Prostitution in der Schweiz

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Prostitution in der Schweiz ist hinsichtlich des Angebots und des Konsums legal. Auch sind Bordelle erlaubt. Die Schweiz gehört bezüglich der Prostitution zu den liberalsten Ländern.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Schweiz ist die Prostitution seit 1942 für Frauen, seit 1992 für alle legal. 1992 wurde das Sexualstrafrecht revidiert, seitdem sind Kuppelei und passive Zuhälterei nicht mehr strafbar. Allerdings ist die Prostitution nicht ganz entkriminalisiert, da sie nach obligationenrechtlichem (zivilrechtlichem) Urteil des Bundesgerichts noch immer sittenwidrig ist. Somit besteht eine paradoxe rechtliche Situation.

Das Personenfreizügigkeitsabkommen zwischen der Schweiz und der EU vom 21. Juni 1999, das 2009 auch auf Rumänien und Bulgarien ausgeweitet wurde, führte zu einer Zunahme des Angebots.[1]

2013 wurden im Stadtteil Altstetten von Zürich Verrichtungsboxen errichtet (so etwa Strichplatz Depotweg) und ein Strassenstrich geschlossen.[2] Die Massnahme wurde jedoch auch von mehreren Organisationen als restriktiv kritisiert.[3]

Im Januar 2014 wurde öffentlich bekannt, dass Insassen der Therapie-Abteilung La Pâquerette im Untersuchungsgefängnis Champ-Dollon bei Genf in Begleitung von Sozialtherapeuten Prostituierte besuchen durften.[4][5]

Umfang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschätzt wird, dass landesweit zwischen 13'000 und 25'000 Personen in der Prostitution tätig sind mit einem Jahresumsatz von rund 3,5 Milliarden Franken.[1] Im Kanton Genf zählte man 2004 800, 2012 über 4100 als Prostituierte tätige Personen.[1]

Rechtliche Situation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Ausübung der Prostitution sind auch die kantonalen Vorschriften zu beachten.[6]

Steuern und Sozialabgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prostitution gilt als wirtschaftliche Tätigkeit. Einkünfte aus Sexarbeit unterliegen der Steuerpflicht und es müssen die Sozialabgaben abgerechnet werden.

Jugendschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Art. 195 Schweizerisches Strafgesetzbuch ist es strafbar, eine unmündige Person, also eine Person unter 18 Jahren, der Prostitution zuzuführen. Die Freierin oder der Freier einer oder eines Prostituierten über 16 Jahre machte sich in der Schweiz allerdings bis 2013 nicht strafbar.[7][8]

Ausländische Prostituierte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausländische Prostituierte benötigen ein Arbeitsvisum.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d http://origin.swissinfo.ch/ger/das-recht--mit-sex-geld-zu-verdienen/33966656
  2. http://www.blick.ch/news/schweiz/zuerich/sexboxen-sind-fertig-der-strichplatz-von-zuerich-altstetten-id2408068.html
  3. http://www.woz.ch/1338/prostitution/ein-verbot-schadet-den-frauen
  4. Christophe Büchi, Genf: Begleitete Freigänge für Prostituiertenbesuch. In: nzz.ch. 31. Januar 2014, abgerufen am 14. Oktober 2018.
  5. http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/vermischtes/Haeftlinge-gingen-auf-Freigang-zu-Prostituierten/story/18694822
  6. Prostitution (Memento vom 8. August 2014 im Internet Archive)
  7. http://www.swissinfo.ch/ger/gesellschaft/Jugendprostitution_in_der_Schweiz:_Noch_kein_Verbot.html?cid=29505694
  8. http://www.cbc.ca/news/world/switzerland-raises-legal-prostitution-age-to-18-1.1701251