Neuenkirchen (Dithmarschen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Neuenkirchen
Neuenkirchen (Dithmarschen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Neuenkirchen hervorgehoben
54.2333333333338.98333333333330Koordinaten: 54° 14′ N, 8° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Dithmarschen
Amt: Kirchspielslandgemeinde Heider Umland
Höhe: 0 m ü. NHN
Fläche: 25,14 km²
Einwohner: 1012 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 40 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 25792,
25764 (Wulfenhusen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 04837
Kfz-Kennzeichen: HEI
Gemeindeschlüssel: 01 0 51 075
Adresse der Amtsverwaltung: Kirchspielsweg 6
25746 Heide
Webpräsenz: www.amt-heider-umland.de
Bürgermeister: Thies Wellnitz (SPD)
Lage der Gemeinde Neuenkirchen im Kreis Dithmarschen
Karte
Skyline Neuenkirchen

Neuenkirchen ist eine Gemeinde im Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein.

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Das Reihendorf liegt zwischen den beiden Städten Heide und Wesselburen. Neuenkirchen ist noch stark agrarisch geprägt. Das Dorf verläuft quer zu den lockeren Siedlungsbereichen Haferwisch und Tödienwisch im Westen und Böddinghusen, Blankenmoor und Tiebensee im Süden. In der Gemarkung befindet sich mit dem Weißen Moor das letzte Hochmoor in der Schleswig-Holsteiner Marsch.[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn im Norden beginnend die Gemeinden Strübbel, Hemme, Stelle-Wittenwurth, Weddingstedt, Wesseln, Norderwöhrden, Oesterwurth und Schülp (alle im Kreis Dithmarschen).

Geschichte[Bearbeiten]

Die Kirche in Neuenkirchen wurde 1323 erstmals urkundlich erwähnt. Sie wurde von den Dithmarscher Siedlungsgeschlechter der Hödienmannen und der Tödienmannen dem heiligen Jakobus dem Älteren zu Ehren gegründet. Es war eine Ausgründung aus dem älteren Kirchspiel Wesselburen und wurde Anfang des 14. Jahrhunderts selbständiges Kirchspiel. Damit war zugleich der mittelalterliche Landesausbau in das vermoorte Sietland abgeschlossen, der nach der Bedeichung der Dithmarscher Nordermarsch im 12. Jahrhundert begonnen hatte. Abbild dieses Landesausbaus sind die Geschlechtersiedlungen, lang gezogene Hofwaurtenketten in der Dithmarscher Nordermarsch. Im Umkreis von Neuenkirchen finden sich neben mittelalterlichen Hofwurten auch Wurten des 2. bis 4. Jahrhunderts n. Chr., wie Ausgrabungen in Haferwisch dokumentierten.

Am 1. April 1934 wurde die Kirchspielslandgemeinde Neuenkirchen aufgelöst. Ihr Gebiet wurde in die Gemeinde Neuenkirchen überführt.[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Tiebensee ist mittlerweile ein Ortsteil von Neuenkirchen.

Politik[Bearbeiten]

Von den elf Sitzen in der Gemeindevertretung hat nach der Kommunalwahl 2013 die SPD 5 Sitze, die Wählergemeinschaft BWV 3 Sitze und die WBN ebenfalls 3 Sitze.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Über grünem Schildfuß, darin ein silbernes Wollgras, in Gold die rote Neuenkirchener Kirche.“[4]

In den Jahren 1704 und 1729 brannte das Kirchenbauwerk völlig nieder. Die wechselvolle Geschichte, aber auch die Ableitung des Ortsnamens (Neuenkirchen = zur neuen Kirche) hat dazu geführt, die Kirche als Hauptfigur im Gemeindewappen aufzunehmen. Das Wollgras im Schildfuß weist auf das „Weiße Moor“ hin, ein in dieser Landschaft seltenes ausgedehntes Hochmoor, das zum überwiegenden Teil im Gemeindegebiet von Neuenkirchen liegt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Sankt-Jacobi-Kirche gehört zu den ältesten Kulturdenkmälern Dithmarschens. Sie wurde im 14. Jahrhundert errichtet. Nachdem sie niederbrannte, sind von der ursprünglichen Kirche allerdings nur noch die Mauern vorhanden, die beim Bau eines neuen Gebäudes 1730 benutzt wurden.

Die Inneneinrichtung stammt vor allem aus der Zeit zwischen 1710 und 1729. Die Taufe stammt von 1710, den Altar schnitzte 1730 der Wesselburener Schnitzer A. H. Burmeister, die Orgel aus dieser Zeit stammt vom Orgelbauer Johann Hinrich Klapmeyer (1738). Die an der Kirche wachsende Mauerraute ist ein in dieser Gegend sehr seltener Farn.

Kultur[Bearbeiten]

Im Ortsteil Tiebensee ist eine Disko, die unter den Jugendlichen der Umgebung eine große Anziehungskraft besitzt und so das Zentrum der Unterhaltungsindustrie im Ort darstellt.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmale in Neuenkirchen (Dithmarschen)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Neuenkirchen (Dithmarschen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2012 (XLS-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Walter Denker: Das Naturschutzgebiet Weißes Moor - Entwicklungen und Perspektivem während zweier Jahrzehnte (1979-2001) in: Dithmarschen - Landeskunde - Kultur - Natur Heft 1 März 2002 S. 25ff.
  3.  Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein (Hrsg.): Die Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 1867 – 1970. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein, Kiel 1972, S. 250.
  4. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein