Liste der Präsidenten der Vereinigten Staaten

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Siegel des Präsidenten der Vereinigten Staaten
Alle lebenden US-Präsidenten, von links: George Bush, Barack Obama, George W. Bush, Bill Clinton und Jimmy Carter im Oval Office am 7. Januar 2009

Die Liste der Präsidenten der Vereinigten Staaten führt die Staatsoberhäupter in der Geschichte der Vereinigten Staaten vollständig auf. Neben allen Personen, die das Amt als Präsident der Vereinigten Staaten nach Inkrafttreten der amerikanischen Verfassung von 1789 innehatten, sind auch die entsprechenden Vizepräsidenten verzeichnet.

Die Nummerierung bezieht sich dabei auf die fortlaufende Zahl der Präsidenten und nicht auf die Zahl der Amtszeiten. Wenn also ein Präsident zwei (oder mehr) Amtszeiten in Folge absolvierte, wird er dennoch nur einmal aufgeführt. Eine Ausnahme gilt bezüglich Grover Cleveland, der als bisher einziger Präsident zwei Amtszeiten absolvierte, die nicht direkt aufeinander folgten. Er wird daher als 22. und als 24. Präsident geführt, und entsprechend hat die Liste für 43 Präsidenten 44 Einträge.

Nach Rücktritt, Todesfall oder Amtsenthebung des Präsidenten rückt der Vizepräsident für den Rest der Amtszeit zum Präsidentenamt auf, und die Nummerierung wird fortgesetzt. Insgesamt ist dies bisher in neun Fällen geschehen. Acht Präsidenten starben im Amt (Harrison 1841, Taylor 1850, Lincoln 1865, Garfield 1881, McKinley 1901, Harding 1923, Roosevelt 1945 und Kennedy 1963), wobei Lincoln, Garfield, McKinley und Kennedy ermordet wurden. Der neunte Präsident, auf den sein Vizepräsident folgte, war Nixon, der 1974 als Präsident zurücktrat.

Während des Amerikanischen Bürgerkriegs war Jefferson Davis von 1861 bis 1865 Präsident der Konföderierten Staaten von Amerika; er wird nicht als Präsident der Vereinigten Staaten gezählt.

Zur besseren Übersicht ist die Liste in drei Abschnitte gegliedert:

  • Vom Unabhängigkeitskrieg bis zum Bürgerkrieg (1789–1861)
  • Vom Bürgerkrieg bis zum Zweiten Weltkrieg (1861–1945)
  • Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg (ab 1945)

Die Farben in der ersten Spalte stehen für die jeweilige Parteizugehörigkeit des Präsidenten; eine Farblegende findet sich am Ende der Tabelle. Die Lebensdaten des jeweiligen Präsidenten befinden sich in Klammern unter den Namen.

Vom Unabhängigkeitskrieg bis zum Bürgerkrieg (1789–1861)[Bearbeiten]

Nr. Präsident
(Lebensdaten)
Partei Dauer der Präsidentschaft Nr. der Amtszeit Vizepräsident
1 Gilbert Stuart Williamstown Portrait of George Washington.jpg George Washington
(1732–1799)
parteilos 30. April 1789
 4. März 1797
1. John Adams Johnadamsvp.flopped.jpg
2.
Washington ist der erste Präsident nach dem Unabhängigkeitskrieg und gilt als „Vater der amerikanischen Nation“. Mit seiner Amtsführung setzt er Maßstäbe und schafft Präzedenzfälle, die für alle weiteren Präsidentschaften prägend sind. Zu seinen Leistungen zählt die Errichtung einer funktionsfähigen Bundesregierung und der Aufbau eines Kabinetts. Gleichwohl ist seine Politik nicht immer glücklich: Eine Steuer auf Alkohol führt zur Whiskey-Rebellion und politisch ist der Jay-Vertrag höchst umstritten. Washington befürwortet in den europäischen Koalitionskriegen eine neutrale Haltung und setzt diese Politik auch in der Citizen-Genêt-Affäre gegen eine starke pro-französische Stimmung in der Bevölkerung durch. Durch seinen Entschluss auf eine dritte Amtszeit zu verzichten, bindet er – bis auf Franklin D. Roosevelt – alle seine Nachfolger an diese Vorgabe der nur einmaligen Wiederwahl.
2 Johnadamsvp.flipped.jpg John Adams
(1735–1826)
Föd.  4. März 1797
 4. März 1801
3. Thomas Jefferson 02 Thomas Jefferson 3x4.jpg
Die Präsidentschaft von John Adams ist innenpolitisch von Intrigen und politischen Zänkereien geprägt, die in der Herausbildung des Zweiparteiensystems begründet sind. Der Quasi-Krieg mit Frankreich und die XYZ-Affäre zeigen, dass eine Verwicklung in die europäischen Kriege kaum noch abwendbar ist. Zur Landesverteidigung setzt Adams mit den Alien and Sedition Acts erhebliche Einschränkungen der demokratischen Rechte durch, steigert die Militärausgaben und ordnet die Gründung des Marineministeriums an. Seine größte Leistung ist die Vermeidung des scheinbar unabwendbaren Krieges durch Verhandlungen mit Talleyrand und gegen den Widerstand in der eigenen Partei.
3 T Jefferson by Charles Willson Peale 1791 2.jpg Thomas Jefferson
(1743–1826)
Demokr.-
Rep.
 4. März 1801
 4. März 1809
4. Aaron Burr AaronBurr.jpg
5. George Clinton George clinton.jpg
Die Wahl Jeffersons zum Präsidenten erfolgt wegen eines Patts im Electoral College durch das Repräsentantenhaus. Ein Ergebnis der umstrittenen Wahl sind das wegweisende Urteil zur Verfassungsgerichtsbarkeit und der Verfassungszusatz zur Präsidentschaftswahl. Mit dem Louisiana Purchase wird die französische Kolonie Louisiana erworben, die daraufhin entsandte Lewis-und-Clark-Expedition ist die erste Überlandexpedition von Küste zu Küste, und Jefferson bewilligt die Mittel für die erste Nationalstraße. Mit dem Tripolitanischen Krieg wird erstmals eine militärische Auseinandersetzung außerhalb der eigenen Grenzen geführt. Der Embargo Act, der Großbritannien und Frankreich friedlich zwingen soll, die Neutralität zu respektieren, ist ein außergewöhnlicher Misserfolg, der vor allem den amerikanischen Handel völlig lähmt.
4 James Madison.jpg James Madison
(1751–1836)
Demokr.-
Rep.
 4. März 1809
 4. März 1817
6. George Clinton
nicht besetzt (verstorben)
7. Elbridge Gerry 05 Elbridge Gerry 3x4.jpg
nicht besetzt (verstorben)
Louisiana wird als erster Bundesstaat aus den ehemaligen Louisiana-Territorien neu aufgenommen. Die jahrelangen Spannungen zwischen den USA und Großbritannien führen zum Britisch-Amerikanischen Krieg, wobei der Versuch der Amerikaner, in Kanada einzumarschieren und die britische Kolonie zu erobern, kläglich scheitert. Im Gegenteil gelingt den Briten die vorübergehende Besetzung Washingtons und sie brennen das Weiße Haus und das Kapitol nieder. Mit dem Frieden von Gent wird der status quo ante bellum wiederhergestellt und Westflorida den Vereinigten Staaten zuerkannt. Als positives Ergebnis des Krieges stehen eine größere industrielle Unabhängigkeit und ein schnelleres Wirtschaftswachstum. Zum Ende seiner zwei Amtszeiten wird ein erstes Zollgesetz verabschiedet, das mit Schutzzöllen die heimische Wirtschaft stärken soll.
5 Jamesmonroe-npgallery.jpg James Monroe
(1758–1831)
Demokr.-
Rep.
 4. März 1817
 4. März 1825
8. Daniel D. Tompkins 06 Daniel Tompkins 3x4.jpg
9.
Monroe ist der letzte Präsident, der die amerikanische Revolution noch aus eigenem Erleben kennt, und die Zeit der Präsidentschaft gilt als „Era of Good Feeling“. Der erste Seminolenkrieg führt zu weiteren Gebietsgewinnen, jährlich abwechselnd treten ein Nordstaat und ein Südstaat dem Bund bei: Indiana, Mississippi, Illinois, Alabama, Maine, und nachdem ein Kompromiss in Fragen der Sklavenhaltung gefunden wird, wird auch Missouri Bundesstaat. Die spanische Kolonie Florida wird erworben, und die Monroe-Doktrin gibt den außenpolitischen Kurs Amerikas für die folgenden Jahrzehnte vor. Die liberianische Hauptstadt Monrovia ist nach James Monroe benannt.
6 John Quincy Adams.jpg John Quincy Adams
(1767–1848)
Demokr.-
Rep.
 4. März 1825
 4. März 1829
10. John C. Calhoun 07 John Calhoun 3x4.jpg
Weil bei der Präsidentschaftswahl keiner der Kandidaten die Mehrheit im Electoral College erhält, entscheidet das Repräsentantenhaus die Wahl des Präsidenten. John Q. Adams ist der erste Präsident, dessen Vater (John Adams) bereits dieses Amt bekleidete. Der Sohn liefert eine Politik ohne große Höhepunkte und die Amtszeit ist glück- und glanzlos. Einzig die Pläne für eine weitere transkontinentale Ausbreitung der Staaten mit Kanal- (Eriekanal und Illinois Waterway) und Eisenbahnprojekten (Baltimore and Ohio Railroad) bleiben als präsidiale Leistungen.
7 Andrew Jackson.jpg Andrew Jackson
(1767–1845)
Demokr.  4. März 1829
 4. März 1837
11. John C. Calhoun
nicht besetzt (zurückgetreten)
12. Martin Van Buren 08 Martin Van Buren 3x4.jpg
Jackson gilt als der erste „Volkspräsident“, weil er zum einen aus schlichten Verhältnissen stammt und zum anderen seine Popularität bei den einfachen Wählern enorm ist. Bei seiner Amtseinführung ist er der erste Präsident, der das Spoils-System einführt, also die personelle Neubesetzung von Ämtern der Bundesbehörden betreibt. Der entstehende Abolitionismus führt zu ernsten Meinungsverschiedenheiten zwischen Nord- und Südstaaten, die sich auch in der Nullifikationskrise zeigen. Arkansas und Michigan treten als Bundesstaaten bei. Mit dem Indian Removal Act wird die gesetzliche Grundlage zur Zwangsumsiedlung der östlich des Mississippi lebenden Indianer geschaffen. Sein Veto gegen die Verlängerung der Charta der Zentralbank, vor allem aber seine Rede zur Begründung zählen zu den Höhepunkten amerikanisch-demokratischer Tradition.
8 MartinVanBuren.png Martin Van Buren
(1782–1862)
Demokr.  4. März 1837
 4. März 1841
13. Richard Johnson Vice President of the United States Richard Johnson.jpg
Martin Van Buren ist der erste Präsident, der als US-amerikanischer Staatsbürger geboren worden ist. Außerdem ist er der bislang einzige Präsident, dessen Muttersprache nicht Englisch, sondern Niederländisch war. Bei ihm handelt es sich – vor George H. W. Bush – um den letzten Vizepräsidenten, der aus dieser Position heraus in das Amt des Präsidenten gewählt worden ist. Die Wirtschaftskrise von 1837 ist eine der schwersten in der Geschichte der USA und die Caroline/McLeod-Affäre führt zu einer erneuten bewaffneten Auseinandersetzung mit Großbritannien. Auf dem Pfad der Tränen sterben bei einer Zwangsumsiedlung ca. 4.000 der 10.000 in das Reservat aufgebrochenen Indianer und weitere zwangsweise Umsiedlungen führen zum 2. Seminolenkrieg.
9 William Henry Harrison.jpg William Henry Harrison
(1773–1841)
Whig  4. März 1841
 4. April 1841
14. John Tyler Johntyler.jpg
Harrison ist der erste US-Präsident, der während seiner Zeit im Amt verstirbt und durch den amtierenden Vizepräsidenten ersetzt wird. Mit einem Monat ist diese Präsidentschaft die kürzeste der US-Geschichte. Sein Enkel Benjamin Harrison ist von 1889 bis 1893 der 23. US-Präsident.
10 Johntyler.jpg John Tyler
(1790–1862)
Whig  4. April 1841
 4. März 1845
14. nicht besetzt (aufgerückt)
Tyler ist der erste Vizepräsident, der durch den Tod des Präsidenten selbst in dieses Amt aufrückt. Während seiner Amtszeit ist es allerdings umstritten, ob er tatsächlich vollwertiger US-Präsident oder nur geschäftsführender Präsident (Acting President) ist. Tyler vertritt vehement die Position, er sei Präsident, und schickt sogar Briefe, die an den Acting President adressiert sind, ungeöffnet zurück. Seine Amtsübernahme galt damit als Präzedenzfall für alle weiteren nachgerückten Vizepräsidenten. Im Wortlaut der Verfassung wird die Grundlage für den tatsächlichen Übergang der Präsidentschaft erst 1967 durch den 25. Verfassungszusatz kodifiziert. Tyler wird kurz nach seinem Amtsantritt aufgrund von politischen Differenzen aus seiner Partei ausgeschlossen, sodass auch 1844 eine Wiederwahl nicht möglich war. Am Ende seiner Amtszeit unterzeichnet er noch die Aufnahme von Texas in die Union.
11 JamesKnoxPolk.png James K. Polk
(1795–1849)
Demokr.  4. März 1845
 4. März 1849
15. George M. Dallas Vice-president of the US George Dallas.jpg
Die Annexion von Texas, die den bislang flächenmäßig größten Staat dem Bund zuführt, verbunden mit dem Glauben an den „göttlichen Auftrag zur Expansion“, endet im Mexikanischen Krieg. Der Sieg über Mexiko manifestiert sich im Vertrag von Guadalupe Hidalgo mit der Landnahme des gesamten Südwestens. Der Oregon-Kompromiss mit Großbritannien legt die Grenze mit Kanada auf den 49. Breitengrad fest. Am Ende seiner Amtsperiode verzichtet Polk auf eine Wiederwahl.
12 Zachary Taylor 2.jpg Zachary Taylor
(1784–1850)
Whig  4. März 1849
 9. Juli 1850
16. Millard Fillmore Millard Fillmore -13th president of the United States.jpg
Die kurze Amtszeit ist, bis auf den Beginn des Goldrauschs im soeben gewonnenen Gebiet von Kalifornien, recht ereignislos. Im beginnenden Konflikt mit den Südstaaten (vor allem in der Sklavenfrage) spricht er sich für den Erhalt der Union aus. Taylor ist der zweite Präsident, der während der Zeit im Amt eines natürlichen Todes stirbt.
13 MillardFillmore1857.png Millard Fillmore
(1800–1874)
Whig  9. Juli 1850
 4. März 1853
16. nicht besetzt (aufgerückt)
Die Expedition von Matthew Perry zwingt Japan zu einer Öffnung des Landes. Der Kompromiss von 1850 als friedlicher Ausgleich zwischen den Interessen der sklavenhaltenden Südstaaten und des freien Nordens verhindert vorerst die sich abzeichnende Sezession. Für die Präsidentschaftswahl 1852 nominiert ihn seine Partei nicht zur Wiederwahl. Ein weiterer Anlauf für die Präsidentschaft 1856 als Kandidat der Know-Nothing Party bleibt ebenfalls erfolglos.
14 Franklin Pierce.jpg Franklin Pierce
(1804–1869)
Demokr.  4. März 1853
 4. März 1857
17. William R. King 13 William King 3x4.jpg
nicht besetzt (verstorben)
Der Kansas-Nebraska Act führt zwischen Gegnern und Anhängern der Sklaverei beinahe zum Bürgerkrieg. Neben dem erfolgreich verlaufenen Gadsden-Kauf, mit dem Teilgebiete von Arizona und New Mexico erworben werden, und dem misslungenen Plan, Kuba zu kaufen oder gewaltsam zu erobern, ist die Amtszeit vor allem durch persönliche Probleme gekennzeichnet. Eine versuchte Wiederwahl scheitert bereits am Verlust der Nominierung durch seine Partei.
15 James Buchanan.jpg James Buchanan
(1791–1868)
Demokr.  4. März 1857
 4. März 1861
18. John C. Breckinridge John C Breckinridge-04775-restored.jpg
Die wirtschaftliche Krise von 1857 schwächt die gesamte Weltwirtschaft. Nach dem Dred-Scott-Urteil steht es jedem Bundesstaat frei, über die Sklaverei zu entscheiden. Dies führt zur Sezession der ersten Südstaaten, wobei Buchanan nichts unternimmt, um die Sezession aufzuhalten. Nach seiner Interpretation hätten zwar die Einzelstaaten kein Recht auf den Austritt aus der Union, allerdings könne die US-Regierung auch nichts tun um sie davon abzuhalten. Im Jahr 1860 tritt er nicht zur Wiederwahl an. Buchanan war bislang der einzige unverheiratete Präsident.

