Olympische Jugend-Winterspiele 2012

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1. Olympische Jugend-Winterspiele
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Teilnehmende Länder 70
Teilnehmer 1021
Alter der Athleten 15 bis 18 Jahre
Wettbewerbe 63 in 15 Sportarten
Eröffnung 13. Januar 2012
Schlussfeier 22. Januar 2012
Eröffnet durch Heinz Fischer
(Bundespräsident)
Motto Teil sein ist alles /
Be part of it
Olympischer Eid Christina Ager (Sportlerin)
Angelika Neuner (Kampfrichter)
Olympische Fackel Egon Zimmermann
Franz Klammer
Paul Gerstgraser
Homepage www.innsbruck2012.com
Chronik
Jugend-Winterspiele 2016
Medaillenspiegel
(nach 63 von 63 Entscheidungen)
Platz Land Gold Silber Bronze Total
01 DeutschlandDeutschland Deutschland 8 7 2 17
02 China VolksrepublikChina Volksrepublik China 7 4 4 15
03 OsterreichÖsterreich Österreich 6 4 3 13
04 Korea SudSüdkorea Südkorea 6 3 2 11
05 RusslandRussland Russland 5 4 7 16
06 NiederlandeNiederlande Niederlande 4 1 2 07
0 IOCIOC Gemischte NOKs 3 3 3 09
07 SchweizSchweiz Schweiz 3 5 08
08 JapanJapan Japan 2 5 9 16
09 NorwegenNorwegen Norwegen 2 5 2 09
10 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 2 3 3 08
11 FrankreichFrankreich Frankreich 2 2 5 09
12 ItalienItalien Italien 2 2 1 05
13 FinnlandFinnland Finnland 2 2 04
SchwedenSchweden Schweden 2 2 04
15 KanadaKanada Kanada 2 1 6 09
16 SlowenienSlowenien Slowenien 1 4 2 07
17 LettlandLettland Lettland 1 1 1 03
18 TschechienTschechien Tschechien 1 1 02
19 MarokkoMarokko Marokko 1 01
SlowakeiSlowakei Slowakei 1 01
21 EstlandEstland Estland 2 02
UngarnUngarn Ungarn 2 02
23 KasachstanKasachstan Kasachstan 1 2 03
24 BelgienBelgien Belgien 1 01
WeissrusslandWeißrussland Weißrussland 1 01
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 1 01
UkraineUkraine Ukraine 1 01
28 AustralienAustralien Australien 2 02
29 AndorraAndorra Andorra 1 01
MonacoMonaco Monaco 1 01

Die 1. Olympischen Jugend-Winterspiele fanden vom 13. bis 22. Januar 2012 in Innsbruck, Seefeld und Kühtai statt. In 63 Medaillenbewerben ging es für 1021 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter von 15 bis 18 Jahren aus 70 Nationen um Gold, Silber und Bronze. Begleitet wurden die Spiele von einem Kultur- und Bildungsprogramm (CEP). Bereits im Sommer 2010 gab es erstmals Olympische Jugendspiele, bei denen Singapur Austragungsort war. Eröffnet wurden die Olympischen Jugendspiele in Innsbruck von Bundespräsident Heinz Fischer.

Bewerbung[Bearbeiten]

Nach dem Beschluss der Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees am 5. Juli 2007 im Rahmen ihrer 119. Session zur Einführung einer Jugendversion der Olympischen Spiele kandidierten zunächst vier Städte für die Ausrichtung der Veranstaltung. Die Bewerberliste wurde später auf zwei Kandidaturen gekürzt. Am 12. Februar 2008 setzte sich Innsbruck mit der größten Zustimmung in der Geschichte des Internationalen Olympischen Komitees (84:15 Stimmen) gegen die Bewerbung der finnischen Stadt Kuopio durch.[1] Innsbruck war zuvor zweimal Ausrichter Olympischer Winterspiele (1964 und 1976) sowie 1984 und 1988 Austragungsort der Paralympischen Winterspiele.

Infrastruktur und Organisation[Bearbeiten]

Austragungsorte[Bearbeiten]

Innsbruck/Igls[Bearbeiten]

  • Olympiaworld Innsbruck: Die Eishallen waren Kulisse für Eishockey, Eiskunstlauf und Short Track. Das Olympic Speed Skating Oval avancierte zur Open-Air-Bühne für Eisschnelllauf. In der Olympiaworld befand sich auch das Main Media Centre für Journalisten aus aller Welt.
  • Bobbahn Innsbruck/Igls: Der Igler Eiskanal ist jährlich Schauplatz internationaler Wettkämpfe und erfüllte alle Bedingungen für die Rodel-, Bob-, und Skeleton-Bewerbe.
  • Patscherkofel: Adaptierungen am Innsbrucker Olympiaberg ermöglichten einen einheitlichen Zieleinlauf für alle Ski-Alpin-Bewerbe.
  • Messe Innsbruck: In der Messe waren die Curling-Wettkämpfe angesiedelt. Mit dem Main Operations Centre und der Anlauf- und Verpflegungsstelle für 1200 freiwillige Helfer fungierte die Messe als Dreh- und Angelpunkt.
  • Bergiselschanze: Als erste Sportstätte weltweit empfing das Bergisel-Stadion zum dritten Mal die olympische Gemeinde für eine olympische Eröffnungsfeier.
  • Medals Plaza: Tägliche Siegerehrungen, Konzerte und der finale Höhepunkt der Jugendspiele - die Abschlussfeier - fanden in der Maria-Theresien-Straße statt.
  • Olympisches Jugenddorf: 13 neu errichtete Wohngebäude in umweltfreundlicher Passivhauskonstruktion mit einer Kapazität von mehr als 1500 Betten standen den Athleten während der Olympischen Jugend-Winterspiele zur Verfügung. Danach können die 444 Appartements von Tiroler Einwohnern bezogen werden.
  • Congress Innsbruck: Das Kongresszentrum war Veranstaltungsstätte des Kultur- und Bildungsprogramms.
  • Nordkette: Die Nordkette war Schauplatz für die Outdoor-Aktivitäten des Kultur- und Bildungsprogramms.

Seefeld und Kühtai[Bearbeiten]

  • Seefeld: Eine 266 Kilometer lange Langlaufstrecke, zwei neu errichtete Skisprungschanzen und eine moderne Biathlonanlage machten das Nordische Kompetenzzentrum Seefeld zum Standort für die nordischen Bewerbe im Rahmen von Innsbruck 2012.
  • Kühtai: Auf den neu errichteten Halfpipe, Slopestyle- und Skicross-Strecken wurde die Wettkampfstätte Kühtai zum Austragungsort für die Snowboard- und Freestyle-Bewerbe.[2]

Maskottchen[Bearbeiten]

Das Maskottchen Yoggl mit Mirjam Weichselbraun, Gala-Nacht des Sports 2012

Das offizielle Maskottchen der 1. Olympischen Jugend-Winterspiele in Innsbruck war der Gamsbock "Yoggl". Sein Name ergibt sich aus dem Akronym der Bezeichnung "Youth Olympic Games" ('YOG') und dem typisch tirolerischen Spitznamen "Joggl" für "Jakob". Laut Beschreibung auf der offiziellen Website lebt Yoggl in den Bergen rund um die Veranstaltungsorte Innsbruck, Seefeld und Kühtai. Als Naturbursche achtet er auf Nachhaltigkeit und respektiert die Umwelt, in der er lebt. Diese Werte wollten die Olympischen Jugend-Winterspiele, etwa mit ihren "Sustainability"-Exkursionen (Kultur- und Bildungsprogramm) oder durch die energiesparend gebauten Passivhäuser des olympischen Jugenddorfs, vertreten.[3]

Zur Kreation der Figur des Maskottchens wurde im November 2010 ein internationaler Bewerb ausgeschrieben, der speziell auf Jugendliche und junge Erwachsene unter 25 Jahren abzielte. Nachdem das Organisationskomitee der Olympischen Jugend-Winterspiele drei Favoriten ausgewählt hatte, konnte die Öffentlichkeit per Onlinevoting den Sieger küren. Auf diesem Weg wurden ein junges argentinisches Designerpaar und somit der Gamsbock zum Gewinner.[4]

Spiele[Bearbeiten]

Sportarten (traditionell)[Bearbeiten]

Folgende olympische Sportarten wurden bei den 1. Olympischen Jugend-Winterspielen bestritten:

Innovative Sportbewerbe[Bearbeiten]

Zusätzlich zu diesen traditionellen Bewerben in den olympischen Wintersportdisziplinen gab es bei den Olympischen Jugend-Winterspielen 2012 auch völlig neue Wettkampfformate. Disziplinen- und geschlechterübergreifende Bewerbe sowie gemischte Teambewerbe, bei denen Athleten aus verschiedenen Nationen eine Mannschaft bildeten, sollten Teamgeist und gegenseitiges Verständnis der jungen Menschen fördern. Hier ein Überblick über die innovativen Bewerbe von Innsbruck 2012, die sich in Format und/oder Disziplin von den bisherigen unterschieden:[6]

Disziplin Bewerb
Curling gemischter Teambewerb / Doppelbewerb zweier Athleten aus unterschiedlichen Nationalen Olympischen Komitees
Eishockey Skills Challenge Mädchen & Burschen
Eiskunstlauf gemischter Teambewerb
Freestyle Halfpipe Mädchen & Burschen
Langlauf / Biathlon gemischte Teamstaffel, gemischter Bewerb
Shorttrack / Eisschnelllauf gemischte Staffel mit Athleten aus unterschiedlichen Nationalen Olympischen Komitees
Ski Alpin gemischter Parallel-Teambewerb
Skispringen Einzelbewerb Mädchen, Teambewerb (1 Mädchen / 1 Bursche / 1 Bursche Nordische Kombination)
Snowboard Slopestyle Mädchen & Burschen

Kultur und Bildung[Bearbeiten]

Neben den sportlichen Wettkämpfen standen im Rahmen der Spiele auch Kultur und Bildung mit den Schwerpunkten "Media Lab", "World Mile", "Sustainability", "Arts", "Competence" und "Olympic Youth Festival 2012" am Programm.[7]

Kalender und Ergebnisse[Bearbeiten]

Die Links führen zu Seiten mit den detaillierten Ergebnissen.

EF Eröffnungsfeier X Qualifikationen 1 Entscheidungen SL Schaulaufen SZ Schlusszeremonie
Januar/Jänner 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. Entschei-
dungen
Zeremonien EF SZ
Biathlon pictogram.svg Biathlon 2 2 1 5
Bobsleigh pictogram.svg Bob 2 2
Curling pictogram.svg Curling X X X X 1 X X 1 2
Ice hockey pictogram.svg Eishockey X X X X X X 2 X X 2 4
Figure skating pictogram.svg Eiskunstlauf X X 2 2 1 SL 5
Speed skating pictogram.svg Eisschnelllauf 2 2 2 2 8
Freestyle skiing pictogram.svg Freestyle-Skiing X 2 X 2 4
Nordic combined pictogram.svg Nordische Kombination 1 1
Luge pictogram.svg Rennrodeln 1 2 1 4
Short track speed skating pictogram.svg Shorttrack 2 2 1 5
Skeleton pictogram.svg Skeleton 2 2
Alpine skiing pictogram.svg Ski Alpin 2 2 1 1 1 1 1 9
Cross country skiing pictogram.svg Skilanglauf 2 2 1 5
Ski jumping pictogram.svg Skispringen 2 1 3
Snowboarding pictogram.svg Snowboard X 2 X 2 4
Entscheidungen 6 10 8 6 6 8 8 6 5 63
Januar/Jänner 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22.

Fackellauf[Bearbeiten]

Olympisches Feuer auf der Ringstraße in Wien
Verlauf des Fackellaufes

Die olympische Jugend-Fackel wurde am 17. Dezember 2011 im Panathinaiko-Stadion in Athen entzündet und anschließend weiter nach Innsbruck transportiert. Der österreichweite Fackellauf startete am 27. Dezember 2011 in der Tiroler Landeshauptstadt und endete am 13. Jänner 2012, als mit dem Entfachen des Jugend-Olympischen Feuers am Bergisel die 1. Jugend-Winterspiele feierlich eröffnet wurden. Dazwischen machte er in über 60 Orten in ganz Österreich Halt. Insgesamt wurden 2012 nationale sowie internationale Fackelläufer ausgewählt, um das Jugend-Olympische Feuer während des Fackellaufs zu tragen.[8]

Route[Bearbeiten]

