Unser Star für Oslo

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Seriendaten
Originaltitel Unser Star für Oslo
Unser Star fuer Oslo 2010.jpg
Produktionsland Deutschland
Jahr 2010
Produktions-
unternehmen
Raab TV GmbH, Brainpool TV GmbH[1]
Länge 150 Minuten
Episoden 8
Genre Castingshow
Idee Stefan Raab
Moderation Sabine Heinrich und Matthias Opdenhövel
Erstausstrahlung 2. Februar 2010 auf ProSieben und Das Erste

Die deutsche Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest 2010 wurde als Casting in insgesamt acht Fernsehsendungen veranstaltet, die vom 2. Februar bis 12. März 2010 unter dem Titel Unser Star für Oslo (Akronym: USfO) bei ProSieben und Das Erste zu sehen waren.

Nach der internen Auswahl des deutschen Beitrags für den ESC 2009 entschieden anders als in den Vorjahren wieder die Fernsehzuschauer, welcher Künstler mit welchem Lied Deutschland im Finale des Wettbewerbs vertreten sollte.

Siegerin wurde Lena Meyer-Landrut mit dem Song Satellite, mit dem sie am 29. Mai 2010 mit 246 Punkten auch den Eurovision Song Contest in Oslo gewann.

2011 wurde das Format in der Kategorie Beste Unterhaltung für den Grimme-Preis nominiert.[2]

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Nachdem die deutschen Beiträge zum Eurovision Song Contest in den Jahren 2007 bis 2009 jeweils einen der letzten Plätze belegt und damit die Erwartungen nicht erfüllt hatten, suchte der NDR, der innerhalb der ARD für den Eurovision Song Contest zuständig ist, nach neuen Konzepten, um erfolgreicher zu werden. Die ARD ging eine Kooperation mit Stefan Raab ein, der zuvor an drei deutschen Grand-Prix-Beiträgen beteiligt war – 1998 als Komponist, Texter und Dirigent für Guildo Horn, 2000 selbst als Künstler, Komponist und Texter und 2004 als Entdecker, Komponist, Texter und Gitarrist von Max Mutzke – und bei allen drei Anlässen unter die ersten zehn kam. Das konnte anschließend kein deutscher Beitrag mehr erreichen. Da Raab vertraglich an den Privatsender ProSieben gebunden ist, kam es zu der neuartigen Kooperation zwischen beiden Sendern.

Konzept[Bearbeiten]

Das neue Konzept wurde am 10. September 2009 auf einer Pressekonferenz in Köln-Mülheim vorgestellt. Auf dem Podium befanden sich NDR-Intendant Lutz Marmor, ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber, ProSieben-Geschäftsführer Andreas Bartl, ProSieben-Unterhaltungschefin Christiane Teich, 1Live-Wellenchef Jochen Rausch und Stefan Raab.

Der Teilnehmer für das Finale des Eurovision Song Contest in Oslo wurde in insgesamt acht Fernsehsendungen ermittelt. In einem bundesweiten Casting konnten sich Kandidaten in einer „Castingbox“ bei ProSieben und Veranstaltungen diverser Radiosender bewerben. Insgesamt versuchten es mehr als 4500 Personen.[3][4] Die Veranstalter wählten schließlich zwanzig Teilnehmer für die Fernsehshows aus. Jeweils zehn dieser Kandidaten traten in den ersten beiden Ausscheidungsshows auf, wobei die besten fünf pro Sendung weiterkamen. In den beiden folgenden Shows schieden pro Runde zwei Teilnehmer aus.

In der fünften Show und im Viertelfinale schied jeweils noch ein Teilnehmer aus. Im Halbfinale wurden aus den vier verbliebenen Kandidaten die beiden Finalisten ermittelt. Im Finale wählten die Zuschauer zuerst den Song, mit dem der Kandidat Deutschland in Norwegen vertreten wird, und danach aus den beiden verbliebenen Kandidaten die Siegerin.

