DAZN

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Logo von DAZN

DAZN ist ein kostenpflichtiger Streamingdienst, der von der britischen Perform Group seit August 2016 betrieben wird und Sportübertragungen über Internet, derzeit in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Japan und Kanada, anbietet.[1]

Profil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DAZN erwarb 2016 durch die Perform Group Übertragungsrechte an der britischen Premier League für Deutschland, Österreich und die Schweiz ab der Saison 2016/2017, die bis dahin Sky Deutschland besaß. Zuvor wurde für rund 2 Milliarden Euro das exklusive Rechtepaket der japanischen J-League erworben. Nach eigenen Angaben will DAZN aggressiv auf dem Sportrechtemarkt für den deutschsprachigen Raum auftreten und wird dazu auf einer Basis von zehn bis zwölf Jahren finanziert. Geplant sind Rechteerwerbungen, vor allem im Bereich der UEFA Champions League, der Formel 1 und im Skisport.[2]

Vereinzelt wird DAZN in Medien als das Netflix des Sports bezeichnet.[3][4] Der DAZN-CEO James Rushton sagte zu diesem Vergleich, dass der Ansatz „viel komplexer sei“, da man hunderte Liveübertragungen pro Woche zeigen würde und nicht nur Archivinhalte. Ähnlich solle das Projekt aber über „die Masse“ finanziert werden. Übertragen werden zur Zeit (2017) ca. 8000 Livesendungen im Jahr. Gelder für die Sportübertragungsrechte stammen von dem Multimilliardär und Eigner der Perform Group Leonard Blavatnik, der mit Beteiligungen an Öl- und Aluminiumfirmen vermögend wurde und laut Forbes über Kapital von rund 20 Milliarden Dollar verfügt.[5]

Quotenmeter.de ging im August 2016 von einem über 100 Mitarbeiter umfassenden Redaktions-, Kommentatoren- und On-Air-Promotion-Team am deutschen Produktionsstandort Ismaning bei München aus.[6]

Zugang und Übertragungswege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zugang zu DAZN ist nur im Rahmen eines kostenpflichtigen Abonnements möglich. DAZN bietet nach eigenen Angaben Auflösungen von 720p oder 1080p (Full HD), wenn eine Internetverbindung von mindestens 9 Mbit besteht. Übertragen werden Inhalte per Internet-Streaming auf stationäre und mobile Geräte wie Desktop- und Laptop-Computer, Streamingboxen, Smart-TVs, Smartphones, Tablets oder Spielkonsolen (Over-the-top content).[7] In einem Testgebiet in Norderstedt kann DAZN auch über den Kabelanbieter wilhelm.tel empfangen werden.[6]

Aussprache und Wortbedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DAZN wird im Englischen gesprochen als Da Zone[8] – abgeleitet aus The Zone (dt: „Die Zone“)[9]; womit der Zustand beschrieben wird, völlig auf ein Spiel konzentriert zu sein; im Deutschen könne man es auch mit Tunnelblick beschreiben.[4]

Sportübertragungsrechte in deutschsprachigen Staaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DAZN besitzt die Übertragungsrechte der Premier League für die Länder Deutschland, Österreich und Schweiz bis 2021.

Für den Zeitraum 2016/17 bis 2020/21 zeigt DAZN Zusammenfassungen der Spiele der deutschen Fußball-Bundesliga, was für die Saison 2016/17 auf einer Partnerschaft mit dem Axel-Springer-Konzern, der die Rechte an den Online-Zusammenfassungen hielt, beruhte.[10] Ab der Saison 2017/18 ist DAZN Rechteinhaber der sogenannten Highlight-Berichte (vormals Bild.de).[6]

Im Bereich Fußball überträgt DAZN zudem Spiele der Sky Bet Championship, der Superligaen (Dänemark), der Serie A (Italien), der Ligue 1 (Frankreich), der LaLiga Santander (Spanien), der K League Classic (Südkorea), der Premjer-Liha (Ukraine), der SuperLiga (Serbien), der Scottish Premiership (Schottland), der Jupiler Pro League (Belgien), der Prva HNL (Kroatien) sowie Freundschaftsspiele und nationale Pokalwettbewerbe.[11]

