Gouda (Niederlande)

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Gemeinde Gouda
Flagge der Gemeinde Gouda
Flagge
Wappen der Gemeinde Gouda
Wappen
Provinz Südholland Südholland
Bürgermeister Wim Cornelis
Sitz der Gemeinde Gouda
Fläche
 – Land
 – Wasser
18,10 km²
16,90 km²
1,20 km²
CBS-Code 0513
Einwohner 71.073 (31. Dez. 2010[1])
Bevölkerungsdichte 3.927 Einwohner/km²
Koordinaten 52° 1′ N, 4° 43′ O52.014.7108333333333Koordinaten: 52° 1′ N, 4° 43′ O
Bedeutender Verkehrsweg A12, A20, N207, N228
Vorwahl 0182
Postleitzahlen 2800-2809
Website www.gouda.nl
Lage von Gouda in den Niederlanden
Blick auf die Innenstadt mit Blick auf das zentral stehende Rathaus am Marktplatz sowie die Sint Janskerk
Blick auf die Innenstadt mit Blick auf das zentral stehende Rathaus am Marktplatz sowie die Sint Janskerk

Gouda ([ˈɣʌu̯daˑ], anhören?/i) ist eine Stadt und Gemeinde der westlichen Niederlande in der Provinz Südholland an der Mündung von Gouwe und Hollandse IJssel. Sie liegt im Groene Hart des Ballungsgebiets Randstad und zählte auf einer Fläche von 16,92 km² am 31. Dezember 2010 71.073 Einwohner.

Gouda erhielt 1272 die Stadtrechte vom holländischen Grafen Florens V. und ist traditionell für den Goudaer Käse weltbekannt, der zwar nicht in der namengebenden Stadt, sondern im Umland hergestellt, aber stets von Gouda aus gehandelt wurde. In der Sommerzeit findet auf dem Marktplatz bis heute jeden Donnerstag ein Markt mit Käsehandel statt.

Andere bekannte Produkte aus Gouda sind Tabakspfeifen, Kerzen und Sirupwaffeln. In früherer Zeit verfügte die Stadt über eine florierende Brauindustrie; bis in das 20. Jahrhundert hatten sich zahlreiche Keramikmanufakturen angesiedelt. Eine überregional bekannte Veranstaltung ist der jährlich stattfindende vorweihnachtliche Veranstaltung Gouda bij Kaarslicht (Gouda im Kerzenlicht), im Volksmund „Kaarsjesavond“ (Kerzenabend) genannt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Lage

Die Stadt liegt am Zusammenfluss von Holländischer IJssel und Gouwe. Gouda liegt an der A12 und ist über zwei Bahnhöfe verbunden mit Den Haag, Rotterdam und Utrecht: Dies sind der Bahnhof Gouda und die Haltestelle Gouda Goverwelle (zur Letztgenannten siehe Liste neuer Bahnhöfe in den Niederlanden).

[Bearbeiten] Name

In frühen Urkunden wurde häufig die lateinische Bezeichnung Golda verwendet. Andere Namen der Stadt waren Die Golda, Ter Goude und Tergouw, die allesamt auf die Lage an der Gouwe verweisen. Insbesondere Tergouw (auch Ter Gou oder Ter Gouw geschrieben) war bis in das späte 20. Jahrhundert die gängige Bezeichnung der Bewohner, auch, um Stadt und Region zu unterscheiden. Auf der historischen „Vogelvluchtkaart van Gouda en omstreken“ (Gouda und Umgebung aus der Vogelperspektive) von 1525 ist die Stadt als Ter Gou bezeichnet.

Ein gängiger Beiname der Stadt ist „Kaasstad“, ein unter Niederländern gern verwendeter Spotname für die Bewohner ist Kaaskoppen, den sie sich allerdings mit den Bewohnern von Alkmaar und Stolwijk teilen müssen, die ebenfalls für ihre Käseherstellung bekannt sind.

[Bearbeiten] Geschichte

Historische Karte Goudas

Um 1000 war das Gebiet um Gouda noch Sumpfland. Danach begann man mit Dammbau und Trockenlegung. Die erste Erwähnung datiert von 1139 in einer Urkunde des Bischofs Hartbert von Utrecht, in der von Urbarmachungen an der Gouwe die Rede ist.[2]

Um 1225 wurde das Flüsschen Gouwe durch einen Kanal mit dem Alten Rhein verbunden. Die Mündung der Gouwe in die Holländische IJssel wurde zu einem Hafen ausgebaut. Nun lag der Ort an einer wichtigen Handelsroute, die Flandern und die Niederlande mit Frankreich einerseits und dem Baltikum andererseits verband. 1272 garantierte Graf Floris V. Gouda, das inzwischen zu einem bedeutenden Ort gewachsen war, das Stadtrecht. 1361 und 1438 wüteten große Stadtbrände. 1572 wurde die Stadt von Geusen besetzt, geplündert und teilweise niedergebrannt. 1602 wütete in Gouda wie andernorts in den Niederlanden die Pest; erst 1750 hatte sich die Bevölkerungszahl davon erholt. Von 1830 an wurde die Stadtmauer geschleift, um Platz für weiteres Wachstum zu schaffen. Das letzte Tor wurde 1854 abgerissen. 1855 wurde die Bahnlinie Gouda–Utrecht in Betrieb genommen. 1944 wurde der Bahnhof durch Bombardement der Alliierten zerstört, es gab acht Tote und zehn Verwundete.

[Bearbeiten] Stadtwappen

Das seit 24. Juli 1816 offizielle Wappen zeigt zweimal drei zehngezackte Sterne. Die Stadt führt das Motto: per aspera ad astra, zu deutsch: „Durch rauhe Lüfte (steigt man empor) zu den Sternen“.

[Bearbeiten] Statistik

Gouda hatte am 31. Dezember 2010 in etwa 30.000 Haushalten 71.073 Einwohner. Das Stadtgebiet umfasst 1.811 ha, das ergibt eine Bevölkerungsdichte von 39,6 Einwohnern pro ha.

[Bearbeiten] Kultur, Sehenswürdigkeiten und Freizeit

[Bearbeiten] Bauwerke und Plätze

Das Rathaus in Gouda
  • Das Stadthaus in der Mitte des Marktplatzes ist eines der ältesten gotischen Rathäuser der Niederlande. Es wurde zwischen 1448 und 1450 nach dem letzten großen Stadtbrand aus Naturstein erbaut. Die Treppe im Stil der Renaissance stammt aus dem Jahr 1603. Um 1692 und 1880 wurden Umbauten durchgeführt. Die letzte Restaurierung fand 1996 statt. Die Frontbemalung von 1952 zeigt burgundische Adlige, aus demselben Jahr stammt auch das Glockenspiel mit mechanischen Rittern auf Pferden. Die Inneneinrichtung stammt aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Stolz ist man auf die Wandtäfelung im Trausaal. Alljährlich gibt es Mitte Dezember einen Kerzenfestabend, bei dem das Rathaus mit über 2500 Kerzen beleuchtet ist.
  • Das Waaghaus, an der Nordseite des Marktes gelegen, wurde 1668 von Pieter Post, einem der bedeutendsten Architekten dieser Epoche erbaut. An diesem Gebäude stellt ein Relief dar, wie man früher den Käse wog.
  • Die Sint Janskerk (deutsch Sankt-Johannes-Kirche) liegt südöstlich des Marktplatzes und ist mit 123 m Länge die längste Kreuzkirche der Niederlande. Sie hat berühmte Glasfenster, auf niederländisch als Goudse Glazen bekannt. 14 von 70 Fenstern aus der Zeit zwischen 1530 und 1603 stammen von den Gebrüdern Dirck Crabeth (um 1505–1574) und Wouter Crabeth (1520–1589), die sie in den Jahren 1555 bis 1577 schufen. Sie waren damals die besten und bekanntesten Glasmaler der Region. Auch nach der Reformation wurden weitere Fenster eingefügt, allerdings mit anderen Themen. Stifter waren unter anderen Prinz Wilhelm I. von Oranien-Nassau und seine Frau Anna von Sachsen, sowie sein Erzfeind Philipp II. und dessen Frau Mary Tudor, die Bloody Mary.
  • Südlich der Sint Janskerk - Achter de Kerk - befindet sich das ehemalige Stadthospital Het Catharina Gasthuis. Hier ist heute das Stadtmuseum untergebracht, das unter anderem eine Gemäldesammlung beherbergt. Am Eingang zum Museum, dem sogenannten Lazarus-Portal, findet sich ein Relief des Bildhauers Gregorius Cool (ca 1570-1629).
  • Weiter südlich liegt das Museum De Moriaan, in dem seit Dezember 2007 das Nationale Pharmazeutische Museum zu sehen ist. Beide Museen gehören zum museumgoudA.

[Bearbeiten] Wirtschaft

[Bearbeiten] Keramik

Bis in das 20. Jahrhundert befanden sich zahlreiche größere und kleinere Keramikmanufakturen („Plateel Zuidholland“, „Regina“, „Ivora“ und „Zenith“) auf dem Stadtgebiet. Die meisten von ihnen schlossen Mitte der 1930er Jahre, einige wenige versuchten nach dem Zweiten Weltkrieg wieder Fuß zu fassen, wobei auch die letzte und größte (Plateel Zuid Holland) Mitte der 1960er Jahre endgültig zahlungsunfähig wurde und zu existieren aufhörte. Die Art Deco- und Jugendstil-Gebrauchsgegenstände dieser Manufakturen sind heute gesuchte Antiquitäten.

[Bearbeiten] Galerie

[Bearbeiten] Partnerstädte

Zu folgenden Städten werden partnerschaftliche Beziehungen unterhalten:

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Gouda – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Gouda – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Bevölkerungsstatistik, 29. März 2011Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande
  2. „nove culture juxta Goldam“ in: Samuel Muller, Klaas Heeringa: Oorkondenboek van het Sticht Utrecht tot 1301. Bd. I. A. Oosthoek Verlag, 1959.
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