Raon-sur-Plaine

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Raon-sur-Plaine
Raon-sur-Plaine (Frankreich)
Raon-sur-Plaine
Region Lothringen
Département Vosges
Arrondissement Saint-Dié-des-Vosges
Kanton Raon-l’Étape
Gemeindeverband Vallée de la Plaine.
Koordinaten 48° 31′ N, 7° 6′ O48.5113888888897.0969444444444431Koordinaten: 48° 31′ N, 7° 6′ O
Höhe 405–744 m
Fläche 3,54 km²
Einwohner 160 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 45 Einw./km²
Postleitzahl 88110
INSEE-Code

Rathaus- und Schulgebäude in Raon-sur-Plaine

Raon-sur-Plaine ist eine französische Gemeinde mit 160 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Vosges in der Region Lothringen. Sie gehört zum Arrondissement Saint-Dié-des-Vosges, zum Kanton Raon-l’Étape und zum 1997 gegründeten départementübergreifenden Kommunalverband (Communauté de communes) Vallée de la Plaine.

Geographie[Bearbeiten]

Lage der Gemeinde Raon-sur-Plaine im Département Vosges

Die Gemeinde Raon-sur-Plaine liegt im oberen Plainetal auf etwa 430 Metern Höhe. Die nördlichste Gemeinde des Départements wird zusammen mit der unmittelbar nordöstlich anschließenden Gemeinde Raon-lès-Leau fast vollständig von der Region Elsass umschlossen. Auf elsässischer Seite, drei Kilometer westlich der Gemeinde Raon-sur-Plaine erhebt sich der 1008 Meter hohe Donon, der den höchsten Punkt der nördlichen Vogesen markiert.

Raon-sur-Plaine hat eine Fläche von 353 Hektar, wovon vor dem Durchzug von Orkan Lothar im Jahr 1999 mehr als 85 % bewaldet waren. Das Waldgebiet um Raon gehört zum Forêt des Bois Sauvages und besteht hauptsächlich aus Nadelhölzern.

Nachbargemeinden von Raon-sur-Plaine sind Raon-lès-Leau im Norden, Grandfontaine im Osten und Süden, Luvigny im Südwesten sowie Bionville im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Trennung der beiden unmittelbar angerenzenden Dörfer Raon-sur-Plaine und Raon-lès-Leau durch den Flusslauf der Plaine hat ihren Ursprung in der Vermählung Christines zu Salm, die das halbe Fürstentum Salm erbte, mit Franz II. (Lothringen), dem Grafen von Vaudémont.

Die Lage beider Dörfer auf einer „Zunge“, die im Norden, Osten und Süden von elsässischem Gebiet umrahmt wird, ist auf den Vertrag von Frankfurt im Mai 1871 zurückzuführen. Raon-sur-Plaine und Raon-lès-Leau gehörten danach zunächst zum Reichsland Elsaß-Lothringen. Durch Grenzbereinigungen, die hauptsächlich auf den Vogesenkamm als Demarkationslinie hinausliefen, kamen die Dörfer wieder zu Frankreich, jedoch zum Preis, die 1800 Hektar umfassende, an Nutzholz reiche Umgebung im deutschen Elsass zu belassen. Die deutschen Niederlagen 1918 und 1945 änderten trotz Protesten der Einheimischen nichts mehr an der Grenzziehung.

Im Artikel 2 des Vertrages von Frankfurt wurde den Einwohnern der abgetretenen Gebiete gestattet, ihren Wohnsitz nach Frankreich zu verlegen. Dies führte zu einem großen Strom von Flüchtlingen, die über das Bruchetal und über den Col du Donon die deutsch-französische Grenze erreichten und zuerst in Raon-sur-Plaine ankamen. Aus diesem Grund wurde das Denkmal für Kriegsflüchtlinge und Kriegsgefangene im Dorfzentrum errichtet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006
194 168 141 148 143 143 157

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Denkmal für Kriegsflüchtlinge
  • Kirche Saint-Mansuy in neogotischem Stil aus dem Jahr 1860

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Raon-sur-Plaine verfügt über ein Lebensmittelgeschäft, eine Poststelle und zwei Gaststätten. An einer alten Wassermühle ist bis heute ein Sägewerk ansässig. Darüber hinaus ist die Vermietung von Ferienhäusern von Bedeutung.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Die Siedlung Raon-sur-Plaine folgt im Wesentlichen der früheren Route nationale 392, die hier das Plainetal verlässt und in Richtung Schirmeck (Elsass) zum 718 Meter hohen Col du Donon ansteigt.

Weblinks, Quellen[Bearbeiten]