Montelibretti

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Montelibretti
Wappen
Montelibretti (Italien)
Montelibretti
Staat: Italien
Region: Latium
Provinz: Rom (RM)
Koordinaten: 42° 8′ N, 12° 44′ O42.13512.738611111111232Koordinaten: 42° 8′ 6″ N, 12° 44′ 19″ O
Höhe: 232 m s.l.m.
Fläche: 44 km²
Einwohner: 5.316 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 121 Einw./km²
Postleitzahl: 00010
Vorwahl: 0774
ISTAT-Nummer: 058063
Volksbezeichnung: Montelibrettesi
Schutzpatron: San Nicola

Montelibretti ist eine Gemeinde in der Provinz Rom in der italienischen Region Latium mit 5316 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013). Sie liegt 48 Kilometer nördlich von Rom.

Stadttor von Montelibretti

Geographie[Bearbeiten]

Montelibretti liegt in den Monti Sabini.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Gebiet Colle del Forno finden sich 18 in den Tuff geschlagene Gräber aus dem 7. bis 6. Jahrhundert v. Chr. Möglicherweise gehörten sie zur antiken Stadt Eretum, der ersten Stadt der Sabiner an der Via Salaria, die heute von vielen Archäologen als Vorgängerstadt des Ortsteils Casacotta angesehen wird.[2] Sie wurde von Gaius Nautius Rutilus 458 v. Chr. für Rom erobert. Aus Eretum stammte die mächtige Familie der Valerii.

Zuavengefecht in Montelibretti am 13. Oktober 1867. Hier riß der deutsche Feldwebel Bach die Initiative an sich und übernahm eigenständig die Führung seiner Truppe, weswegen er noch auf dem Schlachtfeld zum Offizier befördert wurde.

1867 fand hier ein blutiges Gefecht zwischen päpstlichen Zuaven und italienischen Aufständischen Garibaldis statt, das wegen seines dramatischen Verlaufs auch mehrfach in der zeitgenössischen Literatur erwähnt wird und von dem es ein Gedenkgemälde gibt. Am 13. Oktober sollte das befestigte und auf einer mit Weinbergen bewachsenen Anhöhe liegende Dorf Montelibretti von dem Papstsoldaten genommen werden. Entgegen ersten Annahmen war es von Garibaldis „Rothemden“ stark besetzt. Eine Zuavenkompanie – 90 Mann – griff gegen Abend an. Nach einem kurzen Vorpostengefecht kam es zu erbittertem Nahkampf, da die Papstsoldaten bis zum Festungstor stürmten und sogar in das Dorf eindrangen. Beide Führer der Kompanie fielen. Die zahlenmäßig unterlegenen Zuaven kämpften wie die Löwen und wurden schrecklich dezimiert. Der Feldwebel Joseph Alois Bach riss selbstständig die Initiative an sich, übernahm das Kommando und feuerte seine Kameraden rastlos zum Kampfe an, bis er die Unmöglichkeit des weiteren Vordringens einsah. Schließlich sammelte er die Truppe in einem Haus, hart an der Stadtmauer, verschanzte sich dort und leistete die ganze Nacht erbitterten Widerstand, ständig bedroht von der vielfachen Übermacht des Gegners. Am Morgen zählte er neben vielen Toten und Verwundeten noch 16 kampffähige Männer, stellte jedoch überrascht fest, dass der Feind sich – offenbar infolge der heftigen Gegenwehr – unerwartet zurückgezogen hatte. Erst jetzt traf sein Bataillon zur Unterstützung ein. Als Bach Meldung machte, wurde der Bataillonschef Oberstleutnant Athanasius Baron de Charette vom Mut der führerlosen Schar so sehr ergriffen, dass er salutierend seinen Säbel vor ihr senkte und das ganze Bataillon an den 17 nächtlichen Verteidigern des Monte Libretti vorbeidefilieren ließ. Er veranlasste, dass Joseph Alois Bach, per Telegramm, noch auf dem Schlachtfeld zum Offizier befördert und mit dem Ritterkreuz des St. Silvesterordens ausgezeichnet wurde. In der Publikation „Die Streiter für den apostolischen Stuhl im Jahre 1867“ (Verlag für Kunst und Wissenschaft, Frankfurt, 1867) zitiert der Verfasser, Pater Andreas Niedermayer, einen Augenzeugen mit den Worten: „Sergeantmajor Joseph Bach sah aus, wie im Blute gebadet, obgleich er selbst nicht die geringste Schramme hatte. Tags darauf konnte er an seine Eltern in der Bayerischen Rheinpfalz telegraphieren: ‚Seppel wohl und gesund, auf dem Schlachtfeld Offizier geworden.’ “ In der Heimat veranstalteten die Pfälzer Katholiken daraufhin eine Sammlung und stifteten dem berühmten Landsmann in päpstlichen Diensten einen wertvollen Ehrensäbel.

Das Gefecht von Montelibretti und Bachs wackere Tat werden in folgenden Büchern näher behandelt:

  • Pater A. Niedermayer: Die Streiter für den apostolischen Stuhl im Jahre 1867 (= Broschüren-Verein. Jg. 3, Nr. 9, ZDB-ID 576481-6). Verlag für Kunst und Wissenschaft, Frankfurt am Main 1867, Seiten 21 u. 22,
  • Philipp Laicus (d. i.: Philipp Wasserburg): Silvio. Ein Roman aus den Tagen von Mentana. 2 Bände. Kirchheim Verlag, Mainz 1873,
  • Jakob Knauber: Der päpstliche Offizier Joseph Alois Bach (1838–1912) aus Rülzheim (Pfalz). St. Joseph Verlag, Landau-Queichheim 1932 (mit Fotos).

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1871 1901 1921 1936 1951 1971 1991 2001
Einwohner 1.082 2.014 2.863 3.244 4.073 4.430 4.846 4.823

Quelle: ISTAT

Politik[Bearbeiten]

Luigi Sergi (Mitte-rechts-Bündnis) wurde im Mai 2006 zum Bürgermeister gewählt. Sein Mitte-rechts-Bündnis stellt auch mit 11 von 16 Sitzen die Mehrheit im Gemeinderat.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. Filippo Coarelli: Lazio (= Guide archeologiche Laterza. Bd. 5). Laterza & Figli Spa, Rom u. a. 1984, ISBN 88-420-2033-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Montelibretti – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien