Tobyl Qostanai

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Dieser Artikel behandelt den Fußballverein Tobyl Qostanai, für den Basketballverein siehe BK Tobol Qostanai.
FK Tobol Qostanai
Vereinswappen
Basisdaten
Name Fußballklub Tobol Qostanai
Sitz Qostanai
Gründung 1967
Farben schwarz-gelb
Präsident KasachstanKasachstan Talgat Baimuratow
Website www.fc-tobol.kz
Erste Mannschaft
Trainer RusslandRussland Omari Tetradse
Stadion Zentralstadion Qostanai
Plätze 8.320
Liga Premjer-Liga
2016 7. Platz
Heim
Auswärts

Der FK Tobyl Qostanai (kasachisch Тобыл Футбол Клубы / Tobyl Futbol Kluby; russisch Тобол футбольный клуб / Tobol futbolny klub) ist ein Fußballverein aus der nordkasachischen Stadt Qostanai. Die größten Erfolge des Vereins sind der Gewinn der Meisterschaft 2010 und des Kasachischen Pokals im Jahre 2007. Der FK Tobol Qostanai ist Gründungsmitglied der kasachischen Premjer-Liga und nimmt am deren Spielbetrieb mit Ausnahme der zwei Spielzeiten 1997 und 1998 durchgehend teil. In der ewigen Tabelle der Kasachischen Liga liegt der Club nach der Saison 2011 auf dem dritten Platz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Namensentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein wurde im Jahre 1967 unter dem Namen Awtomobilist Kustanai (Автомобилист Кустанай) gegründet und nahm nur an der regionalen Meisterschaft teil. 1982 erfolgte die Umbenennung in Energetik Kustanai (Энергетик Кустанай). Von 1990 bis 1991 hieß der Klub Kustanajez Kustanai (Кустанаец Кустанай), nach der Unabhängigkeit des Landes nannte er sich in Chimik Qostanai (Химик Қостанай) um und nahm unter diesem Namen am Spielbetrieb der neuen kasachischen Superliga teil. Nach der Saison 1994 gab er sich den heutigen Vereinsnamen, der sich von dem kasachischen Namen des Flusses Tobol ableitet.

Sowjetische Meisterschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Team nahm von 1967 bis 1970 und von 1982 bis 1991 insgesamt vierzehn Mal an der sowjetischen Meisterschaft teil. Alle Spielzeiten wurden in der dritten Liga der Sowjetunion verbracht.

Kasachische Meisterschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1992–2001: Mittelmaß und Abstieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den ersten Jahren nach der Unabhängigkeit Kasachstans im Dezember 1991 belegte Tobyl Plätze im hinteren Mittelfeld. 1996 stieg der Klub aus der Superliga in die Erste Liga ab, kehrte aber 1999 zurück. Wiederum erreichte die Mannschaft Mittelfeldplätze.

2002–2011: Kampf um die Meisterschaft und der erste Meistertitel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2002 wurde der Verein in der regulären Saison Vierter und qualifizierte sich somit für die Meisterschaftsendrunde, die das Team als Dritter abschloss. Im nächsten Jahr gelang die erste Vizemeisterschaft mit zwei Punkten Rückstand auf Irtysch Pawlodar. Außerdem stand der Klub im Pokalfinale, jedoch konnte sich der Gegner Kairat Almaty mit 3:1 durchsetzen. Die Meisterschaft 2004 beendete der Verein auf dem dritten Platz.

Auch in den folgenden Jahren spielte Tobyl um die Meisterschaft mit, was aus der Verpflichtung von Dmitri Ogai als Cheftrainer resultierte. Der Verein erreichte neben der Vizemeisterschaften in den Jahren 2005 und 2007 den dritten Platz in der Saison 2006. 2007 konnte zum ersten Mal der Gewinn des kasachischen Pokals gefeiert werden. Im Finale wurde Ordabassy Schymkent mit 3:0 bezwungen. Die Saison 2008 beendete der Verein erneut auf dem zweiten Platz, als gegen den FK Aqtöbe das entscheidende Spiel um den ersten Platz nach Elfmeterschießen verloren wurde, da die beiden Teams die reguläre Saison punktgleich abschlossen. 120 Minuten brachten im Zentralstadion Almaty vor 16.000 Zuschauern keinen Sieger hervor, es stand 1:1. Den Führungstreffer in der 49. Minute durch den moldawischen Legionär Alexandru Golban egalisierte zwanzig Minuten später durch einen verwandelten Elfmeter der Verteidiger des FK Aqtöbe Samat Smaqow. Das anschließende Elfmeterschießen entschied der FK Aqtöbe mit 4:2 für sich. In der Spielzeit 2009 wurde ein enttäuschender vierter Platz belegt, was den Rauswurf von Ogai als Cheftrainer zur Folge hatte.

In der Saison 2010 konnte zum ersten Mal der langersehnte Meistertitel mit dem neu verpflichteten Cheftrainer Rawil Sabitow gefeiert werden. Unter der Leitung des russischen Spezialisten konnte sich die Mannschaft am Ende der Spielzeit mit einem Punkt Vorsprung vor dem zweitplatzierten Dauerrivalen FK Aqtöbe durchsetzten. [1]

Im Jahr 2011 stand Tobol im Finale des kasachischen Pokals. Im Zentralstadion Almaty erwies sich allerdings Ordabassy Schymkent nach einem 0:1 als die stärkere Mannschaft.

Stadion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein trägt seine Heimspiele im 8.300 Zuschauer fassenden Zentralstadion Qostanai aus, das 1964 erbaut und 2002 modernisiert wurde.

Sponsoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausrüster vom Tobyl Qostanai ist der deutsche Sportartikel-Hersteller Adidas.

Europapokalbilanz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

International trat Tobyl erstmals mit der Teilnahme am UEFA Intertoto Cup 2003 in Erscheinung, wobei die Mannschaft in der ersten Runde den polnischen Teilnehmer Polonia Warschau nach zwei Siegen (3:0 in Warschau und 2:1 in Qostanai) bezwang. In der zweiten Runde wurden erneut zwei Siege 2:0 und 1:0 gegen VV St. Truiden aus Belgien gefeiert. In der dritten Runde wurden beide Partien gegen den österreichischen Verein ASKÖ Pasching mit 0:1 und 0:3 verloren, und Tobyl schied aus. In der Saison 2006/07 wurde das Team in der ersten Qualifikationsrunde des UEFA-Pokal vom FC Basel aus der Schweiz aus dem Wettbewerb geworfen.

Im Intertoto Cup 2007 wurde der erste Gegner FC Sestaponi aus Georgien knapp überwunden, als nach dem ungefährdeten 3:0-Heimsieg das Rückspiel mit 0:2 verloren ging. In der zweiten Runde wurde der tschechische Verein Slovan Liberec und in der dritten Runde der OFI Kreta aus Griechenland nach zwei gegentorlosen Siegen bezwungen. Somit qualifizierte sich der Verein für den UEFA-Pokal 2007/08, wo allerdings gleich in der zweiten Qualifikationsrunde sich der polnische Vertreter Dyskobolia Grodzisk als der stärkere erwies.

Der nächste Auftritt auf der europäischen Bühne endete gleich in der ersten Qualifikationsrunde des UEFA-Pokals 2008/09, als Tobyl knapp an dem österreichischen Kontrahenten FK Austria Wien nach einem 1:0-Heimerfolg und einer 0:2-Auswärtsniederlage scheiterte. In der Qualifikation zur neuen UEFA Europa League 2009/10 musste sich der Verein mit dem türkischen Vertreter Galatasaray Istanbul messen und schied nach einem Unentschieden im Hinspiel und anschließender Auswärtsniederlage aus. Nachdem Tobyl den vierten Platz in der kasachischen Liga des Jahres 2009 belegte, durfte der Verein an der ersten Qualifikationsrunde für die UEFA Europa League 2010/11 teilnehmen und scheiterte nach zwei Niederlagen bereits an der ersten Hürde HŠK Zrinjski Mostar.

In der Europasaison 2011/12 debütierte die Mannschaft aus Qostanai infolge der kasachischen Meistertitel aus dem Jahre 2010 in der Champions League. Der erste Auftritt in der Königsklasse endete bereits nach der zweiten Qualifikationsrunde, wo sich der slowakische Meister ŠK Slovan Bratislava durchsetzen konnte.[2]

Saison Wettbewerb Runde Gegner Gesamt Hin Rück
2003 UEFA Intertoto Cup 1. Runde PolenPolen Polonia Warschau 5:1 3:0 (A) 2:1 (H)
2. Runde BelgienBelgien VV St. Truiden 3:0 2:0 (A) 1:0 (H)
3. Runde OsterreichÖsterreich ASKÖ Pasching 0:4 0:1 (H) 0:3 (A)
2006/07 UEFA-Pokal 1. Qualifikationsrunde SchweizSchweiz FC Basel 1:3 1:3 (A) 0:0 (H)
2007 UEFA Intertoto Cup 1. Runde GeorgienGeorgien FC Sestaponi 3:2 3:0 (H) 0:2 (A)
2. Runde TschechienTschechien Slovan Liberec 3:1 1:1 (H) 2:0 (A)
3. Runde GriechenlandGriechenland OFI Kreta 2:0 1:0 (H) 1:0 (A)
2007/08 UEFA-Pokal 2. Qualifikationsrunde PolenPolen Dyskobolia Grodzisk 0:3 0:1 (H) 0:2 (A)
2008/09 UEFA-Pokal 1. Qualifikationsrunde OsterreichÖsterreich FK Austria Wien 1:2 1:0 (H) 0:2 (A)
2009/10 UEFA Europa League 2. Qualifikationsrunde TurkeiTürkei Galatasaray Istanbul 1:3 1:1 (H) 0:2 (A)
2010/11 UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina HŠK Zrinjski Mostar 2:4 1:2 (H) 1:2 (A)
2011/12 UEFA Champions League 2. Qualifikationsrunde SlowakeiSlowakei ŠK Slovan Bratislava 1:3 0:2 (A) 1:1 (H)

Legende: (H) – Heimspiel, (A) – Auswärtsspiel, (N) – neutraler Platz, (a) – Auswärtstorregel, (i. E.) – im Elfmeterschießen, (n. V.) – nach Verlängerung

Gesamtbilanz: 24 Spiele, 9 Siege, 4 Unentschieden, 11 Niederlagen, 22:26 Tore (Tordifferenz −4)

Teilnahmen am GUS-Pokal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den ersten Gewinn der kasachischen Meisterschaft nahm das Team im Jahre 2011 am GUS-Pokal teil. In der Vorrunde wurde zuerst der usbekische Vertreter Bunyodkor Taschkent mit 2:1 besiegt. Anschließend folgte ein 2:2-Unentschieden gegen MIKA Aschtarak aus Armenien und eine 0:3-Niederlage gegen den lettischen Verein Skonto Riga. Resultierend schied das Team aus Qostanai bereits in der Vorrunde aus.[3]

Erfolge und Statistiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meisterschaftserfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pokalerfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Torschützenkönige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spieler Saison Tore
Ulugbek Baqoyev 2004 22
Alexandru Golban 2008 13
Wladimir Baýramow 2009 20
Ulugbek Baqoyev 2010 16

Fußballer des Jahres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spieler Jahr
Nurbol Schumasqaliew 2003
Nurbol Schumasqaliew 2005

Historische Ligaresultate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktueller Kader zur Saison 2017[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nummer Spieler Nationalität Geburtsdatum Bei Tobol Qostanai seit
Torhüter
1 Sultan Bussurmanow KasachstanKasachstan 10. Mai 1996 2016
12 Dmytro Nepohodov UkraineUkraine 17. Februar 1988 2017
35 Stanislaw Pawlow KasachstanKasachstan 30. Mai 1994 2017
Abwehr
4 Fernander Kassai Zentralafrikanische RepublikZentralafrikanische Republik 1. Juli 1987 2016
5 Mark Gorman KasachstanKasachstan 9. Februar 1989 2016
7 Dmitri Miroschnitschenko KasachstanKasachstan 26. Februar 1992 2016
18 Timur Schakupow KasachstanKasachstan 6. September 1995 2017
19 Grigori Sartakow KasachstanKasachstan 19. August 1994 2017
25 Sergei Malyj KasachstanKasachstan 5. Juni 1990 2017
Mittelfeld
6 Samat Scharynbetow KasachstanKasachstan 4. Januar 1994 2017
11 Raul Dschalilow KasachstanKasachstan 20. Juli 1994 2016
20 Jewgeni Lewin KasachstanKasachstan 12. Juli 1992 2016
21 Nika Kwekweskiri GeorgienGeorgien 29. Mai 1992 2016
22 Schaslan Schubajew KasachstanKasachstan 2. Februar 1997 2017
44 Artūras Žulpa LitauenLitauen 10. April 1990 2016
77 Almir Muchutdinow KasachstanKasachstan 9. Juni 1985 2016
- Egon Vůch TschechienTschechien 1. Februar 1991 2017
Sturm
9 Temirlan Elmursajew KasachstanKasachstan 3. Januar 1996 2016
10 Dušan Savić MazedonienMazedonien 1. Oktober 1985 2016
16 Toktar Schangylyschbai KasachstanKasachstan 25. Mai 1993 2017
17 Schassulan Moldakarajew KasachstanKasachstan 7. Mai 1987 2017
99 Alexei Schjotkin KasachstanKasachstan 21. Mai 1991 2017

Stand: Mai 2017

Bekannte ehemalige Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kasachstan

GUS und ehemalige Sowjetunion

Europa

Afrika


Südamerika

Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(seit 2001)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Meistertitel 2010
  2. Champions League Qualifikation 2011/2012, 2. Runde auf kicker.de
  3. GUS-Pokal 2011