Die Entscheidung darüber, welche Kandidaten weiterkommen, trafen ausschließlich die Fernsehzuschauer über Televoting. Die Jury unter dem Vorsitz von Stefan Raab bewertete die Künstler zwar, hatte aber keinen direkten Einfluss auf die Entscheidung. Neben Raab saßen erfolgreiche deutsche Musiker in der Jury. In der ersten Show gehörten Yvonne Catterfeld und Marius Müller-Westernhagen zur Jury, in der zweiten Ausgabe waren Sarah Connor und Peter Maffay dabei, in der dritten Nena und König Boris sowie in der vierten Folge Cassandra Steen und Sasha. In der fünften Show kommentierten Joy Denalane und Rea Garvey die Leistungen, im Viertelfinale waren es Adel Tawil und Anke Engelke. Im Halbfinale saßen Barbara Schöneberger und Jan Delay neben Raab, im Finale hießen die Juroren Stefanie Kloß und Xavier Naidoo.

Die ersten fünf Shows sowie das Halbfinale waren seit dem 2. Februar 2010 jeweils dienstags um 20:15 Uhr bei ProSieben zu sehen. Die ARD übertrug das Viertelfinale am 5. und das Finale am 12. März. Durch die Sendungen führten die Radiomoderatorin Sabine Heinrich von 1 Live (ARD) und Matthias Opdenhövel von ProSieben. Die Veranstaltungen fanden in den Brainpool TV Studios in Köln-Mülheim statt, im gleichen Studio wie Schlag den Raab.

Teilnehmer und Ergebnisse[Bearbeiten]

Ein Banner an Jennifer Brauns Schule in Wiesbaden
Lena Meyer-Landrut, „Unser Star für Oslo“

Nachfolgend sind die Ergebnisse der einzelnen Shows aufgelistet. Die Kandidaten werden jeweils in der Reihenfolge ihrer Auftritte genannt. Grün markiert sind die Kandidaten bzw. Titel, die die nächste Runde erreicht haben. Die genauen Abstimmungsergebnisse gab ProSieben nicht bekannt.

Erste Ausscheidungsshow[Bearbeiten]

Erste Ausscheidungsshow am 2. Februar 2010
Kandidat Titel Originalinterpret
Benjamin Peters Bodies Robbie Williams
Kerstin Freking My Immortal Evanescence
Johannes Böhm Crazy Seal
Daliah Sharaf At Last Etta James
Cyril Krueger Hotel California Eagles
Michael Kraus Loving You Paolo Nutini
Meri Voskanian Release Me Agnes
Katrin Walter Nobody Knows Pink
Sebastian Schwarzbach Home Michael Bublé
Lena Meyer-Landrut My Same Adele

Zweite Ausscheidungsshow[Bearbeiten]

Zweite Ausscheidungsshow am 9. Februar 2010
Kandidat Titel Originalinterpret
Jennifer Braun I’m Outta Love Anastacia
Benjamin Hartmann Better Together Jack Johnson
Maria-Lisa Straßburg Saving My Face KT Tunstall
Behnam Seifi Save Room John Legend
Sharyhan Osman I Have Nothing Whitney Houston
Alex Senzig Wherever You Will Go The Calling
Jana Wall Who Knew Pink
Franziska Weber Love Foolosophy Jamiroquai
Leon Taylor Der Weg Herbert Grönemeyer
Christian Durstewitz Faith George Michael

Dritte Ausscheidungsshow[Bearbeiten]

Dritte Ausscheidungsshow am 16. Februar 2010
Kandidat Titel Originalinterpret
Meri Voskanian If I Ain’t Got You Alicia Keys
Jennifer Braun Like the Way I Do Melissa Etheridge
Maria-Lisa Straßburg Helena My Chemical Romance
Leon Taylor Irgendwas bleibt Silbermond
Katrin Walter Warwick Avenue Duffy
Kerstin Freking Not Ready to Make Nice Dixie Chicks
Christian Durstewitz Change Daniel Merriweather
Sharyhan Osman Feel the Nile (Eigenkomposition)
Lena Meyer-Landrut Diamond Dave The Bird and the Bee
Cyril Krueger Hot Fudge Robbie Williams

