BMW F 800 R

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BMW
Paris - Salon de la moto 2011 - BMW - F 800 R - 001.jpg
Werkscode K73, Modelljahr 2012
F 800 R
Hersteller: BMW
Verkaufsbezeichnung F 800 R
Produktionszeitraum ab 2009
Klasse Motorrad
Bauart Naked Bike
Motordaten
Reihenmotor mit zwei Zylindern
Hubraum (cm³) 798
Leistung (kW/PS) 64/87 bei 8000 min-1
Drehmoment (N m) 86 bei 6000 min-1
Höchstgeschwin-
digkeit
 (km/h)
210
Getriebe 6
Antrieb O-Ring-Kette mit Ruckdämpfung in der Hinterradnabe
Bremsen vorn Ø 320 mm Doppelbremsscheiben
hinten Ø 265 mm Bremsscheibe
Radstand (mm) 1520
Maße (L × B × H, mm): 2145 × 905 × 1160
Sitzhöhe (cm) 77,5–82,5
Leergewicht (kg) 199

Die BMW F 800 R ist ein unverkleidetes Motorrad des deutschen Fahrzeugherstellers BMW. Das Naked Bike wird seit 2009 im BMW-Werk Berlin in Berlin-Spandau produziert und ist nach der BMW F 800 S und BMW F 800 ST das dritte Modell der F-800-Reihe. Der Werkscode lautet K73.

Konstruktion[Bearbeiten]

Gegenüber der F 800 S hat die R keine Einarmschwinge und keinen Zahnriemen im Sekundärantrieb. Die Gänge vier bis sechs sind gegenüber der verkleideten Version kürzer ausgelegt. Eine geänderte Drosselklappenmechanik soll die Gasannahme verbessern.

Antrieb[Bearbeiten]

Der flüssigkeitsgekühlte Zweizylindermotor von Rotax erzeugt aus 798 cm³ Hubraum eine Nennleistung von 64 kW (87 PS) und ein maximales Drehmoment von 86 Nm bei einer Drehzahl von 6000 min-1. Die zwei Zylinder haben eine Bohrung von Ø 82 mm Durchmesser, die Kolben einen Hub von 75,6 mm bei einem Verdichtungsverhältnis von 12:1. Der Zündabstand beträgt 360°. Der Zylinderkopf des quer montierte Reihenmotors hat zwei kettengetriebene, obenliegende Nockenwellen, welche über Tassenstößel zwei Einlass- und zwei Auslassventile ansteuern.

Das Motorrad beschleunigt in 3,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h.

Fahrwerk[Bearbeiten]

Das Fahrwerk baut auf einem Brückenrahmen aus Aluminium auf. Das Vorderrad wird von einer Teleskopgabel mit Ø 43 mm Standrohrdurchmesser und 125 mm Federweg geführt. Das Heckteil ist angeschraubt. Die Zweiarmschwinge aus Aluminiumguss verfügt über ein direkt angelenktes Federbein mit 125 mm Federweg und eine wegeabhängige Dämpfung. Federvorspannung und Zugstufendämpfung sind verstellbar. Die Sitzhöhe lässt sich von 77,5 bis 82,5 cm einstellen.

Das Motorrad verzögert vorn mit Doppelbremsscheiben mit einem Durchmesser von 320 mm und Zweikolbensattel und hinten mit einer einfachen Bremsscheibe mit 265 mm und einem Einkolbensattel. Die Bremsanlage ist von Brembo und wird serienmäßig von einem Antiblockiersystem unterstützt. Die Gussräder aus Aluminium haben vorn das Felgenmaß 3,50×17" und hinten 5,50×17".

Das Trockengewicht beträgt 177 kg, die maximale Zuladung 206 kg und die Zulässige Gesamtmasse 405 kg.

