Oviedo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Oviedo (Begriffsklärung) aufgeführt.
Oviedo / Uviéu
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Oviedo / Uviéu
Oviedo (Spanien)
Ajoneuvolla ajo kielletty 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: AsturienAsturien Asturien
Comarca: Oviedo (Comarca)
Koordinaten 43° 22′ N, 5° 51′ W43.360259-5.844758Koordinaten: 43° 22′ N, 5° 51′ W
Fläche: 186,65 km²
Einwohner: 225.089 (1. Jan. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 1.205,94 Einw./km²
Postleitzahl: 33001 bis 33013
Gemeindenummer (INE): 33044 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Nächster Flughafen: Flughafen Asturias 48,6 Km
Verwaltung
Bürgermeister: Gabino de Lorenzo (PP)
Adresse der Gemeindeverwaltung: Plaza de la Constitución , 1 33009 OVIEDO
Offizielle Webpräsenz
Lage der Stadt
Uvieu Asturies map.svg

Oviedo [oˈβjeðo] (asturisch: Uviéu oder Uvieo) ist die Hauptstadt der Autonomen Gemeinschaft Fürstentum Asturien im Norden Spaniens. Im 9. und 10. Jahrhundert war die Stadt die Residenz des damals unabhängigen Königreiches Asturien. Die Bewohner der Stadt werden „Ovetenser“ genannt.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde Oviedo ist begrenzt von den

Las Regueras Llanera Siero
Grado Nachbargemeinden Langreo
Ribera de Arriba Santo Adriano Mieres

Parroquias[Bearbeiten]

Oviedo unterteilt sich in 30 Parroquias, die höchste Erhebung ist mit 708 m El Picayu.

Parroquia Einwohner Parroquia Einwohner Parroquia Einwohner
Agüeria 744 Loriana 241 Piedramuelle 524
Bendones 237 Manjoya 947 Pintoria 54
Box 871 Manzaneda 205 Priorio 414
Brañes 75 Naranco 98 Puerto 203
Caces 270 Naves 114 San Claudio 2.575
Cruces 943 Nora 99 Santianes 88
Godos 661 Olloniego 1.122 Sograndio 401
Latores 655 Oviedo 209.801 Trubia 2.067
Lillo 340 Pando 127 Udrión 124
Limanes 881 Pereda 177 Villapérez 333
Stand 1. Januar 2011 Quelle:INE

Wappen[Bearbeiten]

Das Siegeskreuz mit den Engeln, ist das Wappen des Erzbischofs von Oviedo. Das Siegeskreuz auf blauem Grund wird umrahmt von den Ehrentiteln:

MUY NOBILE, MUY LEAL, BENEMERITA, INVICTA, HEROICA, BUENA Sehr Edle, sehr Treue, sehr Verdienstvolle, Unbesiegte, Heldenhafte, Gute

Das Siegeskreuz zusammen mit den Ehrentiteln steht für die Monarchie Asturiens.

Geschichte[Bearbeiten]

Die spätgotische Kathedrale von Oviedo (15./16. Jh.)

Oviedo entstand auf einem Hügel, den die Römer Ovetao nannten. Unweit der alten civitas romana Lucus Asturum gründeten 761 der Mönch Máximo und sein Neffe Fromestano an der römischen Straße, die León via Pajares-Pass mit Lugo de Llanera verband, ein Kloster und errichteten eine Ermita zu Ehren des Märtyrers San Vicente. Später stießen zwei Dutzend Mönche aus dem muslimischen Süden zu den Gründern und wählten laut Urkunde vom 25. Dezember 781 Fromestano zu ihrem ersten Abt. Sie erhielten den Schutz Fruelas I., der den Ort zur Residenz für seine Frau Munia wählte, die hier ihren Sohn und späteren König Alfons II. gebar.

Alfons II. war es auch, der die Hauptstadt im Jahre 812 hierher verlegte und Oviedo zum Bischofssitz machte. Die Hauptstadtfunktion verlor es im Zuge der Reconquista 912 an León. Alfons II. befestigte Oviedo und stattete es mit Palästen, Kirchen und anderen Infrastrukturelementen aus. Beispiel für Letzteres ist ein Aquädukt, von dem heute noch drei Bögen zu besichtigen sind.
Während seiner Regierungszeit wurde 812 in Santiago de Compostela ein Grab entdeckt, das man Jakobus dem Älteren zuschrieb. Der König zog von Oviedo nach Santiago und soll damit der erste Jakobspilger gewesen sein. Er soll gleichzeitig den ersten Jakobsweg, den Camino Primitivo (lat. primitivus - erster seiner Art), eröffnet haben. Der Jakobsweg, wenn auch ein "Nebenweg", sorgte für wirtschaftliche Belebung der Stadt während des gesamten Mittelalters.

