Rechtsextreme Symbole und Zeichen

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Anhänger der internationalen rechtsextremen Szene bedienen sich bestimmter Symbole und Zeichen, um ihre Gesinnung in der Öffentlichkeit zu zeigen. Wie alle Symbole dienen sie dem schnellen Wiedererkennen, stellen also einen gruppen- und länderübergreifenden Code dar. Nach deutschem Recht wird das öffentliche Zeigen fast aller rechtsextremen Symbole oder Kennzeichen nach § 86 StGB (Verbreiten von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen) und § 86a StGB (Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen) bestraft.

Nach 1945 wurden Symbole und Zeichen der nationalsozialistischen Ideologie von der deutschen und internationalen rechtsextremen Szene wiederaufgenommen, zum Teil umgedeutet und insbesondere in den 1990er Jahren durch neue Abkürzungen und Symbole erweitert.

Arten[Bearbeiten]

Diese Symbolsprache umfasst neben Parolen („Unsere Ehre heißt Treue“) auch die Verwendung von Begriffen der NS-Terminologie („Ostmark“) und Chiffren wie die „Ostküste (der USA)“ für die vermeintlich von „den Juden“ beherrschte Politik- und Medienlandschaft der USA, „Mitteldeutschland“ in einer revisionistischen Deutung, Begriffe wie die „Faschismuskeule“, „Auschwitzkeule“ oder auch einfache kalendarische Daten (siehe Jahrestage).

Abkürzungen[Bearbeiten]

Die hier aufgeführten Buchstaben oder Zahlen haben sich in der Neonazi-Szene etabliert und werden in dieser Form z. B. als nicht strafbare Version für verfassungswidrige Symbole oder Parolen verwendet. Verwendung finden diese Abkürzungen zum Beispiel als Aufdruck oder Aufnäher von Kleidungsstücken wie Baseballkappen, T-Shirts usw. oder auch als Ergänzung zu Unterschriften bei Texten, Demonstrations-Bannern und Fahnen, CD-Beiheften oder Plattencovern etc., um die eigene Gesinnung zu zeigen.

Abkürzung Bedeutung
13/4/7 steht als Zahlencode für die Abkürzung MdG der in Deutschland und Österreich strafbaren Grußformel „Mit deutschem Gruß“.
18 steht für den 1. und 8. Buchstaben des Alphabets und wird als Synonym für die Initialen Adolf Hitlers verwendet. So benannte sich eine neonazistische britische Terrororganisation Combat 18, ein Nebenprojekt der Rechtsrock-Band Sturmwehr heißt Sturm 18.[1][2][3]
28 steht für den 2. und 8. Buchstaben des Alphabetes und dient als Abkürzung für Blood and Honour. B&H ist eine in vielen Staaten aktive neonazistische Bewegung, die sich nach der Losung der Hitler-Jugend benannt hat. Ende Sommer 2000 wurden B&H und deren Jugendorganisation White Youth in Deutschland verboten.
74 steht für den 7. und 4. Buchstaben des Alphabetes und dient als Abkürzung für „Großdeutschland
84 steht für den 8. und 4. Buchstaben des Alphabetes und dient als Abkürzung für „Heil Deutschland“ und wird als Grußformel verwendet („Heil dir“)
88 steht für zwei mal den 8. Buchstaben des Alphabetes und dient als Abkürzung für den Gruß „Heil Hitler“. Beispielsweise heißt ein bekannter Neonazitreffpunkt in Neumünster (Schleswig-Holstein) Club 88 und eine der ältesten US-amerikanischen Hatecore-Bands Chaos 88. Außerdem steht 88, wenn man das Alphabet von hinten abzählt, für die Buchstaben SS.
444 steht für DdD („Deutschland den Deutschen“), das zeigt die Unerwünschtheit von Ausländern.
19/8 steht für den 19. und den 8. Buchstaben des Alphabets, als Abkürzung für „Sieg Heil“.
1919 zwei mal den 19. Buchstaben des Alphabets, also „SS“.
191 bzw. 19/1 steht für den 19. und den 1. Buchstaben des Alphabets, also „SA“ (Sturmabteilung).
192 steht für die Buchstaben 1, 9 und 2 des Alphabets, also "AIB" für "Adolf is back"[4]
1488 steht für die Fourteen Words von David Eden Lane und die Abkürzung „Heil Hitler“, 8 = achter Buchstabe im Alphabet, 88 = HH= Heil Hitler.

