Guidonia Montecelio

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Guidonia Montecelio
Wappen
Guidonia Montecelio (Italien)
Guidonia Montecelio
Staat: Italien
Region: Latium
Provinz: Rom (RM)
Koordinaten: 42° 0′ N, 12° 44′ O42.00027777777812.725277777778105Koordinaten: 42° 0′ 1″ N, 12° 43′ 31″ O
Höhe: 105 m s.l.m.
Fläche: 79 km²
Einwohner: 88.098 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 1.115 Einw./km²
Postleitzahl: 00012
Vorwahl: 0774
ISTAT-Nummer: 058047
Volksbezeichnung: Guidoniani und Moncellesi
Schutzpatron: San Michele Arcangelo
Website: Guidonia Montecelio
Impressionen aus Guidonia Montecelio
Impressionen aus Guidonia Montecelio

Guidonia Montecelio ist eine italienische Stadt in der Provinz Rom in der Region Latium mit 88.098 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013).

Geographie[Bearbeiten]

Lage von Guidonia Montecelio in der Provinz Rom

Guidonia Montecelio liegt 26 km nordöstlich von Rom und 12 km nordwestlich von Tivoli. Sie ist eine Vorortsiedlung im nördlichen Umland von Rom am Fuße der Monti Cornicolani, einem südlichen Ausläufer der Sabiner Berge. Der mittelalterliche Ortskern von Montecelio liegt auf einem Hügel, der die höchste Erhebung im Gemeindegebiet ist. Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine Höhe von 28 m s.l.m. bis 389 m s.l.m..

Der größte Stadtteil ist Guidonia, das sich in der Ebene zwischen der Via Nomentana und der Via Tiburtina erstreckt. Daneben entstanden nach dem Zweiten Weltkrieg die Stadtteile Albuccione-Castell'Arcione-Bivio, Colle Fiorito, Colleverde, Marco Simone-Setteville Nord, Pichini, Setteville, Villalba und Villanova, die den Charakter von Trabantensiedlungen haben.

Das Gebiet teilt mit Tivoli einen historischen Travertinschoß, ein Kalkstein, der schon zur römischen Kaiserzeit für architektonische Werke benutzt wurde. Südlich von Guidonia liegt der Archäologische Naturpark dell'Inviolata mit 535 ha. Fläche, dessen Schutz sich allerdings nur schwer durchsetzen lässt. Zudem befindet sich mitten in diesem Gebiet eine der größten Mülldeponien Mittelitaliens.

Im Gemeindegebiet liegt der Militärflugplatz Guidonia.

Die Gemeinde liegt in der Erdbebenzone 2 (mittel gefährdet).[2]

Die Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn Rom, Fonte Nuova, Sant'Angelo Romano, Palombara Sabina, San Polo dei Cavalieri, Marcellina und Tivoli.

Klima[Bearbeiten]

Das Zentrum Guidonias liegt 105 Metern über dem Meeresspiegel und hat eine ähnliche durchschnittliche Jahrestemperatur wie Rom. Das Klima ist mediterran mit einer moderaten Regenneigung rund ums Jahr und reduziert in den Sommermonaten. Die Berge, die das Gemeindegebiet von Guidonia Montecelio umgeben, verhindern kalte Winde von Nordwest und erlauben somit auch im Winter ein mildes Klima.

Verkehr[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Ansicht von Monticelli Anfang des 19. Jahrhunderts
Piazza Matteotti und Rathaus

Im Gebiet von Guidonia gab es in der Antike zahlreiche Villen und Landgüter. Montecelio geht vermutlich auf die antike Stadt Corniculum, die Geburtsstadt von Servius Tullius, zurück, die auch den Monti Cornicolani ihren Namen gab. Ein Castrum Monticellorum (Burg auf dem Himmelsberg) wurde erstmals 998 erwähnt.

Mit dem Namen Monticelli gehörte der Ort verschiedenen Adelsfamilien. 1550 bis 1678 gehörte er den Cesi. Vor allem Federico Cesi sorgte für den Ausbau von Monticelli mit seinem Palazzo del Principe im Zentrum. 1871 kam der Ort mit dem Kirchenstaat zum Königreich Italien.

1915 wurde der Flugplatz Campo di Aviazione di Montecelio gegründet. Er wurde zu einem Zentrum der Entwicklung der Luftfahrttechnik unter anderem unter der Leitung von Alessandro Guidoni. 1937 wurde von Benito Mussolini neben dem Flugplatz die sogenannte Città dell‘Aria gegründet, die zu Ehren des Konstrukteurs den Namen Guidonia erhielt. Guidonia wurde nach dem italienischen Flugpionier Alessandro Guidoni benannt, der hier beim Test eines neuen Fallschirms 1928 tödlich verunglückte. 1943 wurden der Flugplatz und die Stadt bei Bombenangriffen zerstört.

Die ursprüngliche Gemeinde Monticelli wurde 1937 in Montecelio umbenannt und mit der Stadt Guidonia zusammengelegt. In der Nachkriegszeit hat die Stadt einen enormen demografischen Zuwachs gehabt, der auf das Wachstum des römischen Großraums auf das unbebaute Gebiet rund um die Stadt Rom zurückzuführen ist. Diese Entwicklung hat einen großen wirtschaftlichen Aufschwung der Industriegebiete und Berufsverkehr mit sich gebracht; allerdings nahmen auch die Umwelt- und Sozialprobleme zu, da die Stadt mit geringer Umsicht auf die Stadtplanung errichtet wurde. Aktuell hat Guidonia die drittgrößte Bevölkerung in Latium, nach den Städten Rom und Latina.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1881 1901 1921 1936 1951 1971 1991 2001 2011
Einwohner 3.208 4.094 4.943 6.597 12.811 33.251 57.473 67.516 84.759

Quelle: ISTAT

Politik[Bearbeiten]

Eligio Rubeis (PdL) wurde im Juni 2009 zum Bürgermeister gewählt. Sein Mitte-rechts-Bündnis stellt auch mit 18 von 30 Sitzen die Mehrheit im Gemeinderat. Sein Vorgänger Filippo Lippiello (Mitte-links-Bündnis) wurde im April 2005 zum Bürgermeister gewählt. Nachdem dessen Koalition auseinandergebrochen war, trat Lippiello im Januar 2009 zurück und machte den Weg für Neuwahlen am 6./7. Juni 2009 frei.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Montecelio hat ein gut erhaltenes mittelalterliches Stadtbild mit einer großen Burgruine im Zentrum und dem barocken Palazzo del Principe.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. Italienischer Zivilschutz
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatGuidonia Montecelio diventa un’uscita della A1: inaugurato il casello autostradale. Roma Est magazine, 2011-17-11, abgerufen am 1. Februar 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Guidonia Montecelio – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien