Pomezia

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Pomezia
Wappen
Pomezia (Italien)
Pomezia
Staat: Italien
Region: Latium
Provinz: Rom (RM)
Koordinaten: 41° 40′ N, 12° 30′ O41.66972222222212.501666666667108Koordinaten: 41° 40′ 11″ N, 12° 30′ 6″ O
Höhe: 108 m s.l.m.
Fläche: 107 km²
Einwohner: 61.981 (31. Dez. 2011)[1]
Bevölkerungsdichte: 579 Einw./km²
Postleitzahl: 00040
Vorwahl: 0039 – 06
ISTAT-Nummer: 058079
Volksbezeichnung: Pometini
Schutzpatron: San Benedetto
Website: Pomezia

Pomezia ist eine Stadt in der Provinz Rom in der italienischen Region Latium mit 61.981 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2011).

Stadtturm von Pomezia

Inhaltsverzeichnis

Name und Status[Bearbeiten]

Der Name Pomezia leitet sich von der antiken Stadt Suessa Pometia her, die nach Plinius zu Beginn des 4. Jahrhunderts v. Chr. von den Volskern zerstört wurde. Diese gab auch der Tribus Pomptina den Namen. Es ist nicht gesichert ob Suessa Pometia tatsächlich im Gemeindegebiet lag.[2]

Der Name Pomezia erinnert auch an die antike Göttin der Früchte Pomona. Diese zeigt auch das Stadtwappen.[3]

Pomezia war die fünfte Stadtgründung in den seit 1930 trockengelegten Pontinischen Sümpfen nach Littoria, Sabaudia, Pontinia und Aprilia. Am ersten Oktober 1937 wurde der städtebauliche Plan zur Gründung der Stadt genehmigt und bereits am 25. April 1938 durch Benito Mussolini der Grundstein gelegt. Ursprünglich war als Name Ausonia, nach einer historischen, aber nicht lokalisierten, Stadt, geplant.

Am 29. Oktober 1939 wurde die Gemeinde offiziell gegründet und damit aus der Gemeinde Rom ausgegliedert und eine eigenständige Gemeinde in der Provinz Rom. Am 6. Mai 1970 wurde wiederum die Gemeinde Ardea aus Pomezia ausgegliedert. Am 31. Januar 2005 bekam Pomezia das Stadtrecht. [4]

Geographie[Bearbeiten]

Lage von Pomezia in der Provinz Rom
Panorama von Pomezia

Pomezia liegt 29 km südlich von Rom und 42 km nordwestlich von Latina.

Pomezia liegt im Nordosten der Pontinischen Ebene zwischen den Albaner Bergen und dem Tyrrhenischen Meer. Die Landschaft reicht von flachen, mit Laubwald bestandenen Hügeln im Nordosten des Gemeindegebiets, über ursprünglich sumpfige Senken bis zur Dünenlandschaft entlang der Küste. Heute ist ein großer Teil des Landschaftsbildes durch Zersiedlung verschwunden. Nur noch ein Korkeichenwald südlich der Kernstadt und die Dünen zwischen Torvajanica und Villaggio Tognazzi geben einen ursprünglichen Eindruck.

Die Stadtteile von Pomezia sind Campo Ascolano, Torvajanica und Villaggio Tognazzi entlang der Küste und Borgo Santa Rita, Campo Bello, Campo Jemini, Campo Selva, Castagnetta, Cinque Poderi, Colli di Enea, Macchiozza, Martin Pescatore, Pratica di Mare, Santa Palomba, Santa Procula, Sedici Pini, Torvajanica Alta, Viceré und Villaggio Azzurro im Hinterland. Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine Höhe von 0 bis 136 m s. l. m.

Die Gemeinde liegt in der Erdbebenzone 3 (wenig gefährdet).[5]

Die Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn Rom, Albano Laziale und Ardea.

Verkehr[Bearbeiten]

Die wichtigste Fernstraße ist die SR 148 Via Pontina von Rom nach Terracina, die im Stadtgebiet vierspurig ausgebaut ist. Weiter ist die Stadt über die SP 95b Via Laurentina und die SP 3e Via Ardeatina mit Rom verbunden. Diese drei Straßen haben auch Ausfahrten am Autobahnring GRA. Entlang der Küste führt die SP 601 Ostia - Anzio.

Pomezia hat im Stadtteil Santa Palomba einen Bahnhof an der Bahnstrecke Roma–Formia–Napoli. Der Bahnhof wird auch von den Regionalbahnen FR7 Rom-Formia und FR8 Rom-Nettuno bedient.

Geschichte[Bearbeiten]

In der Antike lag im Gemeindegebiet die Stadt Lavinium.

