Mittelbrunn

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Mittelbrunn
Mittelbrunn
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Mittelbrunn hervorgehoben
49.37257.5513888888889323Koordinaten: 49° 22′ N, 7° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kaiserslautern
Verbandsgemeinde: Landstuhl
Höhe: 323 m ü. NHN
Fläche: 8,97 km²
Einwohner: 670 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 75 Einwohner je km²
Postleitzahl: 66851
Vorwahl: 06371
Kfz-Kennzeichen: KL
Gemeindeschlüssel: 07 3 35 027
Adresse der Verbandsverwaltung: Kaiserstraße 49
66849 Landstuhl
Webpräsenz: www.mittelbrunn.de
Ortsbürgermeister: Walter Franz Altherr (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Mittelbrunn im Landkreis Kaiserslautern
Karte
Die Reste der mittelalterlichen Verenakapelle

Mittelbrunn ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Landstuhl an.

Geographie[Bearbeiten]

Mittelbrunn liegt am Rande des Pfälzerwald 17 km südwestlich von Kaiserslautern. Zur Gemeinde gehören auch die Wohnplätze Mittelbrunnermühle und Mühlbergerhof.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung der Gemeinde Mittelbrunn datiert aus dem Jahr 1230, als ein Ritter Volmar nach seinen Besitzungen oder nach seiner Herkunft den Namen „von Mittelburn“ angenommen hatte. Die tatsächliche Entstehung des Ortes liegt jedoch weiter zurück. Mittelbrunn entstand als Siedlung gleichzeitig mit Landstuhl. Sein Anfang liegt demnach vermutlich im 7. Jahrhundert, möglicherweise um das Jahr 630. Zeugnisse ältesten menschlichen Lebens sind zum einen der als „Langenstein“ bezeichnete Menhir, eine Wegmarkierung einer Höhenstraße aus ältester noch vorrömischer Zeit. Zudem ist der Höhenweg ein weiteres Zeugnis ältester menschlicher Besiedlung. Hinzu kommt der sogenannte „Stuhl“, nach verschiedenen Forschungsergebnissen eine fränkische Hundertschaftsdingstatt.

Um das Jahr 1160 entstand in Landstuhl die Burg Nanstein. Mittelbrunn gehörte von Anfang an zu dem daraus neugebildeten Amt Nanstein. Im weiteren Verlauf der Geschichte diente Mittelbrunn wiederholt als Pfandobjekt adliger Herren. So wurde es unter anderem im Jahr 1402 an die Abtei Wörschweiler verpfändet. Im Jahr 1484 verkaufte der Junker Walter Blick von Lichtenberg seinen Anteil am Dorf an den Ritter Schweickard von Sickingen. Sein Anteil betrug jedoch nur ein Sechstel, da die Teilung von Dörfern in verschiedene Herrschaftsgebiete in der damaligen Zeit durchaus üblich war. Weitere Teilbesitzer Mittelbrunns waren unter anderem Herzog Ludwig I. von Zweibrücken und Hartmann Bayer von Boppard. Zeitweise befand sich auch die Hälfte des Ortes im Besitz der Herren von Oberstein. Dieser Teil Mittelbrunns wurde im Jahr 1516 an das Deutschordenskommende Maria Einsiedel verpfändet. Der bekannte Ritter Franz von Sickingen besaß zu dieser Zeit ebenfalls ein Sechstel am Dorf. Erst im Jahr 1589 gelangte Mittelbrunn dann als Ganzes in den Besitz der Sickinger.

Neuzeit[Bearbeiten]

Im Dreißigjährigen Krieg waren die Häuser in Mittelbrunn wie in allen Ortschaften der Westpfalz verödet oder waren verbrannt, ihre Bewohner in Not und Elend umgekommen, nur wenige retteten sich durch Flucht.

In den Jahren 1670 bis 1680 sind wieder die Familien Feick, Gerhard, Heintz und Stahl in Mittelbrunn ansässig, Namen, die schon früher hier vertreten waren.

Die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts war geprägt von stetiger Aufwärtsentwicklung unter sickingscher Oberhoheit. Hinzu traten immer wieder konfessionelle Reibereien zwischen Katholiken und Protestanten. Nach der im Rahmen der französischen Reunionspolitik erfolgten Besatzung durch französische Truppen wurden die Rechte der Protestanten stark eingeengt. So gab es 1692 einen Erlass, dass alle Ehen zwischen Protestanten und Katholiken katholisch getraut und alle Kinder aus solchen katholisch getauft werden müssten. Als nach dem Frieden von Ryswick im Jahr 1697 die Franzosen wieder abrücken mussten, haben die Herren von Sickingen alle die Religion betreffenden Bestimmungen übernommen und sogar noch verschärft. Den Evangelischen wurde jede öffentliche Religionsübung untersagt, evangelische Geistliche durften Mittelbrunn nicht mehr betreten. Dieser Zustand führte zu immer lauterem Protest der ansässigen Protestanten. Nach zahlreichen Beschwerdeschriften an die Vertretung der protestantischen Reichsstände beim Reichsregiment in Regensburg kam es schließlich im Jahr 1790 zu einer Einigung mit den Herren von Sickingen. Mittelbrunn wurde Sitz eines lutherischen Pfarrers für das sogenannte Kleingericht.[3]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Mittelbrunn, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[4]

Jahr Einwohner
1815 180
1835 370
1871 442
1905 456
1939 515
Jahr Einwohner
1950 619
1961 603
1970 642
1987 575
2005 706

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Mittelbrunn besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[5]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2014 4 8 0 12 Sitze
2009 3 6 3 12 Sitze
2004 3 7 2 12 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten]

Walter Franz Altherr (CDU) ist seit 1978 Ortsbürgermeister von Mittelbrunn.

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „Über halbrund gemauertem rotem Steinbrunnen mit fließendem blauem Wasser als Schildfuß, von Schwarz und Silber gespalten, rechts fünf silberne Bollen 2:1:2, links ein durchgehendes schwarzes Kreuz“.

Es wurde 1960 vom Mainzer Innenministerium genehmigt. Die Bollen erinnern an die ehemaligen Ortsherren, die Herren von Sickingen.[6]

Partnergemeinden[Bearbeiten]

Seit 1980 besteht eine Partnerschaft zur französischen Gemeinde St. Desir de Lisieux in der Normandie. Im jährlichen Wechsel finden jeweils am Pfingstwochende gegenseitige Besuchsfahrten statt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

siehe Liste der Kulturdenkmäler in Mittelbrunn

Sport[Bearbeiten]

Dem Fußballsport verschrieben hat sich der 1946 gegründete 1. FC Mittelbrunn. Der Verein verfügt mit seinem Rasenplatz „In der Finsterdell“ nebst dazugehörigem Sportheim über eine der landschaftlich reizvollsten Sportanlagen der Region. Größter Erfolg des Vereins war die Meisterschaft in der B-Klasse Kaiserslautern mit dem damit verbundenen Aufstieg in die A-Klasse im Jahr 1979.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Wie im süddeutschen Raum üblich, feiert auch Mittelbrunn alljährlich eine Kerwe. Der feste Termin hierfür ist immer das erste Wochenende im September. Darüber hinaus finden während des gesamten Jahres zahlreiche weitere Feste und Veranstaltungen der örtlichen Vereine statt. Höhepunkte hierbei sind der vom 30. April auf den 1. Mai stattfindende „Tanz in den Mai“ in der Landmaschinenhalle, sowie das am letzten Wochenende im Juli gefeierte „Schnapsbrennerfest“ im Herzen des Dorfes.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mittelbrunn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 95 (PDF; 2,3 MB)
  3. Theodor Knocke, Ortschronik Mittelbrunn, 1980, Repro-Druck Röhricht
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  6. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3