Andrew Bonar Law

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Andrew Bonar Law

Andrew Bonar Law (* 16. September 1858 in Kingston, New Brunswick, Kanada; † 30. Oktober 1923 in London, England) war ein britischer Politiker und Premierminister. Er gehörte der Conservative Party an.

Biografie[Bearbeiten]

Law wurde in Kanada als Sohn eines presbyterianischen Geistlichen geboren, wuchs aber in Schottland bei reichen Cousins aus der im Bankgeschäft tätigen Familie seiner Mutter auf. Schließlich wurde er Teilhaber eines schottischen Metallverarbeitungsunternehmens und wurde im Jahr 1900 als Parlamentsabgeordneter gewählt. Law gehörte dem protektionistischen Flügel der Partei an, der von Joseph Chamberlain angeführt wurde. Von 1902 bis 1905 war er parlamentarischer Staatssekretär im Handelsministerium. Als Chamberlain sich 1906 aus der Politik zurückzog, führte Law zusammen mit Chamberlains Sohn Austen diesen Parteiflügel an. 1911 trat Arthur Balfour als Parteichef der Konservativen zurück. Nachdem die ursprünglich vorgesehenen Kandidaten für die Nachfolge, Austen Chamberlain und Walter Long, sich in der parteiinternen Wahl nicht durchsetzen konnten, wurde Law als Kompromisskandidat aufgestellt und gewählt. In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg richtete Law seine Aufmerksamkeit hauptsächlich auf Zollfragen und das irische Home Rule, das eine Selbstverwaltung Irlands vorsah. Law war ein erbitterter Gegner dieser umstrittenen Vorlage.

Mit dem Ausbruch des Weltkrieges einigte sich Law mit dem Parteiführer der regierenden Liberalen Herbert Henry Asquith auf eine nichtkonfrontative Politik für die Dauer des Krieges. Infolge der Munitionskrise des Frühjahrs 1915 (shell crisis) und des Rücktritts des Ersten Seelords Jacky Fisher kam diese Politik an ihre Grenzen und Asquith willigte im Mai 1915 in die Bildung einer Koalitionsregierung ein. In der neuen Regierung erhielt Law den Posten des Kolonialministers (Secretary of State for the Colonies), ferner wurde er Mitglied des Dardanellen-Komitees. 1916 hatte Law erstmals die Chance, Premierminister zu werden, als er entscheidend am Sturz Asquiths mitwirkte. Vorerst entschloss er sich aber, David Lloyd George als neuen Premier zu fördern. In dessen Regierung war er zunächst Finanzminister und zugleich Mitglied des inneren Kriegskabinetts. Während Lloyd George sich auf die unmittelbare Kriegspolitik konzentrierte, organisierte Law die meisten übrigen Politikfelder. Bei Kriegsende trat er als Finanzminister zurück und übernahm den weniger anspruchsvollen Posten des Lord Privy Seal. 1921 zwang ihn sein schlechter Gesundheitszustand zum Rücktritt als Parteichef und Austen Chamberlain übernahm sein Amt.

Im Oktober 1922 wurde Law etwas überraschend Premierminister, als von Stanley Baldwin angeführte Hinterbänkler der Conservative Party mit Laws Unterstützung die Koalitionsregierung von David Lloyd George zu Fall brachten. Law verstand sich mit Baldwin aber nicht besonders gut und wurde im Mai 1923 durch diesen abgelöst. Auch mit grundlegenden Problemen wie der großen Arbeitslosigkeit und der französischen Ruhrbesetzung (ab Januar 1923) wurde Law in dieser späten Phase seines politischen Schaffens nicht mehr fertig. In der Zwischenzeit war Law an Kehlkopfkrebs erkrankt; am 30. Oktober 1923 erlag er dieser Krankheit. Seine Urne wurde in der Westminster Abbey beigesetzt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Andrew Bonar Law – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Andrew Bonar Law – Zitate (Englisch)
Vorgänger Amt Nachfolger
David Lloyd George Britische Premierminister
19221923
Stanley Baldwin