Renault Alpine
| Alpine | |
|---|---|
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| Gründung | 1955 durch Jean Rédélé |
| Auflösung | 1995 Produktionsende nach Verkauf an Renault |
| Sitz | Dieppe Frankreich |
| Website | www.renault-alpine.com |
Alpine ist der Name einer französischen Sportwagenmarke, die 1955 von Jean Rédélé in seiner Heimatstadt Dieppe (Frankreich) gegründet wurde. In Dieppe errichtete Jean Rédélé auch das Alpine Automobilwerk, in dem die Fahrzeuge von Hand gefertigt wurden. Das erste Werk von Alpine stand in der Avenue Pasteur; ab 1971 wurde zusätzlich das neue Werk im Industriegebiet von Dieppe mit der Fertigung der Alpine A310 in Betrieb genommen.
Das Logo der Marke Alpine ist das Alpine "A" oder der Schriftzug Alpine. Den Namen Alpine wählte Jean Rédélé in Anlehnung an seinen Sieg beim Alpenpokal. Alpine Fahrzeuge erlangten im Motorsport durch ihre Erfolge auch internationale Berühmtheit. Das bekannteste Fahrzeug der Marke Alpine ist die Alpine A110 die mit Europa- und zwei Weltmeistertiteln im Rallyesport zur Legende wurde. Neben der Alpine A110 (Spitzname: „Flunder“; ihre Rallye-Werksfahrer wurden wegen der Farbe der Autos gerne als „die blauen Reiter“ bezeichnet) erlangte auch die Alpine A310 mit V6-Motor, einen höheren Bekanntheitsgrad.
Alpine war neben dem Rallyesport, wo Alpine zeitweise eines der größeren Teams unterhielt, auch ergfolgreich in anderen Motorsportarten. Jean-Pierre Jaussaud und Didier Pironi gewannen 1978 mit einer Alpine A442 das 24-Stunden-Rennen von Le Mans.
1973 übernahm Renault die Aktienmehrheit bei Alpine. Renault-Chef Pierre Dreyfus und der Alpine-Gründer kamen überein, dass Rédélé weiterhin Vorstandsvorsitzender bleiben solle. Ende 1978 verkaufte Rédélé auch seine restlichen Anteile an Renault. Die Markenrechte von Alpine gehören bis heute dem Renault Konzern. Das Alpine-Stammwerk in Dieppe ist bis heute erhalten und produziert nun Renault-Fahrzeuge.
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Unternehmen und Fahrzeuge [Bearbeiten]
Jean Rédélés Eltern betrieben in seiner Heimstadt Dieppe eine Renault-Vertragswerkstatt, die Rédélé kurz nach dem Zweiten Weltkrieg mit 24 Jahren übernahm. Jean Rédélé wurde damit zum jüngsten Renault-Händler Frankreichs. Jean Rédélé interessierte sich für den Motorsport und fuhr ab 1951 selbst Rennen. Als erfolgreicher Fahrer mit Renault-Fahrzeugen, vor allem Renault 4CV, hatte er die Idee, einen eigenen Sportwagen konstruieren, der mit einer leichten, strömungsgünstig geformten Karosserie und verbesserten Motoren noch besser geeignet für den Motorsport wäre. Ein kleines, leichtes Fahrzeug, mit Heckmotor, schnell, wendig, sportlich. Jean Rédélé begann mit der Produktion eines neuen Getriebes, für seine Fahrzeuge, was ihm im Rennsporteinsatz einen erheblichen Vorteil gegenüber der Konkurrenz einbrachte. Das erste Fahrzeug, das er konstruierte, war ein Rallye-Wagen auf der Basis eines Renault 4CV. Rédélé nannte seinen ersten Sportwagen „Renault 4CV Spéciale“ und erreichte mit dem Fahrzeug bei der Mille Miglia 1952 einen Klassensieg. Die ersten Prototypen hatten noch eine Aluminiumkarosserie. Ein Prototyp wird 1954 auf der New Yorker Auto Show gezeigt und sollte ursprünglich als "The Marquis" in den USA produziert und verkauft werden. Jean Rédélé entwickelte einige Fahrzeuge bereits vor der Firmengründung. Der erste Seriensportwagen von Alpine die A106 war eine Weiterentwicklung der Prototypen und wurde im Gründungsjahr der Firma 1955 der Öffentlichkeit und im Renault-Stammwerk in Billancourt dem Renault-Konzern präsentiert. Jean Rédélé experimentierte schon früh mit neuen Materialien wie glasfaserverstärktem Kunststoff für Karosserien. Bereits das erste Serienfahrzeug die Alpine A106 wurde mit GFK-Karosserie hergestellt. Die Alpine A106 entstand in Zusammenarbeit mit Chappe et Gressalin, die die Karosserien aus GFK für die A106 herstellten.
