Paul Pierce

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Basketballspieler
Paul Pierce
Paul Pierce Wizards.jpg
Spielerinformationen
Voller Name Paul Anthony Pierce
Spitzname The Truth
Geburtstag 13. Oktober 1977
Geburtsort Oakland, Vereinigte Staaten
Größe 201 cm
Position Small Forward
NBA Draft 1998, 10. Pick, Boston Celtics
Vereinsinformationen
Verein Washington Wizards
Liga NBA
Trikotnummer 34
Vereine als Aktiver
1998–2013 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Boston Celtics
2013–2014 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Brooklyn Nets
Seit 0 2014 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Washington Wizards
Nationalmannschaft1
000 0 2002 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 9 Spiele[1]
1Stand: 08.09.2009

Paul Anthony Pierce (* 13. Oktober 1977 in Oakland, Kalifornien), der auch unter dem Spitznamen „The Truth“ bekannt ist, ist ein amerikanischer Basketballspieler, der seit 2014[2] für die Washington Wizards in der NBA spielt. Pierce ist 201 cm groß, 106,6 kg schwer und spielt auf der Position des Small Forwards.[3]

Karriere[Bearbeiten]

High School[Bearbeiten]

Pierce wuchs in Inglewood, Kalifornien auf und war der Star der Basketballmannschaft der Inglewood High School. Er wurde aufgrund seiner bemerkenswerten Spielweise zum McDonald's All-American Game eingeladen, wo er sich mit ebenfalls zukünftigen NBA-Stars wie Kevin Garnett und Vince Carter messen konnte.

College[Bearbeiten]

Pierce erzielte in seinen drei Jahren auf der University of Kansas unter Hall of Fame-Coach Roy Williams einen Schnitt von 16,4 Punkten und 6,3 Rebounds pro Spiel und wurde sowohl 1997 als auch 1998 zum MVP des Big 12 Conference Tournament gewählt.

NBA[Bearbeiten]

Boston Celtics (1998–2013)[Bearbeiten]

Paul Pierce in Trikot der Boston Celtics

Pierce wurde in der ersten Runde des NBA-Draft 1998 an 10. Stelle von den Boston Celtics gedraftet. Nach seinem Debüt wurde er aufgrund seiner Fähigkeit Punkte zu erzielen, Rebounds zu holen und seinen Leistungen in der Verteidigung sowie wegen zahlreichen spielentscheidenden Aktionen schnell zu einem der besten Spieler in der Eastern Conference. Gemeinsam mit Teamkamerad Antoine Walker führte er die Celtics 2002 zum ersten Mal in sieben Jahren in die Playoffs und dort bis in die Eastern Conference Finals. Im dritten Spiel dieser Serie führte er die Celtics zum größten Comeback-Sieg in der Geschichte der NBA Playoffs. Er erzielte im vierten Viertel 19 seiner insgesamt 28 Punkte und die Celtics konnten einen 21-Punkte-Rückstand aufholen und sich den Sieg sichern.[4] Pierce gehörte in dieser Zeit zu den besten Scorern der Liga und erzielte zwischen 2000 und 2003 durchschnittlich mehr als 25 Punkte pro Spiel. 2005-06 waren es sogar 26,8 Punkte pro Spiel, doch die Celtics erreichten in diesem Jahr nicht die Playoffs. In diesem Jahr gelang ihm auch, am 15. Februar 2006, sein Career-High mit 50 Punkten gegen die Cleveland Cavaliers.

In der NBA-Saison 2006/07 musste er aufgrund einer Stressfraktur in seinem Fuß 35 Spiele aussetzen. Die Celtics verloren in dieser Saison 18 Spiele in Folge[5] und hatten generell eine der schlechtesten Spielzeiten ihrer Geschichte mit nur 24 Siegen. Nach dieser kurzen erfolglosen Phase, verstärkte sich die Celtics vor der Saison 2007/08 mit den All-Stars Kevin Garnett und Ray Allen. Pierce verbesserte sich in dieser Saison stark in der Defense, da er nicht mehr die ganze Offense alleine tragen musste. Am 18. Mai 2008 erzielte Pierce mit 41 Punkten die zweitmeisten Punkte in einem siebten Spiel in der Geschichte der Celtics während einem Sieg über die Cleveland Cavaliers in den Eastern Conference Finals.[6] Am 5. Juni 2008, im ersten Spiel der NBA Finals 2008 gegen die Los Angeles Lakers, verletzte sich Pierce im dritten Viertel und musste vom Feld getragen werden. Nach einigen Minuten kehrte er auf das Feld zurück, erzielte allein 15 Punkte noch im dritten Viertel und führte sein Team zu einem 99:88-Sieg.[7] In sechs Spielen schlugen die Celtics die Lakers in den NBA Finals 2008 und gewannen damit ihre 17. NBA-Meisterschaft. Pierce wurde zum Most Valuable Player dieser Finals-Serie gewählt.[8]

In der folgenden Saison musste Pierce nur ein Spiel aussetzen und führte das Team in Punkten an. Wegen einer schweren Verletzung von Kevin Garnett mussten sich die Celtics bereits in der zweiten Runde der NBA Playoffs 2009 aus dem Turnier verabschieden. In der Saison 2009/10 nahm Pierce am Dreier-Contest im Rahmen des NBA All-Star Weekends 2010 teil und konnte sich als erster Spieler der Celtics seit Larry Bird gegen seine Konkurrenz durchsetzen.[9] Mit den Celtics erreichte er nach 2008 erneut das NBA-Finale. Trotzt einer 3-2 Führung über die Los Angeles Lakers, verloren die Celtics die letzten beiden Spiele und somit auch den Kampf um den Titel. Am 3. November 2010 erzielte Pierce den 20.000 Punkt seiner Karriere in einem Spiel gegen die Milwaukee Bucks. 2012 erreichten die Celtics das Conference-Finale unterlagen jedoch knapp den Miami Heat um LeBron James. Die darauffolgenden Saison mussten die Celtics auf Star-Point-Guard Rajon Rondo verzichten, womit man sich knapp für die Playoffs qualifizieren konnte. Pierce konnte aufgrund seines Alters, erstmals keine 34 Minuten pro Spiel mehr spielen. Dennoch war er mit 18,6 Punkten pro Spiel Topscorer der Celtics.

In der Draftnight 2013 wurde Pierce im Zuge des Neuaufbaus zusammen mit Kevin Garnett und Jason Terry zu den Nets getradet. Trotzdem gilt er als einer der besten Celtics Spieler aller Zeiten und wird in einem Atemzug mit Bill Russell und Larry Bird genannt. Er verließ die Celtics als zweitbester Scorer der Celtics-Geschichte, hinter John Havlicek.

Brooklyn Nets (2013–2014)[Bearbeiten]

Die Nets stellten mit Pierce, Garnett, Joe Johnson, Brook Lopez und Deron Williams eine Startaufstellung von ehemaligen All-Stars. Mit diesen und Trainer Jason Kidd sollte die Meisterschaft nach Brooklyn geholt werden. Die Nets scheiterten jedoch an den Erwartungen und schieden in der zweiten Playoffrunde aus. Am 11. April 2014 durchbrach Pierce die 25.000 Punktemarke.

Washington Wizards (Seit 2014)[Bearbeiten]

Nach einem Jahr in Brooklyn, verließ Pierce die Nets und unterschrieb bei den Washington Wizards.[10]

Paul Pierce hat in seiner bisherigen Karriere von allen NBA Spielern die viertmeisten Dreipunktewürfe und achtmeisten Freiwürfe verwandelt. Auf der Liste der erfolgreichsten Punktesammler liegt er auf Platz 16.

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Pierce war Mitglied der US-Basketballnationalmannschaft, die bei der Basketball-Weltmeisterschaft 2002 im eigenen Land, einen enttäuschenden 6. Platz belegten. Pierce kam in neun Spielen auf 19,8 Punkte im Schnitt und war damit der Topscorer des US-Teams. Er war ebenfalls im Kader für die Basketball-Weltmeisterschaft 2006, musste jedoch verletzungsbedingt absagen.

Spitzname[Bearbeiten]

Seinen Spitznamen, "The Truth", hat Pierce Shaquille O’Neal zu verdanken, der nach einem Sieg seines Teams gegen die Celtics im Jahr 2001, gesagt hat "My name is Shaquille O'Neal and Paul Pierce is the [expletive] truth. Quote me on that and don't take nothing out. I knew he could play, but I didn't know he could play like this. Paul Pierce is the truth."[11]

Messerattacke[Bearbeiten]

Am 25. September 2000 wurde Pierce im Buzz Club 11 Mal in das Gesicht, den Nacken und den Rücken gestochen und eine Flasche wurde auf seinem Kopf zerschmettert.[12] Zeugen zufolge wollte er einen Streit schlichten und geriet zwischen die Fronten. Tony Battie, der ebenfalls bei den Celtics unter Vertrag war, rettete Pierce, indem er ihn so schnell wie möglich zum nächsten Krankenhaus fuhr. Pierce musste notoperiert werden um sein Leben zu retten.[13] Trotz dieser Attacke konnte er alle Spiele der NBA-Saison 2000/01 bestreiten.

Auszeichnungen & Rekorde[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • NBA-Meisterschaft: 2008
  • NBA Finals MVP: 2008
  • All-NBA Second Team: 2009
  • All-NBA Third Team: 2002, 2003, 2008
  • 10-facher NBA All-Star: 2002 - 2006, 2008 - 2011 - 2012
  • NBA All-Rookie First Team: 1999
  • NBA 3-Point Contest Winner: 2010

NBA-Rekorde[Bearbeiten]

  • Meiste verwandelte Freiwürfe in einem Viertel, NBA Finals: 10 (Spiel 5, NBA Finals 2008)

teaminterne Rekorde[Bearbeiten]

  • Erzielte 30 oder mehr Punkte in 12 aufeinanderfolgenden Spielen
  • Meiste Punkte in einem Spiel im TD Banknorth Garden: 50 (15. Februar 2006, gegen die Cleveland Cavaliers)
  • Meiste Punkte in einer Hälfte (inkl. Verlängerung): 46 (1. Dezember 2001, zweite Hälfte gegen die New Jersey Nets)
  • Meiste Punkte in einer Verlängerung: 13 (1. Dezember 2001, zweite Hälfte gegen die New Jersey Nets)
  • Meiste verwandelte Freiwürfe in einem Spiel: 20 (2. November 2002, gegen die New York Knicks)
  • Meiste versuchte Freiwürfe in einem Spiel: 24 (2. November 2002, gegen die New York Knicks)
  • Meiste verwandelte Freiwürfe in einer Saison: 612 (2005-2006)
  • Meiste Steals in einem Spiel: 9 (3. Dezember 1999, gegen die Miami Heat)
  • Höchster Punkteschnitt in einem Monat: 33.7 Punkte/Spiel (Februar 2006)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Paul Pierce – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Paul Pierce – Spielerprofil auf NBA.com (englisch)
  • Paul Pierce – Spielerprofil auf basketball-reference.com (englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. usabasketball.com - All-Time USA Basketball Men's Roster // P
  2. Daily Dime: Pierce elevates his game for the Lakers, ESPN.com, June 2, 2008.
  3. Spielerbiographie
  4. Biggest Comeback ever (Memento vom 3. September 2010 im Internet Archive).
  5. 18 Game Losing Streak
  6. Top Game 7 Performances
  7. Injured Pierce keys Game 1
  8. Pierce named MVP
  9. Three-Point Contest
  10. Wizards Sign Paul Pierce
  11. "The Truth"
  12. Paul Pierce stabbed
  13. Beyond The Glory