Vom Bürgerkrieg bis zum Zweiten Weltkrieg (1861–1945)[Bearbeiten]

Nr. Präsident
(Lebensdaten)
Partei Dauer der Präsidentschaft Nr. der Amtszeit Vizepräsident
16 Abraham Lincoln head on shoulders photo portrait.jpg Abraham Lincoln
(1809–1865)
Rep.  4. März 1861
15. April 1865
19. Hannibal Hamlin Hannibal Hamlin, photo portrait seated, c1860-65-retouched-crop.jpg
20. Andrew Johnson 16 Andrew Johnson 3x4.jpg
Lincolns Präsidentschaft ist durch den Bürgerkrieg mit den Konföderierten geprägt. Nach der Sezession von elf sklavenhaltenden Südstaaten führt Lincoln die Nordstaaten zum Sieg, setzt die Wiederherstellung der Union durch und betreibt mit dem 13. Zusatzartikel zur Verfassung die Abschaffung der Sklaverei auf dem Boden der Vereinigten Staaten. Kurz nach Unterzeichnung der Kapitulation von Appomattox und seiner erfolgreichen Wiederwahl im Jahr 1864 wird er von einem fanatischen Sympathisanten der Südstaaten, dem Schauspieler John Wilkes Booth, während einer Theatervorstellung erschossen und ist damit der erste Präsident, der während seiner Zeit im Amt ermordet wird. Seine Präsidentschaft gilt heute als eine der bedeutendsten in der US-Geschichte, da der von Lincoln siegreich geführte Bürgerkrieg eine Spaltung der Vereinigten Staaten in Nord und Süd verhinderte und die Sklaverei abschaffte. Doch bleibt das Problem der gleichen Bürgerrechte für Afroamerikaner, für deren Gleichberechtigung Lincoln plädierte, für ein weiteres Jahrhundert bis zur Amtszeit von Lyndon B. Johnson rechtlich weitestgehend ungelöst.
17 Andrew Johnson photo portrait head and shoulders, c1870-1880-Edit1.jpg Andrew Johnson
(1808–1875)
Demokr. 15. April 1865
 4. März 1869
20. nicht besetzt (aufgerückt)
Andrew Johnson bekleidete unter Abraham Lincoln einen Monat lang das Amt des Vizepräsidenten. Obwohl beide ursprünglich verschiedenen Parteien angehörten traten sie bei der Wahl von 1864 im Rahmen der National Union Party gemeinsam an. Nach Präsident Lincolns Ermorderung rückt Johnson ins Amt des Präsidenten auf. Die Hauptaufgabe seiner Präsidentschaft ist nach dem Ende des Bürgerkrieges die gesellschaftliche und ökonomische Wiedereingliederung der Südstaaten (Reconstruction). Diese wird jedoch erschwert durch erhebliche Differenzen zwischen dem Präsidenten und dem amerikanischen Kongress. Johnson legt gegen mehrere Gesetze, die der Verbesserung von Lebensbedingungen von Schwarzen gewidmet sind, zahlreiche Vetos ein, die jedoch häufig vom Kongress mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit in beiden Kammern überstimmt wurden. Bedingt durch diese Differenzen kam es im Frühjahr 1868 zum ersten Amtsenthebungsverfahren der amerikanischen Geschichte, wobei dem Präsidenten insbesondere die Verletzung des umstrittenen Tenure of Office Act zur Last gelegt wird. Die Amtsenthebung verfehlte jedoch im Senat eine Stimme, sodass es nicht zu seiner Entfernung aus dem Amt kam. Der von Johnson getätigte Ankauf von Alaska war seinerzeit höchst umstritten. Nach Beendigung seiner Amtszeit wird Johnson von seiner Partei, den Demokraten, nicht zum Kandidaten aufgestellt.
18 Ulysses Grant 1870-1880.jpg Ulysses S. Grant
(1822–1885)
Rep.  4. März 1869
 4. März 1877
21. Schuyler Colfax Representative Schuyler Colfax.jpg
22. Henry Wilson Henry Wilson, VP of the United States.jpg
nicht besetzt (verstorben)
Die größte Herausforderung für den ehemaligen Oberbefehlshaber der Unionsarmeen ist die Fortführung der Reconstruction, die er letztlich zum Erfolg führt. Grant betreibt ferner eine ambivalente Indianerpolitik. Einerseits ernennt er erstmals einen Indianer zum Kommissar für indianische Angelegenheiten. Gleichzeitig versucht Grant Afroamerikanern mehr Rechte zu verschaffen, wobei jedoch gerade in den Südstaaten seine Ambitionen durch starke innenpolitische Widerstände ausgebremst werden. Andererseits fallen in seine Amtszeit einige blutige Konflikte wie die Schlacht am Little Big Horn. Darüber hinaus bleibt Grants Präsidentschaft durch Korruptionsskandale seiner Mitarbeiter (Whiskey Ring, Jay Gould, William W. Belknap) und wegen der Gründung des ersten Nationalparks in Erinnerung. Eine von ihm angestrebte dritte Amtszeit im Jahr 1880 verweigert ihm seine Partei mit Verweis auf das Vorbild George Washingtons.
19 President Rutherford Hayes 1870 - 1880 Restored.jpg Rutherford B. Hayes
(1822–1893)
Rep.  4. März 1877
 4. März 1881
23. William A. Wheeler VP-Wheeler.jpg
Die Präsidentschaftswahlen sind von erheblichen Unregelmäßigkeiten gekennzeichnet. Der Sieg von Hayes wird erst von einer durch den Kongress eingesetzten Kommission festgestellt. In seine Amtszeit fällt der Beginn des Gilded Age. Einer Wiederwahl im Jahr 1880 stellt er sich nicht.
20 James Abram Garfield, photo portrait seated.jpg James A. Garfield
(1831–1881)
Rep.  4. März 1881
19. September 1881
24. Chester A. Arthur 20 Chester Arthur 3x4.jpg
Garfield will die Erneuerung des korrumpierten Staates, was ihm jedoch zum Verhängnis wird. Nachdem er einem Mann namens Charles J. Guiteau eine Regierungsstelle verweigert, wird Garfield von diesem angeschossen und stirbt zweieinhalb Monate später an dieser Verletzung.
21 Chester Alan Arthur.jpg Chester A. Arthur
(1829–1886)
Rep. 19. September 1881
 4. März 1885
24. nicht besetzt (aufgerückt)
Arthur bemüht sich um Reformen im Öffentlichen Dienst, um die ausufernde Korruption einzudämmen. Während seiner Amtszeit werden außerdem die US-Seestreitkräfte neu aufgestellt. Ansonsten ist seine Zeit im Weißen Haus relativ ereignislos. Für die Präsidentschaftswahl 1884 wird er von seiner Partei nicht zur Wiederwahl nominiert.
22 Grover Cleveland Portrait.jpg Grover Cleveland
(1837–1908)
Demokr.  4. März 1885
 4. März 1889
25. Thomas Hendricks 21 Thomas Hendricks 3x4.jpg
nicht besetzt (verstorben)
In seiner ersten Amtszeit wird die Freiheitsstatue eingeweiht. Cleveland ist der einzige Präsident, der im Weißen Haus heiratet. Als er 1886, mit 49 Jahren, die 21-jährige Frances Folsom ehelicht, kommt es in Washington zum Skandal.
23 Benjamin Harrison Portrait.jpg Benjamin Harrison
(1833–1901)
Rep.  4. März 1889
 4. März 1893
26. Levi P. Morton Levi Morton - Brady-Handy portrait - tight 3x4 crop.jpg