1955 gründete Jean Rédélé die „Société des Automobiles Alpine“, und die Marke Alpine war geboren. Der Name Alpine war eine Anlehnung an den Alpenpokal, den Rédélé ein Jahr zuvor gewonnen hatte. 1955, noch vor Firmengründung, stellte Jean Rédélé die bereits serienreife Alpine A106 als Alpine A106 Mille Miles in den Farben rot, weiß, blau in Anlehnung an die französische Nationalflagge vor. 1956 begann die Serienproduktion der Alpine A106 als Straßenversion. Bis 1960 werden 251 Fahrzeuge in Handarbeit zusammengebaut, 40 weitere als Lizenzbau in Belgien. Ein Prototyp einer Cabrioversion mit Chappe et Gressalin Karosserie ging nie in Serie. Die Übergänge von der Alpine A106 zum Nachfolgemodell Alpine A108 sind fließend und beginnen mit veränderten Motoren und Änderungen am Heck des Fahrzeugs. Die Alpine A106 wurde noch einige Jahre parallel zur A108 weitergebaut. Mit dem neuen Modell der Alpine A108 übernahm Jean Rédélé selbst mit seiner Firma die Herstellung der Karroserie. Anfänglich wurde die Alpine A108 als Coupe und als Cabrio gebaut. Wenig später kam ein drittes Modell die Alpine A108 Coupé 2+2 heraus und es gab insgesamt 6 verschiedene Motoren für das Fahrzeug. Aus einer Überarbeitung der A108 ging eine Sportversion, die Alpine A108 Berlinette und ein weiteres Cabrio hervor. Mit der Desingveränderung der A108 kam das bekannteste Design der Alpine Fahrzeuge auf den Markt. Wieder sind die Übergange zum Nachfolgemodell fließend. 1962 folgte die bekannteste Alpine, die Alpine A110 Berlinette, die zuerst noch nicht ihre characteristischen Doppelscheinwerfer besaß. Die Alpine A110 Berlinette entwickelte sich aus der Alpine A108 Berlinette und wurde bis 1977 gebaut. Dieser Wagen wurde eines der erfolgreichsten Rallye-Fahrzeuge der Motorsportgeschichte und wurde erst von einer weiteren Legende dem Lancia Stratos abgelöst. Einige der genannten Alpine Modelle wurden außerhalb Deutschlands auch als Dinalpine, Bulgaralpine oder Willys Interlagos verkauft. Ein heute wenig bekanntes Modell ist die Alpine GT4. Es ist ein schickes, kleines Sportcoupe. Das letzte Serienmodell, dass von Jean Rédélé persönlich entwickelt wurde, ist die futuristische Alpine A310. Sie ist etwas größer und komfortabler als ihre Vorgänger. Die Alpine A310 wurde parallel zur Alpine A110 ab 1971 als 4-Zylinder-Version bis 1977 gebaut. 1977 wurden beide Modelle eingestellt. Ab 1977 wurde eine optisch überarbeitete Alpine A310 hergestellt, die Alpine A310 V6 bekam den Europa-V6 Motor ins Heck gepflanzt. 1981 wurde die Alpine A310 V6 noch einmal überarbeitet und wurde bis zum Produktionsende 1985 in zwei Versionen Alpine A310 V6 (Vierloch) und Alpine A310 V6 GT Pack (in Deutschland Alpine A310 V6 S) verkauft.
Ab 1985 unter der Regie von Renault wurde ein neues Alpine Modell auf den Markt gebracht, die Alpine GTA (interne Bezeichnung D500/D501/D502). Diese Alpine wurde als Modell V6 GT (D500) mit 160-PS-Saugmotor und als Alpine V6 Turbo (D501) mit 200 bzw. (mit Katalysator) 185 Turbo-PS (D502) angeboten. Während der Produktionszeit der Alpine V6 Turbo änderte der Renault Konzern seine Strategie und begann ab 1989 den Handelsnamen Renault Alpine vollständig zu streichen, um der Marke Alpine ihr eigenständiges Image zurück zu geben. Die letzte Version dieses Modells, die Alpine V6 Turbo Le Mans, die ab 1990 angeboten wurde, zeigt schon den Übergang zum Nachfolgemodell Alpine A610 (intern D503). Ab 1991 wurde die Alpine A610 mit einem, gegenüber dem Vorgänger Modell, neuen Motor und veränderter Front gebaut. Die Alpine A610wurde bis 1995 gebaut. Danach wurde die Fahrzeugproduktion unter der Marke Alpine eingestellt, da die verkauften Stückzahlen zu gering waren.