Kraftübertragung[Bearbeiten]

Das klauengeschaltete Sechsganggetriebe besitzt kurze Schaltwege. Die Mehrscheibenkupplung im Ölbad wird mechanisch betätigt. Die Kraftübertragung auf das Hinterrad erfolgt mittels einer O-Ring-Kette.

Elektrik[Bearbeiten]

Die Starterbatterie ist über dem Motor montiert, hat eine Kapazität von 14 Ah und versorgt den elektrischen Anlasser. Die Lichtmaschine, ein Drehstromgenerator, erzeugt eine elektrische Leistung von 400 Watt.

Kraftstoffversorgung[Bearbeiten]

Die Kraftstoffaufbereitung erfolgt durch eine elektronische Einspritzung und wird durch eine BMS-K+ genannte Motorsteuerung geregelt. Der 16 Liter fassende Kraftstofftank ist wie bei allen Motorräder der F-Reihe unter der Sitzbank untergebracht, wodurch der Schwerpunkt niedrig gehalten wird. Die Tanköffnung befindet sich auf der rechten Seite in Höhe des Soziussitzes. Der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch beträgt 4,8 Liter auf 100 km bei einer Geschwindigkeit von 120 km/h.

Der Hersteller empfiehlt die Verwendung von bleifreiem Motorenbenzin mit einer Klopffestigkeit von mindestens 95 Oktan. Die Abgasnachbehandlung erfolgt durch einen geregelten Drei-Wege-Katalysator und unterschreitet die Schadstoffgrenzwerte der Abgasnorm Euro-3.

Kritiken[Bearbeiten]

„Allemal bleibt der Eindruck eines quirligen Motors, der dank kürzerer Übersetzung der oberen drei Gänge selbst bei höherem Tempo viel Temperament entfaltet. Bestes Beispiel: Wer es partout wissen will, wie schnell die R läuft, braucht dafür auf der Autobahn nicht viel Anlauf. Ruck, zuck dreht der 798er in den roten Bereich und weiter an den Begrenzer, der bei Tacho 220 einsetzt.“

Ralf Schneider: Motorrad[1]

„Angesichts der objektiv gebotenen Leistung spielt der Twin locker in der Liga sportlicher Mehrzylinder mit, und das mit Enthusiasmus, Charakter sowie bemerkenswerter Klangkulisse – im niedrigen Drehzahlbereich sonor brummend, ab dem mittleren Bereich, in dem er deutlich behänder an Touren zulegt, energisch aus der Airbox hämmernd.“

Guido Salinger: Motorradfahrer[2]

„Der erste Gang ist recht lang übersetzt, die Seilzugkupplung ist nicht ganz tückenfrei dosierbar, womit wir die bei diesem ersten Fahrbericht zutage geförderten, gewöhnungsbedürftigen Details schon vollständig erwähnt hätten. Elegante Schwinge, Endantrieb Kette anstatt Riemen wie bei den Schwestern F 800 S, F 800 ST. […] Das Fahrwerk ist bis in sportliche Landstrassentempi grundsolide. Spielerisch kann man das Handling nicht nennen, da ist der 180er-Hinterreifen limitierender Faktor. Vor 25 Jahren wurden BMWs wegen ihrer weichen Fahrwerksabstimmung verächtlich Gummikühe genannt. Längst Vergangenheit. Die F800 R ist sportlich-straff abgestimmt, für schlechte Nebenstrassen vielleicht gar etwas zu sportlich.“

Rolf Lüthi: Moto Sport Schweiz[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ralf Schneider: Neuer BMW-Roadster. In: Motorrad, Ausgabe 09/2009. 8. April 2009, abgerufen am 10. Juni 2013.
  2. Guido Salinger: Der Nachzügler. In: Motorradfahrer, Ausgabe 7/2009. 1. Juli 2009, abgerufen am 27. Juli 2013.
  3. Rolf Lüthi: Test der neuen, nackten BMW F 800 R. In: Moto Sport Schweiz. 19. Juni 2009, abgerufen am 10. August 2013.