Von 2018 bis 2021 wird DAZN als Sublizenznehmer Spiele der Champions League zeigen. Hauptlizenznehmer ist Sky. Welche Spiele von DAZN übertragen werden, ist noch unklar. Als Hauptlizenznehmer dürfte Sky darüber bestimmen, welche Spiele es exklusiv für sich beansprucht.[12] Nach einer Meldung des Kicker hänge die Anzahl der Übertragungen auch von der Anzahl der deutschen Teilnehmer, besonders in den K.-o.-Runden, ab. Die Grundformeln der bislang getroffenen Vereinbarungen liefen darauf hinaus, dass in der entscheidenden Phase des Wettbewerbs die Hinspiele ab dem Achtelfinale bei DAZN laufen; bei den Rückspielen habe Sky das erste Wahlrecht, dürfte sich vor allem auf die Bundesligateilnehmer konzentrieren. Sky zeige alle Konferenzen, dürfe aber maximal 30 Minuten pro Spiel übertragen. Insgesamt sende Sky 34 Spiele live, DAZN 104 Spiele, aber keine Konferenz.[13]

In der Branche wird spekuliert, dass beide Unternehmen 600 Millionen Euro für die drei Spielzeiten bis 2020/21 ausgegeben haben.[14]

Ab der Saison 2018/19 besitzt DAZN für drei Jahre die Rechte, Spiele der UEFA Europa League zu übertragen.[15]

Andere Sportarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jenseits des Fußballs befinden sich im Angebot von DAZN

Im April 2017 wurde gemeldet, dass sich DAZN auch die Rechte an der Major League Baseball (USA) für vier Jahre gesichert hat.[18] Am 9. Juni 2017 wurde bekannt, dass DAZN bis 2018 alle wichtigen internationalen Hockey-Events in Deutschland, Österreich und der Schweiz überträgt.[19]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b DAZN: Was der Service kann und was er kostet, Meldung von focus.de vom 29. Mai 2017, abgerufen am 11. Juni 2017.
  2. Angriff auf den „Gorilla“ am Sportmarkt, Meldung von faz.net vom 4. März 2017, abgerufen am 10. Juni 2017.
  3. So funktioniert das "Netflix des Sports", Meldung von focus.de vom 19. Juli 2016; Der Preis ist zu heiß, Meldung von faz.net vom 16. Mai 2017; Antworten von DAZN werfen noch mehr Fragen auf, Meldung von welt.de vom 18. Oktober 2016; Perform startet Multisport-Streamingdienst DAZN, Meldung von goal.com vom 16. Juni 2016, alle abgerufen am 10. Juni 2017.
  4. a b DAZN statt Free-TV: Hier könnte bald die Champions League laufen, Meldung der Augsburger Allgemeinen vom 16. Mai 2017, abgerufen am 10. Juni 2017.
  5. Henning Jauernig: Fußball gucken, bis die Augen tränen; Spiegel Online vom 7. Oktober 2017; abgerufen am 13. Oktober 2017
  6. a b c Manuel Weis: DAZN ist gestartet: Über den Dächern Münchens, in den Kabeln von Norderstedt, Meldung von quotenmeter.de vom 16. August 2016, abgerufen am 11. Juni 2017.
  7. DAZN: Was der Service kann und was er kostet, Focus Online vom 4. Oktober 2017, abgerufen am 10. Oktober 2017
  8. Sebastian Follmer: DAZN Aussprache: So sprechen Sie den Namen des Streaming-Anbieters richtig aus; Chip.de vom 28. August 2017; abgerufen am 9. Oktober 2017
  9. DAZN verärgert Nutzer mit Technikproblemen, Meldung von www.horizont.net vom 12. September 2016, abgerufen am 10. Juni 2017.
  10. Neuer Streamingdienst DAZN zeigt Bundesliga-Highlights, Meldung von eurosport.de vom 10. August 2016, abgerufen am 8. Juni 2017.
  11. DAZN: Kosten und Programm des Sport-Streaming-Dienstes, Meldung von giga.de vom 10. August 2016, abgerufen am 8. Juni 2017.
  12. Ab 2018 nicht mehr im Free-TV: Sky und DAZN sichern sich die Rechte, Meldung von focus.de vom 13. Juni 2017, abgerufen am selben Tag.
  13. Blackout im Free TV - Champions League: ZDF verliert die Rechte, Meldung des Kicker Sportmagazin, Ausgabe Nr. 49 vom 15. Juni 2017, S. 7.
  14. Champions League wird Pay-TV, Meldung von tagesspiegel.de vom 13. Juni 2017, abgerufen am selben Tag.
  15. Meldung auf spiegel.de, abgerufen am 4. Oktober 2017
  16. DAZN: Alle Infos zum Streaming-Dienst, Meldung auf spox.com vom 10. Juni 2017, abgerufen am 11. Juni 2017.
  17. Homepage von DAZN, abgerufen am 30. Juni 2017.
  18. DAZN holt sich MLB-Rechte, Meldung von Color of Sports vom 26. April 2017, abgerufen am 8. Juni 2017.
  19. DAZN sichert sich Feldhockey-Rechte bis 2018, Meldung von spox.com vom 9. Juni 2017, abgerufen am 10. Juni 2017.