Luigi Villoresi

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Luigi Villoresi
Luis Villoresi - El Gráfico 1442.jpg
Nation: ItalienItalien Italien
Automobil-Weltmeisterschaft
Erster Start: Großer Preis von Monaco 1950
Letzter Start: Großer Preis von Italien 1956
Konstrukteure
1950–1953 Scuderia Ferrari · 1954 Officine Alfieri MaseratiScuderia Lancia · 1955 Lancia · 1956 Scuderia Centro SudLuigi Piotti – Officine Alfieri Maserati
Statistik
WM-Bilanz: WM-Fünfter (1951, 1953)
Starts Siege Poles SR
31 1
WM-Punkte: 49
Podestplätze: 8
Führungsrunden: 2 über 28,8 km
Vorlage:Infobox Formel-1-Fahrer/Wartung/Alte Parameter

Luigi „Gigi“ Villoresi (* 16. Mai 1909 in Mailand; † 24. August 1997 ebenda) war ein italienischer Automobilrennfahrer.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Engagement bei Maserati[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg war Luigi Villoresi über die Landesgrenzen seiner Heimat hinweg als erfolgreicher Rennfahrer von Monopostos und Sportwagen bekannt. Der rennbegeisterte Vater unterstützte die Karriere seiner Söhne – auch sein jüngerer Bruder Emilio war Rennfahrer. 1931 begann Villoresi mit dem Motorsport, 1937 erwarb er privat einen Maserati. 1938 nahm ihn das Werksteam von Maserati unter Vertrag. Luigi Villoresi entwickelte sich dort in den folgenden Jahren zum Spitzenfahrer und erreichte in der hubraumschwächeren Voiturette-Klasse viele Siege.

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte er seine sportliche Laufbahn zunächst bei Maserati fort. Mit dem Grand Prix de Nice im Frühjahr 1946 gewann er das überhaupt erste international besetzte Rennen der Nachkriegszeit. Mit zahlreichen weiteren Siegen bis 1949 war Villoresi einer der erfolgreichsten Fahrer dieser Epoche und errang auf Maserati 1946 und 1947 auch zweimal die italienische Meisterschaft. Es gelang ihm jedoch nie, einen der offiziellen Internationalen Grands Prix – die sogenannten Grandes Épreuves – zu gewinnen. In dieser Zeit entwickelte er zu dem aufstrebenden Nachwuchsfahrer Alberto Ascari eine enge Freundschaft, mit dem zusammen er 1949 zur Scuderia Ferrari wechselte.

Mit Ascari bei Ferrari[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der Automobil-Weltmeisterschaft 1950 bis zur Automobil-Weltmeisterschaft 1953 war Luigi Villoresi bei Ferrari unter Vertrag. Bereits in seiner zweiten Saison bewies er mit drei dritten Plätzen und einem vierten Rang Beständigkeit. Auch im folgenden Jahr belegte er mehrere dritte Plätze. Seine erfolgreichste Saison beschloss er 1953 mit 17 Weltmeisterschaftspunkten als Fünfter. In diesem Jahr erzielte er zweite Platzierungen bei den Grands Prix von Argentinien und Belgien und gewann die Mille Miglia.

Wechsel zu Lancia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl Ascari 1953 vor Juan Manuel Fangio, der einen Maserati steuerte, Weltmeister geworden war, scheiterten die Vertragsverhandlungen zwischen ihm und Enzo Ferrari. Denn „Ciccio“ bestand auf der Weiterverpflichtung von Villoresi, der als guter zweiter Fahrer eine Vertragsverlängerung erwarten konnte. Da der Ferrari-Rennstall mit Giuseppe Farina und Mike Hawthorn aber über zwei weitere sehr gute Piloten verfügte und das Team sehr groß war, lehnte Enzo Ferrari die Bitte des jüngeren Ascari ab. Daraufhin unterschrieben Ascari und Villoresi aufgrund ihrer engen Freundschaft zusammen beim Formel-1-Debütanten Lancia, der zum Beginn der Saison 1954 jedoch noch kein fertiges Fahrzeug bereitstellte.

Aus diesem Grund fuhren beide Fahrer sporadisch Rennen mit einem Maserati, um an der Automobilweltmeisterschaft 1954 teilnehmen zu können. Die Saison wurde von Fangio und dem Mercedes-Team dominiert. Villoresi holte auf Maserati einen fünften Platz.

1955[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei Wochen vor dem Unfall beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans war Alberto Ascari bei einer Testfahrt in Monza tödlich verunglückt. Villoresi war vom Tod seines Freundes schwer betroffen und erklärte ein Jahr später den Rücktritt vom Rennsport. Ebenso beendete Gianni Lancia die kurze Karriere des Lancia-Werksteams und verschenkte seine sechs Rennwagen samt Ersatzteilen an Ferrari.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Villoresi war 1950 zusammen mit seinem Fahrerkollegen Alberto Ascari maßgeblich daran beteiligt, dass Enzo Ferrari überredet werden konnte, dem Motorboot-Rennfahrer Achille Castoldi für sein Projekt Arno XI einen Motor aus dem Ferrari 375 F1 zu überlassen, mit dem Castoldi einen heute noch gültigen Weltrekord aufstellte[1].