Vierte Ausscheidungsshow[Bearbeiten]

Vierte Ausscheidungsshow am 23. Februar 2010
Kandidat Titel Originalinterpret
Katrin Walter Love Song Sara Bareilles
Sharyhan Osman Is You Is or Is You Ain’t My Baby Renee Olstead
Cyril Krueger Beautiful Day U2
Jennifer Braun I’m with You Avril Lavigne
Christian Durstewitz Another Night (Eigenkomposition)
Lena Meyer-Landrut Foundations Kate Nash
Kerstin Freking Thank You Alanis Morissette
Leon Taylor Are You Gonna Go My Way Lenny Kravitz

Fünfte Ausscheidungsshow[Bearbeiten]

Fünfte Ausscheidungsshow am 2. März 2010
Kandidat Titel Originalinterpret
Kerstin Freking Better Regina Spektor
Lena Meyer-Landrut New Shoes Paolo Nutini
Jennifer Braun Ain’t Nobody Rufus & Chaka Khan
Leon Taylor Tears in Heaven Eric Clapton
Sharyhan Osman In the City (Eigenkomposition)
Christian Durstewitz Dance with Somebody Mando Diao

Sechste Ausscheidungsshow (Viertelfinale)[Bearbeiten]

In der Abstimmungspause gab es einen Auftritt von Adel Tawil, der gemeinsam mit den Heavytones den Ich + Ich-Titel Einer von zweien vortrug.

Sechste Ausscheidungsshow (Viertelfinale) am 5. März 2010
Kandidat 1. Titel Originalinterpret 2. Titel Originalinterpret
Sharyhan Osman You've Got the Love Florence and the Machine Never Felt the Way That I Feel Today (Eigenkomposition)
Jennifer Braun Soulmate Natasha Bedingfield Nobody’s Wife Anouk
Kerstin Freking If a Song Could Get Me You Marit Larsen Somedays Regina Spektor
Christian Durstewitz Ochrasy Mando Diao Stalker (Eigenkomposition)
Lena Meyer-Landrut Mouthwash Kate Nash Neopolitan Dreams Lisa Mitchell

Siebte Ausscheidungsshow (Halbfinale)[Bearbeiten]

Im ersten von zwei Durchgängen trug jeder Kandidat einen Song vor. Die drei Kandidaten, die in der folgenden Abstimmung die meisten Anrufe erhielten, durften einen zweiten Titel vortragen. In der Endabstimmung (die bei der ersten Abstimmung gesammelten Stimmen wurden hierbei nicht gewertet) wurden die beiden Kandidaten für das Finale ermittelt. In der Abstimmpause der Endabstimmung stellte Jan Delay seinen Song Large vor.

Siebte Ausscheidungsshow (Halbfinale) am 9. März 2010
Kandidat 1. Titel Originalinterpret 2. Titel Originalinterpret
Christian Durstewitz I'm Yours Jason Mraz In Your Hands Charlie Winston
Kerstin Freking Hands Clean Alanis Morissette
Lena Meyer-Landrut Mr. Curiosity Jason Mraz The Lovecats The Cure
Jennifer Braun Heavy Cross Gossip Hurt Christina Aguilera

Achte Ausscheidungsshow (Finale)[Bearbeiten]

Im Finale trugen die Teilnehmerinnen neu komponierte Lieder vor. Die ersten beiden Songs sang jede Kandidatin, allerdings mit unterschiedlichem, dem individuellen Stil angepasstem Arrangement. Danach trug jede Kandidatin ein speziell für sie ausgewähltes, weiteres Lied vor. Die Zuschauer stimmten zunächst über die Songs ab, mit denen die beiden Finalistinnen gegeneinander antreten sollten. In der zweiten Abstimmung nach deren Präsentation wählten die Zuschauer Lena Meyer-Landrut zur Siegerin des Castings. Während dieser Abstimmungsphase sang Xavier Naidoo den Song Ich brauche dich.

