Granges-Aumontzey

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Granges-Aumontzey
Granges-Aumontzey (Frankreich)
Granges-Aumontzey
Region Grand Est
Département Vosges
Arrondissement Saint-Dié-des-Vosges
Kanton Gérardmer
Gemeindeverband Hautes Vosges
Koordinaten 48° 9′ N, 6° 47′ OKoordinaten: 48° 9′ N, 6° 47′ O
Höhe 454–926 m
Fläche 33,01 km2
Einwohner 2.700 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 82 Einw./km2
Postleitzahl 88640
INSEE-Code

Hotel de ville (Rathaus) von Granges-Aumontzey

Granges-Aumontzey ist eine französische Gemeinde mit 2.732 Einwohnern[1] im Département Vosges der Region Grand Est. Sie gehört zum Arrondissement Saint-Dié-des-Vosges und zum 2017 gegründeten Gemeindeverband Hautes Vosges.

Die Gemeinde entstand mit Wirkung vom 1. Januar 2016 durch Fusion der ehemaligen Gemeinden Granges-sur-Vologne und Aumontzey zu einer Commune nouvelle.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Granges-Aumontzey liegt in den Vogesen, etwa 27 Kilometer östlich von Épinal und zwölf Kilometer nordwestlich von Gérardmer.

Das 33 km² große Gemeindegebiet erstreckt sich teilweise im Regionalen Naturpark Ballons des Vosges über zwölf Kilometer entlang des Oberlaufes des Flusses Vologne. Die Vologne hat sich tief in das umgebende Bergland eingeschnitten. Erst im Bereich des Dorfes Granges weitet sich das Tal (Vallée des Granges) auf etwa 1000 m Breite. Östlich und westlich des Volognetales erreichen die bewaldeten Berggipfel Höhen von über 700 m über dem Meer. Der höchste Punkt mit 926 m befindet sich im äußersten Südosten der Gemeinde.

Mehr als die Hälfte des Gemeindegebietes ist von Wäldern bedeckt. Es handelt sich um den großen zusammenhängenden Forst Forêt Domaniale de Vologne. Die Meereshöhe der Tallagen von über 600 Metern lässt kaum wirtschaftlichen Ackerbau zu, daher dominieren im Tal und an den unteren Hängen Viehweiden. Auch in den höheren Lagen finden sich einzelne Bergbauernhöfe.

Zu Granges-Aumontzey gehören neben der Kleinstadt Granges-sur-Vologne und dem Dorf Aumontzey die Ortsteile Frambéménil, Les Voids, Chevalpré, Les Jumeaix, Le Hulle, La Sauteure, Blanchefeigne, Les Évelines, Les Aulnaux, Petempré, Le Haut Rain, Le Spoix und Berchigranges.

Nachbargemeinden von Granges-Aumontzey sind La Chapelle-devant-Bruyères im Norden und Nordosten, Barbey-Seroux im Osten, Gérardmer im Südosten, Liézey im Süden, Champdray im Westen sowie Jussarupt und Laveline-devant-Bruyères im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Granges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bann Granges war vor der Revolution Teil der Bailliage von Bruyères. Die Dorfkirche, dem Hl. St. Georg geweiht, war eine Filiale der Pfarrei in Champ-le-Duc. Nach der Bildung der südlothringischen Gemeinden im Jahr 1790 war Granges von 1792 bis 1801 Kantonshauptort. Im Mai 1836 musste Granges neben anderen Gemeinden einen kleinen Teil seines Territoriums zur Schaffung der neuen Gemeinde Liézey abgeben. Die Zusatzbezeichnung -sur-Vologne führt die Gemeinde seit einer entsprechenden Verordnung vom 24. Juli 1917, um sich von anderen Gemeinden namens Granges zu unterscheiden.[2]

Aumontzey[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aumontzey wurde erstmals im Jahr 1393 als Amonzei schriftlich erwähnt. Das Dorf gehörte ebenfalls zur Bailliage von Bruyères, kirchlich aber zur Pfarrei im benachbarten Jussarupt.[3]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der vormaligen Gemeinde Granges-sur-Vologne zeigt auf blauem Grund in Silber den Schutzpatron St. Georg als Drachentöter; im rechten Obereck auf silbernem Grund ein rotes Wasserrad, das auf die zahlreichen Mühlen an der Vologne verweist.[4] Die ehemalige Gemeinde Aumontzey führte kein Wappen.