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grand-Prix-Ergebnisse vor 1950[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Team Wagen 1 2 3 4 Punkte Position
1938 Officine A. Maserati Maserati 8CTF Flag of France.svg Flag of German Reich (1935–1945).svg Flag of Switzerland within 2to3.svg Flag of Italy (1861-1946).svg 30 26.
DNF
1939 Officine A. Maserati Maserati 8CTF Flag of Belgium (civil).svg Flag of France.svg Flag of German Reich (1935–1945).svg Flag of Switzerland within 2to3.svg 30 28.
DNF
1947 Scuderia Ambrosiana Maserati 4CL Flag of Switzerland within 2to3.svg Flag of Belgium (civil).svg Flag of Italy.svg Flag of France.svg
6 DNF DNF
1948 Scuderia Ambrosiana Flag of Monaco.svg Flag of Switzerland within 2to3.svg Flag of France.svg Flag of Italy.svg
Maserati 4CLT 5[2]
Maserati 4CLT/48 3 7[3] 2
1949 Flag of the United Kingdom.svg[4] Flag of Belgium (civil).svg Flag of Switzerland within 2to3.svg Flag of Italy.svg
Scuderia Ambrosiana Maserati 4CLT/48 DNF
Scuderia Ferrari Ferrari 125 GPC[5] 2 2
Ferrari 125 F1 DNF
Legende
Farbe Bedeutung EM-Punkte
Gold Sieg 1
Silber 2. Platz 2
Bronze 3. Platz 3
Grün Klassifiziert, mehr als 75% der Renndistanz zurückgelegt 4
Blau nicht punkteberechtigt, zwischen 50% und 75% der Renndistanz zurückgelegt 5
Violett nicht punkteberechtigt, zwischen 25% und 50% der Renndistanz zurückgelegt 6
Rot nicht punkteberechtigt, weniger als 25% der Renndistanz zurückgelegt 7
Farbe Abkürzung Bedeutung EM-Punkte
Schwarz DSQ disqualifiziert (disqualified) 8
Weiß DNS nicht gestartet (did not start)
DNA nicht erschienen (did not arrive)
sonstige P/fett Pole-Position
SR/kursiv Schnellste Rennrunde
DNF Rennen nicht beendet (did not finish)

Statistik in der Automobil-Weltmeisterschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gesamtübersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Team Chassis Motor Rennen Siege Zweiter Dritter Poles schn.
Rennrunden
Punkte WM-Pos.
1950 Scuderia Ferrari Ferrari 125F1 Ferrari 1.5 V12s 3 NC
1951 Scuderia Ferrari Ferrari 375F1 Ferrari 4.5 V12 7 3 15 (18) 5.
1952 Scuderia Ferrari Ferrari 500 Ferrari 2.0 L4 2 2 8 8.
1953 Scuderia Ferrari Ferrari 500 Ferrari 2.0 L4 8 2 1 1 17 5.
1954 Officine Alfieri Maserati Maserati 250F Maserati 2.5 L6 3 2 20.
Scuderia Lancia Lancia D50 Lancia 2.5 V8 1
1955 Scuderia Lancia Lancia D50 Lancia 2.5 V8 2 2 20.
1956 Scuderia Centro Sud Maserati 250F Maserati 2.5 L6 1 2 22.
Luigi Piotti Maserati 250F Maserati 2.5 L6 3
Officine Alfieri Maserati Maserati 250F Maserati 2.5 L6 1
Gesamt 31 2 6 1 46 (49)

Einzelergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison 1 2 3 4 5 6 7 8 9
1950 Flag of the United Kingdom.svg Flag of Monaco.svg US flag 48 stars.svg Flag of Switzerland within 2to3.svg Flag of Belgium (civil).svg Flag of France.svg Flag of Italy.svg
DNF DNF 6 DNS
1951 Flag of Switzerland within 2to3.svg US flag 48 stars.svg Flag of Belgium (civil).svg Flag of France.svg Flag of the United Kingdom.svg Flag of Germany.svg Flag of Italy.svg Flag of Spain (1945 - 1977).svg
DNF 3 3 3 4 4 DNF
1952 Flag of Switzerland within 2to3.svg US flag 48 stars.svg Flag of Belgium (civil).svg Flag of France.svg Flag of the United Kingdom.svg Flag of Germany.svg Flag of the Netherlands.svg Flag of Italy.svg
3 3
1953 Flag of Argentina.svg US flag 48 stars.svg Flag of the Netherlands.svg Flag of Belgium (civil).svg Flag of France.svg Flag of the United Kingdom.svg Flag of Germany.svg Flag of Switzerland within 2to3.svg Flag of Italy.svg
2 DNF 2 6 DNF 8 6 3
1954 Flag of Argentina.svg US flag 48 stars.svg Flag of Belgium (civil).svg Flag of France.svg Flag of the United Kingdom.svg Flag of Germany.svg Flag of Switzerland within 2to3.svg Flag of Italy.svg Flag of Spain (1945 - 1977).svg
5 DNF DNS DNF DNF
1955 Flag of Argentina.svg Flag of Monaco.svg US flag 48 stars.svg Flag of Belgium (civil).svg Flag of the Netherlands.svg Flag of the United Kingdom.svg Flag of Italy.svg
DNF 5 DNA DNS
1956 Flag of Argentina.svg Flag of Monaco.svg US flag 48 stars.svg Flag of Belgium (civil).svg Flag of France.svg Flag of the United Kingdom.svg Flag of Germany.svg Flag of Italy.svg
5 DNF 6 DNF DNF
Legende
Farbe Abkürzung Bedeutung
Gold Sieg
Silber 2. Platz
Bronze 3. Platz
Grün Platzierung in den Punkten
Blau Klassifiziert außerhalb der Punkteränge
Violett DNF Rennen nicht beendet (did not finish)
NC nicht klassifiziert (not classified)
Rot DNQ nicht qualifiziert (did not qualify)
DNPQ in Vorqualifikation gescheitert (did not pre-qualify)
Schwarz DSQ disqualifiziert (disqualified)
Weiß DNS nicht am Start (did not start)
WD zurückgezogen (withdrawn)
Hellblau PO nur am Training teilgenommen (practiced only)
TD Freitags-Testfahrer (test driver)
ohne DNP nicht am Training teilgenommen (did not practice)
INJ verletzt oder krank (injured)
EX ausgeschlossen (excluded)
DNA nicht erschienen (did not arrive)
C Rennen abgesagt (cancelled)
  keine WM-Teilnahme
sonstige P/fett Pole-Position
1/2/3 Platzierung im Sprint-/Qualifikationsrennen
SR/kursiv Schnellste Rennrunde
* nicht im Ziel, aufgrund der zurückgelegten
Distanz aber gewertet
() Streichresultate
unterstrichen Führender in der Gesamtwertung

Le-Mans-Ergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
1952 ItalienItalien Scuderia Ferrari Ferrari 250S Berlinetta Vignale ItalienItalien Alberto Ascari Ausfall Kupplungsschaden
1953 ItalienItalien Scuderia Ferrari Ferrari 340MM Berlinetta Pininfarina ItalienItalien Alberto Ascari Ausfall Kupplungsschaden

Sebring-Ergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
1954 ItalienItalien Scuderia Lancia Lancia D24 ItalienItalien Alberto Ascari Ausfall Bremsen

Einzelergebnisse in der Sportwagen-Weltmeisterschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Team Rennwagen 1 2 3 4 5 6 7
1953 Scuderia Ferrari Ferrari 340MM
Ferrari 375MM
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten SEB ItalienItalien MIM FrankreichFrankreich LEM BelgienBelgien SPA DeutschlandDeutschland NÜR Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich RTT MexikoMexiko CAP
DNF DNF DNF
1954 Lancia Lancia D24
Lancia D25
ArgentinienArgentinien BUA Vereinigte StaatenVereinigte Staaten SEB ItalienItalien MIM FrankreichFrankreich LEM Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich RTT MexikoMexiko CAP
DNF DNF
1955 Maserati Fiat 600
Maserati 300S
ArgentinienArgentinien BUA Vereinigte StaatenVereinigte Staaten SEB ItalienItalien MIM FrankreichFrankreich LEM Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich RTT ItalienItalien TAR
273 DNF
1956 Monte Carlo Sport
Maserati
Osca MT4
Maserati 300S
ArgentinienArgentinien BUA Vereinigte StaatenVereinigte Staaten SEB ItalienItalien MIM DeutschlandDeutschland NÜR SchwedenSchweden KRI
DNF DNF DNF

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alessandro Silva: Back on Track - Racing in the 1940s, Fondazione Negri, Brescia 2019, ISBN 88-89108-40-6 (englisch).[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Luigi Villoresi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mathias Brunner: Verrückt: Rennboot mit Formel-1-Motor von Ferrari. SPEEDWEEK, 19. August 2019, abgerufen am 12. Januar 2020.
  2. Auto mit Ascari geteilt
  3. Auto mit Nuvolari geteilt
  4. Unsicher, ob es sich um ein Grande Épreuve handelt
  5. www.gilcodesign.com (abgerufen am 21. Januar 2020)
  6. vgl. Back on track – Racing in the 1940s. Abgerufen am 10. Februar 2020 (englisch).