Robert Lewandowski

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Robert Lewandowski

Robert Lewandowski (2014)

Spielerinformationen
Geburtstag 21. August 1988
Geburtsort WarschauPolen
Größe 185 cm[1]
Position Sturm
Vereine in der Jugend
1996–1997 Partyzant Leszno
1997–2004 Varsovia Warschau
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
2005 Delta Warschau 10 0(4)
2005–2006 Legia Warschau II 6 0(2)
2006–2008 Znicz Pruszków 59 (36)
2008–2010 Lech Posen 58 (32)
2010–2014 Borussia Dortmund 131 (74)
2014– FC Bayern München 68 (52)
Nationalmannschaft2
2008 Polen U-21 3 0(0)
2008– Polen 82 (36)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: 24. September 2016

2 Stand: 4. September 2016

Robert Lewandowski (* 21. August 1988 in Warschau) ist ein polnischer Fußballspieler. Der Stürmer steht seit der Saison 2014/15 beim Bundesligisten FC Bayern München unter Vertrag und ist seit 2014 Kapitän der polnischen A-Nationalmannschaft.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge in Polen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lewandowski stammt aus einer sportlich aktiven Familie. Sein Vater Krzysztof war Junioren-Europameister im Judo, seine Mutter Iwona spielte in der höchsten polnischen Volleyball-Liga. Beide studierten Sport und waren nach ihrer aktiven Karriere als Sportlehrer tätig.[2]

Robert Lewandowski begann mit acht Jahren bei Partyzant Leszno mit dem Fußballspielen und war anschließend sieben Jahre in der Jugendabteilung von Varsovia Warschau aktiv.[3] 2005 spielte er beim Viertligisten Delta Warschau und wechselte zum Stadtrivalen Legia Warschau, für dessen zweite Mannschaft er in der 2. Liga zum Einsatz kam.[4] Im Jahre 2006 ging er zum Drittligisten Znicz Pruszków, bei dem er in seiner ersten Saison mit 15 Toren Torschützenkönig wurde und mit ihm aufstieg. In der Saison 2007/08 erzielte er in 32 Spielen 21 Tore und wurde Torschützenkönig der 2. Liga.

Am 18. Juni 2008 unterschrieb Lewandowski einen Vierjahresvertrag beim Erstligisten Lech Posen. Im Qualifikationsspiel zur Teilnahme am UEFA-Pokal am 17. Juli 2008, beim 1:0-Hinspielsieg beim aserbaidschanischen Meister Chazar Lenkoran erzielte er sein erstes Tor in einem internationalen Vereinswettbewerb. Am 8. August 2008 (1. Spieltag) erzielte er bei der 2:3-Niederlage im Heimspiel gegen GKS Bełchatów mit dem Treffer zum 2:1 in der 67. Minute sein erstes Erstligator.

Im Dezember 2008 wurde Lewandowski zum „Newcomer des Jahres“ in Polen gewählt. Am 19. Mai 2009 gewann er mit Lech Posen den polnischen Vereinspokal mit einem 1:0 im Finale gegen Ruch Chorzów. Nach der Saison wurde er zur „Neuentdeckung der Saison“ 2008/09 gekürt. Am 25. Juli 2009 gewann er nach dem 4:3-Sieg im Elfmeterschießen gegen Wisła Krakau auch den polnischen Supercup, seinen zweiten Titel innerhalb eines Jahres. Im Dezember 2009 wurde er für die Wahl zu „Polens Fußballer des Jahres“ nominiert, unterlag aber seinem Namensvetter Mariusz Lewandowski.

Borussia Dortmund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Robert Lewandowski im Trikot von Borussia Dortmund (2010)

In der Sommerpause 2010 wechselte Lewandowski zum deutschen Bundesligisten Borussia Dortmund, bei dem er einen bis zum 30. Juni 2014 datierten Vertrag unterschrieb. Am 22. August 2010 (1. Spieltag) debütierte er bei der 0:2-Niederlage im Heimspiel gegen Bayer 04 Leverkusen, als er in der 63. Minute für Sebastian Kehl eingewechselt wurde.[5] Sein erstes Bundesligator erzielte Lewandowski am 19. September 2010 (4. Spieltag) beim 3:1-Sieg im Auswärtsspiel gegen den FC Schalke 04.[6][7] Das erste Pflichtspiel in der Startaufstellung bestritt er am 2. Dezember 2010 (5. Spieltag) in der Europa League, als er den verletzten Lucas Barrios ersetzte. In seiner ersten Saison absolvierte er 33 von 34 Bundesligaspielen und trug mit acht Toren zur Deutschen Meisterschaft bei. Lewandowski kam überwiegend als Einwechselspieler zum Einsatz und war der beste Joker der Bundesligasaison.

In der Saison 2011/12 profitierte er vom verletzungsbedingten Ausfall von Lucas Barrios und bestritt alle Ligaspiele bis zur Winterpause von Beginn an. Mit Borussia Dortmund gewann er 2012 erneut die Deutsche Meisterschaft, wurde mit 22 Toren drittbester Torschütze und löste Jan Furtok als bislang besten polnischen Torschützen in einer Bundesligasaison – Zweiter mit 20 Toren 1990/91 – ab.

Am 12. Mai 2012 erzielte Lewandowski im DFB-Pokalfinale beim 5:2-Sieg gegen den FC Bayern München drei Tore und verhalf dem BVB zu seinem ersten Double. Am 24. April 2013 erzielte er im Halbfinal-Hinspiel der Champions League beim 4:1-Sieg gegen Real Madrid alle Tore für Borussia Dortmund; es waren die meisten Tore, die ein Spieler bis dahin in einem Halbfinale des Wettbewerbs erzielt hatte.[8] Damit ebnete er dem BVB den Weg ins Finale, das am 25. Mai 2013 im Londoner Wembley-Stadion gegen den FC Bayern München mit 1:2 verloren wurde.

Am Saisonende 2013/14 wurde Lewandowski mit 20 Toren Torschützenkönig der Bundesliga.

FC Bayern München[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Training auf dem Gelände des FC Bayern München (2015)

Zur Saison 2014/15 wechselte Lewandowski ablösefrei zum FC Bayern München, der ihn am 4. Januar 2014 mit einem Vertrag bis zum 30. Juni 2019 ausstattete.[9] Sein erstes Pflichtspiel für den FCB absolvierte er am 13. August 2014 gegen den BVB, seinen ehemaligen Verein, bei der 0:2-Niederlage im Spiel um den DFL-Supercup. Sein Bundesligadebüt für den FCB gab er am 22. August 2014 (1. Spieltag) beim 2:1-Sieg im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg. Sein erstes Bundesligator für den FC Bayern erzielte er am 30. August 2014 (2. Spieltag) beim 1:1 im Auswärtsspiel gegen den FC Schalke 04 mit dem Führungstreffer in der 10. Minute. 2015 gewann er mit der Mannschaft die Deutsche Meisterschaft.

Am 22. September 2015 (6. Spieltag) erzielte er beim 5:1-Heimsieg gegen den VfL Wolfsburg als erster Einwechselspieler in der Bundesliga innerhalb von acht Minuten und 59 Sekunden fünf Tore und drehte das Spiel zugunsten des FC Bayern nach der 1:0-Führung der Wolfsburger.[10] Er erzielte dabei binnen drei Minuten und 22 Sekunden den bisher schnellsten Hattrick in der Bundesliga und jeweils innerhalb des kürzesten Zeitraums vier bzw. fünf Tore. Er ist der 14. Spieler, der mindestens fünf Treffer in einem Bundesligaspiel markierte, und es war der 16. „Fünferpack“ der Liga.[11] Sein fünfter Treffer per Seitfallzieher wurde zum Tor des Monats gewählt.

Am folgenden Spieltag erzielte er am 26. September 2015 gegen Mainz 05 mit dem Treffer zum 1:0 sein 100. Bundesligator und mit dem 2:0 beim 3:0-Auswärtssieg sein zehntes Saisontor. Zuvor hatte nur Gerd Müller in der Bundesliga nach sieben Spieltagen eine zweistellige Trefferzahl erzielt. Am 4. Oktober 2015 erzielte er beim 5:1-Sieg gegen seinen ehemaligen Verein Borussia Dortmund zwei Tore und stellte mit zwölf Toren in den ersten acht Bundesligaspielen den Rekord von Christian Müller (1964/65) und Gerd Müller (1968/69) ein. Mit neun Treffern in drei aufeinanderfolgenden Bundesligaspielen stellte er einen weiteren Rekord auf. Nach dem 21. Spieltag der Saison hatte er 21 Tore erzielt, die meisten seit Gerd Müller in der Saison 1972/73[12] sowie eines mehr als in seiner gesamten Saison 2013/14, in der er Bundesliga-Torschützenkönig war. Am Saisonende 2015/16 wurde Lewandowski mit 30 Toren zum zweiten Mal Torschützenkönig der Bundesliga. Er ist der sechste Spieler, der 30 oder mehr Tore in einer Bundesliga-Saison erzielte.