Bevölkerungsentwicklung Granges-sur-Vologne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2008 2013
Einwohner 2.880 2.753 2.794 2.758 2.485 2.449 2.298 2.251

Bevölkerungsentwicklung Aumontzey[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2008 2012
Einwohner 469 459 505 450 436 442 473 481

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirche Saint-Georges in Granges aus dem 15. Jahrhundert (der Turm stammt aus dem Jahr 1662) mit einer Jacquot-Orgel
  • Kapelle Notre-Dame-du-Saint-Rosaire in Aumontzey
  • privat betriebener botanischer Garten im Ortsteil Berchigranges
  • mehrere Flurkreuze im Gebiet der Gemeinde

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teile der alten Textilfabrik Walter-Seitz
ehemaliges Bahnhofsgebäude von Aumontzey

Die Bewohner von Granges-Aumontzey sind in der Forstwirtschaft und der Holzindustrie (mehrere Sägewerke) oder im Bereich Handel und Dienstleistungen beschäftigt. Darüber hinaus gibt es Arbeitsplätze im Tourismusbereich (Pensionen und Ferienhäuser). In Bergbauernhöfen wird Milchwirtschaft und Käseherstellung betrieben. Größter Arbeitgeber in der Gemeinde ist aber das Textilunternehmen „Walter-Seitz“. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in den Vogesen im Winter in Heimarbeit auf Handwebstühlen Hanf verarbeitet. In Granges und Umgebung war man auf die Herstellung von Haushaltswäsche spezialisiert. Die Baumwollspinnerei begann in Granges-sur-Vologne 1856 mit dem Unternehmer Étienne Joseph Seitz, der dafür die Wasserkraft der Vologne für die Mechanisierung nutzte. Anders als in vielen Gebieten Lothringens, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts den Niedergang der Textilindustrie erlebten, hat das Textilunternehmen in Granges-sur-Vologne bis heute überlebt.[5][6]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Granges-sur-Vologne liegt an der Départementsstraße 423, die Bruyères mit Gérardmer verbindet. Des Weiteren bestehen Straßenverbindungen nach Le Tholy, Laval-sur-Vologne, Herpelmont und Corcieux. Der nächste Bahnhof liegt in der sechs Kilometer entfernten Gemeinde Laveline-devant-Bruyères. Von 1878 bis 1988 hatten Granges und Aumontzey Stationen an der Bahnlinie von Laveline-devant-Bruyères nach Gérardmer, die von der Strecke Arches-Saint-´Dié abzweigte. Über eine Wiederinbetriebnahme der Bahnlinie nach Gérardmer wird diskutiert.[7]

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1990 besteht eine Partnerschaft zwischen Granges-sur-Vologne und der württembergischen Gemeinde Ertingen.

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. addierte Zahlen der beiden Vorgängergemeinden vom 1. Januar 2013 (Quelle INSEE)
  2. Granges-sur-Vologne auf vosges-archives.com (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.vosges-archives.com (pdf-Datei, französisch)
  3. Aumontzey auf vosges-archives.com (Memento des Originals vom 15. April 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.vosges-archives.com (pdf-Datei, französisch)
  4. Wappenbeschreibung auf genealogie-lorraine.fr (französisch)
  5. Engagements communaux auf granges-sur-vologne.com (Memento vom 8. Februar 2015 im Internet Archive) (französisch)
  6. Tradition der Textilindustrie seit 1856 (französisch)
  7. Analyse zur Wiederinbetriebnahme der Bahnlinie Laveline-Gérardmer (pdf-Datei, französisch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Granges-Aumontzey – Sammlung von Bildern