Renault-Vertriebs- und Marketingvorstand Patrick Blain hat allerdings angekündigt, dass ab 2010 wieder Sportwagen unter der Marke Alpine produziert werden sollen.[1] Es soll sich um ein auf dem Renault Clio basierendes Mittelmotorfahrzeug handeln, das mit kleinen Turbomotoren ausgestattet werde und zunächst als zweisitziger Roadster in traditioneller Kunststoffbauweise auf den Markt komme. Über eine Coupé-Version sei noch nicht endgültig entschieden. Produziert werde wieder am früheren Alpine-Standort in Dieppe. Preislich solle sich das neue Modell am Mazda MX-5 orientieren. Das Styling erinnere an die A110, das bis heute erfolgreichste Modell der Marke.[2]
Neben den Serienmodellen und Straßensportwagen baute die Firma Alpine eine Reihe von Fahrzeugen die ausschließlich für den Rennsport hergestellt wurden.
Modelle [Bearbeiten]
- 4 CV Rédélé Spezial Prototypen
- Alpine A106 ab 1954
- Alpine A106 Cabrio 1956 Prototyp / Einzelstück
- Alpine A108 Coupe ab 1957
- Alpine A108 Cabrio ab 1957
- Alpine A108 Coupe 2+2 ab 1958
- Alpine A108 Berlinette ab 1960
- Alpine A108 Cabrio ab 1960
- Alpine A110 Berlinette 1962 bis 1977
- Alpine GT4 ab 1962
- Alpine A210
- Alpine A220
- Alpine M63
- Alpine M64
- Alpine M65
- Alpine M66 oder auch Alpine A210
- Alpine A211
- Alpine A442 B
- Alpine A330 ab 1968
- Alpine A500
- Alpine A310 1971 bis 1977
- Alpine A310 V6 1977 bis 1984
- Alpine A310 V6 GT Pack 1983 bis 1984
- Alpine A442 ab 1978
- Alpine GTA ab 1985
- Alpine V6 GT ab 1985
- Alpine V6 Turbo ab 1986
- Alpine V6 Turbo (Kat) ab 1988
- Alpine GT V6 Turbo Le Mans ab 1990
- Alpine A610 ab 1991
Ergebnisse [Bearbeiten]
Siege in der Sportwagen-Weltmeisterschaft [Bearbeiten]
| Jahr | Rennen | Fahrzeug | Fahrer 1 | Fahrer 2 |
|---|---|---|---|---|
| 1975[3] | 1000-km-Rennen von Mugello | Renault-Alpine A441 |
1978 gewinnt ein Rennwagen aus Dieppe, die Renault Alpine A442B das 24 Stunden Rennen von Le Mans.
Sieger Rallye-Europameister 1970, Jean-Claude Andruet mit Alpine A110 1600
1971 gewinnt Alpine mit der Alpine A110 1600 die Rallye Monte Carlo
Sieger der bei der internationaler Markenweltmeisterschaft, mit Alpine A110
Sieger der Rallye-Weltmeisterschaft 1973 mit Alpine A110
Literatur [Bearbeiten]
- Frédérick Lhospied: Alpine Renault A310, Boulogne, ISBN 2-7268-8452-0
- Bernard Sara, Gilles Labrouche: Alpine. La passion bleue. E-T-A-I (Antony) 2011. ISBN 978-2-7268-9549-8
- Oldtimer Markt, 11/2004, Seite 8 - 16
- Autos die Geschichte machten: Renault Alpine / Ulrich Bethscheider-Kieser ISBN 3-613-01407-6
- 30 Jahre Alpine A310 / Broschüre
- Alpine / 1982 / Dominique Pascal / Übersetzung von Gerard Hemmer von 1994 ISBN 3-9804059-0-7
- Alpine Post / Magazin für alle Renault-Alpine-Freunde. www.alpine-post.de
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Artikel der Branchenzeitung Automobilwoche
- ↑ Artikel der Onlineausgabe der britischen Automobilfachzeitschrift AUTOCAR
- ↑ Erfolge in der Sportwagen-Weltmeisterschaft 1975
Aktuelle Marken: Acrea | Aixam | Bellier | Bugatti | Chatenet | Citroën | De La Chapelle | Exagon | JDM | Ligier | Mega | Microcar | Peugeot | P.G.O | Renault | Secma
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