Busenberg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Busenberg
Busenberg
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Busenberg hervorgehoben
Koordinaten: 49° 8′ N, 7° 50′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südwestpfalz
Verbandsgemeinde: Dahner Felsenland
Höhe: 245 m ü. NHN
Fläche: 9,64 km2
Einwohner: 1206 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 125 Einwohner je km2
Postleitzahl: 76891
Vorwahl: 06391
Kfz-Kennzeichen: PS, ZW
Gemeindeschlüssel: 07 3 40 002
Adresse der Verbandsverwaltung: Schulstraße 29
66994 Dahn
Webpräsenz: www.busenberg.de
Ortsbürgermeister: Christof Müller (FWG)
Lage der Ortsgemeinde Busenberg im Landkreis Südwestpfalz
DarsteinDimbach (Pfalz)Hauenstein (Pfalz)HinterweidenthalLug (Pfalz)Schwanheim (Pfalz)SpirkelbachSpirkelbachWilgartswiesenWilgartswiesenClausenDonsiedersLeimen (Pfalz)MerzalbenMünchweiler an der RodalbRodalbenBottenbachEppenbrunnHilstKröppenKröppenLemberg (Pfalz)ObersimtenRuppertsweilerSchweixTrulbenVinningenBobenthalBruchweiler-BärenbachBundenthalBusenbergDahnErfweilerErlenbach bei DahnFischbach bei DahnHirschthal (Pfalz)LudwigswinkelNiederschlettenbachNothweilerRumbachSchindhardSchönau (Pfalz)BiedershausenHerschbergHettenhausen (Pfalz)Knopp-LabachKrähenbergObernheim-KirchenarnbachSaalstadtSchauerbergSchmitshausenWallhalbenWeselbergWinterbach (Pfalz)GeiselbergHeltersbergHermersbergHöheinödHorbach (Pfalz)SchmalenbergSteinalbenWaldfischbach-BurgalbenAlthornbachBattweilerBechhofen (Pfalz)ContwigDellfeldDietrichingenGroßbundenbachGroßsteinhausenHornbachKäshofenKleinbundenbachKleinsteinhausenMauschbachRiedelbergRosenkopfWalshausenWiesbach (Pfalz)HöheischweilerHöhfröschenMaßweilerNünschweilerPetersberg (Pfalz)ReifenbergRieschweiler-MühlbachThaleischweiler-FröschenPirmasensZweibrückenSaarlandSaarlandFrankreichLandkreis Südliche WeinstraßeKaiserslauternLandkreis KaiserslauternLandkreis KaiserslauternLandkreis KuselLandau in der PfalzLandkreis Bad DürkheimKarte
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Busenberg ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südwestpfalz (Rheinland-Pfalz). Sie gehört zur Verbandsgemeinde Dahner Felsenland, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Dahn hat. Busenberg ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick über Busenberg

Busenberg liegt im deutschen Teil des Wasgaus, dem südlichen Teil des Pfälzerwalds, in der Region Dahner Felsenland, von welcher die Verbandsgemeinde ihren Namen ableitet. Der Ort auf 245 m ü. NHN[3] ist von Bergen umgeben, die ihn um etwa 200 m überragen. Beherrschende Erhebungen sind der Jüngstberg (491 m) im Südwesten und der Löffelsberg (445 m) im Nordosten. Der Ortskern erstreckt sich in einer Mulde dazwischen, kleinere Neubaugebiete sind mittlerweile an den Hängen emporgewachsen.

Zu Busenberg gehören der Weiler Bärenbrunnerhof, der 4 km nordöstlich am Ende des Bärenbrunner Tals liegt und nur über den Nachbarort Schindhard erreicht werden kann, sowie die Wohnplätze Bärenbrunnermühle und Weißensteiner Hof.[4]

Nachbarorte sind im Uhrzeigersinn die Stadt Dahn (nordwestlich, 4 km entfernt), Schindhard (nördlich, 1 km), Vorderweidenthal (östlich, 6 km), Erlenbach (südöstlich, 5 km) sowie Bruchweiler-Bärenbach (südwestlich, 4 km). 8 km (Luftlinie) südwestlich verläuft die Grenze zum französischen Département Bas-Rhin (Unterelsass).

Von Busenberg aus fließt der 2,2 km lange Bach am Sandbühlerhof nach Westen, der eine Fläche von 6 km² entwässert und von links in die Lauter mündet, die hier am Oberlauf Wieslauter genannt wird.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vermutlich gab es das Dorf bereits um das Jahr 1200, erstmals urkundlich erwähnt wurde es 1408. Zu einem unbekannten Zeitpunkt, möglicherweise um 1490, kam Busenberg in den Besitz der Herren von Dürckheim. Der landesherrliche Besitz dieser niederadeligen Familie war anfangs vermutlich im Rahmen von Reichsritterschaft und Oberrheinischem Kreis organisiert. Mit der Übernahme der Landeshoheit durch Frankreich Ende des 17. Jahrhunderts wurde die Busenbergische Herrschaft der Dürckheim zu einem französischen Territorium. Die Dürckheim behielten die niedergerichtlichen Rechte, bis während der Französischen Revolution in Frankreich alle Vorrechte des Adels aufgehoben wurden. Busenberg war bis 1815 ein Teil Frankreichs, und nach einem kurzen österreichischen Intermezzo gehörte es von 1816 bis 1945 zu Bayern. 1945 gehörte es zur französischen Besatzungszone. Im 1946 gebildeten Land Rheinland-Pfalz liegend, wurde Busenberg 1972 im Zuge einer umfassenden Verwaltungsreform der neugeschaffenen Verbandsgemeinde Dahner Felsenland zugeordnet.[5][6]

Die Einwohnerzahl von Busenberg entwickelte sich folgendermaßen, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 541
1835 652
1871 717
1905 687
1939 1.363
1950 981
Jahr Einwohner
1961 1.177
1970 1.314
1987 1.336
1997 1.371
2005 1.397
2015 1.206

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jüdischer Friedhof Busenberg, im Hintergrund der Drachenfels
Maurischer Grabstein auf dem Judenfriedhof

Ende des Jahres 2012 waren 75,3 % der Einwohner katholisch und 11,0 % evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[7] Die Katholiken gehören zum Bistum Speyer, die Evangelischen zur Protestantischen Landeskirche der Pfalz.

1824, als die örtliche jüdische Gemeinde ihre größte Mitgliederzahl erreichte, lebten in Busenberg 127 Bürger jüdischen Glaubens.[8] Doch jüdische Einwohner gibt es hier nicht mehr. Die letzten wurden 1940 durch die Nationalsozialisten deportiert und sind tot oder verschollen. Am 21. November 2007 wurden vor ihren früheren Wohnstätten durch den Kölner Künstler Gunter Demnig Stolpersteine verlegt,[9] der Pfälzer Mundartdichter Albert H. Keil trug dazu eigene Texte unter dem Titel „Kultur gegen rechte Gewalt“ vor.[10]

Auf der Gemarkung von Busenberg hat der denkmalgeschützte Jüdische Friedhof überdauert. Er wurde in der Zeit nach dem Nationalsozialismus mehrmals geschändet und teilweise völlig verwüstet.[11]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Busenberg besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[12]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2014 3 13 16 Sitze
2009 3 3 10 16 Sitze
2004 5 11 16 Sitze
  • FWG = Freie Wählergemeinschaft Busenberg e. V.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „Von Schwarz und Gold gespalten, rechts ein zehnendiges goldenes Hirschgeweih, links ein blaubewehrter und -bezungter roter Löwe“.

Es wurde 1972 von der Bezirksregierung Neustadt genehmigt. Der Pfälzer Löwe steht für die ehemaligen Ortsherren, die wittelsbachischen Herzöge von Pfalz-Zweibrücken, und das Hirschgeweih entstammt dem Wappen der Edlen von Drachenfels, die anfangs Ministerialen und Lehnsmannen des Bischofs von Speyer waren.[13]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges Judenbad, 2017 abgerissen
Die Drachenfelshütte des Pfälzerwald-Vereins Busenberg

Jüdisches Badehaus – Das ehemalige rituelle Judenbad in der Talstraße war das einzige Mikwegebäude in der Pfalz, das erhalten geblieben war. 2017 wurde das, da der bauliche Zustand schlecht war und es nicht unter Denkmalschutz stand, abgerissen.[14]

Jüdischer Friedhof – Der jüdische Friedhof mit 286 Grabstätten liegt auf einer kleinen Anhöhe etwa 500 m südöstlich außerhalb des Ortes in Richtung Bad Bergzabern. Er war von 1824 bis in die Zeit des Nationalsozialismus und, für drei Bestattungen, zwischen 1958 und 1979 in Gebrauch. Nicht nur 1938, sondern auch noch lange nach dem Ende des Dritten Reiches – 1978, 1994 und 1997 – war er Ziel von Friedhofsschändungen.[8] 1985 wurde die Anlage als geschütztes Kulturgut im Sinne der Haager Konvention eingestuft.

Felsenburg – Im Gemeindegebiet unmittelbar südlich oberhalb Busenbergs liegt auf 368 m Höhe die Burg Drachenfels mit dem auffälligen Backenzahn, wie der Rest des Bergfrieds im Volksmund genannt wird. Sie wurde 1523 zerstört, weil ein Ganerbenanteil dem besiegten und getöteten Ritter Franz von Sickingen gehört hatte. Letzte Herren der Ruine waren die Herren von Dürkheim, die nach der Französischen Revolution enteignet wurden. Seither befindet sich die Anlage in Gemeindebesitz. Sie wurde über mehrere Jahrhunderte als Steinbruch missbraucht.

Katholische Kirche – Die katholische Pfarrkirche St. Jakobus ging gemäß Urkunde vom 6. Oktober 1490 aus einer mittelalterlichen Kapelle hervor. Sie wurde in der späten Barockzeit zwischen 1760 und 1767 vergrößert und ausgebaut, dabei wurden auch Steine vom Drachenfels verwendet.[5]

SchlösschenFreiherr Franz Christoph Eckbrecht von Dürkheim errichtete 1778 mit Steinen vom Drachenfels mitten in Busenberg ein herrschaftliches Landhaus, das heute „Schlösschen“ genannt wird.[5]

Rundwanderweg – Der 24 km lange Busenberger Holzschuhpfad wurde zur Erinnerung an den früher auch in Busenberg verbreiteten Beruf der Holzschuhmacher angelegt und führt über sieben Berggipfel und zehn Aussichtspunkte rund um den Ort.[15]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort verfügt über keinerlei Industrie und ist eine reine Wohngemeinde. Im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts öffnete sich Busenberg verstärkt dem Tourismus. Die Werbung bezieht sich vor allem auf die Lage inmitten des Naturparks Pfälzerwald und empfiehlt Wander- und Radtouren. Als Unterkünfte werden hauptsächlich private Fremdenzimmer und Ferienwohnungen angeboten.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Busenberg führt die Bundesstraße 427, die von Nordwest nach Südost verläuft und über 40 km Hinterweidenthal und Bad Bergzabern verbindet. In Hinterweidenthal ist die B 427 an die B 10 angebunden, in Bad Bergzabern besteht Anschluss an die Bundesstraßen 38 und 48.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otmar Weber: „Wie eine weiße Lilie in ihrer ersten Blüte…“ Der jüdische Friedhof Busenberg. Verlag Geiger-Druck, Dahn 1998, ISBN 3-00-003507-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Busenberg – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten.
  3. Kartendienst des Landschaftsinformationssystems der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz (LANIS-Karte) (Hinweise)
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010, Seite 94 (PDF; 2,3 MB).
  5. a b c busenberg.de: Ortschronik.
  6. Historische Karte der Pfalz 1789. www.hoeckmann.de; abgerufen am 6. September 2017.
  7. KommWis, Stand: 31. Dezember 2012.
  8. a b Otmar Weber: Wie eine weiße Lilie in ihrer ersten Blüte…, S. 96.
  9. stolpersteine.eu: Chronik.
  10. Albert H. Keil: Auftritte „Kultur gegen rechte Gewalt“. Verlag PfalzMundArt; abgerufen am 5. Februar 2016.
  11. Busenberg (VG Dahner Felsenland, Kreis Südwestpfalz) Jüdischer Friedhof. alemannia-judaica.de; abgerufen am 5. Februar 2016.
  12. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen.
  13. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.
  14. ne/tre (Autorenkürzel): Letztes Mikwe-Haus abgerissen. In: Die Rheinpfalz, Südwestdeutsche Zeitung. Nr. 246. Ludwigshafen 23. Oktober 2017, S. 10.
  15. dahner-felsenland.net: Busenberer Holzschuhpfad (PDF; 4,83 MB).