Lars Bender

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Dieser Artikel behandelt den deutschen Fußball-Nationalspieler Lars Bender. Für den 1988 geborenen deutschen Fußballspieler siehe Lars Bender (Fußballspieler, 1988).
Lars Bender

Lars Bender, 2015

Spielerinformationen
Geburtstag 27. April 1989
Geburtsort RosenheimDeutschland
Größe 185 cm
Position Defensives Mittelfeld
Vereine in der Jugend
1993–1999 TSV Brannenburg
1999–2002 SpVgg Unterhaching
2002–2006 TSV 1860 München
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
2006–2009 TSV 1860 München 58 0(4)
2006–2007 TSV 1860 München II 9 0(1)
2009– Bayer 04 Leverkusen 174 (16)
2009–2011 Bayer 04 Leverkusen II 3 0(0)
Nationalmannschaft2
2005–2006 Deutschland U-17 9 0(1)
2007–2008 Deutschland U-19 9 0(2)
2009 Deutschland U-20 6 0(1)
2010 Deutschland U-21 1 0(0)
2011– Deutschland 19 0(4)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: Saisonende 2015/16

2 Stand: 15. Juli 2016

Lars Bender (* 27. April 1989 in Rosenheim) ist ein deutscher Fußballspieler. Seit der Saison 2009/10 steht der defensive Mittelfeldspieler bei Bayer 04 Leverkusen unter Vertrag und ist Mannschaftskapitän. Er ist der eineiige Zwillingsbruder des bei Borussia Dortmund spielenden Sven Bender.

Herkunft und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lars Bender, Sohn eines Zollbeamten aus Rosenheim,[1] ist der eineiige und ältere[2] Zwillingsbruder von Sven Bender, der ebenfalls Fußballprofi ist und bei Borussia Dortmund unter Vertrag steht. Beide wuchsen in Brannenburg bei Rosenheim auf,[3] absolvierten die Mittlere Reife und brachen Kaufmannslehren ab.[4]

Die Benders zählten Piotr Nowak und Abédi Pelé, die beide beim TSV 1860 München spielten, zu ihren Idolen.[4] Sie sind das 14. Brüderpaar, das in deutschen Fußballnationalmannschaften spielte (einschließlich der DDR-Auswahl).[5]

Vereinskarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lars Bender spielte von 1993 bis 1999 in der Jugend des TSV Brannenburg, von 1999 bis 2002 gehörte er dem Nachwuchs der SpVgg Unterhaching an. Im Sommer 2002 wechselte er an die Grünwalder Straße in München. Beim TSV 1860 spielte er ab der U-14 in den Nachwuchsmannschaften. 2006 wurde Bender mit der U-17 des TSV 1860 deutscher B-Jugend-Meister.

Obwohl er zur Saison 2006/07 eigentlich in die Altersgruppe U-19 wechselte, gehörte er dem Kader der zweiten und dem der ersten Mannschaft an. Im August 2006 spielte er erstmals für die zweite Mannschaft in der Regionalliga Süd, im Oktober saß er als Ersatzspieler bei den Profis auf der Bank und gab am 27. November mit 17 Jahren beim Heimspiel gegen die TuS Koblenz in der 2. Bundesliga sein Profidebüt. Auf 13 Einsätze brachte er es in seinem ersten Profijahr, neun davon in der Startaufstellung. Im zweiten Jahr war er Stammspieler im defensiven Mittelfeld. Am ersten Spieltag der neuen Saison erzielte er sein erstes Profitor. Die Saison 2008/09 begann er wieder als Stammspieler. Im Zweitligaspiel beim FSV Frankfurt am 3. Oktober 2008 übernahm Bender in der 70. Spielminute die Kapitänsbinde und war damit mit 19 Jahren der jüngste Spielführer in der Geschichte des TSV 1860. Danach sorgte aber eine Reihe von Verletzungen dafür, dass er die Saison mit nur 15 Einsätzen abschloss.

Lars Bender in Aktion (2012)

Im April 2009 hatte Bender bekannt gegeben, dass er zur Spielzeit 2010/11 zu Bayer 04 Leverkusen wechsele.[6] Nachdem er am Beginn der Spielzeit 2009/10 noch zwei Ligaspiele für 1860 bestritten hatte, wurde der Wechsel jedoch bereits Mitte August 2009 vollzogen. Ausschlaggebend für den vorgezogenen Wechsel war auch, dass er bei seinem Engagement in Leverkusen wieder in der Nähe seines Bruders Sven wohnen konnte,[7] der vor der Saison zu Borussia Dortmund gewechselt war.[8] In München hatten die beiden Zwillingsbrüder in einer WG gelebt. Lars Bender bestritt für 1860 58 Spiele in der 2. Bundesliga, in denen er vier Tore erzielte.

In Leverkusen wurde er am 6. Spieltag erstmals bei einem Erstligaspiel eingewechselt und kam auch in den meisten seiner 20 Saisonspiele als Einwechselspieler zum Einsatz. In der Saison darauf blieb seine Position im defensiven Mittelfeld umkämpft und er war oft zweite Wahl, trotzdem kam er auf 27 Einsätze und drei Tore und wurde mit Leverkusen Vizemeister. Außerdem spielte er in allen Spielen der Europa League, bei der das Achtelfinale erreicht wurde. In der Saison 2011/12 setzte er sich endgültig durch; sowohl in der Liga als auch in der Champions League war er Stammspieler und spielte die meisten Partien über die volle Spielzeit, unterbrochen lediglich von einer Zwangspause nach einem Muskelbündelriss im Frühjahr 2012. Allerdings verpasste er mit dem Verein die erneute Champions-League-Qualifikation.