Unter seiner Präsidentschaft werden Gesetze zur Regulierung der Wirtschaft verabschiedet, wie der protektionistische McKinley Tariff und der Sherman Antitrust Act, der die Bildung von Kartellen und Monopolen einschränken soll. Erstmals überschreiten die jährlichen Ausgaben des Staates die Milliardenschwelle. Harrison ist der einzige Präsident, der Enkel eines anderen Präsidenten ist. Sein Großvater William Henry Harrison war der 9. Präsident der USA.
24 President Grover Cleveland.jpg Grover Cleveland
(1837–1908)
Demokr.  4. März 1893
 4. März 1897
27. Adlai E. Stevenson 23 Adlai E. Stevenson 3x4.jpg
Cleveland ist der einzige Präsident, der nach einer Unterbrechung erneut in das Amt gewählt wird. In seine zweite Amtszeit fällt die Weltausstellung in Chicago und mit dem Pullman-Streik der bis dato größte Arbeiterprotest der amerikanischen Geschichte.
25 Mckinley.jpg William McKinley
(1843–1901)
Rep.  4. März 1897
14. September 1901
28. Garret Hobart Garret A. Hobart three-quarter length portrait.jpg
nicht besetzt (verstorben)
29. Theodore Roosevelt Theodore Roosevelt.jpg
McKinley verfolgt eine imperialistische Politik, die zur Annexion von Hawaii, zum Spanisch-Amerikanischen Krieg mit der Besetzung der spanischen Kolonien (Kuba, Puerto Rico und Philippinen) sowie zum Philippinisch-Amerikanischen Krieg führt. Er erhöht die Schutzzölle und betreibt eine Politik, die auf der Laissez-faire-Theorie beruht. Ein halbes Jahr nach Beginn der zweiten Amtszeit wird er von Leon Czolgosz erschossen.
26 President Theodore Roosevelt, 1904.jpg Theodore Roosevelt
(1858–1919)
Rep. 14. September 1901
 4. März 1909
29. nicht besetzt (aufgerückt)
30. Charles W. Fairbanks 26 Charles Fairbanks 3x4.jpg
Innen- und außenpolitisch ist der Präsident um den Ausgleich verschiedenster Interessen bemüht: Er setzt sich für die Machtbeschränkung der Kartelle ein, empfängt mit Booker Washington offiziell den ersten Afroamerikaner im Weißen Haus und gründet zum Schutz der Natur eine Reihe von Nationalparks. Er erhält als erster Präsident den Friedensnobelpreis für seine Vermittlung im Russisch-Japanischen Krieg. Während seiner ersten Amtszeit wurde der für den Weiterbau des Panamakanals entscheidende Hay-Bunau-Varilla-Vertrag abgeschlossen.
27 William Howard Taft.jpg William Howard Taft
(1857–1930)
Rep.  4. März 1909
 4. März 1913
31. James S. Sherman James Sherman, Bain bw photo portrait facing left.jpg
nicht besetzt (verstorben)
Taft bemüht sich, die von seinem Vorgänger eingeleiteten Reformen zu konsolidieren. Dabei gerät er in einen innerparteilichen Konflikt zwischen verschiedensten Interessensgemeinschaften. Außenpolitisch setzt er den Kurs der Dollar-Diplomatie fort. Als einziger Präsident wurde er später Oberster Richter (Chief Justice) der USA.
28 Woodrow Wilson-H&E.jpg Woodrow Wilson
(1856–1924)
Demokr.  4. März 1913
 4. März 1921
32. Thomas Riley Marshall VPthomasrmarshall.JPG
33.
Wilson gründet im Zuge sozialreformerischer Politik die Bundeshandelskommission und die US-Zentralbank. Außenpolitisch bemüht sich Wilson zunächst um eine neutrale Position im Ersten Weltkrieg, die erst nach Ankündigung des „uneingeschränkten U-Boot-Kriegs“ und Bekanntwerden der Zimmermann-Depesche zugunsten des Kriegseintritts auf Seiten der Entente aufgegeben wird. Für seine Bemühungen um den Völkerbund erhält er den Friedensnobelpreis. In seine zweite Amtszeit fällt auch die landesweite Einführung der Alkoholprohibition.
29 Warren G Harding portrait as senator June 1920.jpg Warren G. Harding
(1865–1923)
Rep.  4. März 1921
 2. August 1923
34. Calvin Coolidge Calvin Coolidge photo portrait head and shoulders.jpg
In seiner nur 27-monatigen Zeit im Amt betreibt Harding eine Politik der Nichteinmischung in den Bereichen Wirtschaft und Soziales. Infolge zahlreicher Skandale, in die auch Mitglieder seiner Regierung verwickelt sind, gilt seine Präsidentschaft als wenig erfolgreich. Während einer Reise durch den Westen stirbt er in San Francisco an einem Schlaganfall.
30 Calvin Coolidge-Garo.jpg Calvin Coolidge
(1872–1933)
Rep.  2. August 1923
 4. März 1929
34. nicht besetzt (aufgerückt)
35. Charles Gates Dawes Charles Dawes, Bain bw photo portrait.jpg
Auch Coolidge ist ein Verfechter des wirtschaftlichen Laissez-faire, ein Merkmal der „Roaring Twenties“. Mit dem Johnson-Reed Act wird die Zahl der Einwanderer erstmals einer Quote unterworfen, mit der Federal Radio Commission eine Medienüberwachung installiert und mit dem Briand-Kellogg-Pakt das Verbot des Angriffskrieges völkerrechtlich verankert.
31 HerbertHoover.jpg Herbert Hoover
(1874–1964)
Rep.  4. März 1929
 4. März 1933
36. Charles Curtis 31 Charles Curtis 3x4.jpg
Wie seine beiden republikanischen Vorgänger steht auch Hoover für eine Wirtschaftspolitik nach dem Laissez-faire-Prinzip. Der „Schwarze Donnerstag“ von 1929 ist der Auftakt zur Weltwirtschaftskrise, der Hoover mit dem Hoover-Moratorium zu begegnen sucht. Da es seiner Regierung nicht gelingt, die Folgen der Wirtschaftsdepression abzumildern, bleibt seine Wiederwahl 1932 ein aussichtsloses Unterfangen.
32 FDRin1942.jpg Franklin D. Roosevelt
(1882–1945)
Demokr.  4. März 1933
12. April 1945
37. John N. Garner 32 John Garner 3x4.jpg
38.
39. Henry A. Wallace 33 Henry Wallace 3x4.jpg
40. Harry S. Truman 34 Harry Truman 3x4.jpg
Der New Deal bündelt die Wirtschafts- und Sozialreformen und mit Hilfe der Works Progress Administration wird die Massenarbeitslosigkeit und -armut überwunden. Außenpolitisch vertritt Roosevelt die Linie der Good Neighbor Policy und bemüht sich nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs zumindest offiziell um Neutralität. Inoffiziell werden die Alliierten frühzeitig militärisch unterstützt (Leih- und Pachtgesetz). Durch den japanischen Angriff auf Pearl Harbor werden die USA zum Kriegseintritt gezwungen. Vielleicht wegen dieser Erfahrung trägt Franklin Roosevelt erheblich zur Gründung der Vereinten Nationen bei. Er ist der Einzige, dessen Präsidentschaft länger als zwei Amtszeiten währte. Die zuvor als informelles Prinzip geltende Beschränkung wurde erst mit einer Verfassungsänderung im Jahre 1951 formales Gesetz. Kurz nach der Konferenz von Jalta stirbt Roosevelt im Alter von 63 Jahren an einer Hirnblutung.

Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg (ab 1945)[Bearbeiten]

Nr. Präsident
(Lebensdaten)
Partei Dauer der Präsidentschaft Nr. der Amtszeit Vizepräsident
33 Harry S. Truman.jpg Harry S. Truman
(1884–1972)
Demokr. 12. April 1945
20. Januar 1953
40. nicht besetzt (aufgerückt)
41. Alben W. Barkley AlbenBarkley.jpg
Truman, der erst 82 Tage vor seinem Amtsantritt zum Vizepräsidenten vereidigt wurde, sieht sich unmittelbar nach seiner Amtsübernahme aufgrund Roosevelts Tod mit zahlreichen wichtigen Ereignissen und Entscheidungen konfrontiert: Der Zweite Weltkrieg endet in Europa wenige Wochen nach seinem Amtsantritt, im Pazifik erst nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki. Die Anti-Hitler-Koalition zerbricht und mit der Berlin-Blockade erreicht der Kalte Krieg einen ersten Höhepunkt. Während der Präsidentschaft von Truman beginnt die McCarthy-Ära, in der das Komitee für unamerikanische Umtriebe Jagd auf tatsächliche oder vermeintliche Kommunisten macht. Ab 1950 ordnet er die militärische Intervention im Koreakrieg an, in dem er dem antikommunistischen Süden zur Hilfe kommt, der vom Norden angegriffen wurde. 1953 wird wenig nach seinem Ausscheiden ein Waffenstillstand vereinbart, der quasi den Vorkriegszustand wieder herstellt und noch heute gilt. Innenpolitisch bemüht sich Truman unter dem Schlagwort Fair Deal (in Anlehnung an den New Deal seines Vorgängers Roosevelt) um soziale Reformen (vor allem im Gesundheitswesen), doch werden seine Vorstöße nur bedingt durch den Kongress angenommen. Das Problem der ungleichen Rechte von Afroamerikanern rückt durch seine präsidiale Anordnung, die Rassentrennung im Militär zu beenden, erstmals in den öffentlichen Blickpunkt. 1952 verzichtet er auf eine erneute Wiederwahl (die zulässig gewesen wäre).
34 Eisenhower official.jpg Dwight D. Eisenhower
(1890–1969)
Rep. 20. Januar 1953
20. Januar 1961
42. Richard Nixon Richard Nixon, official bw photo, head and shoulders.jpg
43.
Der ursprünglich parteilose Eisenhower, der wichtigste US-Kommandeur des Zweiten Weltkrieges, wird nach dem Verzicht Trumans auf eine erneute Kandidatur aufgrund seiner enormen Popularität in der Bevölkerung von beiden Parteien als Kandidat umworben. Er entscheidet sich schließlich, für die Republikaner zu kandidieren, und damit einen Wechsel nach den langen Jahren der Herrschaft der Demokraten anzustreben. Der Koreakrieg endet mit einem Waffenstillstand und der De-facto-Teilung des Landes. 1953 stirbt Stalin, ab 1955 sieht sich Eisenhower einer auf internationalem Parkett zunehmend aggressiv und offensiv agierenden Sowjetunion gegenüber und reagiert darauf mit der Eisenhower-Doktrin. Wichtigste Impulsgeber der Präsidentschaft sind der Ausbau des nationalen Autobahnnetzes und die Errichtung der NASA als Weltraumbehörde. Obwohl seine Präsidentschaft eine Zeit der ideologischen Polarisierung im Kalten Krieg ist, agiert Eisenhower in vielem erstaunlich differenziert und weitsichtig. Er setzt 1954 dem Treiben des Senators Joseph McCarthy ein Ende, betreibt im Gegensatz zu seinen Nachfolgern eine ausgewogene Nahostpolitik und warnt in seiner Abschiedsrede an das amerikanische Volk eindringlich vor den Gefahren des militärisch-industriellen Komplexes. Sogar seinem konservativen Vizepräsidenten Richard Nixon steht Eisenhower, der bis zum Ende seiner Amtszeit von den Amerikanern geliebt und bewundert wird, kritisch gegenüber, er fügt ihm im Wahlkampf gegen Kennedy durch eine abfällige Bemerkung gegenüber Journalisten erheblichen Schaden zu.
35 John F. Kennedy, White House color photo portrait.jpg John F. Kennedy
(1917–1963)
Demokr. 20. Januar 1961
22. November 1963
44. Lyndon B. Johnson 37 Lyndon Johnson 3x4.jpg
Die nur 1036 Tage (34 Monate) währende Zeit, in denen Kennedy Präsident war, ist geprägt von entscheidenden außenpolitischen Ereignissen: das Scheitern der Kuba-Invasion in der Schweinebucht (April 1961), die Ankündigung der Mondlandung (Mai 1961), der Bau der Berliner Mauer (August 1961), das beginnende militärische Engagement im Vietnamkrieg (z. B. Taylor-Staley-Plan, März 1962) und die Kubakrise wegen der Stationierung sowjetischer Atomraketen (Oktober 1962). Innenpolitisch bemüht sich Kennedy um Reformen und unterstützt die Bürgerrechtsbewegung, die die Aufhebung der Rassentrennung fordert. Tatsächliche innenpolitische Erfolge können allerdings nicht erzielt werden. Am 22. November 1963 wird John F. Kennedy in Dallas bei einem Attentat ermordet, das bis heute nicht restlos aufgeklärt ist und um das sich bis in die Gegenwart zahlreiche Verschwörungstheorien ranken.
36 37 Lyndon Johnson 3x4.jpg Lyndon B. Johnson
(1908–1973)
Demokr. 22. November 1963
20. Januar 1969
44. nicht besetzt (aufgerückt)
45. Hubert H. Humphrey H Humphrey.jpg