Zweimal in seiner Geschichte wurde Oviedo schwer zerstört: 1521 durch eine Brandkatastrophe sowie 1934 bei Bergarbeiteraufständen und während des Spanischen Bürgerkrieges.

Wissenschaft und Kultur[Bearbeiten]

Am 4. April 1997 wurde in Oviedo die Biomedizinkonvention des Europarats unterzeichnet, die auch „Oviedo-Konvention“ genannt wird.

Einmal im Jahr erlangt die Stadt internationale Beachtung durch die Verleihung der Prinz-von-Asturien-Preise (Premios del Príncipe de Asturias) durch den spanischen Kronprinzen. 30 000 Studenten besuchen heute die 1608 gegründete Universität Oviedo; durch sie ist die Stadt auch das wissenschaftliche und kulturelle Zentrum Asturiens.

In Oviedo befindet sich das „Institut für Asturische Studien“. Höhepunkt des kulturellen Lebens ist alljährlich im September das "San Mateo Fest", ein Spektakel aus Opern, Rock, Pop, Sport- und Stierkampf sowie einer großen Parade durch die Altstadt.

Oviedo ist auch Bischofssitz.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Vom Ende des 18. Jahrhunderts an begann in Oviedo mit einer Waffenfabrik eine intensive industrielle Entwicklung.

Oviedo liegt inmitten eines der größten spanischen Bergbaugebiete, der "Cuenca Central Asturiana"; weitere wichtige Standbeine waren Stahl- und Chemieindustrie. Inzwischen hat jedoch ein Strukturwandel in Richtung Verwaltung und Banken begonnen.

Beschäftigungszahlen der Gemeinde Oviedo in den Wirtschaftszweigen'
Beschäftigte Anteil in Prozent
TOTAL 99.130 100
Ackerbau, Viehzucht und Fischerei 478 0,48
Industrie 6.571 6,63
Bauwirtschaft 8.760 8,84
Dienstleistungsbetriebe 83.321 84,05
* Daten aus dem Statistischen Amt für Wirtschaftliche Entwicklung in Asturien, Stand 2009 (PDF; 109 kB), SADEI

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Quelle: INE Grafische Aufarbeitung für Wikipedia

Politik[Bearbeiten]

Die demokratisch gewählten Bürgermeister
Amtszeit Bürgermeister Partei
1979 - 1983 Luis Riera Posada UCD
1983 - 1987 Antonio Masip Hidalgo PSOE
1987 - 1991 Antonio Masip Hidalgo PSOE
1991 - 2015 Gabino de Lorenzo PP
Historische Entwicklung der Sitze im Gemeinderat von Oviedo
Partei 1979 1983 1987 1991 1995 1999 2003 2007 2011
AP / PP 2 13 10 13 18 15 17 17 11
FAC 7
PSOE 11 13 12 10 6 10 8 9 6
PCE / IU 2 1 1 2 3 2 2 0 3
ASCIZ 1 0
UCD/CDS 12 0 4 2
Total 27 27 27 27 27 27 27 27 27
Quelle: Spanisches Innenministerium

Klima[Bearbeiten]

Durchschnittswerte der Jahre 1972 bis 2000
Monat Temperatur ∅ °C Höchste Temperatur °C Niedrigste Temperatur °C Regen in (mm) relative Feuchte (%) Tage mit Schnee Tage mit Sturm Tage mit Nebel Tage mit Frost Klare Tage Sonnen-stunden
Januar 8,0 11,7 4,2 85 76 1 1 5 3 4 117
Februar 8,8 12,8 4,8 85 75 1 1 5 2 3 117
März 10,0 14,4 5,6 82 75 1 1 6 1 3 147
April 10,6 14,9 6,3 109 77 0 2 8 0 2 152
Mai 13,3 17,6 9,1 94 79 0 3 10 0 2 158
Juni 16,1 20,3 11,9 53 80 0 2 11 0 2 168
Juli 18,3 22,4 14,1 52 80 0 3 12 0 3 174
August 18,7 22,8 14,5 55 81 0 3 12 0 3 171
September 17,3 21,7 12,9 64 79 0 2 11 0 3 154
Oktober 14,0 18,1 10.0 98 79 0 1 9 0 2 134
November 10,8 14,6 7,1 101 78 0 1 7 0 3 114
Dezember 9,0 12,5 5,5 96 76 0 1 5 2 3 105
Jahr 12,9 17 8,8 973 78 5 20 100 8 33 1711
Quelle: Agencia Estatal de Meteorología - AEMET

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der gesamte Altstadtkern Oviedos ist Fußgängerzone, die wichtige Sehenswürdigkeiten wie die Universität, die Kathedrale San Salvador, den Palast des Markgrafen von San Félix und den Camposagrado-Palast, aber auch zahlreiche Statuen an historischen Standorten oder die unzähligen „sidrerías“ (Apfelweinschenken) einschließt.

  • Kathedrale – spätgotischer Bau mit einem Turm, Säulengang am Eingang und großem Rosettenfenster, „UNESCO-Weltkulturerbe
  • Cámara Santa (Heilige Kammer) in der Kathedrale (eigentlich Kapelle San Miguel) – beherbergt eine der wichtigsten spanischen Reliquiensammlungen. Gezeigt werden die Heilige Truhe, das Engelskreuz sowie das Siegeskreuz. Diese Reliquien waren früher für viele Pilger Grund für einen langen Umweg auf ihrer Pilgerschaft nach Santiago de Compostela. Als Symbole fanden sie teilweise Eingang in das Wappen von Oviedo und das des Fürstentums Asturien.
  • Kirche San Tirso
  • Museum für Schöne Künste im einstigen Velarde-Palast
  • Museum für Archäologie im Kloster San Vicente mit Beispielen für die gesamte asturische Kunstgeschichte ab der Bronzezeit

Oviedo verfügt über mehrere sehenswerte Plätze. Neben der

  • Plaza de la Catedral gibt es die
  • Plaza de Alfonso II el Casto mit den Palästen Valdecarzana und Rúa
  • Plaza de Trascorrales in Cimadevilla, dem ältesten Viertel der Altstadt, mit der einstigen Warenbörse
  • Plaza de la Constitución mit dem Rathaus und der Kirche San Isidoro, beide aus dem 18. Jahrhundert
  • Plaza de Fontán mit Säulengängen, der einstige Eisen- und Glasmarkt trägt
  • Plaza de Daoíz y Velarde mit farbenfrohen Häuser dieses Platzes und Bogengängen versehen.

Das Gebäude der Universität ist das letzte des Altstadtkerns, bevor man in die neueren Stadtteile gelangt. Die Fassade im Platereskenstil aus dem 16. Jahrhundert führt zu einem Kreuzgang, der das ganze Jahr über Schauplatz zahlreicher kultureller Aktivitäten ist. Sehenswert sind überdies die nahe gelegenen Fassaden der Paläste Toreno und Camposagrado. Des Weiteren befindet sich in Oviedo eine Statue von Woody Allen, der die Stadt in seinen Film "Vicky Cristina Barcelona" miteinbaute.

Präromanische Architektur[Bearbeiten]

Die präromanische Kirche San Miguel de Lillo wenige Kilometer von Oviedo entfernt (9. Jh.)

Der innovative präromanische Stil Asturiens ist ein Exklusiverbe dieser Region mit Fokus auf Oviedo. Einige der bedeutendsten Bauten, wie die Kirchen

wurden zusammen mit Santa Cristina de Lena, der Cámara Santa (Heilige Kammer) und La Foncalada (einem mittelalterlichen Brunnen) von der UNESCO zum Weltkulturerbe erhoben.

Bauten des späten 19. Jahrhunderts[Bearbeiten]

Die Gewinne aus Bergbau und industrieller Entwicklung in Asturien ermöglichten im 19. Jh. eine bauliche Entwicklung, die man rund um die Plaza de la Escandalera und den Park Campo de San Francisco besichtigen kann. Hiervon erwähnenswert sind

  • der Palacio Regional, Sitz der Generalversammlung des Fürstentums,
  • das Gebäude der asturianischen Sparkasse Caja de Asturias
  • sowie das Bankgebäude der einstigen Banco Herrero,

die sich an den damaligen französischen Stil anlehnen. Ganz in der Nähe befinden sich überdies das Teatro Campoamor, wo alljährlich die Auszeichnungen Príncipe de Asturias verliehen werden, sowie das Zentrum für moderne Kunst. Eine kleine Seitenstraße, die Calle Gil de Jaz, führt zum einstigen Provinzialhospiz (18. Jh.), das heute das luxuriöse Hotel Reconquista beherbergt.

Kongresspalast (Palacio de los Congresos) von Santiago Calatrava

Parks[Bearbeiten]

Oviedo verfügt über einige Grünanlagen und Parks. Der größte ist der Parque de Invierno.

Lokale Spezialitäten[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Oviedo unterhält mit folgenden Städten Städtepartnerschaften:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero de 2013. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  • Bevölkerungszahlen siehe INE
  • Postleitzahlen siehe [1]
  • Koordinaten und Höhenangaben siehe Google Earth
  • Thomas Schröder: Nordspanien. Erlangen 2005, S. 388ff.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oviedo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Muszla Jakuba.svg
Navigationsleiste Jakobsweg „Camino Primitivo

← Vorhergehender Ort: Ausgangspunkt / Pola de Siero
(Verbindung zum Camino de la Costa)
 | Oviedo | Nächster Ort: Loriana 4 km →