Prosanova (Hildesheim)

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Prosanova ist ein Festival für junge deutschsprachige Literatur, initiiert und ausgerichtet von der Hildesheimer Literaturzeitschrift BELLA triste. Prosanova 2005 präsentierte in mehr als 20 Veranstaltungen über fünfzig Autoren der jüngeren Generation, unter anderem Uwe Tellkamp, Thomas Meinecke, Terézia Mora, Susanne Heinrich, Saša Stanišić und Frank Spilker der Band Die Sterne. Prosanova fand 2008 in den aufgegebenen Werkhallen der Phoenix AG, Moritzberg, statt, 2011 auf einem Hildesheimer Kasernengelände und 2014 in der Hauptschule am Alten Markt und den umliegenden Gebäuden. Prosanova hat, wie BELLA triste, seine Wurzeln im Studiengang Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus, der 1999 von den Professoren Hanns-Josef Ortheil und Stephan Porombka an der Universität Hildesheim eingerichtet wurde.

Profil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prosanova will die junge deutschsprachige Gegenwartsliteratur in ihren Spannungsfeldern vorstellen. Deshalb präsentiert das Festival sowohl etablierte Schriftsteller, als auch bislang unveröffentlichte Autoren. Neben klassischen Lesungsformaten finden im Rahmen des Festivals auch Konzerte und Podiumsdiskussionen, szenische Lesungen, Live-Hörspiele sowie ein Prosanova-Literaturwettbewerb statt. Die finalen Texte dieses Wettbewerbs sowie Essays über das jeweilige Festivalthema werden in einer zum Festival erscheinenden Prosanova-Sonderausgabe von BELLA triste präsentiert.

Prosanova 2005[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Die literarische Gegenwart treibt frische Blüten“ war der Leitsatz des ersten Prosanova-Festivals, das vom 26. bis zum 29. Mai 2005 in Hildesheim stattfand. Unter dem Motto „Saat und Wildwuchs“ wurde dort über die Lehr- und Lernbarkeit literarischen Schreibens diskutiert: Den Themen und Poetiken literarischer Autodidakten wie Uwe Tellkamp wurden die Arbeiten von Schreibschulabsolventen wie Mariana Leky oder Saša Stanišić gegenübergestellt, immer unter der Frage, wie viel Handwerk gutes Erzählen braucht, und ob die Treibhausatmosphäre der Literaturinstitute das junge Erzählen fördert, oder doch eher lähmt.

Gäste und Lesungsformate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Das 21. Jahrhundert“, die große zweiteilige Hauptveranstaltung von Prosanova 2005, präsentierte fünf Autoren mit fünf Büchern, die für das junge Erzählen der Gegenwart prägend sind: Jenny Erpenbeck mit „Tand“ von 2001, Henning Ahrens mit „Lauf Jäger lauf“ von 2002, Tilman Rammstedt mit „Erledigungen vor der Feier“ von 2003, Terézia Mora mit „Alle Tage“ von 2004 und den Bachmannpreisträger Uwe Tellkamp mit „Der Eisvogel“ von 2005.

„Saat und Wildwuchs“ konfrontierte die beiden Schreibschulabsolventinnen Mariana Leky und Sünje Lewejohann mit dem Autodidakten Andreas Maier und hinterfragte den Schreibschul-Diskurs der Feuilletons.

In „Schreiben für Millionen“ diskutierten Frank Spilker von der Band Die Sterne und Christiane Rösinger, Sängerin der Bands Lassie Singers und Britta mit den Intro-Redakteuren Linus Volkmann und Sonja Eismann über Pop und Poesie der Hamburger Schule.

Der „Laubenrausch“ bespielte eine große Hildesheimer Schrebergartenkolonie mit den parallelen Lesungen von 12 Autoren, die einen Nachmittag lang ihre Zuhörer in einer jeweils eigenen kleinen Gartenlaube empfingen: Nora Bossong, Stephan Turowski, Saša Stanišić und mehrere Studierende und Absolventen der Schreibschulen in Hildesheim und Leipzig.

Weitere Autoren: Jörg Albrecht, Bas Böttcher, Tanja Dückers, Finn-Ole Heinrich, Susanne Heinrich, Anja Hilling, Björn Kuhligk, Raphael Urweider, Thomas Meinecke, Thomas Pletzinger, Steffen Popp, Kathrin Röggla, Tina Uebel und Kevin Vennemann.

Prosanova 2008[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Poesie und Position“ war der Leitsatz des zweiten Festivals, das vom 22. bis zum 25. Mai 2008 stattfand. Unter dem Motto wurde über Schnittmengen und Differenzen in den Schreibansätze und Poetiken der jüngsten Autorengeneration diskutiert.

Gäste und Lesungsformate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 2008 hatte Prosanova zehn junge Autoren unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu einer Werkstatt eingeladen (u.a. Jörg Albrecht, Ann Cotten, Daniela Danz, Jagoda Marinic, Thomas Pletzinger, Steffen Popp). Sie stellten in „Poesie und Position“, der großen zweiteilige Hauptveranstaltung ihre literarischen Arbeiten und Positionen vor.

„Pop und Position“ brachte Christian Kracht und Mercedes Bunz zu einem Gespräch über Pop- und Medienwelt zusammen, während bei „Politik und Position“ Marcel Beyer, Alexander Osang und Robert Thalheim aus ihren Werkstätten erzählten. In der „Farnmontage“ sprachen Jo Lendle, Uwe Tellkamp und Anne Weber über Literatur und Arbeitswelt.

Weitere Programmpunkte waren der Lyrik („Lyrikblitze“), der szenischen Lesung („Dramenspeicher“), dem Nachwuchs („Höhenlinien“), der Musik („Krachgut“) und dem literarischen Event („Nachtblende“) gewidmet.

Weitere Autoren: Finn-Ole Heinrich, Hanns-Josef Ortheil, Kristof Magnusson, Ulrike Almut Sandig, Christian Schloyer, Ron Winkler, Ulf Stolterfoht, Thomas von Steinaecker, Harriet Köhler, Selim Özdogan u.a.

Prosanova 2011[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das dritte Prosanova-Festival fand vom 26. bis 29. Mai 2011 statt: Unter dem Motto „Literatur als Ereignis“ wurde vor allem auf innovative Lesungsformate Wert gelegt.

Prosanova 2014[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das vierte Prosanova-Festival fand vom 29. Mai bis 1. Juni 2014 statt. Etwa 120 Künstler traten in über 40 Lesungsformaten auf. Im Fokus stand hierbei die literarische Lebensführung der eingeladenen Autoren. Lesungen, Vorführungen und Diskussionen drehten sich um die Fragen, was Literatur leisten soll und wie mit ihr gelebt werden kann.

Gäste und Lesungformate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Programm von Prosanova 2014 gab es keine als solche titulierten Hauptveranstaltungen. Neben bewährten Formaten wie dem Literarischen Fußballspiel und dem den Festivaltag einläutenden Frühstück zeichnete sich das Festival durch eine Mischung eingeladener Gruppen, die für Prosanova entwickelte Formate präsentierten, und eigens für Prosanova entwickelten Lesungen und Diskussionen aus. Eingeladene Gäste waren unter anderem Clemens Meyer, Wolfram Lotz, Leif Randt, Svealena Kutschke, Jan Brandt, Dorothee Elmiger, Jo Lendle, Saša Stanišić und Thomas Pletzinger.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Presse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]