Johnson tritt das Amt nach der Ermordung Kennedys im November 1963 an und wird ein Jahr später durch reguläre Wahlen mit großer Mehrheit im Amt bestätigt. Unter Johnson werden im Rahmen des Great-Society-Programms umfangreiche soziale Reformen verabschiedet: Durch den von ihm im Kongress durchgesetzten Civil Rights Act von 1964 wird die öffentliche Rassentrennung abgeschafft und die Gleichberechtigung der Afroamerikaner staatlich gewährleistet. Der Voting Rights Act erkennt Schwarzen und weiteren Minderheiten ausdrücklich das Wahlrecht zu. Sozialprogramme haben zur Folge, dass die Zahl der in Armut lebenden US-Bürger innerhalb seiner Amtszeit um fast die Hälfte reduziert werden kann. Die Verabschiedung der öffentlichen Krankenversicherungen Medicare und Medicaid sowie Reformen im Bildungswesen sind weitere Schwerpunkte. Allerdings wird die Präsidentschaft auch durch den Vietnamkrieg geprägt, gegen den sich zunehmend mehr und mehr Teile der Bevölkerung stellen, da es den US-Streitkräften vor allem aufgrund militärischer Fehleinschätzungen nicht gelingt, den Krieg gegen die kommunistischen Nordvietnamesen siegreich zu beenden. Dies führt auch unter den Menschen in den USA zu wachsenden Spannungen und teilweise heftigen Ausschreitungen. Außenpolitisch erzielt Johnson dennoch durch die Ratifizierung des Atomwaffensperrvertrags und die Konferenz von Glassboro Erfolge. 1968 verzichtet er auf eine weitere Kandidatur für die Präsidentschaft, obwohl diese zulässig gewesen wäre. In seinem letzten Amtsjahr lässt er Bombenangriffe in Vietnam zunächst reduzieren und dann ganz stoppen, nachdem er das Zustandekommen von Friedensverhandlungen mit vietnamesischen Kommunisten erreicht hat, die aber bis zu seinem Amtsausschied keinen endgültigen Durchbruch erreichen.
37 Nixon 30-0316a.jpg Richard Nixon
(1913–1994)
Rep. 20. Januar 1969
 9. August 1974
46. Spiro Agnew Spiro Agnew.jpg
47. Spiro Agnew
nicht besetzt (zurückgetreten)
Gerald Ford Gerald Ford, official Presidential photo.jpg
Weil die von ihm gewählte Taktik der Flächenbombardements keinen Erfolg zeigt, sieht sich Nixon in Vietnam zu einem Friedensschluss gezwungen, der faktisch einer Kapitulation gleichkommt. Diese Situation zwingt ihn zu einer aktiven Entspannungspolitik und er unternimmt Gesprächsreisen nach Moskau und Peking. Die Nixon-Doktrin sieht einen Rückzug aus dem asiatischen Raum vor und definiert die Rolle der USA als die einer Ordnungsmacht im Hintergrund. Innenpolitische Leistungen sind die Gründung von Amtrak, der nationalen Wetter- und Ozeanbehörde und der Drogenverfolgungsbehörde. Außerdem gelingt den USA unter ihm die von Kennedy angekündigte Mondlandung. Letztlich ist der Name Nixon jedoch dauerhaft mit der Watergate-Affäre verbunden, die zum bisher einzigen Rücktritt eines Präsidenten geführt hat. Ein Jahr vor Nixon war bereits sein Vizepräsident Spiro Agnew zurückgetreten, als dessen Nachfolger wurde Gerald Ford ernannt.
38 Gerald Ford.jpg Gerald Ford
(1913–2006)
Rep.  9. August 1974
20. Januar 1977
47. nicht besetzt (aufgerückt)
Nelson Rockefeller Nelson Rockefeller.jpg
Ford ist der bisher einzige Präsident, der nie durch vom Volk bestimmte Wahlmänner gewählt oder bestätigt wurde. Sein Vorgänger als Vizepräsident, Spiro Agnew, tritt wegen einer Korruptionsaffäre zurück, Nixon ernennt Ford als Nachfolger, und als Nixon seinerseits zurücktreten muss, folgt Ford ihm in das Amt nach. Kontrovers ist die Begnadigung, die er Nixon für jegliches im Amt möglicherweise begangene Vergehen erteilt. Ford versucht erfolglos der Rezession und Inflation Herr zu werden. Außenpolitisch verzeichnet er mit einer Fortsetzung der Entspannungspolitik und der Unterzeichnung der Schlussakte von Helsinki 1975 Erfolge. In seine Amtszeit fällt außerdem der vollkommene Rückzug der USA aus Vietnam, als nordvietnamesische Truppen Saigon erobern und die letzten US-Amerikaner fluchtartig das Land verlassen. Eine angestrebte Wiederwahl Fords im November 1976 scheitert relativ knapp an seinem demokratischen Herausforderer Jimmy Carter.
39 Jimmy Carter.jpg Jimmy Carter
(* 1924)
Demokr. 20. Januar 1977
20. Januar 1981
48. Walter Mondale Waltermondaleasdiplomat.jpg
Seit Hoover ist dies die erste Amtszeit ohne offene kriegerische Auseinandersetzung, doch wird dieser Zustand durch eine oft widersprüchliche Außenpolitik erreicht, die in manchen Ländern den Eindruck einer „schwächelnden“ Nation erweckt. Carter ist als Vermittler an den Verhandlungen zum Abkommen von Camp David I beteiligt und führt die SALT-II-Gespräche, doch seine Bemühungen, die Geiselnahme von Teheran und die sowjetische Invasion Afghanistans durch nichtmilitärische Mittel zu beenden, schlagen fehl. Auch das innenpolitische Engagement im Bereich der Energie-, Bildungs- und Umweltpolitik bringt keine Wende in der Wirtschafts- und Gesellschaftskrise.
40 Official Portrait of President Reagan 1981.jpg Ronald Reagan
(1911–2004)
Rep. 20. Januar 1981
20. Januar 1989
49. George Bush 43 George H.W. Bush 3x4.jpg
50.
Der überzeugte Antikommunist zielt mit einer massiven Aufrüstung darauf, den Kalten Krieg durch eine Verschiebung des „Gleichgewichts des Schreckens“ zugunsten der USA zu beenden. Der Präsident zeigt sich auch sonst außenpolitisch wenig zimperlich, so in der Iran-Contra-Affäre und bei der Invasion in Grenada. Die von ihm betriebene Wirtschaftspolitik („Reaganomics“) führt zwar zu steigendem Wohlstand, der aber vor allem auf Kosten eines Rekord-Haushaltsdefizits generiert wird.
41 George H. W. Bush, President of the United States, 1989 official portrait.jpg George Bush
(* 1924)
Rep. 20. Januar 1989
20. Januar 1993
51. Dan Quayle 44 Dan Quayle 3x4.jpg
Nach dem Zusammenbruch des Warschauer Paktes und infolge der zunehmenden Paralyse der Sowjetunion verkündet Bush die „New World Order“ und befürwortet in diesem Zusammenhang auch die Deutsche Wiedervereinigung. Während die UNO-Resolution 678 noch die völkerrechtliche Grundlage zur „Operation Desert Storm“ liefert, findet die Invasion in Panama ohne internationale Zustimmung statt. Der Bruch seines Wahlversprechens („Read my lips: no new taxes“) gilt als Hauptgrund für die nicht erfolgreiche Wiederwahl.
42 Bill Clinton.jpg Bill Clinton
(* 1946)
Demokr. 20. Januar 1993
20. Januar 2001
52. Al Gore Al Gore, Vice President of the United States, official portrait 1994.jpg
53.
Clinton widmet sich mit verschiedenen Reformen der Bekämpfung von Drogenmissbrauch, Waffengewalt und Armut. Zu seinen primären Zielen gehört die Senkung der Staatsverschuldung und die Einführung einer allgemeinen Krankenversicherung. Das Kyoto-Protokoll wird unterzeichnet und mit Gründung der NAFTA entsteht eine ausgedehnte Freihandelszone zwischen Kanada, den USA und Mexiko. Während er eine Politik der Aussöhnung mit den ehemaligen Feinden China und Russland betreibt und das Dayton-Friedensabkommen vermittelt, entsteht mit Al-Qaida eine neue Gefahr für die Sicherheit des Landes. Das Ende seiner zweiten Amtszeit ist überschattet vom „Platzen der Dotcom-Blase“ und der Lewinsky-Affäre, in deren Folge ein erfolgloses Amtsenthebungsverfahren gegen Clinton eingeleitet wird.
43 George-W-Bush.jpeg George W. Bush
(* 1946)
Rep. 20. Januar 2001
20. Januar 2009
54. Dick Cheney 46 Dick Cheney 3x4.jpg
55.
Nach den Terroranschlägen vom 11. September verkündet Bush den Krieg gegen den Terror und erlässt mit dem USA PATRIOT Act die entsprechende gesetzliche Grundlage zur Terrorabwehr, verbunden mit Einschränkungen der Bürgerrechte. Innenpolitisch ist die Gründung des Ministeriums für Innere Sicherheit ein weiterer Schritt, während er außenpolitisch eine Reihe von Kriegen gegen die sogenannten Schurkenstaaten führt. Dazu zählen bewaffnete Auseinandersetzungen mit den Taliban und der Kampf gegen Saddam Hussein, der durch eine „Koalition der Willigen“ im Irakkrieg geführt wird. Doch weder diesen Kriegen noch der Suche nach Osama bin Laden oder der endgültigen Zerschlagung des Al-Qaida-Netzes ist echter Erfolg beschieden. Zeigte die Bush-Doktrin noch die unilaterale Einstellung des Präsidenten, so mehren sich zum Ende der zweiten Amtszeit die Anzeichen, dass die politische Ausrichtung in die Völkerkreise der UNO und NATO zurückweist. Innenpolitisch endet seine Präsidentschaft in der größten Finanzkrise seit der Great Depression von 1929. Wegen immenser Verluste am Immobilienmarkt kommt es an den Börsen zu Verwerfungen, in deren Folge eine Reihe Finanzinstitute (u. a. Lehman Brothers) in die Insolvenz gehen.
44 President Barack Obama, 2012 portrait crop.jpg Barack Obama
(* 1961)
Demokr. seit 20. Januar 2009 56. Joe Biden Thumbnail-sized photo of Joe Biden.jpg
57.
Barack Obama ist der erste afroamerikanische Präsident der Vereinigten Staaten; zugleich ist er der erste Präsident, der außerhalb des amerikanischen Kontinents geboren wurde, und zwar auf Hawaii. Er übernimmt das Amt während einer globalen Finanzkrise und setzt als eine seiner ersten Amtshandlungen ein Konjunkturprogramm mit einem Volumen von 787 Milliarden Dollar durch. Im selben Jahr wird ihm für seine außergewöhnlichen Bemühungen, die internationale Diplomatie und die Zusammenarbeit zwischen den Völkern zu stärken, der Friedensnobelpreis verliehen. Im Frühjahr 2010 setzt er eine großflächige Gesundheitsreform um, die erstmals Millionen US-Amerikanern Zugang zur Krankenversicherung gewährleistet. Am 1. Mai 2011 kann er die Tötung des seit Jahren gesuchten Terroristen Osama bin Laden durch eine US-Kommandoeinheit verkünden.

Am 6. November 2012 wurde Barack Obama für eine zweite Amtszeit wiedergewählt.

Parteien Farblegende[Bearbeiten]

Farbe Partei
Demokratische Partei
Republikanische Partei
Föderalistische Partei
Demokratisch-Republikanische Partei
Whig-Partei
Parteiloser

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Schäfer: Die Präsidenten der USA in Lebensbildern, Komet, 2. Auflage, Köln 2005 ISBN 3-89836-450-X
  • Klaus-Jürgen Matz: Wer regierte wann? Regententabellen zur Weltgeschichte. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, dtv, 5. Auflage, München 2001 ISBN 3-423-32523-2

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
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