Achte Ausscheidungsshow (Finale) am 12. März 2010
Kandidat 1. Titel
(Komponist/Texter)
2. Titel
(Komponist/Texter)
3. Titel
(Komponist/Texter)
Jennifer Braun Bee
(Rosi Golan, Per Kristian Ottestad, Mayaeni Strauss)
Satellite
(Julie Frost, John Gordon)
I Care for You
(Martin Fliegenschmidt, Claudio Pagonis & Max Mutzke)
Lena Meyer-Landrut Bee
(Rosi Golan, Per Kristian Ottestad, Mayaeni Strauss)
Satellite
(Julie Frost, John Gordon)
Love Me
(Stefan Raab, Lena Meyer-Landrut)

Quoten[Bearbeiten]

Nr.
(gesamt)
Sender Datum Zuschauer Marktanteil
Gesamt 14 bis 49 Jahre Gesamt 14 bis 49 Jahre
01[5] ProSieben Di, 02. Feb. 2010 2,62 Mio. 2,04 Mio. 8,5 % 16,5 %
02[6] ProSieben Di, 09. Feb. 2010 2,20 Mio. 1,63 Mio. 7,0 % 12,7 %
03[7] ProSieben Di, 16. Feb. 2010 2,16 Mio. 1,68 Mio. 6,8 % 13,1 %
04[8] ProSieben Di, 23. Feb. 2010 1,87 Mio. 1,38 Mio. 6,0 % 10,7 %
05[9] ProSieben Di, 02. Mär. 2010 2,15 Mio. 1,63 Mio. 7,2 % 13,2  %
06[10] Das Erste Fr 05. Mär. 2010 3,02 Mio. 1,55 Mio. 9,8 % 15,1 %
07[11] ProSieben Di, 09. Mär. 2010 2,30 Mio. 1,76 Mio. - 14,4 %
08[12] Das Erste Fr 12. Mär. 2010 4,50 Mio. 2,50 Mio. 14,6 % 20,3 %

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Am 21. Mai 2010 wurde die Sendung mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet.[13]
  • Am 9. Oktober 2010 gewann die Sendung den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie Beste Unterhaltung.
  • Am 23. März 2011 wurde die Sendung in der Kategorie „Medienpartner des Jahres“ mit dem ECHO ausgezeichnet.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. brainpool.de: Produktion der Sendung Unser Star für Oslo
  2. http://eurovision.ndr.de/news/national/grimme117.html
  3. Rabea Weihser: Unser Star für Oslo – Held für ein Lied. In: Die Zeit, 3. Februar 2010, abgerufen 14. März 2010
  4. Die Zahl 4500 wurde auch in der Finalsendung von Moderatorin Sabine Heinrich genannt.
  5. Stefan Tewes: Raabs Oslo-Casting startet gut. In: quotenmeter.de. 2. Februar 2010, abgerufen am 10. Januar 2012.
  6. Stefan Tewes: «Unser Star für Oslo» gibt Zuschauer ab. In: quotenmeter.de. 10. Februar 2010, abgerufen am 10. Januar 2012.
  7. Manuel Weis: Raabs Casting gibt noch Zuschauer ab. In: quotenmeter.de. 17. Februar 2010, abgerufen am 10. Januar 2012.
  8. Stefan Tewes: Oslo-Casting fällt unter den Schnitt. In: quotenmeter.de. 24. Februar 2010, abgerufen am 10. Januar 2012.
  9. Manuel Weis: Nach Olympia: «Oslo»-Casting legt zu. In: quotenmeter.de. 3. März 2010, abgerufen am 10. Januar 2012.
  10. Andreas Markhauser: Raab beschert auch dem Ersten gute Quoten. In: quotenmeter.de. 6. März 2010, abgerufen am 10. Januar 2012.
  11. Stefan Tewes: Weg nach Oslo nimmt weiter Fahrt auf. In: quotenmeter.de. 10. März 2010, abgerufen am 10. Januar 2012.
  12. Timo Niemeier: «USFO»-Finale holt sich den Tagessieg. In: quotenmeter.de. 13. März 2010, abgerufen am 10. Januar 2012.
  13. «Blaue Panther» für Stefan Raab und Klaus Doldinger