Nach der Trockenlegung der Pontinischen Sümpfe legte Mussolini am 25. April 1938 persönlich den Grundstein für die neue Stadt Pomezia. Die Stadt wurde vor allem mit armen Bauerfamilien aus Nordostitalien besiedelt. 1944 wurde Pomezia im Zuge der Operation Shingle bombardiert und schwer beschädigt. 1970 wurde Ardea als eigenständige Gemeinde ausgegliedert. 2005 bekam Pomezia das Stadtrecht.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1881 1901 1921 1936 1951 1971 1991 2001
Einwohner 321 504 787 1.327 3.842 19.040 37.512 43.960

Quelle: ISTAT

Politik[Bearbeiten]

Rathaus und Stadtturm

Enrico De Fusco (PD) wurde im Mai 2006 zum Bürgermeister gewählt und 2011 im Amt bestätigt. Sein Mitte-Links-Bündnis stellte auch mit 14 von 24 Sitzen die Mehrheit im Gemeinderat.[6]Nach dem ein Dezernent und zwei Gemeinderäte des PD wegen Korruption verhaftet wurden verlor Fusco die Unterstützung eines Teils seiner Koalition. Am 8. Januar 2013 erklärte daraufhin Fusco seinen Rücktritt.[7] Worauf am 14. Januar auch die Mehrheit der Gemeinderäte zurücktrat.[8] Am 15. Januar 2013 wurde Serenella Bellucci als kommissarische Bürgermeisterin eingesetzt.[9]

Bürgermeister von Pomezia:

  • 1998 - 2001: Maurizio Aureli, (PPI)
  • 2001 - 2002: Antonio D'Acunto, kommissarischer Bürgermeister
  • 2002 - 2005: Stefano Zappalà (PdL)
  • 2005 - 2006: Francesco Avellone, kommissarischer Bürgermeister
  • 2006 - 2013: Enrico De Fusco (PD)
  • 2013: Serenella Bellucci, kommissarischer Bürgermeisterin

Partnerstädte[Bearbeiten]

Pomezia ist durch Städtepartnerschaften verbunden mit

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Castello Borghese in Pratica
Der deutsche Soldatenfriedhof

Auf dem Gebiet der Gemeinde Pomezia befindet sich der Militärflugplatz Pratica di Mare, der bei internationalen Veranstaltungen zahlreiche Besucher aus Italien und dem Ausland anzieht.

Der Stadtteil Pratica di Mare ist ein kleines mittelalterliches Dorf im Anschluss an eine Burg aus dem 12. Jahrhundert.

Nordwestlich grenzt das Forst- und Naturschutzgebiet von Castelporziano an. Hier befindet sich eine Residenz und ein Erholungsgebiet des italienischen Staatspräsidenten (Tenuta Presidenziale di Castelporziano).

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Am Ostrand der Stadt, direkt an der Via Pontina befindet sich der Deutsche Soldatenfriedhof Pomezia. Hier ruhen 27.443 deutsche Soldaten. 6.491 von ihnen fielen 1944 während der Kämpfe um den Landekopf bei Anzio und Nettuno. Später wurden hier auch deutsche Soldaten bestattet, die in Süd- und Mittelitalien gefallen waren. Es gibt 3.700 Gräber mit Unbekannten. Um den Friedhof kümmert sich der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge.[10]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg begann der Wandel von einem Agrarzentrum zu einer Industriestadt. In Pomezia siedelten sich vor allem Betriebe der chemischen Industrie wie Sigma-tau, Procter & Gamble und Johnson & Johnson aber auch der Nahrungsmittelproduktion wie Fiorucci an. Siet den 1990er Jahren wandelt sich die Wirtschaft erneut zum Dienstleistungssektor. Pomezia ist zudem wichtige Einkaufsstadt für ein großes Einzugsgebiet, das die südöstlichen Vororte von Rom einschließt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pomezia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: der Soldatenfriedhof in Pomezia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2011.
  2. Thomas Köves-Zulauf, Plinius über den Untergang der Stadt Pometia, Universität Köln (PDF; 6,8 MB)
  3. Homepage der Stadt, abgerufen am 1. Januar 2012 (italienisch)
  4. Homepage der Stadt, abgerufen am 1. Januar 2012 (italienisch)
  5. Italienischer Zivilschutz
  6. Information des Innenministeriums
  7. Valeria Costantini: Pomezia, fine corsa per il sindaco Pd. Corriere della Sera, 8. Januar 2013, abgerufen am 24. Januar 2013.
  8. Pomezia, si dimettono quindici consiglieri comunali. Il Faro, Quotidiano Telematico, 14. Januar 2013, abgerufen am 24. Januar 2013.
  9. Il Commissario Prefettizio. Stadt Pomezia, 15. Januar 2013, abgerufen am 24. Januar 2013.
  10. Internetseite des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (Arbeit des Volksbundes und Beschreibung der Kriegsgräberstätte in Pomezia), aufgerufen am 14. Dezember 2011.