Daneben kann es auch für 1 = Auf, 4 = Deutschland, 8 = Heil, 8 = Hitler stehen.

168:1 ist eine zynische „Bilanz“ des Bombenanschlags auf das Murrah Federal Building in Oklahoma City (USA) vom 19. April 1995. Die Zahlenkombination, die zuerst auf T-Shirts von Rechtsextremisten in den USA erschien, soll die 168 Todesopfer, die der Anschlag forderte, dem Tod des Haupttäters Timothy McVeigh gegenüberstellen, der dafür am 11. Juni 2001 hingerichtet wurde.[5] McVeigh selbst soll einem Journalisten vor seiner Hinrichtung gesagt haben: „Auf die roheste Weise ausgedrückt, stehe es 168 zu eins, und er fühle sich als der Sieger.“[6] Er pflegte enge Kontakte zu verschiedenen rechtsextremen Organisationen und hatte Sympathien für sie; Rechtsextremisten betrachten ihn als einen der ihren.[7]
14 words steht für „We must secure the existence of our people and a future for white children“ (‚Wir müssen den Fortbestand unseres Volkes und die Zukunft weißer Kinder sichern.‘) und bezieht sich auf ein Zitat des US-amerikanischen Rechtsterroristen und Rassisten David Eden Lane. Selten findet sich auch die Erklärung, dass die Zahl 14 für den 1. und 4. Buchstaben des Alphabetes steht und als Abkürzung für „Auf Deutschland“ dient. Eine bekannte Rechtsrock-Band heißt 14 Nothelfer, in ihrem Lied 14 Words heißt es: „Es gibt einen Satz, den vergesse nie! Kämpfe, lebe, streite nach ihm! 14 words, never forget!“.
4/20 auch 4:20 oder 420. Steht in der englischen Datumsangabe für den 20. April, den Geburtstag Hitlers.
B & H steht wie auch „28“ für Blood and Honour (dt. ‚Blut und Ehre‘).
HFFH steht für Hammerskins forever, forever Hammerskins“.
HooNaRa ein Schlachtruf und Akronym („Hooligans – Nationalisten – Rassisten“ oder „Hooligans – Nazis – Rassisten“).[8]
JOG Jewish Occupied Government, zionistisch oder jüdisch besetzte Regierung.
RAHOWA steht für RAcial HOly WAr“, was ‚heiliger Rassenkrieg‘ heißt.
SWP „Supreme White Power“, Steigerung von „White Power“, bedeutet ‚höchste (überlegene) weiße Macht‘.
WAR (In Deutschland auch WAW): Steht für White Aryan Resistance (‚Weißer arischer Widerstand‘).
W.A.P. steht im neueren Gebrauch für „White Aryan Power“ (‚Weiße arische Macht‘) in Erweiterung und Anlehnung an vorstehende Kürzel.
W.O.T.A.N. steht für „Will Of The Aryan Nation“, zu deutsch: ‚[Der] Wille der arischen Nation‘, mit einer Anlehnung an den germanischen Gott Wotan.
WP steht für White Power (‚weiße Macht‘), einen Wahlspruch des Ku-Klux-Klan. Später wurde es von dem britischen Neonazi Ian Stuart Donaldson, dem Sänger der Band Skrewdriver, zusammenfassend für die nazistische und rassistische Theorie von der Vorherrschaft der „weißen Rasse“ benutzt.
WPWW „White Pride World Wide“ (‚weltweiter weißer Stolz‘).
ZOG Zionist Occupied Government, zionistisch/jüdisch besetzte Regierung.

Besonders beliebt sind auch Kombinationen der jeweiligen Zahlensymbole wie 88/14 oder 14/88. Rechtsrock- und NSBM-CDs kosten bei neonazistischen Versandhandlungen nicht selten 14,88 Euro.

Stärker in den USA als in Europa sind folgende Symbole verbreitet:

Abkürzung Bedeutung
5 „I have nothing to say.“ (‚Ich habe nichts zu sagen‘) In Anlehnung an den 5. Verfassungszusatz der Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika, das Recht zu schweigen. Ein Code für Ungesagtes, bei dem sich der Zuhörer oder Leser selbst denken kann, was es ist.
311 Geschrieben „3 mal 11“. 11 steht für K, den 11. Buchstaben des Alphabetes, daher KKK, das Kürzel für den Ku-Klux-Klan.
33/6 33 steht ebenfalls für 3 mal 11 und damit für KKK. 6 ist die gegenwärtige Ära des Ku-Klux-Klan sowie die Anzahl der Gründer der Vereinigung.
100% ...rein arische Abstammung.
4/19 steht für das Datum der FBI-Aktion gegen die Sekte der Davidianer in Waco 1993 und den Bombenanschlag auf das Murrah Federal Building in Oklahoma City. Es ist ein Symbol für die Abneigung gegen die US-Regierung.
CI Christian Identity (christliche Identität). Damit wird weiße und christliche Identität gleichgesetzt, wodurch gleichzeitig allein Christen als ein angebliches „auserwähltes Volk“ bezeichnet und Juden ausgeschlossen werden, da diese von Tieren oder dem Satan abstammen sollen (siehe auch Antisemitismus).
UAO „United As One“ (‚vereint wie einer‘), Grußformel weißer Rassisten.
44+44 44+44=88, 88 für jeweils den achten Buchstaben im Alphabet, das H, also HH für Heil Hitler. Außerdem werden die Vieren jeweils wie das SS-Zeichen geschrieben.

Jahrestage[Bearbeiten]

Symbolischen Gehalt haben verschiedene Jahrestage, z. B.

Kleidung und Accessoires[Bearbeiten]

Kleidungsstücke, die im Herstellernamen bzw. Schriftzug die Buchstabenfolge nsdap (Consdaple) zeigen, werden von der Neonaziszene gerne getragen. Beispielsweise auf Shirts ist der Schriftzug so angebracht, dass bei geöffneter Jacke nur noch das Akronym der verbotenen Partei NSDAP sichtbar ist. Bekleidungsfirmen wie Lonsdale (bei geöffneter Jacke sind hier die Buchstaben NSDA zu erkennen) oder Fred Perry distanzieren sich jedoch von solchen Assoziationen. Weitere in der Szene beliebte Accessoires sind glattrasierte Köpfe und Kleidungsstücke der Marken Thor Steinar und Harry North. Weitere sehr bekannte Marken in dieser Szene sind Troublemaker, Masterrace Europe, Pit Bull und Rizist.

Flaggen[Bearbeiten]

Auf Demonstrationen und Märschen der Neonazi-Szene werden oft Fahnen mitgeführt. Zu den häufigsten auf solchen Veranstaltungen anzutreffenden gehören die Folgenden:

  • Reichskriegsflagge: die Reichskriegsflagge gab es in vier Versionen in den Jahren 1867–1945; strafbar in der Version von 1935–1945, die Version von 1867–1921 wird zum Beispiel im Freistaat Sachsen auf Antrag polizeilich eingezogen. Sie wurde auch als Zeichen der Nationalen Sammlung (NS) verwendet.
  • Schwarz-Weiß-Rote Flaggen, manchmal mit Eisernem Kreuz: Die Farben verweisen auf die im „Dritten Reich“ von den Nationalsozialisten verwendeten Farben.[9] Sie stehen im Gegensatz zu den Farben Schwarz-Rot-Gold, die die Bundesrepublik Deutschland symbolisieren und die von Rechtsextremen überwunden werden soll. Zudem ermöglicht sie, ohne unter Strafe zu stehen, das öffentliche Anknüpfen an den Nationalsozialismus.
  • Deutschlandflagge: zwar werden die Farben Schwarz-Rot-Gold von vielen Rechtsextremen abgelehnt, da sie sowohl die Nationalfarben der von den Rechtsextremen abgelehnten Weimarer Republik als auch der Bundesrepublik Deutschland sind. Allerdings wird damit versucht, Anschluss an die Mitte der Gesellschaft zu finden und Menschen zu erreichen, die sich mit den Farben Schwarz-Rot-Gold identifizieren, aber keine Rechtsextremen sind. Dies ist Teil der Normalisierungsstrategie einiger Rechtsextremer.[10]

Zudem werden Flaggen von rechtsextremen Organisationen mitgetragen (zum Beispiel der NPD oder deren Jugendorganisation der Jungen Nationaldemokraten).

Grafische Symbole[Bearbeiten]

Viele der hier dargestellten grafischen Symbole werden häufig von Rechtsextremisten verwendet. Da sie oft älteren (germanischen oder keltischen) Ursprungs sind, werden einige von ihnen jedoch auch von unpolitischen Goths oder Neuheiden verwendet. Einige sind Aufnäher (Gauwinkel), andere dienen als Schmuckstücke (Anhänger von Halsketten, usw.) und wiederum andere werden auf Plakaten, Aufklebern und Flyern verwendet. Sie werden außerdem als Tätowierungen getragen oder gesprüht, gezeichnet und eingeritzt. Die geschilderte rechtliche Situation bezieht sich auf Deutschland.

  • Gau-Abzeichen: auch Gauwinkel, wurde verwendet zur Einteilung der Gaue im Nationalsozialismus, siehe Gau (NSDAP) und Reichsgau; seit 2002 strafbar. [11]
  • Hakenkreuz: Zeichen der NSDAP, negativ Zeichen der Aktionsfront Nationaler Sozialisten/Nationaler Aktivisten (ANS/NA); verboten und strafbar in allen denkbaren Varianten, also auch seitenverkehrt, negativ etc., sogar (eine Zeit lang) in der rot durchgestrichenen Version, ein beliebter Jackenaufnäher linksorientierter Punks. Dies änderte sich jedoch mit einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs 1973.[12]
  • Hammer & Schwert: Symbol freier nationalistischer Gruppen (siehe Freie Kameradschaften); nicht strafbar.
  • Keltenkreuz: In der hier abgebildeten Form (senkrechter Balken und Querbalken sind gleich lang) Symbol der Neonaziszene; es steht dabei für die „Überlegenheit der weißen, nordischen Rasse“. Da das Keltenkreuz in der Fahne der neonazistischen VSBD/PdA Verwendung fand, die vom Bundesinnenminister 1982 verboten wurde, gilt es als Kennzeichen einer verfassungswidrigen Organisation im Sinne der § 86, § 86a StGB. Die Verwendung ist daher strafbar. Insbesondere in seiner ursprünglichen Form wird es jedoch auch von Goths, Metallern und esoterisch orientierten Menschen ohne rechtsextremes Weltbild beispielsweise als Schmuck getragen. In der Praxis wird die Verwendung daher meist nur dann strafrechtlich verfolgt, wenn es im Zusammenhang mit der VSBD/PdA gezeigt wird. Nach neuester Rechtsprechnung des Bundesgerichtshofs kann auch eine isolierte Verwendung des Symbols gem. § 86a StGB strafbar sein, es sei denn die äußeren Umstände ergeben, dass der Schutzzweck der Norm eindeutig nicht tangiert ist, insbesondere das Symbol offenkundig in einem unverfänglichen Zusammenhang gebraucht wird.[13] Ein solches Keltenkreuz war in den 1930er Jahren unter anderem Symbol des faschistischen französischen Parti populaire français.
  • Othala/Odal-Rune: Symbol der Hitler-Jugend, später Verwendung durch Wiking-Jugend und dem Bund Nationaler Studenten (BNS); strafbar (Strafbarkeit zuweilen strittig). Die Zeitschrift Nation und Europa bezeichnete sie 1993 als „ein altes nordisches Symbol der Ahnentreue“. (Eine leicht abgewandelte Version wird von Hauptfeldwebeln der Bundeswehr als Dienstgradabzeichen getragen.)
  • SA: Zeichen der Sturmabteilung, verboten.