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lewandowski debütierte am 10. September 2008 in der polnischen A-Nationalmannschaft, die in Serravalle im WM-Qualifikationsspiel mit 2:0 gegen San Marino gewann. Er erzielte dort mit dem Treffer zum 2:0 in der 67. Minute sein erstes Länderspieltor. Im Eröffnungsspiel der Europameisterschaft 2012 am 8. Juni in Warschau erzielte er beim 1:1 gegen die griechische Nationalmannschaft das erste Turniertor. Seit Dezember 2014 ist er Kapitän der Nationalmannschaft, womit er seinem früheren Dortmunder Kollegen Jakub Błaszczykowski nachfolgte.[13]

Im EM-Qualifikationsspiel gegen die Auswahl Georgiens am 13. Juni 2015 erzielte er einen Hattrick innerhalb von exakt vier Minuten, den bisher schnellsten Hattrick der EM-Qualifikationsgeschichte.[14] Insgesamt schoss er in 10 Qualifikationsspielen 13 Tore, womit er den Rekord von David Healy innerhalb der EM-Qualifikation einstellte. Er verhalf Polen damit zur direkten Qualifikation für die EM 2016 in Frankreich.[15]

Am 12. Mai 2016 nominierte ihn Nationaltrainer Adam Nawałka in den Kader für die Europameisterschaft 2016.[16] Er war Kapitän und Stammspieler in allen Spielen der Polen und erzielte im Viertelfinale gegen Portugal sein einziges Tor in einem Spiel. Wie schon das Achtelfinale wurde auch diese Partie im Elfmeterschießen entschieden, beide Male trat er als erster Schütze für Polen an und war erfolgreich. Trotzdem verlor das Team noch gegen Portugal und schied aus.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lech Posen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Borussia Dortmund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

FC Bayern München[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 22. Juni 2013 ist Lewandowski mit der polnischen Karatekämpferin Anna Lewandowska (* 7. September 1988; geb. Stachurska) verheiratet, die unter anderem mit der Nationalmannschaft die Bronzemedaille bei der Karate-WM 2008 in Tokio gewann.[19] Er ist Katholik und engagierte sich 2013 für eine missionarische Initiative in Polen.[20] Seit März 2014 ist er UNICEF-Botschafter (Goodwill Ambassador).[21]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Robert Lewandowski – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Scheda. fcbayern.de. Abgerufen am 30. November 2014.
  2. Marcin Piątek: Kobiety, które wychowały polskich piłkarzy – Babki, matki, trenerki. polityka.pl, 13. Dezember 2013, abgerufen am 28. März 2016 (polnisch).
  3. Łukasz Cegliński: Bajka o Robercie Lewandowskim. warszawa.sport.pl, 11. September 2008, abgerufen am 28. März 2016 (polnisch).
  4. Andreas Bock: Auf den Spuren von BVB-Torjäger Robert Lewandowski – Das ist Polen. 11freunde.de, 16. Mai 2012, abgerufen am 28. März 2016.
  5. Spielbericht Borussia Dortmund – Bayer Leverkusen 22. August 2010. Fussballdaten.de, abgerufen am 28. März 2016.
  6. Spielbericht FC Schalke 04 – Borussia Dortmund 19. September 2010. Fussballdaten.de, abgerufen am 28. März 2016.
  7. Spielanalyse 1. Bundesliga, 2010/11, 4. Spieltag – FC Schalke 04 : Borussia Dortmund. kicker.de, 19. September 2010, abgerufen am 28. März 2016.
  8. Königlicher Albtraum Lewandowski. sueddeutsche.de, 24. April 2013, abgerufen am 28. März 2016.
  9. FC Bayern verpflichtet Robert Lewandowski. Presseerklärung. FC Bayern München, 4. Januar 2014, abgerufen am 28. März 2016.
  10. Patrick Hauser: Lewandowski schreibt Geschichte. Sport1.de, 22. September 2015, abgerufen am 28. März 2016.
  11. Torgigant Lewandowski schreibt Geschichte. FC Bayern München, 22. September 2015, abgerufen am 28. März 2016.
  12. 1. Bundesliga: Mann des 21. Spieltages. kicker.de, abgerufen am 19. Februar 2016.
  13. Robert Lewandowski ist Polens neuer Kapitän. t-online.de, 11. Dezember 2014, abgerufen am 28. März 2016.
  14. Lewandowski stellt neuen Rekord auf. weltfussball.de, 14. Juni 2015, abgerufen am 28. März 2016.
  15. Lewandowski’s latest takes Poland to France. UEFA.com, 11. Oktober 2015, abgerufen am 12. Oktober 2015 (englisch).
  16. Szeroka kadra na EURO 2016 Website des polnischen Verbandes, abgerufen am 22. Mai 2016 (polnisch)
  17. Lewandowski VdV-Spieler der Saison. 11freunde.de, 26. Juni 2013, abgerufen am 28. März 2016.
  18. Aubameyang setzt sich die Krone auf ruhrnachrichten.de, 3. Juni 2015
  19. Der polnische Torres. Robert Lewandowski im Porträt. spox.com, 16. Juli 2010, abgerufen am 28. März 2016.
  20. Ich bin katholisch und schäme mich nicht wegen Jesus! kath.net, 26. April 2013, abgerufen am 28. März 2016.
  21. UNICEF people. UNICEF, abgerufen am 30. September 2015 (englisch).