Zur Saison 2015/16 ernannte Trainer Roger Schmidt ihn zum neuen Mannschaftskapitän als Nachfolger von Simon Rolfes, der seine Karriere nach Ende der Vorsaison beendet hatte.[9]

Sein Vertrag läuft bis zum 30. Juni 2019.[10]

Nationalmannschaftskarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bender nach seinem Tor gegen Dänemark bei der EM 2012

Bender nahm mit der deutschen U-17-Nationalmannschaft an der EM 2006 in Luxemburg teil, bei der man den vierten Platz erreichte. 2008 stand er im deutschen Kader der U-19-EM in Tschechien, bei der die Mannschaft Europameister wurde. Er wurde in vier Partien eingesetzt und erzielte zwei Tore, darunter den 1:0-Führungstreffer im Finale gegen Italien.[11] Am Ende des Turniers wurden mit Lars und Sven Bender zwei Goldene Spieler des Turniers ausgezeichnet, was bis heute einzigartig ist. Im Jahr darauf nahm er an der U-20-Weltmeisterschaft teil und spielte alle fünf Partien bis zum Ausscheiden im Viertelfinale.

Am 4. September 2011 wurde Bender für das A-Länderspiel gegen Polen zwei Tage später nachnominiert.[12] Er wurde beim Spiel in Danzig nach 77 Minuten für seinen Vereinskollegen Simon Rolfes eingewechselt.[13] Danach kam er auch noch zu weiteren Kurzeinsätzen im Nationaltrikot.

Lars Bender und sein Bruder Sven wurden im Mai 2012 von Bundestrainer Joachim Löw zunächst beide zur Vorbereitung für die EM in Polen und der Ukraine eingeladen. Da ihre Stammposition im defensiven Mittelfeld gut besetzt war, wurde allgemein nicht mit einer Aufnahme der Bender-Brüder in den EM-Kader gerechnet. Da Lars Bender im Verein vielseitiger eingesetzt wurde, nahm ihn Löw trotzdem mit zum Turnier. Bereits in den ersten beiden Gruppenspielen kam er zum Einsatz, als er bei knappen Führungen des deutschen Teams in den Schlussminuten eingewechselt wurde. Nachdem Jérôme Boateng für das dritte Spiel gesperrt war, übernahm er dessen Platz als rechter Verteidiger in der Startaufstellung. In der 80. Spielminute vollendete er einen Konter der deutschen Mannschaft mit seinem ersten Länderspieltor zum 2:1-Siegtreffer gegen Dänemark. Am 29. Mai 2013 beim Freundschaftsspiel gegen Ecuador wurde Bender von Beginn an eingesetzt und erzielte als defensiver Mittelfeldspieler zwei Tore.

Am 8. Mai 2014 wurde er von Löw in den vorläufigen Kader für die WM berufen.[14] Während einer Trainingseinheit der vorläufigen DFB-Auswahl im Trainingslager in St. Martin zog er sich eine Muskel-Sehnen-Verletzung im oberen rechten Oberschenkel zu, woraufhin eine Teilnahme am Turnier ausgeschlossen werden musste.[15]

Am 15. Juli 2016 wurde er in den Kader des DFB für die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro berufen.[16] Er gehört gemeinsam mit seinem Bruder Sven sowie Nils Petersen zu jenen drei erlaubten Spielern im Kader, die vor dem Jahr 1993 geboren wurden.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lars Bender – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lars verrät: Das Geheimnis der Bender-Zwillinge bei bild.de, 24. August 2011 (abgerufen am 10. Juni 2012)
  2. Bender & Bender im EM-Kader: Trennung der Zwillinge; spiegel.de, vom 23. Mai 2012, abgerufen am 25. Januar 2016
  3. Schiller, Kai: Ein Bender kommt selten allein. In: Hamburger Abendblatt, 10. März 2008, Nr. 59, S. 27.
  4. a b „Wir sind blau aufgewachsen“ bei merkur-online.de, 27. April 2007 (abgerufen am 10. Juni 2012).
  5. dpa-AFX ProFeed: Löw gibt Vollgas – Ausscheidungsrennen läuft. 23. Mai 2012 3:00 PM GMT (abgerufen via LexisNexis Wirtschaft).
  6. Lars Bender bleibt definitiv ein Löwe bis 2010 (Memento vom 1. Mai 2009 im Internet Archive) im Internet Archive, ursprünglich auf tsv1860.de am 27. April 2009
  7. "Das Duell der Brüder" (WDR.de) (Memento vom 15. Januar 2011 im Internet Archive)
  8. Kicker: Alles klar mit Bayer: Bender geht!?, abgerufen am 18. August 2009
  9. Bender neuer Bayer-Kapitän; sport1.de, veröffentlicht und abgerufen am 4. August 2015
  10. Bayer 04 verlängert mit Lars Bender bis 2019 bayer04.de, abgerufen am 31. Oktober 2013
  11. Leistungsnachweis von Lars Bender bei der U-19-EM 2008; transfermarkt.de, abgerufen am 18. Juli 2016
  12. DFB: Lars Bender für Spiel gegen Polen nachnominiert, abgerufen am 4. September 2011
  13. Kicker: Cacau bewahrt DFB-Auswahl vor der Pleite, abgerufen am 6. September 2011
  14. DFB-Kader für die WM 2014 in Brasilien fussballnationalmannschaft.net, abgerufen am 8. Mai 2014
  15. Lars Bender WM-Ausschluss, abgerufen am 23. Mai 2014
  16. Die Olympia-Kader stehen fest. In: www.dfb.de. Deutscher Fußball-Bund e.V. (DFB), 15. Juli 2016, abgerufen am 15. Juli 2016.