen- bzw. Kleinfeld-Länderspielen an, von denen sie 470 gewinnen und 56 unentschieden gestalten konnte. Demgegenüber stehen nur 115 Niederlagen. Ihre letzten vierzehn Spiele bestritt die Auswahl bereits nach der Deutschen Wiedervereinigung. An der WM im November/Dezember 1990 nahm sie als zweite deutsche Mannschaft neben der DHB-Auswahl teil. Dort bestritt sie auch ihre letzte Partie, in der ausgerechnet die andere deutsche Mannschaft ihr Gegner war. Die DHV-Auswahl gewann dieses Spiel mit 25:19. Dies war im insgesamt zwölften "deutsch-deutschen" Vergleich der elfte Sieg für die DHV-Auswahl. Lediglich bei der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1962 gelang es einer DHB-Auswahl, die DDR-Mannschaft einmal zu schlagen.

Rekordspielerin der Auswahl ist Petra Uhlig mit 282 Einsätzen[1] vor Evelyn Hübscher (270) und Katrin Mietzner (260)[2]. Beste Torschützin ist Katrin Mietzner mit 1095 Treffern vor Evelyn Hübscher (845) und Kristina Richter (880)[3]. Die meisten Siebenmetertreffer erzielte Petra Uhlig (276).

Im Feldhandball (Großfeld) bestritt die Auswahl zwischen 1951 und 1964 insgesamt 31 Länderspiele, wobei sie 23 Mal siegreich blieb. 2 Partien endeten Remis, 6 gingen verloren. Rekordspielerin und -torschützin im Feldhandball ist Inge Schanding mit 21 Einsätzen und 43 Toren.[4]

Teilnahme an Meisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Handball-Weltmeisterschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veranstaltung Platz Trainer Spielerinnen
WM 1971 1. Hans Becker,
Harry Becker
Hannelore Burosch, Edelgard Rothe, Hannelore Zober, Bärbel Braun, Petra Kahnt, Bärbel Helbig, Waltraud Kretzschmar, Bärbel Stärke, Maria Winkler, Renate Breuer, Adelheid Dobrunz, Kristina Hochmuth, Barb Heinz, Liane Michaelis, Brigitte Lück
WM 1973 9. Eva Baldeweg, Hannelore Burosch, Hannelore Zober, Jancker, Christine Gehlhoff, Barb Heinz, Silvia Heinrich, Kristina Richter, Waltraud Kretzschmar, Hannelore Junghans, Marion Tietz, Petra Kahnt, Bärbel Braun, Bönsch
WM 1975 1. Peter Kretzschmar,
Harry Becker
Hannelore Burosch, Eva Paskuy, Hannelore Zober, Christine Gehlhoff, Silvia Siefert, Karin Jänicke, Roswitha Krause, Evelyn Matz, Kristina Richter, Marion Tietz, Petra Kahnt, Waltraud Kretzschmar, Beate Kühn, Christina Rost, Christina Lange, Ursula Putzier
WM 1978 1. Peter Kretzschmar,
Klaus Franke
Hannelore Zober, Hannelore Burosch, Renate Rudolph, Evelyn Matz, Roswitha Krause, Kristina Richter, Marion Tietz, Katrin Krüger, Christina Rost, Petra Uhlig, Waltraud Kretzschmar, Eva Langenberg, Claudia Wunderlich, Kornelia Elbe, Birgit Heinecke, Sabine Röther
WM 1982 4. Peter Kretzschmar,
Klaus Franke
Sabine Picken, Bärbel Suckow, Andrea Wolf, Kornelia Kunisch, Claudia Wunderlich, Christina Rost, Petra Uhlig, Angela Werner, Evelyn Geyer, Marion Tietz, Evelyn Hübscher, Katrin Krüger, Marion Schulz, Sybille Wagner, Sabine Kirschke, Iris Knaak
WM 1986 4. Sabine Picken, Andrea Stolletz, Renate Zschau, Kornelia Kunisch, Kerstin Voigtländer, Kämpf, Kerstin Nindel, Kerstin Knüpfer, Cordula David, Matthäus, Unger, Evelyn Hübscher, Katrin Krüger, Schulz, Hoffmann, Wolf
WM 1990 3. Heinz Strauch,
Lothar Doering
Andrea Stolletz, Manuela Kelm, Anett Kuhlke, Gabriele Palme, Kerstin Mühlner, Anja Krüger, Carola Ciszewski, Marika Ahrens, Josefine Grosse, Sabine Quednau, Kathrin Petzold, Karen Heinrich, Kerstin Nindel, Angela Werner, Katrin Mietzner

Olympische Spiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freuen sich über ihren Erfolg: Spielszene bei der Olympiade 1980
Veranstaltung Platz Trainer Spielerinnen
Olympia 1976 2. Peter Kretzschmar Hannelore Burosch, Gabriele Badorek, Eva Paskuy, Christina Voß, Hannelore Zober, Petra Uhlig, Waltraud Kretzschmar, Christina Rost, Roswitha Krause, Evelyn Matz, Kristina Richter, Marion Tietz, Liane Michaelis, Silvia Siefert
Olympia 1980 3. Peter Kretzschmar Hannelore Zober, Waltraud Kretzschmar, Christina Rost, Petra Uhlig, Renate Rudolph, Roswitha Krause, Kristina Richter, Marion Tietz, Kornelia Kunisch, Birgit Heinecke, Claudia Wunderlich, Katrin Krüger, Evelyn Hübscher

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Handball 88, Sonderbeilage zum DHV-Verbandsorgan Handball, Sommer 1988, S. 71 - davon abweichend sind bei Laaß/Müller nur 276 Länderspiele aufgeführt
  2. Deutscher Handballbund, Medien-Information 02/03/2007 (Memento vom 27. September 2007 im Internet Archive) - davon abweichend wird Hübscher bei Laaß/Müller mit 269 Länderspielen geführt
  3. wie vorhergehende Fn. - leicht abweichende Angaben bei Laaß/Müller
  4. Laaß, Helmut / Müller, Stephan, Deutsche Handball-Länderspiele 1925-2015, CD-ROM-Veröffentlichung, Berlin 2015.