  • Schwarze Sonne: Ein später als Schwarze Sonne identifiziertes Symbol ließ die SS in den Obergruppenführersaal der Wewelsburg ein. Das Symbol wurde erst ab 1991 mit dem bereits älteren esoterisch-neonazistischen Konzept einer Schwarzen Sonne in Verbindung gebracht.[14] Die Schwarze Sonne ist sowohl in der rechten als auch in der unpolitischen Esoterikszene verbreitet. Sie zeigt eine Art Sonnenrad, dessen zwölf Speichen als inverse Siegrune interpretiert werden können. Es können auch drei Hakenkreuze innerhalb des Symbols erkannt werden. Die Schwarze Sonne ist daher zu einem anerkannten Ersatzsymbol für die beiden verbotenen Zeichen geworden.
  • Sieg-Rune: Im Nationalsozialismus als einfache Sieg-Rune Zeichen des deutschen Jungvolkes in der Hitler-Jugend, als doppelte Rune Zeichen der SS, heute oft Verwendung anstelle der normalen Schreibweise des S; strafbar. Wie auch andere Runen sollen sie eine jahrtausendealte gemeinsame „germanische“ Vergangenheit suggerieren. Die ANS/NA verwendete auch eine Sieg-Rune mit waagerechten Spitzen.
  • Sonnenkreuz: Benutzung insbesondere durch den Ku-Klux-Klan; strafbar.
  • SS-Totenkopf, mit der SS-Losung „meine Ehre heißt Treue“; strafbar.
  • SS-Zeichen, strafbar.
  • Mjölnir/Thorshammer: Kriegshammer, ikonographisches Attribut des germanischen Gottes Thor. Ein kleiner Hammer wird als Schmuck an einer Halskette getragen. Dieser Schmuck wird wegen des Bezugs aufs „Germanentum“ oft von Rechtsradikalen getragen, allerdings zu großen Teilen auch von Goths, Metallern und neuheidnisch orientierten Menschen ohne rechtsextremes Weltbild.
  • Tomoe sind eigentlich Symbole, die in japanischen Wappen, aber auch im Buddhismus und Shintō verwendet werden. Sie bestehen aus einem Kreis, in dem (meist) drei Magatama-förmige Figuren mit der Ausbuchtung nach innen dort eine Art Triskele bilden. Japanische Rechtsextreme (uyoku) tragen manchmal Armbänder, auf denen vier Magatama aufgeführt sind, so dass die innere Figur vier Haken wie das Hakenkreuz aufweist, was so zu einer starken optischen Ähnlichkeit mit den Hakenkreuzarmbinden der Zeit des Nationalsozialismus führt.
  • Triskele: Benutzung durch den Ku-Klux-Klan, der Afrikaaner Weerstandsbeweging und Blood and Honour; nicht strafbar.
  • White Power: verwendet eine Abwandlung des Keltenkreuzes; in dieser Variante strafbar.
  • Wolfsangel: Von den Nationalsozialisten verwendetes Symbol. So trugen die Adjutanten der Hitlerjugend die Wolfsangel als Ärmelaufnäher. Auch die SA-Standarte Feldherrnhalle, der Nationalsozialistische Schülerbund und die Panzerbrigade 106 Feldherrnhalle verwendeten dieses Zeichen. Die Wolfsangel soll in diesem Zusammenhang Wehrhaftigkeit symbolisieren. Nach dem Ende der NS-Diktatur wurde das Symbol gelegentlich in rechtsextremen Kreisen weltweit aufgegriffen. So war die Wolfsangel Erkennungssymbol der 1982 verbotenen Jungen Front (JF). Im Kontext von rechtsextremen Organisationen ist die Verwendung der Wolfsangel in Deutschland strafbar. Legale Verwendung gibt es zum Beispiel im Wappen von zahlreichen Städten und Gemeinden, aber auch in der Forstwirtschaft.[15]

Gesten[Bearbeiten]

  • Hitlergruß; strafbar gem. § 86a und § 130 StGB.
  • Kühnengruß: auch „Widerstandsgruß“, abgewandelte Version des Hitler-Grußes, besteht wie bei diesem aus dem ausgestreckten rechten Arm, wobei jedoch Daumen, Zeige- und Mittelfinger gestreckt und Ring- und kleiner Finger eingeknickt sind. Benannt nach dem deutschen Neonaziführer Michael Kühnen; strafbar gem. § 86a und § 130 StGB.

