Friuli Grave

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Das Weinbaugebiet Friuli Grave liegt in der italienischen Region Friaul-Julisch Venetien. Die hier produzierten Weine haben seit 1970 den Status einer Denominazione di origine controllata (kurz DOC) und kommen als Rot-, Rosé- und Weißweine in den Handel. Die Produktionsvorschriften wurden zuletzt am 7. März 2014 modifiziert.[1] Der Name leitet sich etymologisch ähnlich wie bei Graves im Bordeaux vom vorherrschenden kies- (franz. Gravier) und steinhaltigen Boden der Schwemmlandkegel in den Flusstälern von Judrio, Livenza, Meduna, Natisone, Tagliamento und Torre ab. Die Steine speichern während des Tages die Sonnenwärme und geben sie wieder an die Umgebung ab.

Anbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit rund 2.514 Hektar Rebfläche ist es die größte DOC in dieser Region; hier wurden 2015 ca. 174.057 Hektoliter Wein produziert. Zwar ist die Zone des Prosecco noch größer – sie erstreckt sich aber auch in die Region Venetien.[2]

Die Zone umfasst ein Gebiet mit rund hundert Gemeinden. Das DOC-Gebiet Friuli Grave besteht geografisch aus Teilen der Provinz Pordenone und der Provinz Udine.

Die zur Provinz Pordenone gehörende Fläche liegt im westlichen Teil von Friaul-Julisch Venetien, vom Fuße der Bergketten bis zum Meer, und wird von den Flüssen Tagliamento im Osten und Livenza im Westen an der Grenze zur Region Venetien begrenzt. Jenseits dieser Regionsgrenze liegt das Weinbaugebiet Lison Pramaggiore.

Der zur Provinz Udine gehörende Bereich erstreckt sich von der Ebene am Fluss Tagliamento bis zu den östlich anschließenden DOCs Colli Orientali del Friuli und Collio Goriziano. Im Süden grenzt das Weinbaugebiet an die DOCs Friuli Latisana, Friuli-Annia, Friuli Aquileia und Isonzo.

Zugelassene Gemeinden in der Provinz Udine:
Artegna, Bagnaria Arsa, Basiliano, Bertiolo, Bicinicco, Buia, Buttrio, Camino al Tagliamento, Campoformido, Cassacco, Castions di Strada, Chiopris Viscone, Cividale del Friuli, Codroipo, Colloredo di Monte Albano, Corno di Rosazzo, Coseano, Dignano, Fagagna, Faedis, Flaibano, Gemona, Gonars, Lestizza, Magnano in Riviera, Majano, Manzano, Martignacco, Mereto di Tomba, Moimacco, Mortegliano, Moruzzo, Osoppo, Pagnacco, Palmanova, Pasian di Prato, Pavia di Udine, Porpetto, Povoletto, Pozzuolo del Friuli, Pradamano, Premariacco, Ragogna, Reana del Rojale, Remanzacco, Rive d’Arcano, San Daniele, San Giovanni al Natisone, Santa Maria la Longa, San Vito di Fagagna, Sedegliano, Talmassons, Tarcento, Tavagnacco, Treppo Grande, Tricesimo, Trivignano Udinese, Udine.

Zugelassene Gemeinden in der Provinz Pordenone:
Arba, Arzene, Aviano, Azzano Decimo, Brugnera, Budoia, Caneva, Casarsa della Delizia, Castelnovo del Friuli, Cavasso Nuovo, Cordenons, Fanna, Fiume Veneto, Fontanafredda, Maniago, Meduno, Montereale Valcellina, Pasiano di Pordenone, Pinzano al Tagliamento, Polcenigo, Porcia, Pordenone, Prata di Pordenone, Roveredo in Piano, Sacile, S. Giorgio della Richinvelda, San Martino al Tagliamento, San Quirino, San Vito al Tagliamento, Sequals, Spilimbergo, Travesio, Vajont, Valvasone, Vivaro, Zoppola.

Erzeugung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rebsorten
Im DOC-Gebiet Friuli-Grave werden 14 reinsortige Rotweine und Weißweine sowie ein Roséwein gekeltert.[1]

Alle Weine, die nicht die Bezeichnung Bianco, Rosso, Rosato oder Novello tragen müssen die Bezeichnung „Friuli Grave …“ gefolgt von der jeweiligen Rebsorte tragen. In den Weinen muss die betreffende Rebsorte zu 95 % enthalten sein.[1]

Autochthone Rebsorten
In Versuchsweingärten mit einer Gesamtgröße von sieben Hektar wachsen ausschließlich wiederentdeckte alte Rebsorten aus Friaul. Es handelt sich dabei um Sorten wie die Piculìt-Neri (wahrscheinlich der vinum pucinum, den schon die antiken Römer getrunken haben), Scjalin (wahrscheinlich benannt nach der Rebe "Schiavolino", die kleine Schiava), Forgiarin (der Name stammt von dem kleinen Dorf Forgaria), Cividin (die Traube wurde schon um im 17. Jahrhundert dokumentiert), Cjanorie (aus dem Gebiet von Gemona) sowie Ucelùt (gehört zur Familie der sogenannten Uccelline-Traube). Im Jahr 1991 wurden die Sorten Forgiarìn, Piculìt-Neri, Scjalìn und Ucelùt in die nationale Sortenliste aufgenommen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jancis Robinson: Das Oxford Weinlexikon. Hallwag, Gräfe und Unzer, München 2006, ISBN 978-3-8338-0691-9.
  • Burton Anderson: Italiens Weine 2004/05. Hallwag, Gräfe und Unzer, München 2004, ISBN 3-7742-6365-5.
  • Valeria Camaschella (Hrsg.): Lexikon der italienischen Weine – Sämtliche DOCG- & DOC-Weine. Hallwag, Gräfe und Unzer, München 2002, ISBN 3-7742-0756-9, S. 122.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Disciplinare di Produzione della Denominazione di Origine Controllata (Produktionsvorschriften und Beschreibung). wineacts.com, 7. März 2014, abgerufen am 31. Juli 2017 (PDF, italienisch).
  2. Weinbau in Zahlen 2016. In: V.Q.P.R.D. d’Italia 2016. federdoc.com, abgerufen am 31. Juli 2017 (PDF, italienisch).