In folgenden Städten und Orten österreichweit machte der Jugend-Olympische Fackellauf Station:[8]

Datum Etappen Tagesziele
27.12.2011 Innsbruck, Neustift im Stubaital, Sölden, Ischgl Jerzens
28.12.2011 Jerzens/Pitztal, Bregenz, Lustenau, Klaus, Bludenz St. Anton am Arlberg
29.12.2011 St. Anton am Arlberg, Matrei in Osttirol, Lienz, Dellach im Drautal Millstatt
30.12.2011 Millstatt, Klagenfurt, Wolfsberg, Murau Kapfenberg
31.12.2011 Kapfenberg, Semmering, Wiener Neudorf Wien
01.01.2012 Wien Mönichkirchen
02.01.2012 Mönichkirchen, Bad Waltersdorf, Fürstenfeld Graz
03.01.2012 Graz, Gleisdorf, Oberpullendorf Eisenstadt
04.01.2012 Eisenstadt, Schwechat, Vösendorf, St. Pölten Waidhofen an der Ybbs
05.01.2012 Waidhofen/Ybbs, Purgstall an der Erlauf, Linz, Wels Hinterstoder
06.01.2012 Hinterstoder, Gmunden, Mondsee, Neumarkt am Wallersee, Salzburg, Hallein Wals-Siezenheim
07.01.2012 Wals, Strobl, Gosau, Filzmoos Ramsau am Dachstein
08.01.2012 Ramsau, Niederöblarn, Haus Schladming
09.01.2012 Schladming, St. Johann im Pongau, Maria Alm am Steinernen Meer Kirchberg in Tirol
10.01.2012 Kirchberg, Bad Gastein, Zell am See Seefeld in Tirol
11.01.2012 Seefeld, Kühtai, Fügen St. Ulrich am Pillersee
12.01.2012 St. Ulrich am Pillersee, Ehrwald, Telfs, Zirl Kufstein
13.01.2012 Kufstein, Axams, Mutters, Fulpmes, Lans Innsbruck

Bilanz und Kritik[Bearbeiten]

IOC-Präsident Jacques Rogge sagte an einer Pressekonferenz in Innsbruck, dass den Olympischen Jugendspielen eine „glänzende“ Zukunft bevorstünde. „Ich kann sagen, dass die Spiele exzellent waren. Das Organisationskomitee hat tolle Arbeit geleistet, die Athletinnen und Athleten waren glücklich und wir haben hervorragende sportliche Leistungen gesehen“, meinte Rogge.[9]

Die Organisatoren gaben bekannt, dass mehr als 110.000 Zuschauer sowie 900 Medienvertreter die Bewerbe mitverfolgt und mehr als 66 Prozent der Athletinnen und Athleten regelmäßig am Kultur- und Bildungsprogramm teilgenommen hätten, bei dem den jungen Sportlern besonders das Dopingproblem und dessen Gefahren vor Augen geführt wurde.[9]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Innsbruck and Kuopio Make Final Shortlist For 2012 Youth Olympic Winter Games. 23. Januar 2008. Abgerufen am 28. Dezember 2011.
  2. Offizielle Seite der Innsbruck 2012 Youth Olympic Games. Innsbruck-Tirol Olympische Jugendspiele 2012 GmbH. Abgerufen am 28. Dezember 2011.
  3. Offizielle Seite der Innsbruck 2012 Youth Olympic Games
  4. http://www.nanjing2014.org/en/news_events/official_release/2011/0110/701.html
  5. Offizielle Seite der Innsbruck 2012 Youth Olympic Games
  6. "Neue Bewerbe bei Innsbruck 2012". Abgerufen am 28. Dezember 2011.
  7. Offizielle Seite der Innsbruck 2012 Youth Olympic Games. Innsbruck-Tirol Olympische Jugendspiele 2012 GmbH. Abgerufen am 28. Dezember 2011.
  8. a b Offizielle Seite der Innsbruck 2012 Youth Olympic Games. Innsbruck-Tirol Olympische Jugendspiele 2012 GmbH. Abgerufen am 28. Dezember 2011.
  9. a b IOC-Präsident Rogge sagt den Olympischen Jugendspielen eine glänzende Zukunft voraus. Innsbruck-Tirol Olympische Jugendspiele 2012 GmbH. Abgerufen am 4. April 2012.