Thiaucourt-Regniéville

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Thiaucourt-Regniéville
Wappen von Thiaucourt-Regniéville
Thiaucourt-Regniéville (Frankreich)
Thiaucourt-Regniéville
Region Grand Est
Département Meurthe-et-Moselle
Arrondissement Toul
Kanton Thiaucourt-Regniéville
Gemeindeverband Communauté de communes du Chardon Lorrain
Koordinaten 48° 57′ N, 5° 52′ OKoordinaten: 48° 57′ N, 5° 52′ O
Höhe 202–347 m
Fläche 19,01 km²
Einwohner 1.217 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 64 Einw./km²
Postleitzahl 54470
INSEE-Code

Kapelle im untergegangenen Dorf Regniéville

Thiaucourt-Regniéville ist eine französische Gemeinde mit 1217 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Meurthe-et-Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Sie ist Hauptort des Kantons Thiaucourt-Regniéville im Arrondissement Toul.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thiaucourt-Regniéville liegt im Tal des linksseitigen Moselzuflusses Rupt de Mad, etwa 30 Kilometer südwestlich von Metz, auf halbem Wege zwischen Metz und Commercy. Die TGV-Linie von Lothringen nach Paris überquert das Flusstal zwischen Thiaucourt und dem benachbarten Jaulny auf der höchsten Brücke der Strecke. Wenige Kilometer westlich liegt der Lac de Madine. Die Gemeinde liegt im Regionalen Naturpark Lothringen. Das Gemeindegebiet besteht aus den zwei voneinander getrennten Teilen Thiaucourt und Regniéville. Zwischen ihnen liegt das Gemeindegebiet von Viéville-en-Haye.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thiaucourt wurde zur Zeit der Merowinger von einem Franken namens Theobald gegründet. Der Name „Theobaldi-curtis“ (Theobalds Hof) wandelte sich im Lauf der Zeit zu Thiaucourt.

761 gehörte der Ort dem Kloster von Gorze. Nach etlichen Besitzerwechseln gehörte er 1279 dem Grafen von Bar. Thiaucourt erlangte Wohlstand durch die Nutzung der dichten Woëvre-Wälder (bekannt seit 1285) und den Anbau von Wein (1178 erstmals erwähnt).

1393 erhob Herzog Robert de Bar seinen Vasallen Vivien de Thiaucourt in den Adelsstand. 1580 transferierte das Herzogtum die regionale Gerichtsbarkeit von Lachaussée nach Thiaucourt. Später übernahm Thiaucourt auch andere Vorrechte von Lachaussée: 1661 den Sitz des Prévôt (Vogt), 1751 den Sitz der Bailliage (Bellistum).

Ort und Burg wurden mehrfach verwüstet. Die Bevölkerung wurde durch die Pest (1348) und den Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) stark dezimiert. Auch im Ersten Weltkrieg litt Thiaucourt unter der Nähe großer Gemetzel, etwa der Schlacht um Verdun. Mit 35.000 Gräbern von Soldaten verschiedener Nationalitäten ist Thiaucourt einer der größten Militärfriedhöfe Frankreichs.

Die heutige Gemarkung Regnièville erinnert an das im Ersten Weltkrieg völlig zerstörte gleichnamige Dorf. Thiaucourt änderte am 27. März 1961 seinen Namen in Thiaucourt-Regniéville.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 1054 1093 1078 1106 1054 1039 1183

Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirche Saint-Remy
  • Amerikanischer Militärfriedhof des Ersten Weltkriegs
  • Deutscher Militärfriedhof von 1870 und 1914–1918

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Henry Poulet (1874–1941), Politiker (u. a. Kabinettschef des Präsidenten der Republik), Autor, geboren in Thiaucourt

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Édouard Becus: Le Canton de Thiaucourt: histoire, situation agricole et vinicole, notices biographiques de ses hommes marquants, Paris, Res universis, 1993 (Fac-sim. de "Thiaucourt", Nancy : A. Voirin, 1892)
  • Abbé Joseph Marange: Thiaucourt et ses habitants au cours de l'histoire, Thiaucourt, 1968, 231 p.
  • Henry Poulet: Les Habitants d'une petite ville lorraine au XVIIIe [Thiaucourt], Le Pays lorrain (Nancy), 1907

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Thiaucourt-Regniéville – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien