Betting

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Dieser Artikel beschreibt die lothringische Gemeinde Betting. Zum deutschern Rugby- und Fußballspieler siehe Hugo Betting. Zur deutschen Äbtissin siehe Ancilla Betting
Betting
Wappen von Betting
Betting (Frankreich)
Betting
Region Lothringen
Département Moselle
Arrondissement Forbach
Kanton Freyming-Merlebach
Gemeindeverband Freyming-Merlebach.
Koordinaten 49° 5′ N, 6° 49′ O49.0777777777786.8169444444444238Koordinaten: 49° 5′ N, 6° 49′ O
Höhe 204–360 m
Fläche 4,45 km²
Einwohner 864 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 194 Einw./km²
Postleitzahl 57800
INSEE-Code

Betting (bis 2005 Betting-lès-Saint-Avold, deutsch: Bettingen) ist eine französische Gemeinde mit 864 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Moselle in der Region Lothringen. Sie gehört zum Arrondissement Forbach, zum Kanton Freyming-Merlebach und zum Gemeindeverband Freyming-Merlebach.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Betting liegt am Südostrand des Warndt zwischen den Städten Saint-Avold und Forbach, etwa vier Kilometer südlich der Grenze zum Saarland. Der Dorfkern Bettings erstreckt sich im Tal des Dotelbaches, der in die Rossel mündet. Der dörfliche Charakter von Betting unterscheidet sich stark vom breiten Rosseltal im Norden der Gemeinde, das von Verkehrs- und Gewerbeflächen geprägt ist.

Nachbargemeinden von Betting sind Freyming-Merlebach im Norden, Cocheren im Nordosten, Béning-lès-Saint-Avold im Osten, Seingbouse im Südosten, Guenviller im Südwesten sowie Hombourg-Haut im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Vor der Französischen Revolution gehörte Betting zum Gebiet der Trois-Évêchés. Damit waren die drei Fürstbistümer Metz, Toul und Verdun gemeint, die 1552 vom französischen König Heinrich II. als Reichsvikar besetzt wurden und 1648 mit dem Westfälischen Frieden zu Frankreich kamen. 1871 kam Betting nach der Niederlage Frankreichs im deutsch-französischen Krieg zum neugegründeten deutschen Nationalstaat; Betting wurde in Bettingen umbenannt. Als Teil des Reichsland Elsaß-Lothringen gehörte Bettingen nun zum Deutschen Kaiserreich. Nachdem das Kaiserreich den Ersten Weltkrieg verlor, war das Reichsland Elsass-Lothringen eine Zeit lang unabhängig. 1919 wurde infolge der Pariser Vorortverträge dieses Gebiet Frankreich zugeschlagen wurde und somit Bettingen ihren einstigen Namen zurückbekam. 21 Jahre später wurde Betting und Ost-Lothringen (deckungsgleich mit dem „Moseldépartement“) durch die Truppen des nun nationalsozialistisch regierten Deutschen Reiches besetzt und der Zivilverwaltung unterstellt, womit das Gebiet und somit Betting, nun wieder in Bettingen umbenannt, faktisch annektiert wurde. Der vollständige Anschluss wurde jedoch nie vollzogen. Bereits 1944 konnten die Nationalsozialisten vertrieben werden. Ost-Lothringen kehrte zu Frankreich zurück Bettingen wurde abermals in Betting umbenannt

Der Gemeindename Betting-lès-Saint-Avold, der zur Unterscheidung vom kleinen Weiler Betting in der nordwestlich gelegenen Gemeinde Waldwisse diente und noch in vielen Kartenwerken zu finden ist, wurde am 12. September 2005 per Dekret zu Betting ohne den Namenszusatz, veröffentlicht im Journal officiel de la République française.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 687 729 791 758 808 902 889

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Pfarrkirche St. Bartholomäus (Église Paroissiale Saint-Barthélemy) mit Ursprüngen aus dem 13. Jahrhundert, rekonstruiert 1875[1]
  • Wegekreuz, 1848 errichtet[2]
  • Calvaire, 1826 errichtet[2]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Betting ist heute eine Wohngemeinde für viele Beschäftigte umliegender Gewerbegebiete. Die Landwirtschaft spielt nur noch eine untergeordnete Rolle. Im Gewerbegebiet Zone de Betting-Les-Saint-Avold im Norden des Gemeindegebietes haben sich zahlreiche Unternehmen aus dem Handels- und Transportbereich niedergelassen, unter anderem ein E.Leclerc-Supermarkt. Das Gewerbegebiet liegt an einem der wichtigsten Verkehrsknoten im Nordosten Frankreichs. Hier zweigt von der A 4 (Paris-Metz-Straßburg) die A 320 nach Saarbrücken ab.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. St. Bartholomäus auf patrimoine-de-france.org
  2. a b Eintrag auf culture.gouv.fr

Weblinks[Bearbeiten]