Netzjargon[Bearbeiten]

Im Netzjargon der Neonazi-Szene wird die Vier als Odal-Rune Othala gelesen und als Erkennungszeichen verwendet.

Rechtliche Situation[Bearbeiten]

Die Verbreitung und Verwendung von Symbolen und Parolen aus der Zeit des Nationalsozialismus und von verbotenen Neonazi-Organisationen gilt im deutschen Strafrecht als Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und ist nach § 86a StGB strafbar. Jedoch wird oftmals auf andere, ähnliche, aber nicht verbotene Kennzeichen ausgewichen. Die Verwendung von Kennzeichen, die nicht unter § 86a StGB fallen, kann teilweise als Volksverhetzung nach § 130 StGB geahndet werden.

In den meisten Ländern, wie z. B. den USA, dürfen Symbole des Nationalsozialismus in der Öffentlichkeit getragen werden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Friedrich Paul Heller, Anton Maegerle: Die Sprache des Hasses. Rechtsextremismus und völkische Esoterik – Jan van Helsing, Horst Mahler … Schmetterling, Stuttgart 2001, ISBN 3-89657-091-9. Hierzu vor allem „Die Symbolsprache der Rechtsextremen“, S. 8–70.
  • Agentur für soziale Perspektiven e. V.: Versteckspiel – Lifestyle, Symbole und Codes von neonazistischen und extrem rechten Gruppen. Berlin: rat, 2011; Broschüre über www.aspberlin.de aspberlin.de
  • Innenministerium Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): Musik – Mode – Markenzeichen. Rechtsextremismus bei Jugendlichen. Düsseldorf, 2004; (PDF-Download; PDF-Download der Neuauflage von 2006)
  • Dirk Reuter: Verbotene Symbole. Nomos 2005, ISBN 3-8329-1483-8.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. polizei-beratung.de: Codes und Chiffren der „Rechten“
  2. Bundesamt für Verfassungsschutz: Verfassungsschutzbericht 2000 (PDF; 1,2 MB) S. 268.
  3. Als Jürgen Möllemann im Rahmen der Strategie 18 das Wahlziel von 18 % der Wählerstimmen propagierte, wurde auf Veranstaltungen (vgl. Holger Kulick: Die 18 bedeutet Adolf Hitler. In: Spiegel Online) und in einigen Medien über die Doppeldeutigkeit der Zahl „18“ spekuliert.
  4. IDA-NRW, Projekt AufRecht, Rechtsextremer Sprachjargon mit Symbolcharakter
  5. Thomas Grumke, Thomas Greven: Globalisierter Rechtsextremismus? Die extremistische Rechte in der Ära der Globalisierung. Vs Verlag, 2006, ISBN 3-531-14514-2, S. 152
  6. ABC News, 10. Juni 2001: McVeigh's Final Day Before Execution
  7. TAZ, 2. Dezember 2005: 168:1; 11 Freunde, 18. Juli 2011: „Ein Verbot wäre irrsinnig“; fluter,14. Juni 2011: Die geheimen Zahlencodes und Chiffren der Neonazi-Szene
  8. Nur das Hakenkreuz fehlt. In: Jungle World, Nr. 18, 30. April 2008.
  9. netz-gegen-nazis.de
  10. Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit (Hrsg.): Schwarz-Rot-Gold: Das Symbol für die nationale Identität der Deutschen! (PDF; 2,4 MB) 2008.
  11. Näheres und Abbildung eines Gauwinkels, abgerufen am 15. März 2013
  12. BGHSt 25, 30; NJW 1973, 106.
  13. Pressemitteilung Nr. 209/2008 des Bundesgerichtshofs vom 14. November 2008
  14. Julian Strube: Die Erfindung des esoterischen Nationalsozialismus im Zeichen der Schwarzen Sonne. In: Zeitschrift für Religionswissenschaft 20/2, 2012, S. 223–268
  15. netz-gegen-nazis.de
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